Tja, da bin ich nun in Bagan(Pagan), dem einen von zwei Kandidaten auf die phantastischste Tempellandschaft Asiens (ob den Preis meiner Meinung nach Ankor Watt verdient, werde ich entscheiden, wenn ich dort war) und via Internet wieder mit der Welt verbunden. Vermisst habe ich es nicht, während ich auf dem Sozius von WinWin die unendliche Ebene zwischen Mandalay und Monywa bzw. Pakoko durchpflügte. Hier gibt es sie noch, die Ochsenkarren, die mitten im Nirgendwo stehenden Stupen, die Tea Stalls, die Pfefferminzblättersalat und Erdnusse kredenzen - einfach so, weil man da so rumsitzt, die freundlichen und neugierigen Burmesen, die einen blutig-orangerot - betheleingefärbt - anlachen vom vorbeifahrenden Bus (und die, beim zweiten Überholmanöver begeistert hinüberwinken). Die Tour mit Aung Win habe ich keine Sekunde bereut - natürlich habe ich einige Sehenswürdigkeiten gesehen, die ich wahrscheinlich alleine nie gefunden hätte (oder nur mit erheblich höherem Zeitaufwand - und ehrlich, die Entfernungen hier sind ganz schön groß, so dass ich eher keine Sehenswürdigkeit gesehen hätte), z.B. die Höhlen von Hpo Win Daung, die nicht nur von Tausenden von Buddhas bevölkert sind, sondern auch wunderschöne Wandmalereien zeigen, die in Comicähnlichen Sequenzen von dem Leben Buddhas und das seiner Jünger berichten. Dazwischen turnten die Affen herum, einerseits scheu, doch auch aggressiv ihr Erstlingsrecht im Besitztum der Höhlen verteidigend. Die 300 und etwas Höhlen liegen verstreut in einem leicht hügeligen Gebiet unweit einer vor Hitze vibrierenden Ebene, die Totholz, Kakteen, Agaven, Stechpalmen (deren Palmblätter als Schatten spendende Bedachung genutzt werden allerorten hier), zahlreiche Hartholzgewächse trägt. Man kann auch einen Berg erklimmen (die hunderte von Stufen, die zu dem Gipfeltempel hinaufführen, sind glücklicherweise überdacht), davon habe ich allerdings Abstand genommen und bin nur von Höhle zu Höhle gestiegen, nicht immer mit Hilfe eines Weges, gewundener Kehren, überraschender Wenden ständig vergegenwärtigend - phantastisch!
WinWin führte mich auch zum Disneyland Burmas, nämlich dem größten stehenden, dem größten bequem liegenden und dem allergrößten (gerade neuerlich aus Gussbeton zusammengesetzten) ganz flach liegenden Buddha (natürlich kann man alle auch inwändig begehen und dort dem Höchsten huldigen im Halbdunklen) mit entsprechendem Arrondisement, nämlich knallig angemalten, in vielfacher Kopie abgebildeten Verehrern Buddhas.
Zwischen diesen kulturellen Extremen gab es die Thanboddhay Pagode,
einen kitschiger Märchenpalast in Bonbonfarben zur Verehrung Buddhas,
der mit über einer halben Million Buddhas den letzten Kritiker still
schweigen lässt.
Also, das war alles ganz und gar faszinierend und wunderschön und füllte den Tag und ließ mich bis zur Erschöpfung in über 40 Grad Mittagshitze durch die Gegend wanken und mindestens 5 Liter Wasser in mich hineinkippen, aber das wirklich Schöne war die Fahrt, die Gegend, die Impressionen am Rande, das Gesamtambiente (und schließlich auch der gut gemeinte Abschiedsgruß "Take care"). Wenn man drei Tag durch eine völlig ausgetrocknete Gegend fährt, in der die Überreste der letzten Regenzeit wohl noch sichtbar, kaum aber vorstellbar sind und darin das Leben der Menschen wahrnimmt, die stille Emsigkeit gepaart mit einer erstaunlichen Agilität bei gleichzeitiger Geruhsamkeit, untermalt mit dem dunklen Singsang der Unterhaltungen - dann, ja dann begreift man etwas von der Fremde, kommt ihr etwas näher (auch wenn die Distanz nach wie vor da ist - natürlich!) - jedenfalls war das das eigentliche Erlebnis!
Wenn man Mandalay verlässt, so durchquert man zuerst eine recht fruchtbare Gegend mit reichen Dörfern entlang der Straßen (Stein- und Teakhäuser, Trinkwasserpumpen, Moped, ja sogar Privatautos parken in den Hofeinfahrten, renovierte, reich ausgestattete Kloster, wohlgenährte Rinder und Zugochsen). Zwar ist auch hier alles ausgedürstet, doch der alte Baumbestand, der tief im Boden wurzelt, trägt nach wie vor Schatten und raschelt im Wind zur frischen Brise. Danach wird alles immer Trockener, staubtrocken - Leben zeigt sich in Staubwolken, Dunsthauben, Lichtbrechung.
