Wieder da:
Na klar,
heute ist der Vulkanweg wieder geöffnet worden, allerdings nur das erste Stück
(also 850 Meter rauf und dann gleich wieder runter) – ohne mich! Ich war heute
in Taupo an einem riesigen See, der eigentlich fast ein Meer ist. Ähnlich wie
die Zuidersee oder der Bodensee sind die Wellen im Gegensatz zum Meer nicht
gleitend, sondern schwappend, sich gegeneinander brechend, kurz und hart. Das
Wasser selber ist glasklar, aber noch ziemlich kalt (15 Grad), soll sich aber
bis auf zwanzig Grad erwärmen – ich glaube das ja nicht so ganz, denn dieser
See ist tief, an seiner tiefsten Stelle um die hundertund sechzig Meter tief.
Der See ist der Überrest und Zeuge einer gwaltigen Katastrophe im Jahre 186
n.Chr., als hier ein Vulkan explodierte und seine Asche einhundertundsiebzig
Meter ins All schleuderte – das hat man sogar in China gesehen, jedenfalls gab
es mehrere Jahre lang herrlich rote Sonnenuntergänge wegen der Lichtbrechung an
den Teilchen, ie in der oberen Atmosphäre dahinflogen.So eine riesige Caldera habe
ich bisher nur einmal gesehen, nämlich in der Nähe von Santa Fe, beim
ehemaligen Atomentwicklungszentrum. Dort ist der eingestürzte Trichter eines
ehemaligen Vulkans allerdings ein riesiges, kreisrundes Tal, das heute unter
Schutz steht. Der See hier wird wirtschaftlich zur Stromerzeugung intensiv
genutzt, ansonsten aber wohl auch pfleglich behandelt, da ganze Ortschaften von
der Angelleidenschaft anreisender Touristen leben, insbesondere die Forellen
sind wichtig zur Befriedigung derselben (der Touristen wie auch ihrer
Leidenschaften bzgl. Fischessen) Was habe ich heute so getrieben? Zuerst hatte
ich – nach einer recht angenehmen Nacht in einem mixed Dorm, ohne Stockbetten!
– ein ausgiebiges Frühstück, dann Alltag (Bank suchen, Tanken), um dann entlang
des Whanagerei, des längsten Flusses Neuseelands, der 18 Kraftwerke füttert und
für rund ein Drittel der Stromerzeugung verantworlich ist bevor er westlich von
Auckland in der Tasmanischen See mündet, spazierenzugehen. Zuerst auf dem
Fahrradweg – das war nicht besonders schön, da der Weg umgeben ist von
Privatland, deren Besitzer gerade die Holzernte eingebracht haben, also alle
Bäume waren gefällt worden, es war ziemlich nackt und staubig. Nach fünfeinhalb
Kilometer bei bedecktem Himmel habe ich mir dann mal wieder einen Wasserfall
angeschaut und bin dann am Ufer zurückgelaufen. Kurz bevor der Weg endet,
mündet ein Bächlein in den See – an sich nichts Besonderes, aber hier schon,
denn das Wasser ist heiß. So habe ich mir ein herrliches Thermalbad (kostenlos)
gegönnt, bin ab und an in die kalten Fluten des Flusses zum Abkühlen gehüpft
(na ja, die Steine habe ich sehr vorsichtig auf allen vieren überquert, sie
waren klitschig und spitz) oder habe mich direkt in den Miniwasserfall gestellt
zur Massage meines Rückens (die Füße und der Bauch waren dabei in kaltem Wasser
– herrlich). Für 5 Uhr hatte ich mir etwas besonderes geleistet, nämlich einen
Segeltörn auf einem alten Zweimaster. Das Wetter war sonnig, der Wind sehr
frisch, das Schiff knarzte gemütlich vor sich hin, während die Segel spannten
und der Blick frei wurde auf die Vulkanebene am Horizont. Danach gab es
leckeren Fisch mit Karotten und Kartoffeln, was ich mir in der Hostelküche
zubereitete (es reicht bis Morgen) – alles in allem, ein schöner Tag. Nun bin
ich rechtschaffen müde. In dem Dormroom liegen nur zwei Mädels. Franziska, eine
Anwältin aus der Schweiz (so was gibt es ja dort zuhauf) und ich. Wir haben
sogar ein eigenes Bad – also Luxus. Da ich heute die einzige Raumsteckdose
direkt neben meinem Bett habe, bin ich deutlich priviligiert.Heute war übrigens
endlich mal was los im Wald (an dem Uferweg), es ist Balzzeit und man hört (und
sieht) die Vögel endlich einmal, so dass man icht immer durch „tote“ Wälder
geht (man freut sich schon über Ameisen, damit man überhaupt etwas
Tierisch-lebendiges sieht. Morgen geht es weiter nach Napier, einer Stadt, die
in den Zwanziger Jahren durch ein Erdbeben komplett zerstört, im Jugendstil
wieder aufgebaut wurde. Ich bin gespannt
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