(Vorgeschriebener Text!) Endlich schaffe ich es, mich hinzusetzen und ein paar Takte
zu schreiben. Seit einer Woche hat es mich voll mit einer fiesen Erkältung
erwischt, das Fieber habe ich nur dank Paracetamol unter Kontrolle halten
können und natürlich war ich unvernünftig, wollte nicht im Bett liegen bleiben,
um mich auszukurieren, sondern die Gegend erkunden – auch nicht gerade einer
Erkältungserkrankung zubringlich! Mittlerweile bin ich in Sagada, einem kleinen
Bergstädtchen hoch oben in dem Gebirgszug der philippinischen Cordilleren im
Norden Luzons, der nördlichen Hauptinsel der Philippinen gelegen. Manila war
ziemlich schrecklich – dreckig, laut, schmutzig. Als ich dort am 10.Februar
morgens kurz vor 5 Uhr anlandete hatte ich einen Kulturschock doppelter Natur!
Nicht nur nach dem lieblichen Bali (wiewohl Denpassar auch Chaos pur ist, aber
das hatte ich umgangen durch freundliche Taxidienste von Ubud her). Dort habe
ich es mir noch einmal einen Tag gut gehen lassen und abends eine phantastische
Legongaufführung angesehen. Auch nach dem Flughafen in Singapur, wo ich einige
Stunden im Transit zugebracht hatte. Dort gab es alles, was der Transitreisende
so benötigt (sogar ein „Stunden“hotel“, also einen Ort, in dem man (ohne
Liebesdienste, aber dafür mit einem gemütlichen Bett) zwischen zwei Flügen
ruhig schlafen konnte. Ansonsten gab es Restaurants aller Natur zu vernünftigen
Preisen, kostenlose Gepäckwagen, Cash-Maschinen, unendlich lange
Einkaufsstraßen, super-Sauberkeit (wohin man auch blickte), Abfalleimer
sichtbar, separate Kinoberieselung, Aufladestationen (zum Abschließen, auch
kostenlos), gemütliche Sitzgelegenheiten auch in ruhigen Ecken, ideal zum
Nickerchen geeingnet und …kostenlos, an diversen Spots verfügbar und
hervorragend funktionierend: Internet – ich konnte sogar skypen! (mit Bild).
Dann Manila: Einen solchen Provinzflughafen habe ich überhaupt noch nie gesehen. Keine der 4 Geldmaschinen
funktionierte, Wechselstuben gab es nicht, Banken machen erst um 9 oder
vielleicht auch erst um 10 oder eventuell auch später …auf, Touristische
Informationen gab es schon gar nicht!. Eine SIM-Karte habe ich im Tausch gegen
10 kostbare Dollar erhalten – wenigstens das! Dann habe ich bis 9:20 gewartet,
bis irgendwelche Bankmenschen da waren, nur um zu erfahren, dass die dort nicht
eincashen, sondern nur foreign currencies eintauschen (die ich nicht mehr
habe). Schließlich hat mir ein Wachmann, den ich eher zufällig traf, einen
nationalen Cashautomaten im Binnenflugterminal gezeigt, der aber, Wunder über
Wunder, auch internationale VISA-Creditkarten akzeptierte, so dass ich endlich
genügend Währung hatte, um mit dem Taxi (mein Rucksack ist trotz diverser
Ausmistaktionen immer noch viel zu schwer!) in mein gebuchtes Hotel zu fahren.
