Tja, die Welt verändert sich. Wieson ist Hillary Clinton nicht mehr US-Außenministerin? - WER KANN MIR HIER EINE KOMPETENTE ANTWORT GEBEN - und Frau Thatcher ist auch gestorben (nachdem sie bereits vor 7 Jahren ihre Trauergemende testamentarisch zusammengestellt hat - muss man sich mal vorstellen) - wieder ein Feindbild weniger! Es wird langsam leer um mich. Andererseits: Ich feiere heute (mehr oder weniger) heute noch einmal Neujahr, nämlich hier in Kambodscha. Das fröhliche Fest dauert 3 (diesmal sogar 4) Tage (da der erste Tag auf einen Sonntag fällt, wird automatisch verlängert) und beginnt morgen früh um 2:20 am (also in 3 Stunden). Als Erklärung wurde mir angeboten, dass sich zu dieser Stunde - nach Meinung der autoritativen Astronomen - die Gottheit Tung Sa Té vy materialisiert - leider habe ich diesen Namen nicht verifizieren können (wahrscheinlich falsche Schreibweise). Klar ist nur, dass alle Kambodschaner nachts zuerst auf die Straße hinausrennen und dann zum nächsten Tempel, um ihre Opfergaben dem Gott anzubieten - natürlich verbunden mit Bitten nach dem eigenen Wohlleben. Unser Hotelgott bekommt hübsche Gestecke mit Bananen, Wassermeldonen, Äpfeln, Lychees, kambodschanische Orangen (die sind grün), natürlich Mangos (es ist Mango-Erntezeit - ich liebe diese Bäume, das sieht so herrlich aus, wenn die Mangos zu Hunderten im Wind und im Gründgerausche baumeln) und eine ganze Batterie von Getränkedosen mit wechselndem Inhalt (Coca Cola, Fanta, Sprite, Bier, sog. Fruchsäfte, die eher chemischen Keulen ähneln). Dazwischen erstrahlen Astern oder Seerosen (in meist noch geschlossenem Knospenformat). Dazu blinken lustig bunte Licherketten, um das Geschehen etwas aufzuhellen und um Tung... auf die Opfergaben aufmerksam zu machen. Alle Preise sind verdoppelt und verdreifacht worden, da natürlich jeder Kambodschaner zur Feier des Jahres bei seiner Fammilie, genauer: bei seinen Eltern sein möchte, wo sich im Elternhaus die ganze Familie trifft. Die Busse, die Straßen, die Märkte - heute war einfach alles nur voll. Dann, gegen 4 Uhr bereits, schlossen die ersten Läden, das ist wirklich merkwürdig, wenn plötzlich ganze STraßenzüge verwaist sind mit geschlossen Stahlroulladen, so etwas habe ich hier in Asien noch nie gesehen. Morgen wird also gebetet, geopfert, gebettelt und dann gespielt (Glücksspiel oder eher traditionell zum Vergnügen). Die Kambodschaner spielen gerne, Volleyball, Schach, Brett- und Kartenspiele jeder Art und immer spielt Geld dabei auch eine Rolle, denn für nichts wird nichts gemacht. Übermorgen (oder ist es schon Morgen?) findet dann die große Wasserschlacht statt. Ursprünglich ist die Bedeutung die, dass das Wasser die Sünden abwäscht, heutzutage aber wird man mit der Wasserpistole einfach nassgespritzt und da, in Farbe! Man muss vorsichtig sein - hoffentlich gelingt mir das, denn farbklecksige Kleidung in den nächsten Monaten , das würde mich stören. Also, besonders die Eltern werden mit viel Wasser bedacht, da man die Kinder sie um Verzeihung bitten wollen für alle begangenen Untaten des verflossenen Jahres - dazwischen immer wieder Fresssequenzen, einen Vorgeschmack habe ich heute schon bekommen auf dem Zentralmarkt (leider waren Krabben und Squid etwas zu teuer, aber das Beef-Curry war auch hervorragend). Mich treibt es nach Keb, direkt an der Vietnamesischen Grenze ganz im Süden, unweit des Mekong-Deltas - aber immer noch in Kambodscha - gelegen. Dort bleibe ich über die Feiertage und dann geht es noch einmal nach Sihanoukville - an den Strand. Die REgenzeit geht jetzt richtig los, aber das heißt eigentlich nur, dass es nachmittags, so ab 15/16 Uhr losprasselt und sich zuzieht. Vorher: schwül und heiß (obwohl es sich schon mächtig abgekühlt hat, von über 40 Grad auf unter 30 Grad mittlerweile - richtig angenehm - man kann Sommersachen tragen und schwitzt sich aber trotzdem nicht total einen ab.
