Sonntag, 17. Februar 2013

Ich melde mich - geschwächt durch eine üble fiebrige Erkältung- aus dem hohen (im wahrsten Sinne des Wortes) NOrden der Philippinen. Leider ohne Photos, denn das Downloaden dauert drei Jahre, neun Monate und sieben TAge voraussichtlich. Seit einer Stunde läuft im Hintergrund schon eine Mail, zu der ich im Anhang versuche 3 Photos hochzuladen - es läuft und läuft und läuft , einfach käferhaft.  Also keine Bilder, dafür eine dröge Darstellung des Gewesenen. Meldet Euch trotzdem - ich freue mich so sehr darüber! Cathrin



(Vorgeschriebener Text!) Endlich schaffe ich es, mich hinzusetzen und ein paar Takte zu schreiben. Seit einer Woche hat es mich voll mit einer fiesen Erkältung erwischt, das Fieber habe ich nur dank Paracetamol unter Kontrolle halten können und natürlich war ich unvernünftig, wollte nicht im Bett liegen bleiben, um mich auszukurieren, sondern die Gegend erkunden – auch nicht gerade einer Erkältungserkrankung zubringlich! Mittlerweile bin ich in Sagada, einem kleinen Bergstädtchen hoch oben in dem Gebirgszug der philippinischen Cordilleren im Norden Luzons, der nördlichen Hauptinsel der Philippinen gelegen. Manila war ziemlich schrecklich – dreckig, laut, schmutzig. Als ich dort am 10.Februar morgens kurz vor 5 Uhr anlandete hatte ich einen Kulturschock doppelter Natur! Nicht nur nach dem lieblichen Bali (wiewohl Denpassar auch Chaos pur ist, aber das hatte ich umgangen durch freundliche Taxidienste von Ubud her). Dort habe ich es mir noch einmal einen Tag gut gehen lassen und abends eine phantastische Legongaufführung angesehen. Auch nach dem Flughafen in Singapur, wo ich einige Stunden im Transit zugebracht hatte. Dort gab es alles, was der Transitreisende so benötigt (sogar ein „Stunden“hotel“, also einen Ort, in dem man (ohne Liebesdienste, aber dafür mit einem gemütlichen Bett) zwischen zwei Flügen ruhig schlafen konnte. Ansonsten gab es Restaurants aller Natur zu vernünftigen Preisen, kostenlose Gepäckwagen, Cash-Maschinen, unendlich lange Einkaufsstraßen, super-Sauberkeit (wohin man auch blickte), Abfalleimer sichtbar, separate Kinoberieselung, Aufladestationen (zum Abschließen, auch kostenlos), gemütliche Sitzgelegenheiten auch in ruhigen Ecken, ideal zum Nickerchen geeingnet und …kostenlos, an diversen Spots verfügbar und hervorragend funktionierend: Internet – ich konnte sogar skypen! (mit Bild). Dann Manila: Einen solchen Provinzflughafen habe ich überhaupt  noch nie gesehen. Keine der 4 Geldmaschinen funktionierte, Wechselstuben gab es nicht, Banken machen erst um 9 oder vielleicht auch erst um 10 oder eventuell auch später …auf, Touristische Informationen gab es schon gar nicht!. Eine SIM-Karte habe ich im Tausch gegen 10 kostbare Dollar erhalten – wenigstens das! Dann habe ich bis 9:20 gewartet, bis irgendwelche Bankmenschen da waren, nur um zu erfahren, dass die dort nicht eincashen, sondern nur foreign currencies eintauschen (die ich nicht mehr habe). Schließlich hat mir ein Wachmann, den ich eher zufällig traf, einen nationalen Cashautomaten im Binnenflugterminal gezeigt, der aber, Wunder über Wunder, auch internationale VISA-Creditkarten akzeptierte, so dass ich endlich genügend Währung hatte, um mit dem Taxi (mein Rucksack ist trotz diverser Ausmistaktionen immer noch viel zu schwer!) in mein gebuchtes Hotel zu fahren. Das stellte sich dann als ganz günstige Angelegenheit heraus, war auch ziemlich zentral gelegen und hatte Air-Condition, ein unbedingtes Muss in Manila, wo es heiß, stickig und wie gesagt, einfach nur dreckig ist – auch die Luft, so dass man sich freut, wenn man kühlere Luft genießen kann (man kann die AC ja auf die gewünschte Temperatur einstellen). Manila ist zuerst amerikanische Hauptquartier im Pazifikkampf des IIWeltkrieges gewesen, seit 1942 von den Japanern besetzt, die hier wüst wüteten. Die amerikanische „Befreiung“ zerstörte die letzten Reste der wohl einst schönen Stadt (sie nannte sich die Perle