Das stellte sich dann als ganz günstige Angelegenheit heraus, war auch ziemlich
zentral gelegen und hatte Air-Condition, ein unbedingtes Muss in Manila, wo es
heiß, stickig und wie gesagt, einfach nur dreckig ist – auch die Luft, so dass
man sich freut, wenn man kühlere Luft genießen kann (man kann die AC ja auf die
gewünschte Temperatur einstellen). Manila ist zuerst amerikanische
Hauptquartier im Pazifikkampf des IIWeltkrieges gewesen, seit 1942 von den
Japanern besetzt, die hier wüst wüteten. Die amerikanische „Befreiung“
zerstörte die letzten Reste der wohl einst schönen Stadt (sie nannte sich die
Perle des Orients) – heute ist außer einer Massenansammlung von Zementbauten in
unterschiedlichen Baustadien nichts davon geblieben. Das ehemalige Zentrum,
Intramuros, die alte spanische Kolonialmetropole, blieb quasi unbesiedelt und
wird seit dem Ende der achtziger Jahre als Touristenattraktion
wiederaufgemausert – nicht allzu erfolgreich, wie ich finde! Ansonsten kann man
sich – vorausgesetzt, man hat einen Stadtplan (die Philippinos sind gut in der
Lage, Karten zu lesen, ganz im Gegenteil zu den Balinesen) – gut in Manila
orientieren. Zum Glück – für uns Touristen – gibt es so eine Art S-Bahn, die
die Riesenmetropole kreisförmig umfährt und die alle 2 bis 5 Minuten durch die
Haltestellen braust und quietschend zum Stillstand gezwungen werden. Meist ist
es hier schweißtreibend eng, doch transportiert einen die Bahn schnell zum
Ziel. Ganz im Gegenteil dazu stehen die Straßen, in denen meist stehender
Verkehr vorherrscht. Dreiräder (mit Rad und mit Motorrad) gibt es auch, aber zu
(für Ausländer) utopischen Preisen und dann gibt es das für die Philippinos
übliche Verkehrsmittel, die Jeepneys, ursprünglich wurden hier nach 1946
amerikanische Jeeps zu öffentliche Aufpickbussen umfunktioniert und heute sehen
sie immer noch einem Jeep sehr ähnlich, allerdings mit einem langen Hinterteil
und zahlreichem Schmuck. Die Stationen sind gut sichtbar aufgepinselt, doch
leider sagen mir die einzelnen Stationen nichts und man weiß auch nicht, wo und
wann die jeepneys halten – also kurz, ich hatte noch keine Gelegenheit, diese
Fahrzeuge auszuprobieren. Ich habe gelesen, dass ein Viertel aller Philippinos
in Manila leben und das glaube ich sofort! Es gibt wohl ein paar gute Museen in
Manila, aber sonst gibt es eigentlich nichts, was touristisch interessant ist.
Übrigens geht es hier ganz unasiatisch zu, denn gehandelt wird nicht, überall
gibt es nur Fixpreise. Verkehrsmittel sind ziemlich günstig, so kostete der
„DEluxe“-Bus (na ja), der mich endlich am Ende des dritten Tages aus der Stadt
herausbrachte in Richtung Norden nur 700 Pesos (für 10 Stunden Fahrt), das sind
umgerechnet etwa 15 Euro. Vigan hat sich den Charme einer spanischen
Kolonialstadt bewahrt. Hier habe ich mir eine einstündige Droschkenfahrt
gegönnt und mich von der Athmophäre vereinnahmen lassen. Die Kirchen (auch die
dortige Kathedrale) werden bewohnt von Vögeln, die jeglichen Gottesdienst durch
Lobpreisungen in luftiger Höhe ergänzen. Während der Nachfhrt im Air-Con-Bus
habe ich mir dann diese Erkältung geholt. Seitdem bin ich doch ziemlich müde
und geschafft und kann wegen „Lungenverschleimung“ kaum noch atmen. Hier im
Gebirge ist es natürlich besser mit dem Atmen, aber dafür ist es auch kühler,
also Problem z.B. mit dem Haarewaschen (nasse Haare, die nicht trocknen wollen).
Als ich total übernächtigt in Vigan ankam (ich bin einfach nicht mehr 20 und
stecke so eine Nacht nicht mehr ohne Weiteres weg), hatte ich keinen Appetit
auf ein philippinisches Frühstück,das aus Fisch (wahlweise scharfes
Schweinefleisch) und Knoblauchreis besteht. Die Frühstückskarte bot aber auch
ein Babyfrühstück in Form von Haferschleim mit Banane an. Dankbar nahm ich
dieses Angebot an – sehr zum Erstaunen des Service, der vergeblich mein Baby
suchte - aber mein Magen wollte nichts
anderes mehr aufnehmen. Immerhin kam ich dann in den Genuss von
Nestle-Super-Aufbau-Milch, die klebrig-süß als Beigabe zum Haferbrei kam – es
ist doch schon einige Jahre her, dass ich Baby-Nahrung zu mir genommen habe. In
Folge wurde ich totmüde und habe erst einmal drei Stunden geschlafen! Nach
Vigan bin ich ins nördliche Gebirge gereist, zuerst über Boguio, dann nach
Sagada! Boguio ist eine geschäftige Metropole, die zur Hälfte aus Studenten
besteht, der Campus liegt mitten im Stadtzentrum neben Markt und Busterminal. Man
fährt mit dem Bus durch Landschaft und plötzlich, verteilt auf diverse
Bergspitzen auf ca. 1500 Meter Höhe liegt die Stadt, die einen eintägigen