Zz. bin ich in Phnom Penh, einer Stadt, die mir eigentlich ganz gut gefällt. Jedenfalls fühle ich mir hier wohl. Das liegt wohl auch an meiner Unterkunft, die etwas teurer, aber sehr komfortabel ist, sogar mit einem Swimmingpool. Hauptsächlich aber ist der Service hier prima und die Räume sind wunderbar groß und luftig. Aber die Stadt hat etwas! Sie ist nicht schön im eigentlichen Sinne, überzeugt nicht mit großartiger Architektur oder schönen Parks, tief verwachsener Historie oder schönen Promenaden. Aber sie ist quirlig, zielstrebig und gibt sich doch Zeit, bunt, aber nicht ungeordnet, chaotisch, aber berechenbar. Der Verkehr ist ein gutes Beispiel. Scheinbar übervoll quellen die breiten Boulevardstraßen - ein Erbe der Kolonialzeit - über von Kraftfahrzeugen aller ARt incl. Mopeds, Motorrädern, Tuktuks, Traktorhängern, Pkw´s, Lkw´s usw. Fußgänger und Radfahrer und Fahrradrikschas mitten im Getümmel, aber alles fließt, jeder blickt nur nach vorne (und nicht nach hinten!, die Hinterfahrer müssen ihren Weg selber finden) und alles fährt im ruhigen Fluss dahin. Mopeds und RAdfahrer haben meist kein Licht, aber dafür eine Klingel - Hupen und Klingeln heißt: Achtung ich überhole! oder Achtung, Ich fahre jetzt weiter geradeaus - bitte warten (oder: bitte jetzt nicht die Autotür öffnen oder ähnliche Hinweise), so dass eine vielstimmige Melodie über allem liegt, laut und fordernd. Die Mopeds meist haltlos überladen, 3-Personen sind die Normalbesetzung, meist ist der motorisierte Untersatz das Familienvehikel (Mutter, Vater fährt und zwei bis drei Kinder - kleine Buben vorne zwischen Vaters Beinen, kleine Mädchen hinten auf dem Sozius, Muttern trägt das Nesthäckchen auf dem Arm, das während des ganzen Getöses ungerührt und unbeeindruckt fest schläft). Ganze Läden werden mit dem Motorrad transportiert über quer geschnallte Holz- oder STahlschienen gesichert. Tja, also Phnom Penh hat mich heute - von Battambang kommend - begrüßt, es war ein angenehmes Gefühl, wieder hier zu sein. Dem Tuktukfahrer habe ich den Weg zu meinem HOtel gezeigt und es war irgendwie ein heimisches Gefühl. Danach habe ich mit dem Fahrrad eine Runde zum Großmarkt, zum Tonle Sap (dem einen der beiden Flüsse, die die Stadt durchziehen) gemacht, entlang dem Moniva-Boulevard, der Haupteinfallschneise der PolPot 1975 - heute eine geschäftige Schneise, die sich quer durch die gesamte Längserstreckung der Stadt von Süden nach Norden zieht, voll gespickt mit Läden aller Art, Banken, Imbissbuden (hier: tea stalls oder fahrbaren Verkaufsgestellen) mit heißen Suppen und Frittiertem.