des Orients) – heute ist außer einer Massenansammlung von Zementbauten in unterschiedlichen Baustadien nichts davon geblieben. Das ehemalige Zentrum, Intramuros, die alte spanische Kolonialmetropole, blieb quasi unbesiedelt und wird seit dem Ende der achtziger Jahre als Touristenattraktion wiederaufgemausert – nicht allzu erfolgreich, wie ich finde! Ansonsten kann man sich – vorausgesetzt, man hat einen Stadtplan (die Philippinos sind gut in der Lage, Karten zu lesen, ganz im Gegenteil zu den Balinesen) – gut in Manila orientieren. Zum Glück – für uns Touristen – gibt es so eine Art S-Bahn, die die Riesenmetropole kreisförmig umfährt und die alle 2 bis 5 Minuten durch die Haltestellen braust und quietschend zum Stillstand gezwungen werden. Meist ist es hier schweißtreibend eng, doch transportiert einen die Bahn schnell zum Ziel. Ganz im Gegenteil dazu stehen die Straßen, in denen meist stehender Verkehr vorherrscht. Dreiräder (mit Rad und mit Motorrad) gibt es auch, aber zu (für Ausländer) utopischen Preisen und dann gibt es das für die Philippinos übliche Verkehrsmittel, die Jeepneys, ursprünglich wurden hier nach 1946 amerikanische Jeeps zu öffentliche Aufpickbussen umfunktioniert und heute sehen sie immer noch einem Jeep sehr ähnlich, allerdings mit einem langen Hinterteil und zahlreichem Schmuck. Die Stationen sind gut sichtbar aufgepinselt, doch leider sagen mir die einzelnen Stationen nichts und man weiß auch nicht, wo und wann die jeepneys halten – also kurz, ich hatte noch keine Gelegenheit, diese Fahrzeuge auszuprobieren. Ich habe gelesen, dass ein Viertel aller Philippinos in Manila leben und das glaube ich sofort! Es gibt wohl ein paar gute Museen in Manila, aber sonst gibt es eigentlich nichts, was touristisch interessant ist. Übrigens geht es hier ganz unasiatisch zu, denn gehandelt wird nicht, überall gibt es nur Fixpreise. Verkehrsmittel sind ziemlich günstig, so kostete der „DEluxe“-Bus (na ja), der mich endlich am Ende des dritten Tages aus der Stadt herausbrachte in Richtung Norden nur 700 Pesos (für 10 Stunden Fahrt), das sind umgerechnet etwa 15 Euro. Vigan hat sich den Charme einer spanischen Kolonialstadt bewahrt. Hier habe ich mir eine einstündige Droschkenfahrt gegönnt und mich von der Athmophäre vereinnahmen lassen. Die Kirchen (auch die dortige Kathedrale) werden bewohnt von Vögeln, die jeglichen Gottesdienst durch Lobpreisungen in luftiger Höhe ergänzen. Während der Nachfhrt im Air-Con-Bus habe ich mir dann diese Erkältung geholt. Seitdem bin ich doch ziemlich müde und geschafft und kann wegen „Lungenverschleimung“ kaum noch atmen. Hier im Gebirge ist es natürlich besser mit dem Atmen, aber dafür ist es auch kühler, also Problem z.B. mit dem Haarewaschen (nasse Haare, die nicht trocknen wollen). Als ich total übernächtigt in Vigan ankam (ich bin einfach nicht mehr 20 und stecke so eine Nacht nicht mehr ohne Weiteres weg), hatte ich keinen Appetit auf ein philippinisches Frühstück,das aus Fisch (wahlweise scharfes Schweinefleisch) und Knoblauchreis besteht. Die Frühstückskarte bot aber auch ein Babyfrühstück in Form von Haferschleim mit Banane an. Dankbar nahm ich dieses Angebot an – sehr zum Erstaunen des Service, der vergeblich mein Baby suchte -  aber mein Magen wollte nichts anderes mehr aufnehmen. Immerhin kam ich dann in den Genuss von Nestle-Super-Aufbau-Milch, die klebrig-süß als Beigabe zum Haferbrei kam – es ist doch schon einige Jahre her, dass ich Baby-Nahrung zu mir genommen habe. In Folge wurde ich totmüde und habe erst einmal drei Stunden geschlafen! Nach Vigan bin ich ins nördliche Gebirge gereist, zuerst über Boguio, dann nach Sagada! Boguio ist eine geschäftige Metropole, die zur Hälfte aus Studenten besteht, der Campus liegt mitten im Stadtzentrum neben Markt und Busterminal. Man fährt mit dem Bus durch Landschaft und plötzlich, verteilt auf diverse Bergspitzen auf ca. 1500 Meter Höhe liegt die Stadt, die einen eintägigen Besuch lohnt