Dienstag, 14. Mai 2013

Hallo SAIGON! Eine lebendige, aber keineswegs chaotische Stadt. Wunderschöne Alleen (für die München-Kenner - große Ähnlichkeit mit der Lindwurmstraße - auch atmophärisch, Läden nur noch etwas dichter gesäumt), sehr geschäftig, eine richtige Großstadt - immer noch asiatisch, aber auch schon viel westliche Kultur, z.B. öffentlicher Busverkehr (wenn auch völlig unklar ist, wo die Haltestellen sind). Die Busfahrt hierher zuerst im Grünen, also durch Reisfelder, Palmhaine, FAmiliengräber - alles superintensiv und superordentlich - jeder Zentimeter ist ausgenutzt! Viele Brücken, viele Deltaarme und Kanäle. Dann langsam immer dichter besiedelt, die Ähnlichkeit mit dem landschaftlichen Abschnitt zwischen Deutz und Leberkusen ist frappierend - nur mit Strubbelpalmen dazwischen. Der Busbahnhof liegt ziemlich weit außerhalb, aber die Busgesellschaft hat einen kostenlosen Kleinbus, der zum 5. Bezirk (also schon mal Innenstadtbereich) fährt. Ich fahre mit und als ich am dortigen Minibusbahnhof mein Gepäck in ein Taxi heben will, fällt mir auf, dass mein Kofferkuli fehlt - habe ich doch tatsächlich im Überlandbus vergessen - also angerufen (nur der Form halber - bringt wahrscheinlich kein Ergebnis) und zurück zum Busterminal im kostenlosen Zubringerbus. Dort ist der Bus bereits wieder auf dem Weg zurück nach CanTho, aber der Manager, den ich schließlich finde, bemüht sich freundlich um mich und bald ist der Busfahrer ausfindig gemacht, angerufen und er bestätigt, dass mein Trolley im Bus ist und er ihn heute Abend wieder mit nach HoChiMinCity bringt - der Manager, Herr Trunk, sagt zu, dass ich den Kofferkuli wiederbekomme - na, mal sehen.Jetzt muss ich irgendwie zu meinem Hotel kommen. Der Zubringerbus fährt einfach nur um die Ecke und lädt mich bei den öffentlichen Bussen ab (na Prima!), nennt mir freundlicherweise noch die Zielhaltestelle, nachdem ich ihm meinen Hotelzettel unter die Nase gehalten habe. Der Bus ist leer, fährt aber bereits nach wenigen Minuten ab. Die Frau hinter mir redet in Vietnamesisch auf mich ein - es kristallisiert sich heraus, dass ich 5000 Dong (also etwa 18 Cent) bezahlen muss und wie ich das tun muss (Geldschein in eine Glasbox fallen lassen und dann vom Fahrer, der die Glasbox im Blickfeld hat, ein Ticket bekommen) - was folgt, ist eine eineinhalbstündige Stadtrundfahrt, bei der ich schon mal einen guten Überblick über die Stadt und ihre Atmosphäre bekomme - ich fühle mich wohl. Der Bus hält nur dreimal, der Verkehr ist aber dicht, fließt aber vor sich hin. Viele Bauarbeiten, dichte Besiedlungsdichte, eine bunte Mischung aller nur denkbaren Geschäfte, eine Werbeflut und eine Geräuschwoge brechen über mir zusammen, aufgehellt durch das ständige Gehube des Busfahrers. Mein Stadtplan von HCMC ist ausreichend gut, so dass ich dank der gut sichtbaren Straßenschilder ziemlich bald weiß, wo ich mich jeweils aufhalte (die Vietnamesen sind keine guten Kartenleser - ich jedenfalls freue mich, dass ich einen qualifizierten Geographieunterricht hatte, was man gelernt hat, hat man eben gelernt!). So ist es kaum ein Problem zu wissen, wann ich aussteigen muss, die Vietnamesin hinter mir wird immer unruhiger und gestikuliert schließlich wild, weil sie mich zum Aussteigen bewegen will und ich ihr nicht begreiflich machen kann, dass ich genau weiß, wann ich den Bus verlassen möchte - der Busfahrer erfährt das schließlich auch noch, obwohl kein Haltesignalknopf aufzufinden ist, da eine Dame, die der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist, zusteigt und meine Bitte an den Busfahrer übersetzt weitergibt. So billig bin ich noch nie so viele Kilometer gefahren. Das ist übrigens hier in Vietnam auch außergewöhnlich (verglichen mit allen anderen bisher bereitsten Ländern.) Hier im Süden jedenfalls bezahlen Ausländer dasselbe, was auch die Einheimischen bezahlen - eine ziemliche Geldersparnis! und irgendwie auch gerecht!! Naja, ich bin also ohne Probleme bald in meinem Hotel, ein ruhiges Hinterhauszimmer mit funktionierendem Wasser, AC und TV und der Receptionist ist auch noch nett. Er ruft Herrn Trunk an und so erfahre ich , dass er mir den Trolley heute Abend (es stellt sich dann heraus, dass er Morgen früh meint) ins Hotel bringen will - Superservice, ungewöhnlich, sehr freundlich. Mein nachmaliger Spaziergang bestätigt meinen Ersteindruck von Saigon, wird aber noch bereichert durch das Faktum, dass ich mich in der Backpackerhochburg befinde. Hier findet man alles, was der westliche Tourist so braucht (Markenware zum Reisen wie Jacken, Schlafsäcke, Ausrüstung, aber auch Souvenirs, westliche und östliche Restaurants, Reiseagenturen, Hotels en masse, alles in Englisch verständlich dargestellt), aber genug Asien, damit man sich anheimend fremd fühlt. Wie ich so durch die Gegend schlendere, sehe ich einen Kartenstand mit wunderschönen Karten und kaufe mir nach ausfühlicher Wahl auch 4 Stück. Ein amerikanisches Ehepaar will auch ein paar kaufen, sie haben aber nur Dollar. Also erbete ich mich, ihnen Dong einzuwechseln, damit sie den Händler zahlen können. Die Transaktion findet auch statt, aber die Dame sagt dann, dass ich jetzt noch in Dong bezahlen müsse, was ich brav tue, so verwirrt bin ich von dem ganzen Hin- und Hergerechne. Irgendetwas ist komisch und nach einiger Zeit merke ich, dass ich die Karten für das Ehepaar bezahlt habe - aber die beiden sind schon weg. Ärgerlich! Aber auch irgendwie komisch! Morgen sehe ich zu, dass ich meine Visa für Kambodia und Laos bekomme (bekäme ich wahrscheinlich beide auch an den jeweiligen Grenzen, aber dann "etwas" teurer - die Zöllner wollen auch leben!), dabei werde ich einen  historischen Spaziergang einlegen. - Hat sich schon etwas an der Informationsfront "Bilderrettung" getan? Cathrin