Ich habe zuerst versucht, Passionsfrüchte zu bekommen, aber die Erntezeit scheint vorüber zu sein und Melonen habe ich in den letzten Tagen ausreichend gegessen. Danach bin ich zum Frizz, einem Khmer-Restaurant, bei dem ich vor 10 Tagen einen Kochkurs mitgemacht habe. Wir durften uns mit Frühlingsrollen (kalt, in Reispapier mit wunderbar süßscharfer Chillisauce) und "Fisch Amok" (Fisch im Bananenblatt mit Tamarinen-Chilli-Cocos-Soße) probieren - natürlich unter kundiger Anleitung - es war nur lecker. Dort habe ich meinen Lieblingssaft "Passionsfruchtsaft" (ohne Zucker) bestellt und genossen. Auf dem Rückweg habe ich mir noch eine Majakuja-Tarte (nach französischem Rezept) und ein dickes Eis gegönnt - ein herrlicher Fresstag! Apropos Eis: In Asien ist Speiseis weitgehend eine Touristendomäne (genauso wie Pommes Frites und Hamburger), aber es gibt Ausnahmen, denn in Burma gibt es Speiseeis vor allen Dingen in der Variante "Erdbeereis", also Heaven for me!Ich konnte im Supermarkt zwischen 4 verschiedenen Zubereitungen ERdbeereis auswählen - verlockend. Hier in Cambodia ist das Eis eine Touristenattraktion - mit europäischen Preisen! Aber dafür gibt es das Eis (nach italienischem Rezept) in allen möglichen Geschmacksrichtungen (Chillieis, Jackfruiteis usw.), also ist das höchste aller Komplimente angebracht: Einfach lecker!
HIer habe ich es bisher noch nicht in eine traditionelle Tanzveranstaltung geschafft, da ich die Theater nicht gefunden habe (auch Kino habe ich noch nicht geschafft), aber ansonsten ist die Orientierung hier in Phnom Penh absolut einfach (ähnlich wie in Yangon), da alles schachbrettartig angelegt ist und von Osten nach Westen ungerade, bzw. von Norden nach Süden mit geraden Ziffern hochgezählt wird. So findet man also meine Hoteladresse #12 398St./61St. ganz schnell, nämlich Hausnummer 12 auf der 398 Straße (ganz in der Nähe des Mao-Tse-Dung-Boulevards), in der Nähe der Straße 61 (Längserstreckung von Norden nach Süden)
Die Kleidung der Menschen ist hier rein westlich. Allerdings tragen die meisten Frauen Hosen. Nur ärmere Frauen tragen noch Sarongs (ganz selten) und, das ist das einzige Ungewöhnliche, die obere Unterschicht liebt es, Barchent-Schlafanzüge in Teddymuster und Grundfarben (rot, blau, gelb) ganztägig zu tragen - häufig mit einem Strickhütchen auf dem Kopf und plüschigen Hausschuhen mit Teddy- oder Entchenköpfen an den Füßen - ein Quell dauernder Verwunderung meinerseits (einerseits wegen der Qualität der Stoffe, die warm (!) halten, andererseits wegen der "spielerischen " Muster, die Damen höheren Geburtsdatums tragen.