als Zwischenstopp zu weiteren Zielen. Im Gegensatz zu Manila nimmt man hier die existierenden Umweltgesetze ernst und die Stadt ist größtenteils sauber. Mein Zimmer war jedoch eine rechte Absteige (na ja, das Bett war sauber, in Vigan hatte ich Mäuse im Zimmer, die mir mein Klopapier angeknappert und meine Plastiktüten perforiert haben. Seit Boguio reise ich die übliche Travellerroute entlang. Hier reisen auch Ältere, die meisten sind auf Urlaub hier, maximal 3 Monate. Auch Rucksacktouristen, die sich alle hier in Sagada treffen, dass eine dazu passende Infrastruktur hat, also touristisch, aber ausschließlich auf Individualtourismus abgestellt. Hierher kommen auch viele philippinische Touristen, denn das Bergklima gilt als angenehm. Da es nur eine Straße gibt, verkehren alle Reisenden entlang dieser Route, nämlich von Manila – Boguio – Sagada – Bontoc – Banaue – Manila oder umgekehrt. Was es hier zu sehen gibt, Berühmt ist diese Gegend wegen seiner Reisterrassen, die vor 2000 Jahren aus dem Fels gekloppt wurden. Auch pflegen die Einheimischen (die ansonsten moderne Menschen sind und trotz Reisbauerndaseins ziemlich gut Englisch sprechen) außergewöhnliche Beerdingungsriten, also Stapelsärge von geknebelten Toten (die Särge sind also sehr klein) in Höhleneingängen und alternativ von Felsen hängende Särge. Es gibt noch die Möglichkeit einer Regulärbeerdigung auf dem Friedhof über oder unter der Erde! Aber die wirkliche Sensation hier ist einmal – insbesondere nach der Unrast in Manila, die unbedingte Ruhe und Ruhigkeit hier, Hier laufen die Uhren noch langsam, die Menschen sind freundlich und interessiert und … die Landschaft ist einfach wunderschön. Die Cordilleren ziehen sich auf ca. 2000 Metern dahin, tief zerklüftet und bedeckt mit einem Teppich lichten Pinienwaldes, wo nicht die menschliche Kultivierungswut tauschende von Reis- aber auch von Gemüseterrassen geschaffen hat, gestaffetl auf mehrer hundert Meter die Täler mit den Bergspitzen verbindend. Den Leuten in den an der Hielma-Highway, die die Gegend hier gangbar macht, geht es gut, offensichtliche Armut herrscht nicht, selbst die Hunde sind wohlgenährt und haben keine Räude. Die Fahrt hierher nach Sagada war ein Abenteuer für sich: fünfeinhalb Stunden windet sich die Straße entlang der Berghänge, schraubt sich hinab und hinauf, in immer enger seienden Kurven, so steil, dass ich mich zumindest die letzte Fahrtstunde am Fensterrahmen festhalten musste, damit ich nicht von meinem Sitz runterrutschte. Ich bewundere den Fahrer, der vollkonzentriert diese Strecke fahren musste. Überhaupt finde ich die Busfahrer hier ziemlich vertrauenserweckend. Gestern habe ich mir ein Motorbike gemietet, um auf eigene Faust die Gegend zu erkunden und ehrlich – ein Tag war genug. Ich hatte ein Motorcrossbike und trotzdem war das Fahren meist nicht das reine Vergnügen, da ich voll konzentriert fahren musste ob der Schotter-Stein-Wege bis ich zur Hauptstraße zurückfand. Nun – ich habe mir einiges angeschaut und gestern – es war Samstag – gab es sogar ein französische Essen, denn ein französischer Koch hier mit Restaurant veranstaltet immer samstags ein Buffet – ich war dabei – sehr lecker und angenehme Atmophäre, wenn ich auch an einem Tisch mit lauter Franzosen (und zum Glück einigen Englisch-sprechenden Dänen) platziert war (Franzosen sprechen natürlich kein Englisch, sondern nur Französisch!) Morgen fahre ich nach Bontoc und weiter nach Banaue, da stehen die Reisterrassen und World-Heritage-Schutz. Schöner als heute, wo ich zu den hiesigen Reisterrassen heruntergeschlendert bin und dort einfach nur so gesessen habe, kann es aber eh nicht mehr werden. Von Banaue geht´s zurück nach Manila, wo ich hoffe, dass ich noch meinen Frühflug zur Insel Negros bekomme, denn dort will ich noch etwas Schnorcheln (in die Tauchanzüge passe ich immer noch nicht!:-( Drückt mir die Daumen, dass alles klappt.

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