Besuch lohnt als Zwischenstopp zu weiteren Zielen. Im Gegensatz zu Manila nimmt
man hier die existierenden Umweltgesetze ernst und die Stadt ist größtenteils
sauber. Mein Zimmer war jedoch eine rechte Absteige (na ja, das Bett war
sauber, in Vigan hatte ich Mäuse im Zimmer, die mir mein Klopapier angeknappert
und meine Plastiktüten perforiert haben. Seit Boguio reise ich die übliche
Travellerroute entlang. Hier reisen auch Ältere, die meisten sind auf Urlaub
hier, maximal 3 Monate. Auch Rucksacktouristen, die sich alle hier in Sagada
treffen, dass eine dazu passende Infrastruktur hat, also touristisch, aber ausschließlich
auf Individualtourismus abgestellt. Hierher kommen auch viele philippinische
Touristen, denn das Bergklima gilt als angenehm. Da es nur eine Straße gibt,
verkehren alle Reisenden entlang dieser Route, nämlich von Manila – Boguio –
Sagada – Bontoc – Banaue – Manila oder umgekehrt. Was es hier zu sehen gibt,
Berühmt ist diese Gegend wegen seiner Reisterrassen, die vor 2000 Jahren aus
dem Fels gekloppt wurden. Auch pflegen die Einheimischen (die ansonsten moderne
Menschen sind und trotz Reisbauerndaseins ziemlich gut Englisch sprechen)
außergewöhnliche Beerdingungsriten, also Stapelsärge von geknebelten Toten (die
Särge sind also sehr klein) in Höhleneingängen und alternativ von Felsen
hängende Särge. Es gibt noch die Möglichkeit einer Regulärbeerdigung auf dem
Friedhof über oder unter der Erde! Aber die wirkliche Sensation hier ist einmal
– insbesondere nach der Unrast in Manila, die unbedingte Ruhe und Ruhigkeit
hier, Hier laufen die Uhren noch langsam, die Menschen sind freundlich und
interessiert und … die Landschaft ist einfach wunderschön. Die Cordilleren
ziehen sich auf ca. 2000 Metern dahin, tief zerklüftet und bedeckt mit einem
Teppich lichten Pinienwaldes, wo nicht die menschliche Kultivierungswut
tauschende von Reis- aber auch von Gemüseterrassen geschaffen hat, gestaffetl
auf mehrer hundert Meter die Täler mit den Bergspitzen verbindend. Den Leuten
in den an der Hielma-Highway, die die Gegend hier gangbar macht, geht es gut,
offensichtliche Armut herrscht nicht, selbst die Hunde sind wohlgenährt und
haben keine Räude. Die Fahrt hierher nach Sagada war ein Abenteuer für sich:
fünfeinhalb Stunden windet sich die Straße entlang der Berghänge, schraubt sich
hinab und hinauf, in immer enger seienden Kurven, so steil, dass ich mich
zumindest die letzte Fahrtstunde am Fensterrahmen festhalten musste, damit ich
nicht von meinem Sitz runterrutschte. Ich bewundere den Fahrer, der
vollkonzentriert diese Strecke fahren musste. Überhaupt finde ich die Busfahrer
hier ziemlich vertrauenserweckend. Gestern habe ich mir ein Motorbike gemietet,
um auf eigene Faust die Gegend zu erkunden und ehrlich – ein Tag war genug. Ich
hatte ein Motorcrossbike und trotzdem war das Fahren meist nicht das reine
Vergnügen, da ich voll konzentriert fahren musste ob der Schotter-Stein-Wege
bis ich zur Hauptstraße zurückfand. Nun – ich habe mir einiges angeschaut und
gestern – es war Samstag – gab es sogar ein französische Essen, denn ein
französischer Koch hier mit Restaurant veranstaltet immer samstags ein Buffet –
ich war dabei – sehr lecker und angenehme Atmophäre, wenn ich auch an einem
Tisch mit lauter Franzosen (und zum Glück einigen Englisch-sprechenden Dänen)
platziert war (Franzosen sprechen natürlich kein Englisch, sondern nur
Französisch!) Morgen fahre ich nach Bontoc und weiter nach Banaue, da stehen
die Reisterrassen und World-Heritage-Schutz. Schöner als heute, wo ich zu den
hiesigen Reisterrassen heruntergeschlendert bin und dort einfach nur so
gesessen habe, kann es aber eh nicht mehr werden. Von Banaue geht´s zurück nach
Manila, wo ich hoffe, dass ich noch meinen Frühflug zur Insel Negros bekomme,
denn dort will ich noch etwas Schnorcheln (in die Tauchanzüge passe ich immer
noch nicht!:-( Drückt mir die Daumen, dass alles klappt.
Sonntag, 17. Februar 2013
Ich melde mich - geschwächt durch eine üble fiebrige Erkältung- aus dem hohen (im wahrsten Sinne des Wortes) NOrden der Philippinen. Leider ohne Photos, denn das Downloaden dauert drei Jahre, neun Monate und sieben TAge voraussichtlich. Seit einer Stunde läuft im Hintergrund schon eine Mail, zu der ich im Anhang versuche 3 Photos hochzuladen - es läuft und läuft und läuft , einfach käferhaft. Also keine Bilder, dafür eine dröge Darstellung des Gewesenen. Meldet Euch trotzdem - ich freue mich so sehr darüber! Cathrin
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