Die Vergangenheit Kambodschas hat mich in den letzten Tagen immer wieder begleitet - einerseits die länger zurück liegende, die jeden Kambodschaner mit STolz erfüllt, die Zeit Ankor Wats, andererseits die noch immer nicht bewältigte Geschichte der jüngeren Vergangenheit, die Pol Pot-Zeit, deren Kernzeit zwischen 1975 und -79 lag, die sich aber noch locker gestreckt hat bis in die neuziger Jahre, dadurch, dass sich PolPot an die thailändische Grenze zurückzog und von dort noch bis 1991 bzw. 1993 einen Bürgerkrieg ins Land trug. Hier in der Hauptstadt kann man das Foltergefängnis, den Gestapo-Kellern Deutschlands vergleichbar - Tuol Sleng, auch S21 genannt, besuchen, das heute ein Museum ist und die crying fields, ein Gebiet, ca 20 km vor der Stadt, auf dem die Opfer Tuol Slengs ermordet und verscharrt wurden (bis heute hat man fast 90000 menschliche Überreste ausgegraben aus dem Massengräbern, die meisten Menschen wurden seriell zu Tode geprügelt, da Munition zu kostbar war). 5 der 6 führenden Köpfe des Pol-Pot-Regimes waren ausgebildete Lehrer bzw. Universitätsprofessoren, verachteten aber jegliche Bildung (mir total unverständlich!) und so wurden alle Schulen und Unis geschlossen un die Gebäude umfunktioniert - Tuol Sleng war ursprünglich ein Gymnasium. Noch heute sieht man den Gebäuden ihren Schulcharakter deutlich an, die Schultafeln hängen in einigen Räumen sogar noch an der Wand, das Reck auf dem Schulhof wurde zum Folterinstrument umfunktioniert wie eigentlich alles hier. Geht man durch die Räume des ersten - dreistöckigen Gebäudes - trifft einen das Schweigen unvermittelt, nur in der eigenen Vorstellung sterben die Leute hier. In sieben Zimmern stehen noch einzelne Metallbetten, an denen die Opfer festgekettet waren und auf denen man bei der "Befreiung" (die Kambodschaner sind sich bis heute nicht sicher, ob es sich um eine Befreiung oder um eine Okkupation durch den ERbfeind, die Vietnamesen, handelte) nur noch 7 Tote fand, die heute - namenlos - auf dem ersten Schulhof bestattet sind. Das Sonnenlicht bricht sich in den Fensterschächten, die die Hitze draußen abschirmen und die (vergleichbare) Kühle der Räume, die stehende Wärme hallt nicht von Blut, Schweiß, von Torturen und Angst wider, sondern betreten blickende Ausländer defilieren vorbei, einige in akademischen Betrachtungen versunken, andere begierig ihr eigenes Schicksal durchleuchtend (Chinesen). Das zweite Gebäude beeindruckt im Erdgeschoss ausschließlich mit der gnadenlosen Offenlegung aller Frevel durch die Aneinanderreihung unendlich vieler Portraitaufnahmen - alle Menschen in gleicher Kleidung bzw. mit einem über die Schultern geworfenen karierten Tuch, die Hände auf dem Rücken gebunden, amerikanischer Frame (Halbtotale, also Brustbilder) - aber die Gesichter! Jedes blickt einen direkt an (die Sitzvorrichtung für das "Todesbild" fixierte den Kopf in Blickrichtung auf die Kamera) und jedes ist ganz unterschiedlich trotz jeder Gleichmacherei. Der Tod macht nicht alle gleich, jeder bleibt er selbst, bis nichts mehr bleibt! Die einen blicken erstaunt, die anderen mismutig, die dritten tragen die Trauer in ihrem Gesicht, einige erlöst, manche überdrüssig, zornig, auch trotzig, meist jedoch gleichgültig, ermattet, gepeinigt, blau geschlagen (selbst noch in den s/w-Fotographien erkennbar an den schwarzen Grundierungen und den zugeschwollenen Augen und den gebrochenen Nasen), einige wenige lachen in die Kamera (ob aus Erleichterung, buddhistisccher Leichtigkeit oder als Gnadenerweis oder aus Unbeugsamkeit ist nicht auszumachen). Die meisten Häftlinge waren Rote Khmer und ihre Familienangehörigen und Intellektuelle (also alle diejenigen, die mindestens ein Gymnasium besuchten oder darüber hinaus eine Weiterbildung genossen hatten). Die Nummern, die Routine der finalen Dokumentation hebt aber gerade die Individualität auf, da die Nummern beliebig nach Tageseinlieferung ausgegeben wurden, also erhielten alle Häftlinge, die am selben Tag eingeliefert wurden, dieselbe Nummer unabhängig vom Tagesdatum selbstverständlich. Die meisten der Getöteten konnten bis heute nicht identifizirt werden. Aber! Die Augen der Menschen, egal, was sie vorher taten oder dachten, die Augen der Menschen blicken in den heutigen Betrachter direkt hinein, all die Jahre nach ihrem Tod, welche grandiose Verschwendung, welcher Verlust an Lebenskraft und Energie, an Glück vielleicht.
