Das ist ja jetzt wohl der Hammer. Übermorgen habe ich mich
eingebucht im Tongariro Nationalpark und freue mich auf meine Tageswanderung –
die mir einfach jeder bisher empfohlen hat – den Tongariro Crossing und da
bricht der Vulkan doch einfach aus! Dem lokalen Käseblatt Taranaki Daily News (na ja) hier in New Plymouth
entnehme ich, dass „State highways in the Tongariro area have been closed.” And
“he Tongariro Crossing has been closed” – Ob ich da überhaupt zu meinem Hostel
komme? Die Tour kann ich mir wohl abschminken. Man wartet wohl auf eine
neuerliche Eruption. Habe eine Mail zu meinem Hostel geschrieben, ob man
überhaupt dorthin darf im Moment (und überhaupt hinkann).Wahrend ich heute den
hiesigen Berg, Mt. Taranaki/Mt.Eden (teil-)bestiegen habe (bis auf 1520
Meter!), habe ich gehofft, den Tongariro und seinen Nachbarn, den Mt.
Ngauruhoe, sehen zu können, denn die beiden Berggipfel bilden zusammen mit dem Taranak eine – den Maori –
heilige Achse und ich wollte doch auch mal sehen, was ich in 2 Tagen richtig
sehen kann. Aber Pusteblume!ine dichte Bewölkung und – da die Wettervorhersage
für Morgen Regen prognostiziert hat, glaubte ich, dass dies Regenwolken seien.
Ich sah aber wohl in Wirklichkeit den Schwefel aus der Tiefe In der Zeitung steht, außer, dass keine
Gefahr für die Bevölkerung von New Plymouth besteht, da „ihr“ Vulkan im Moment
„sicher“ schläft – dass der Te Maari Krater
Rauch ausstößt und zwar 2
Kilometer hoch. Das war auch für die Vulkanologen eine große Überraschung.
Gerade gab ein Vulkanologe ein Interview vor laufender Kamera, dass sie
glauben, es könnte eine Eruption beim Mt. Ruhapehu geben, da schoss der Rauch
hinter ihm in den Himmel! Tja – hier ist was los. Nur ich bin noch etwas weit
vom Schuss (ca 180 Km)Also, ich weiß nicht, wie es weiter gehen wird – ich
warte auf die Antwortmail von meinem Hotel in Nationalpark (so heißt die Stadt,
die an den Nationalpark grenzt) Obwohl gefäahrlich, wäre das doch auch toll,
wenn ich so ein Naturereignis mitkriegen würde.
Für die heutige Wanderung habe ich mir zuerst noch einen
Fleecepullover gekauft, denn da oben liegt Schnee! Ich bin bis an die
Schneegrenze gewandert – toll, sage ich euch. Es war sooooooooooooo steil. Aber
die Aussicht nach oben und nach unten war phantastisch Ich hatte solch ein
Glück mit dem Wetter wie ihr auf den Fotos seht und wie mir die Frau vom I-site
(Touristeninformationsstelle) auch sogleich völlig enthusiastisch mitteilte.
„Manchemal sind Leute hier für eine Woche und sehen nur Nebel wo die
Vulkanspitze sein sollte“ und ich – nur einen Tag hier und schon die volle
Sicht. Die Bilder sagen eigentlich alles!
Der Abschied von Piha fiel mir schwer. Nachdem ich schon
eine Nacht länger als geplant geblieben war (ich hätte noch einige Tage dort
verbringen können, aber nun ist ja doch schon alles gebucht – auch zur
Weihnachtszeit und zum neuen Jahrestag bin ich glücklich und nach einigem
Gesuche untergekommen – also fuhr ich Richtung Süden. Die Gegend ist Farmland,
besser gesagt, Grünfutterlandwirtschaft für die vorherrschende Viehwirtschaft
(Rinder und Schafe), Milchwirtschaft ist der Haupterwerbszweig hier. Ich fuhr
eine kleine Landstraße entlang der Küste und wurde mit herrlichen
Aussichten für all das Rumgekurve
belohnt. Schließlich landete ich an einem dieser Lieblingsorte – einem
ziemliich verschlafenen kleinen Nest, während die Ebbe müde an das Ufer
schwappte, Kinder mit ihren Rollern und Sürfbrettern an der Mohle spielten und
im Hintergrund ein geheimnisvolles Marrae stand (geschützt von einem Holzzaun
um unliebsame Blicke zu bannen) und dem Ganzen einen melancholischen Anklang
gab. Der Campingplatz dort ist aber ziemlich gut ausgerüstet (die heißen
Duschen funktionieren und sind sauber, die Küche ist gut ausgestattet und ich
hatte dort auch Licht und Strom zum Rechargen. Während ich mir also was
Leckeres zum Essen machte, blätterte ich durch die kleine Schmuddelbibliothek
(= abgegriffene Reiselektüre, die irgendjeand dort gelassen hat –
Campingplatzbesucher lieben Liebesromane, Spionalgethriller und Surfmagazine) Die
sehr netten Campingpächter gaben mir eine Schaufel und einen Tipp, mich am
nächsten Morgen (wegen der Ebbe) an den benachbarten Strand zu begeben und dort
an einer bestimmten Stelle – wo, das würde ich schon merken – ein Loch zu
