Wie beginnt mein neuer Blog? Natürlich – mit dem Wetter! Die
letzten Tage waren sehr gut bis ordentlich, d.h. übertragen auf das Wetter,
dass seit Wanaka zuerst die Sonne schien und ebenso in Queenstown und dann
tatsächlich auch noch einen Tag in Te Anau. Die restlichen Tage waren
wechselhaft, d.h. entweder bewölkt und manchmal etwas sonnig oder bewölkt und
manchmal etwas regennass. Zum Glück stimmt die Wettervorhersage hier praktisch
nie. Ich möchte nicht so weit gehen und behaupten, dass man getrost mmer das
Gegenteil dessen annehmen kann, was der
Wetterdienst behauptet – denn dass würde ja wiederum eine Vorhersehbarkeit
bedeuten und dem ist leider nicht so. Aber auf die Neuseeländer an sich kann
man sich schon verlassen, insofern sie um eine Wetterprognose für die nächsten
24 Stunden gebeten werden, denn die meisten leben ja auf dem Lande, sind
verwandt, befreundet mit oder sind gar selbst
Bauern oder Landvolk im weitesten Sinne und wissen die Zeichen des
Himmels zu deuten – Morgen soll es wieder mies werden, vor allem im Westen (ich
fahre Morgen Richtung Osten!:-)) . Im Doc-Center (Department of Conservation –
Naturschutzbehörde) hing für Morgen sogar eine Sturmwarnung aus, die für die
ganze Südinsel gilt , bei Campbridge soll es Windgeschwindigkeiten von 140km/h
geben! Ihr seht, ich lebe in einem gefährlichen Land zz. Draußen hört man schon
den Wind pfeifen und knattern – eine steife Brise und der Regen wird nicht
allzu lange auf sich warten lassen fürchte ich (ich möchte Morgen gerne wieder
mal einen Versuch machen, die Küste zu besuchen, dieses mal etwas weiter
süd-östlich) - Je weiter ich südlich reise, desto kühler wird es. Hier in Te
Anau, im Süden der Südinsel, ist es merklich kälter als im Norden. Insbesondere
der Wind ist meist kalt, egal ob Westerlies (die sind auch noch stürmisch) oder
Easterlies, beide kommen aus der Antarktis. Scheint die Sonnen, dann brennt sie
hernieder, doch sie erwärmt die Luft nicht, so dass es, sobald man in den
Schatten tritt, sofort kühl bzw. kalt ist. Regen im Sommer heißt hier auf 1500
Meter Höhe Schnee – an sonnigen Tagen ist dies sehr dekorativ, wenn man die
Bergspitzen mit ihren Puderzuckermützen vor blauem Himmel sieht, doch hört der
Spaß auf, wenn selbst im Sommer auf Wanderungen Lawinengefahr besteht. Viele
Menschen gehen hier schwimmen – dies scheint also möglich. Aber selbst bei
sonnigen Tagen gefriert mir einiges, wenn ich meinen Zeh in das (eiskalte )
Wasser der Flüsse und Seen oder sogar des Meeres stecke. Eigentlich geht das
nur mit Neophrenanzug, der hier – wie ein Badeanzug – für viele Neuseeländer
zur Standardausrüstung gehört. Ich habe das Gefühl – hervorgerufen durch das
Wetter, als sei hier ständig (ein goldener) Spätherbst (nur die Tage sind viel
länger, hier ist es hell bis ca 22 Uhr). Wandert man (oder treibt irgendeine
andere Schweiß treibende Sportart), dann ist das Klima hier natürlich sehr
angenehm, denn der ständig frische Wind erfrischt, die heiße Sonne wärmt, der
Regen – nunja, der ist eigentlich nur nass und nach zwei Tagen ist man
depressiv!
Aber das war meine Sache in den letzten Tagen nicht, denn
das Wetter, wie gesagt, war ordentlich und so möchte ich noch über einige
Unternehmungen schreiben, die ich hier in Te Anau gemacht habe. Te Anau ist das
Tor zum Fjordland Nationalpark und der Te Anau See bildet die Grenze zwischen
den südlichen Südalpen (die heißen hier wirklich so, weil sie von Österreichern
im letzten Jahrhundert erforscht, kartographiert und durchwandert wurden).
Obwohl sich die Südalpen entlang der gesamten Westküste der Südinsel
durchziehen, hatte ich erst hier das Gefühl, in den Alpen angekommen zu sein.