In Pailin, an der thailändischen Grenze, heute ein intensiv landwirtschaftlich genutztes Gebiet, dem man den frisch abgeholzten Urwald noch ansieht, sieht man dann die Fortsetzungsgeschichte. PolPots Rückzugsgebiet bis zum internen Friedensabkommen - die Nummern zwei und drei standen erst seit 2008 vor dem internationalen Gerichtshof und wurden nicht bestraft. Hier stellen die alten Kader noch immer die Regionalregierung als wäre nichts gewesen und bereichern sich wie eh und je. Der Urwald ist fast vollständig abgeholzt - in den Blue Mountains, dem ehemaligen Rückzugsgebiet, kann man sich noch vorstellen, wie es hier bis vor 5 bis 10 Jahren ausgesehen hat (in den letzten 15 Jahren wurde ein Drittel der Landesfläche abgeholzt, nun sind nur noch 40 Prozent des Landes mit Wald bedeckt, also etwa so viel wie in Deutschland, allerdings wesentlich konzentrierter). Die RotenKhmer finanzierten ihren Krieg gegen die Zivilregierung in den Achtzigern mit dem Fällen kostbarer Hölzer und mit der Plünderung der Rubin- und Saphirminen, die heute ihre Arbeit weitgehend eingestellt haben, da kein Gehalt mehr vorhanden ist. Daneben gibt und gab es noch die Spiellizenz, d.h. das grenznahe Gamblerparadies, das seit 2004 auch den Ausländern zugängig ist. Von all diesen Einnahmen wurden Waffen, u.a. Sprengminen gekauft. Kambodscha ist noch immer eines der minenverseuchtesten Länder weltweit, eine Massierung derselben im hiesigen Gebiet. An der Staatsstraße 57 von Battambang nach Thailand sieht man in regelmäßigen Abständen Warnschilder, die den Standort von Minenfeldern kennzeichnen. Intensive Räumarbeiten und Aufklärung haben immerhin zu einer Reduzierung der Kalamitäten geführt, aber klar ist, dass man nicht vom Wege abkommen darf.
Unweit dieses Schreckens stößt man plötzlich auf Hinweisschilder der MaddoxJolieBratFoundation, die Private Property signalisiseren (z.B. Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h). Maddox ist das aus Kambodscha stammende Adoptivkind des Schauspielerehepaars Brat Pitt und ..., insbesondere die Frau (den Namen habe ich nicht ganz verstanden und mein Namensgedächtnis....) ist hier sehr angesehen, da sie für Millonen ein ziemlich großes Stück Land mit Primärwald gekauft hat und nichts anderes tut, als es zu erhalten und die Leute in unmittelbarer Nähe in Arbeit zu beschäftigen. Das Gebiet ist besuchbar (Ausländer zahlen wie überall etwas Eintrittsgeld), um diese herrliche - aber andernorts längst untergegangene Welt zu genießen. Jedenfalls habe ich hier einen Traumort gefunden und bin ganz eingenommen von diesen Schauspielern - unabhängig von ihrer Kunst (die ich zumindest im Fall der Dame nicht beurteilen kann, in den yellow-press-Heften sieht sie immer ziemlich abgeschmiert aus), das ist wirklich mal eine gute Tat, die man mit gutem Geld ganz schnell in Wirklichkeit umsetzen kann - sehr gut gemacht! Mehrmals im Jahr fliegt das Künstlerehepaar für wenige Tage ein um seine Verbundenheit mit Kambodscha und seiner Natur zu demonstrieren (und wohl auch, um dem Sohn die Heimat zu erhalten).