graben – da würde ich aber was erleben. Ich also meinen Wecker gestellt und am
nächsten Morgen gegen 8:30 – noch ganz müde, unausgeschlafen und ohne Kaffee –
mit dem Auto zum Strand gefahren (liegt auf der anderen Seite der halbinsel von
Kawiha) und nichts gemerkt. Dann kam ein
deutsch-schweizerisches Paar und die haben zielstrebig dem zurückweichenden
Wasser der Ebbe folgend den Hotspot gefunden. Das war es nämlich: Dicht unter
der Strandoberfläche und zwar nur dort, wo man nur ca. 2 Stunden vor und nach
dem Tiefpunkt der Ebbe hin kann, gibt es einen ca 10 mal 20 Meter großen Spot,
der heiß ist – so stelle ich mir das auch in Island vor. Man buddelt sich eine
Wanne (na ja, der Sand rutscht immer nach, man ist also immer in Bewegung),
aber der Po ist superwarum, während das heiße Wasser, dass in die Grube
hineinsickert rasch auskühlt und lauwarm wird. Man sitzt also da wie Buddha und
schaut aufs Meer oder zum benachbarten Berg oder wahlweise zu den Sanddünen
(scchwarz) und genießt jede Sekunde. Ich saß da quasi allein (die
deutsch-schweizerische Verbindung trieb Schweinkrram in meinem Rücken und sonst
war niemalnd da) und so vergingen einige Stunden, in denen ich keinen Kaffee
vermisste bis die Flut mich aus meinem Wärmetopf vertrieb. Es war einfach
himmlisch. Irgendwann – nach einem kräftigendem Frühstück – bin ich die
Küstenstraße weitergefahren und ließ Waitomo – eine der Hauptattraktionen hier
auf der Nordinsel befindet sich dort, nämlich die Höhlen mit
Glückwürmchenhimmel –links liegen. Einmal, weil bei dem endlich herrschenden
Sonnenschein der Gedanke an eine Stalakniten/Stalaktitenhöhle etwas
Abschreckendes hatt (auch wenn ich die Glückwürmchen sehr gerne gesehen hätte).
Ausschlaggebend war dann aber neben dem Preis (49 Dollar), dass die Zeit schon
fortgeschritten war und die – obschon die Führungszeit ca. 4 Stunden ausmacht –
nur noch eine halbe Stunde Öffnungszeit war. Es hatte so viel zu sehen gegeben,
z.B. eine natürliche Brücke (eine eingestürzte Höhle, von der nur noch das Dach
existiert) und einen Wasserfall und und und…Also fuhr ich weiter zur „Forgotten
world Highway“, einer wunderschönen Landstraße, die sich in Ost-West-Richtung
zwischen den beiden Vulkanzentren befindet. Man fährt über 4 Pässe und durch
eine gravel road in einer Gorge (Himmel, ich weiß die deutschen Worte nicht mehr!).
Hier wurde ich von der Dunkelheit überrascht, denn durch das viele Autoanhalten, Gucken, Fotografieren
habe ich ganz und gar die Zeit vergessen. Schließlich kam ich spät nachts erst
bei meinem Hosten in New Plymouth an (musste eine Strafgebühr zahlen fürs
Zuspätkommen, der Wirt wollte auch endlich Schlafen gehen) Heute dann meine
Wanderung hinaus hinauf hinauf auf den Berg. Meine Waden sind stramm, meine
Füße habenmittlerweile eine dreilagige Blase und und und (jammerjammerjammer – nein , heute überhaupt
nicht, ich war nur superstolz auf mich, als ich mit letzter Kraft bei dieser
Hütte da oben ankam – musste dann wegen der Dunkelheit gleich wieder umdrehen
und runter – tut auch weh in den Beien – über Schlafen freue ich mich gleich
mächtig. Aber etwas Interessantes möchte ich doch noch anmerken. Das deutsche
Wort Abseilen hat seinen Weg in das neuseeländische Englisch gefunden, nämlich
to abseil, abseiled, abseiled, the abseiling – klingt irgendwie schräg, stimmt
aber! Die Bedeutung ist übrigens gleich. Also Fachausdruck für Bergfexen und
für Touristen, die sich in Höhen abseilen lassen wollen. Bis zum nächsten Mal.
Cathrin
Hier nun einige Bilder – Zuerst Milchwirtschaft, dann Berg
(Vulkan, aber schlafend)
Phantastische Bergwelt, aber wo warst Du denn nun schon wieder im Regenwald? Kiwis gesehen??? Am interessantesten fand ich übrigens die Schweinkram-Stelle :-) U-besuche liefen gut, Details folgen, wenn Skype endlich eingerichtet. Singe jetzt allein mit J, da der Chor uns im Stich lässt; letzte Woche waren es auch nur wir zwei und Karo - welch spaßbefreites Leben momentan, keiner hat Zeit... :-( Ist voll doof. Da würd ich auch lieber auf Berge steigen, echt, da sieht man jedenfalls was Neues! Und für W-märkte sieht`s mit Gesellaschaft auch knapp aus - da hätt ich auch nach Haus gekonnt... Also, allein in NZ ist nicht das schlimmste ;-) Ganz liebe Grüße, Deine N
AntwortenLöschen