Ein probates Mittel für exilierte Süddeutsche, die z.B. in Australien leben,
sich von ihrem Heimweh kurzfristig zu kurieren. Einige Täler kann man erwandern
bis zu den Küstenfjorden, 2 Täler (alle Täler münden hier in Fjorden) sind
durch Straßen erschlossen (und mithin touristisch leicht zu erkunden, was ich
getan habe). Die Fahrt zum Milford Sound erinnerte mich Streckenweise ganz an
das Hochtal vor Mittenwald, ein Passdurchbruch an die Scharnitz und die
Taleinfahrt an das Garmischer Land – alles allerdings 500 Meter niedriger, d.h.
es ist so, als würde das Meer anstatt des Murnauer Sees an de Gestade Bayerns
tippen. Wirklich jeder erzählt einem hier, dass die Südinsel viel schöner als
die Nordinsel sei. Gewohnt an die Alpen (die ich liebe) finde ich die Nordinsel
im Fazit aber wegen ihrer geothermischen Aktivitäten und ihres vulkanischen
Ursprungs viel exotischer und überraschender, unbefragt der Herrlichkeit der
südlichen Landschaft, die hier im Raum Te Anau eine Mischung zwischen Alpen und
Norwegen ist.
Gleich am ersten Tag – immer in Erwartung baldiger
Regenmassen – machte ich meinen Ausflug in den Doubtful Sound. Doubtful – so
genannt von dem uns schon bekannten James Cook, damals noch Lieutenant seines
Zeichens und noch nicht Capitan von Rang (obwohl er die Endeavour schon
führte). Cook segelte die Westküste herunter (nachdem er in Cooks Cove seine
letzte Rast eingelegt hatte) und seine Mannschaft freute sich schon auf einen
Landgang, als sie den Doubtful Sound entdeckten, denn so ein 40 km langer Fjord
ist ja windgeschützt und prima zum Ankern, um frisches Wasser zu fassen und
etwas zum Essen zu besorgen (oder vielleicht auch , um einige wohlgesonnene
Eingeborene zu treffen – dies wäre aber voraussichtlich nicht der Fall gewesen,
weil hier nur Maori auf der Suche nach Jade unterwegs waren und die wären ganz
sicher nicht freundschaftlich gesinnt gewesen, mussten sie doch um den Erlös
ihrer anstrengenden Reise bangen bei sichtbarer Konkurrenz), aber Cook
entschied sich gegen einen Zwischenstopp, denn der hielt es für äußerst
doubtful, ob er sein Schiff gegen die Westerlies wieder aus dem Sound
herauskreuzen hätte können. Jedenfalls frustrerte er seine Leute und segelte
mit ihnen weiter gen Westen, wo er nach sechs weiteren Wochen an Bord
Australien entdeckte.
Ich für meinen Teil wollte hingegen den Sound erkunden. Dies
geht allerdings nur auf einer touristisch organisierten Tour, die ich mir
leistete (mein Konto sieht mittlerweile bedenklich aus!) Die Sonne schien
bisweilen, aber auch Wolken verdunkelten
den Himmel je näher ich (und unter mir
das mich tragende Schiff) dem Fjordausgang Richtung Süd-Westen kam. Nachdem ich
mit meinem Auto in den Nachbarort Manapuri geparkt hatte, direkt am Hafen, ging
es auch sofort los über den Manapurisee für eineinhalb Stunden. Der Wind
frischte auf und ich war froh, dass ich neben meiner Jacke auch noch einen
Fleecepullover und mein Regenzeug dabeihatte, sonst wäre es doch recht kühl
geworden. Danach kam der kulturelle Teil, denn zwischen dem See und dem Sound
gibt es einen Landübergang und ein Gefälle von 178 Metern, dass zur
Energiegewinnung mittels eines der größten Wasserwerke genutzt wird (gleiches
Prinzip wie das Wasserkraftwerk am Walchensee). Dieses Wasserkraftwerk galt es
anzuschauen, denn die Neuseeländer sind total stolz auf dieses Bauwerk, was in
völliger geographischer Isolation gebaut wurde und somit als eines der größten
technischen Wunderwerke hier gilt (vgl Österreich und Kapaun) – Als wir (ich
und alle anderen Insassen des Touristenbusses) aus dem Tunnel, der uns in 20
Meter Tiefe gefahren hatte, hinaufkamen, da schien die Sonne, so dass die Fahrt
über den Bergrücken hinunter in den Sound die wahre Freude war – eine herrliche
Sicht auf den Sound, umgeben von urwüchsiger Landschaft, noch nie berührt von
Menschenhand, wunderbar! Die Schiffsfahrt bei wechselndem Wetter dauerte dann
immerhin hin und zurück 5 Stunden, die ich allesamt draußen auf dem Vorschiff
zubrachte, nur unterbrochen von Tee- und Kaffeeladungen, die im Preis
inbegriffen waren (das Fresspaket „Luxus“ war auch nicht schlecht). Eine
Seehundkolonie haben wir besucht, Delphine und Pinguine gab es leider nicht zu
sehen – aber man kann nicht alles haben, dafür sah ich 5 Stunden lang einen
grandiose Landschaft, links und rechts steil aufragend mit schnellbedeckten
Gipfeln allerorten.