Eine Wanderung in den Blauen Bergen musste ich leider vorzeitig abbrechen - zu anstrengend - ich bin eben alt und fett! Da kann man nichts mehr machen - meine Hose habe ich bleibend dabei eingesaut, aber die knapp 3 Stunden (für 2 km hin und dann wieder zurück) haben sich trotzdem gelohnt! Aber die Massen an Blutegeln waren einfach widerlich - ich habe andauernd an die armen GI´s denken müssen, die hier- aus Montana oder South Carolina kommend, im Inferno gelandet waren! Andereseits habe ich wunderschöne Schmetterlinge gesehen, die munter über dem Bach dahinflogen - bezaubernd. Ansonsten habe ich aber von den wilden Tieren Kambodschas bisher nichts gesehen und werde auch wahrscheinlich nichts mehr davon sehen, da ich in die entsprechenden Rückzugsgebiete nicht vordringen kann.
In Pagan habe ich ja schon angekündigt, dass ich mir den Vergleichsort Ankor Wat vor einer endgültigen Kürung noch anschauen wollte. Gesagt, getan. Abschließend: Man kann die beiden Orte kaum vergleichen. Während Pagan mit herrlichsten Fresken prunkt und der religiöse Mittelpunkt vieler Buddhisten Burmas, also ein Pilgerort ist, ist der Zentralort des Ankorreiches ein durch und durch touristischer Bereich. Meines Erachtens nach hat man die Kanalisation der Touristenströme erkläglich gut organisiert. Die Konzentration, die Massivität der Tempelstätten ist kaum zu vergleichen mit den hingewürfelten Stupenfeldern Pagans. Auch ähnelt die Umgebung - hier Urwald (die Originallandschaft wurde in der Tempelregion teilweise absichtsvoll konserviert, der Urwald ist ansonsten fast 100 km nach Norden verdrängt), dort Steppenland, sich kaum. Auch ist das Bildprogramm unterschiedlich. Pagan, ein größtenteils originärer buddhistisches Tempelgebiet, ist Ankor ein zuerst einmal hinduistischer Anbetungs- und Lebensort (bei Ankor Thomm handelt es sich um eine STadt), der zwar heutzutage einer buddhistischen Nutzung unterliegt, aber noch klar die Intension ihrer Gründer widerspiegelt. Die teils flächigen, teils singulären Reliefs sind allerdings ähnlich unrestauriert wie Pagans Wandmalereien. Das ganze macht einen viel geschlosseneren Eindruck obschon auf weit großflächigerem Gebiet gebaut als in Pagan. Die Palme zu vergeben erscheint mir also sinnlos, denn beide Ort beeindrucken zutiefst ob ihrer Schönheit, Eindringlichkeit und Gottesvergegenwärtigung.
Es ist mitten in der Nacht und doch lese ich noch deinen Ankor-Bericht. Ich bin neidisch. Ankor Wat steht noch ganz oben mit auf meiner Must-see-Liste. Gibt`s sogar bei Studiosus preiswert, nur nicht in den Ferien *böh*,
AntwortenLöschenGute Nacht #Nico
Hallo Cathrin,
AntwortenLöschenja ich lebe noch!!!
Vor 3 Wochen sind wir umgezogen, gestern haben Doris und ich die letzten Sachen (Gartenzeug) geholt und ich habe meinen Schlüssel abgegeben. Heute war Übergabe an die neuen Besitzer- zum Glück sehr nette Leute!!!
Ich bin nicht nur körperlich total fertig. Die Neulandstraße ist für unsere Familie endgültig Geschichte.
Aber wir haben es sehr schön angetroffen in unserem "Nassau Castle" -wie Doris zu sagen pflegt. Bademeister ist schon nach 1 Woche raus seine neuen Ländereien zu erkunden. Er ist mit 12 eben ein erfahrener Kater und weiß wo sein Personal wohnt!
Danke für die tollen Berichte und Bilder. Sie haben meine Seele in dieser schweren Zeit gerettet!
Weiter so!
Feier noch schön, ich kraule noch ein wenig König Bademeister und gehe dann trotz erstem warmen Sonnenschein schlafen.
Bis...
Bleib gesund und munter und schreibe schön fleissig.
Deine Ute
Hilary hat - angeblich aus Gesundheitsgründen - auf eine zweite Amtszeit verzichtet, dein Nikolaus-Aragorn
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