Donnerstag, 29. November 2012

Wieder da:








Na klar, heute ist der Vulkanweg wieder geöffnet worden, allerdings nur das erste Stück (also 850 Meter rauf und dann gleich wieder runter) – ohne mich! Ich war heute in Taupo an einem riesigen See, der eigentlich fast ein Meer ist. Ähnlich wie die Zuidersee oder der Bodensee sind die Wellen im Gegensatz zum Meer nicht gleitend, sondern schwappend, sich gegeneinander brechend, kurz und hart. Das Wasser selber ist glasklar, aber noch ziemlich kalt (15 Grad), soll sich aber bis auf zwanzig Grad erwärmen – ich glaube das ja nicht so ganz, denn dieser See ist tief, an seiner tiefsten Stelle um die hundertund sechzig Meter tief. Der See ist der Überrest und Zeuge einer gwaltigen Katastrophe im Jahre 186 n.Chr., als hier ein Vulkan explodierte und seine Asche einhundertundsiebzig Meter ins All schleuderte – das hat man sogar in China gesehen, jedenfalls gab es mehrere Jahre lang herrlich rote Sonnenuntergänge wegen der Lichtbrechung an den Teilchen, ie in der oberen Atmosphäre dahinflogen.So eine riesige Caldera habe ich bisher nur einmal gesehen, nämlich in der Nähe von Santa Fe, beim ehemaligen Atomentwicklungszentrum. Dort ist der eingestürzte Trichter eines ehemaligen Vulkans allerdings ein riesiges, kreisrundes Tal, das heute unter Schutz steht. Der See hier wird wirtschaftlich zur Stromerzeugung intensiv genutzt, ansonsten aber wohl auch pfleglich behandelt, da ganze Ortschaften von der Angelleidenschaft anreisender Touristen leben, insbesondere die Forellen sind wichtig zur Befriedigung derselben (der Touristen wie auch ihrer Leidenschaften bzgl. Fischessen) Was habe ich heute so getrieben? Zuerst hatte ich – nach einer recht angenehmen Nacht in einem mixed Dorm, ohne Stockbetten! – ein ausgiebiges Frühstück, dann Alltag (Bank suchen, Tanken), um dann entlang des Whanagerei, des längsten Flusses Neuseelands, der 18 Kraftwerke füttert und für rund ein Drittel der Stromerzeugung verantworlich ist bevor er westlich von Auckland in der Tasmanischen See mündet, spazierenzugehen. Zuerst auf dem Fahrradweg – das war nicht besonders schön, da der Weg umgeben ist von Privatland, deren Besitzer gerade die Holzernte eingebracht haben, also alle Bäume waren gefällt worden, es war ziemlich nackt und staubig. Nach fünfeinhalb Kilometer bei bedecktem Himmel habe ich mir dann mal wieder einen Wasserfall angeschaut und bin dann am Ufer zurückgelaufen. Kurz bevor der Weg endet, mündet ein Bächlein in den See – an sich nichts Besonderes, aber hier schon, denn das Wasser ist heiß. So habe ich mir ein herrliches Thermalbad (kostenlos) gegönnt, bin ab und an in die kalten Fluten des Flusses zum Abkühlen gehüpft (na ja, die Steine habe ich sehr vorsichtig auf allen vieren überquert, sie waren klitschig und spitz) oder habe mich direkt in den Miniwasserfall gestellt zur Massage meines Rückens (die Füße und der Bauch waren dabei in kaltem Wasser – herrlich). Für 5 Uhr hatte ich mir etwas besonderes geleistet, nämlich einen Segeltörn auf einem alten Zweimaster. Das Wetter war sonnig, der Wind sehr frisch, das Schiff knarzte gemütlich vor sich hin, während die Segel spannten und der Blick frei wurde auf die Vulkanebene am Horizont. Danach gab es leckeren Fisch mit Karotten und Kartoffeln, was ich mir in der Hostelküche zubereitete (es reicht bis Morgen) – alles in allem, ein schöner Tag. Nun bin ich rechtschaffen müde. In dem Dormroom liegen nur zwei Mädels. Franziska, eine Anwältin aus der Schweiz (so was gibt es ja dort zuhauf) und ich. Wir haben sogar ein eigenes Bad – also Luxus. Da ich heute die einzige Raumsteckdose direkt neben meinem Bett habe, bin ich deutlich priviligiert.Heute war übrigens endlich mal was los im Wald (an dem Uferweg), es ist Balzzeit und man hört (und sieht) die Vögel endlich einmal, so dass man icht immer durch „tote“ Wälder geht (man freut sich schon über Ameisen, damit man überhaupt etwas Tierisch-lebendiges sieht. Morgen geht es weiter nach Napier, einer Stadt, die in den Zwanziger Jahren durch ein Erdbeben komplett zerstört, im Jugendstil wieder aufgebaut wurde. Ich bin gespannt

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