Demgegenüber war mein zweiter Tag in Te Anau ein Sonnenmeertag
und das wirkliche Highlight hier und ich hatte meine Freude an einem ganz speziellen
Ausflug in den Milford Sound. Im Milford Sound selbst war ich nicht lange, habe
auch auf eine weitere Bootsfahrt verzichtet und der Fussweg zum Wasserfall war
gesperrt nach all den Regenfälltagen wegen Steinschlaggefahrt. Aber ich bin die
ganze Strecke langsam abgefahren, bei jeder Besonderheit ausgestiegen, habe
mehrere kleine Spaziergänge gemacht zu irgendwelchen landschaftlichen
Schönheiten, die hier reich vorhanden sind und es war ein einfach herrlicher
Tag. Kurz vor dem Homer-Tunnel (wenn man von Te Anau kommt, fährt man zuerst
die Seitenmoräne entland am TeAnauSee und dann kommt man in einige Hochtäler,
die vor Jahrtausenden ein Gletscher ausgeschliffen hat und schließlich nähert
man sich dem Pass (The Divde), von dem aus man 3 Täler überschauen kann (und an
dem sich 2 der insgesamt 9 great walks Neuseeland treffen), um schließlich nach
einem letzten Hochtal im Talschluss auf den Homer-Tunnel zu stoßen, der die
letzte Barriere vor dem eigentlichen Fjord, dem Milford Sound, darstellt.), als
ich bereits auf dem Rückweg war und eigentlich noch eine ca. zweistündige
Wanderung zum Key Summit hätte machen wollen, sah ich einen Kea, eine nur hier
ansässige Papageienart am Parkplatz. Die Vögel sind hier verschrien als Clowns!
Nicht scheu, einigermaßen einfallsreich, um an menschliches Essen zu kommen und
recht helle. Also, den wollte ich fotographieren, nachdem ich eigentlich nur
mal kurz angehalten hatte, um die herrliche Aussicht Richtung Sound zu
dokumentieren. Schlussendlich habe ich dort mehr als 2 Stunden zugebracht, weil
ein Camper, der hinter mir eingeparkt hatte, große Probleme mit seiner Batterie
hatte und nicht starten konnte und mein Auto als Starthilfe benötigt wurde …
Jedenfalls gelangen mir im Zuge der verschiedenen Hilfsmaßnahmen, bei denen ich
bestenfalls als freundlicher Zuschauer fungierte, denn ich habe von Elektrik
keine Ahnung, noch einige lustig-gute Aufnahmen von dem Kea.
Gestern wollte ich eigentlich dann die Wanderung unternehmen
auf dem Weg in den Fordland NP, zu der ich am Vortag nicht mehr gekommen war,
aber ich war so müde, dass ich mein Auto auf einer Almwiese abgestellt habe und
erst einmal drei Stunden vor mich hingeschnarcht habe bei geschlossenem
Fenster, denn die hiesigen Sandflys sind wirklich eine Strafe des Herrn auf einer
ansonsten von allem giftigen und gefährlichen Getier freien Insel. Diese
giereigen Wesen (nur die Weibchen, denn die brauchen Blut, damit ihre Eier
befruchtet werden können, so wie ich es verstanden habe) sind schnell und
wendig und finden mit Sicherheit in kürzester Zeit genau das Fleckerl Haut, was
man nicht mit einem spezeillen Repellent eingerieben hat. Sie kosten auch
manchmal nur so im Vorbeiflug, aber i.d.R. beißen sie sich fest. Man merkt es,
aber man sieht die Viecher nicht sofort, weil sie so klein sind. Allerdings
lieben sie das Licht und wenn man die Autoscheiben hochkurbelt, dann finden sie
sich bald an der Festerscheibe ein, so dass man sie relativ vollzählig
zerdrücken kann. Aber bei manchen dauert es denn doch etwas zu lang, so hatten
also 3 Totgeweihte doch noch eine Henkersmahlzeit an mir. Die Stiche jucken
entsetzlich und dauerhaft und manchmal platzen sie auch auf – jedenfalls
hinterlassen sie eine Anzahl von Narben – eines der wohl häufigsten Andenken an
Neuseeland für viele Touristen. Da habe ich eigentlich Glück gehabe, dass ich
noch im Frühfrühling hier angekommen bin, denn erst in den letzten 3 / 4 Wochen
haben sich die Sandflys zu einer wirklichen Plage entwickelt. Insbesondere
durch das regnerische, aber doch auch warme Wetter der letzten Dezemberwoche
kamen viele von Ihnen ins Leben.