Hunde liegen am Straßenrand wie tot, einfach daniedergestreckt, alle Viere von sich gestreckt, hechelnd, zu erschöpft von der Hitze um zu knurren oder zu murren. Die Vegetation geht nahe an Wüstengegenden heran, Kakteenbäume und Stechpalmen beherrschen die Szene, trotzdem: Nach und während der REgenzeit soll es hier noch 2 Ernten geben - kaum zu glauben. Die Menschen sitzen in den Teastalls, sitzen da und versuchen Luft zu bekommen, bekommen schnell Kontakt miteinander, unterhalten sich verhalten, in kurzen Sätzen und nur das Notwendigste, Körperbewegungen sind reduziert auf das Aussagekräftige. Der Wind, der einem beim Motorradfahren entgegenfährt, ist heiß, glühend heiß, heißer als das eigene Blut, keine Erfrischung mehr - ich trug einen Mundschutz als Schutz vor ständigen Hustenanfällen. Das Gelb und das Braun erstreckt sich bis zum Horrizont, alles flach, kaum eine Vorstellung davon, dass hier das Himalaya seinen Ausgang nimmt (ich entsinne mich sehr wohl meiner Tage in Darjeeling, des plötzlich aus der bengalischen Ebene hervorbrechenden Gebirges, dass sich auf über 8000 Meter Höhe emporreckt). Die Kämpfe der Kazin gegen die Regierung machen eine Reise dahin unmöglich, verbotenes Land, Schweigen - die Polizeistationen erkenne ich sofort, da ein weißer Schriftzug auf blauem Grund immer wieder in lateinischen Buchstaben beteuert "Hier wird Ihnen geholfen", während das Gebäude als Festung gebaut wurde. Mitten aus dem Einerlei der Färbung ragen plötzlich Ziegelsteinhaufen, weiß gekalkte Riesenquader oder Goldhäubchen hervor, Zeichen der tiefen Gläubigkeit der Menschen, wie ich sie nicht annähern in Thailand oder Sri Lanka erlebt habe. In der Mittagspause wird schnell gebetet, einer der tausenden von Buddhas geschaut, im Falle der Notklage die Buddhastatue auch mit Goldplättchen beklebt, gehauen, geklopft, geschlagen aus einem 250 gr. purem Goldstück in über 8000 facher Flachheit
Zum Abschied habe ich WinWin eines dieser Goldblättchen geschenkt, welches gleich mit guten Wünschen auf einem Buddha gelandet ist. Über den Buddhismus habe ich einiges lernen können, denn Winwin war 4 Jahre lang Mönch (bevor er zuerst Rikscha- und nun Motorradfahrer wurde). Die stumme Meditation, das singende GEbet, die tiefen Verbeugungen oder auch nur der ungestörte Mittagsschlaf im Schoße der vielen Tempel eint - scheint´s - alle Burmesen und Nicht-Burmesen, denn Minderheiten-Mitglieder habe ich in den Tempeln auch schon gesehen. Buddhafiguren müssen schön sein, auffällig, gefällig, dem Geschmack ihrer Stifter folgend, also gerne mt Licherkranz im Neonlicht, blau, grün, rot, gelb erstrahlend - ein Kontrast der Unruhe zum Gesamteindruck der meist weitläufigen Anlagen. Mönche in ihrem verhaltenen Dunkelrot oder auch bisweilen in schreiendem Orange und die in duftigen Rosa-Ocker gehüllten Nonnen bevölkern die Straßen, vielfach noch im Kindesalter, weswegen es viele Mönchsschulen gibt, in denen die Kinder Pali lernen und wohl auch sonst Schulunterricht genießen - welchen, das konnte ich allerdings kaum in Erfahrung bringen.
Hier noch ein Schlusswort zum Thema Tourismus (zur Kenntnisnahme des allseits publizierten und von der REgierung verordneten Verhältnisses zwischen Burmesen und Touristen)
........uralte Heimat in dir..............hast du meine Email bekommen........M:
AntwortenLöschenNein. C
AntwortenLöschen.......Neuseeland und Singapur ,beide Pakete angekommen , Burma nicht ! Wo bist Du als naechstes zu Ostern.......Ostern soll es hier Waermer sein.......In Liebe MAMA
AntwortenLöschenSchoene Fotos !hoffe wir koennen bald wieder skypen.dicke Umarmung,hab dich lieb :) Mati
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