4 Kommentare:

  1. Hallo Cathrin,
    nach langer Zeit hier noch mal ein Lebenszeichen von mir. Hab alle Deine Posts wie immer ganz interessiert gelesen, aber nach den Romanen dann immer keine Muße gehabt zu schreiben - Schande über dich!
    Hab immer noch einen Untermieter (und mag nicht mehr so wirklich ;-)) und warte so vor mich hin... Hab jetzt nicht ganz verstanden, ob sich dein Problem mit den Bildern nun gelöst hat oder nicht... Ich hoffe doch, wahrscheinlich hat deine SD-Karte einen Fehler. Notfalls solltest du einfach noch eine neue Karte kaufen, dann versuchen wir sie hier noch zu retten.
    Wie lange bleibst du noch in Saigon? Ich wünsch dir noch schöne Tage dort!

    Fühl dich ganz lieb gedrückt!
    Karo

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  2. Eher Schande über DICH (ich schreibe ja fleißig) - In Sachen Bilderrettung bin ich genau so vorgegangen wie von Dir skizziert - ich hoffe auch, dass in Deutschland dann alles doch noch gut wird mit meinen tollen Bildern. Aber neue SD-Card kaufen ist dank NOrmung überhaupt kein Thema! In Saigon bleibe ich bis Samstag, dann geht´s weiter in den Norden. Visumm für Kambodscha und Laos habe ich (war kein Problem), kann also bis zum 21.7. hier noch durch die Gegend kreuzen.
    Wünsche Dir, dass der Untermieter bald schlüpft und dicke Umarmung Cathrin

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  3. Vielen Dank für deinen petit-larousse-kommentar auf http://nefasti-eklablog.fr
    Mundtrommel (Maul klingt so häßlich) ist natürlich nicht gut für die Zähne (Resonanzboden).
    Besichtigst du denn auch eine der vietnamesischen IKEA Fabriken, wo das Regaldesign von Ebbe Pelle Jacobsen u.a. realisiert wird :-)?

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  4. Liebe Cathrin, das wollte ich doch auch schreiben: Schande über mich!! Ich sag doch: Schwangerschaftsdemenz!!! ;-)
    Dicke (im wahrsten Sinne des Wortes... uff) Umarmung zurück

    Karo

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