Heute war das Wetter durchwachsen und ich war faul und immer
noch müde und habe bis 10 Uhr geschlafen, so lange, wie schon lange nicht mehr.
Dann wollte ich unbedingt noch den Krimi zu Ende lesen und schließlich war es
schon um 12, als ich endlich den Dreh bekommen habe und – Tja, fremdgewandert
bin, denn ich bin eine Tagestour auf dem Keplertrack entlangmaschiert und zwar
den leichtesten Teil entlang des Flusses, der TeAnauLake und Manipurilake miteinander
verbindet. Schnell wurde über das Hostel ein Busabholdienst organisiert, so
dass ich nur in eine Richtung gehen
brauchte um dann abgeholt zuwerden beizeiten. Alles war sehr bschaulich und
gemütlich und es war eine wunderbare kleinen Wanderung entlang des schnell
dahinfließenden Flusses. Der Track ist wie alle offiziellen Wanderwege
hervorragend ausgebaut und leicht zu finden und heute ging es ja kaum einen
Berg hinauf – nur maximal 50 Meter rauf und runter parallel zum Fluss für ca. 3
Stunden (9,5 km). Der Urwald hier ist viel lichter als im Norden, der Boden ist
mit Farnen und Moosen bewachsen, darüber wachsen hohe Bäume auf geraden Stämmen
mit feinem Blättergeflimmer, die Sonne kommt leicht bis zum Waldboden, der
herrlich federnd des Wanderers Füße schont.
Zum Schluss noch das Nicoletta-Getier:
Danke fürs "Nicoletta"-Getier! :-) Ist echt nett!
AntwortenLöschenHübsch ist auch das Cathrin-in-Bayern-Bild :-p
Cook wurde auf Hawaii aufgegessen. Hab ich in dem spannenden Buch gelesen, was ich Dir empfohlen habe...Aber da willste ja eh nicht hin...In Papua hättest Du noch Chancen, das Topffeeling zu erleben, da hab ich auch mal so nen superspannenden Bericht über ne alleinreisende Engländerin gesehen, die in ihrem Häusle bei der Urbevölkerung unter der Decke hängend ein kleines, stinkiges Knochensäcklein fand. Sollte der Projekttag "Asien" zum Thema haben, könnte das doch ganz interessant werden: Bau Dein eigenes Knochensäcklein oder so. Dann legen wir Hünchenteile drei Tage in die Junisonne und präsentieren sie am letzten Tag :-) Gerade war Am hier und wir haben uns Projekte überlegt. Ich find Schattentheater super ... oder das Basteln eines riesigen chinesischen Neujahrsdrachen (das Problem ist die Kohle). Und wenn mir nichts einfällt tanze ich diesmal Bollywood ;-)
Morgen ist Haj hier. Habe auch gerade Muffins gebacken, weil der mich bisher auch immer mit Kuchen bewirtet hat. Am war Testesser, sagte, die sind lecker. Auch Dr-Oetcker-Backbücher ist Verlass.
Morgen beginnt das Abitur.
Hadere immernoch, welche Kamera ich mir zulege...
Ansonsten plagen mich kleine Alltagsprobleme wie Krankenkasse, überteuerte Arztrechnungen, der BER-Flughafen (neuester Witz: "Kennste den? In Berlin wird ein Flughafen gebaut.")Ich bin kein Freund der Grünen, aber endlich reagiert in Berlin mal einer auf das Desaster.
Sag, wie lange noch NZ? Bernd Ks Kinder sind auch da.
Bleibst Du da jetzt für immer :-) ? Komme dich dann nächstes Jahr besuchen! Lg nico