Montag, 6. Mai 2013



5.5.2013 - Heute war ein schöner Tag, der Tag, an dem meine Großmutter mütterlicherseits Geburtstag gehabt hätte (lebte sie noch) und an dem Karl Marx geboren wurde (in einem Anfall von Lokalpatriotismus sei gesagt: In Rheinland-Pfalz! – auch wenn er es noch nicht gewusst hat). Ich bewege mich hier im südlichen Süden des Vietnam und sehe jeden Tag das Erbe von Marx in Form von roten - mittig mit einem gelben, fünfzackigen Stern geschmückten - Fahnen, die entlang der Straßen zu Hunderten aufgesteckt dem Betrachter entgegenwehen – das ist aber auch schon das einzige Auffällige, dass daran erinnert, dass ich mich in einem sozialistischen Land bewege.
Während ich hier (endlich) meinen Blog schreibe (den ich schon seit fast zwei Wochen beabsichtige weiter zu führen) in meinem Hotelzimmer mit Aircondition (eingestellt auf 16 Grad – so kalt wird es aber niemals, weil die Außenisolation bescheiden ist und die Hitze hineinstrahlt), also ich sitze hier und schaue in meine Notizen und höre – neben dem obligaten Motoren-Moped-Lärm, denn ich befinde mich im Zentrum einer mittelgroßen Stadt im südlichen Vietnam mit Namen Ca Mau – laut irgendwelche Disco-Schnulzenmusik. Alle Asiaten lieben Musik, und das möglichst laut, damit sie ihre Freude teilen können. Oft sieht man musikbeglückte Tänzer  vor ihren zur Straße hin offenen Wohnungen herumhüpfen oder hört auch begeisterte Mitsänger (Traditionsliedgut habe ich das letzte Mal von Winwin, meinem burmesischen Driver gehört, wenn er zufrieden mit dem Tag war, denn sein Motorrad hatte noch keinen Radioempfang). Hier wird gerne laut und – nicht immer tonal – mitgesungen zur CD oder zum Smartphone-Sound (per Lautsprecher mit dem Rest der Welt geteilt), so habe ich schon Busfahrer, Bootsführer, den Buchhalter einer Schmuckfirma bei der Ausfertigung der Rechnungen und Kioskverkäufer vernehmlich und bewegt mitsingen gehört. Die Fernsehsender sind voll mit Musiksendungen, alles erinnert entweder an Dieter Thomas Hecks Hitparade, an den Eurovisions-Wettbewerb (was Outfit und Drumherum anbelagt) oder an Heidifilme, wenn man in den Genuss von Videotrailern kommt. Insbesondere junge Männer machen Heino in jeder Hinsicht Konkurrenz als Schwarm jeder Schwiegermutter in spe, denn hier hört man wirklich triefenden Schmalz! Besonders Grauenhaft ist die Discovariante, wenn man eine Nachtfahrt im Bus gebucht hat. Kein Mensch scheint sich vorstellen zu können, dass man vielleicht schlafen möchte. Stattdessen bekommt man CD´s mit den derzeit höchst gehandelten Platteniconen  vorgespielt bis in die frühen Morgenstunden – und das laut – das wird nur noch getoppt durch die Fürsorge des Busfahrers, der mich von Battambang nach Phnom Penh zurück gefahren hat: Hier gab es ein Allroundprogramm – Zuerst Discoeinstimmung, dann zwei absolute Brutaloschinken (ein Weiteres, was alle Asiaten hier gemeinsam zu haben scheinen – ihre Liebe für Filme, in denen das Blut nur so splättert), schließlich ein Soab (habe ich das jetzt richtig geschrieben?)-Liebesfilm mit schlechten Schauspielern, deren Gesichtsmimik nur wenige Variationen kennt, deren Schmacht aber verbal ausgebreitet wird vor dem hingebungsvoll lauschenden Publikum (die Lindenstrße ist im Vergleich hierzu hohe Kultur). Schließlich noch eine Quizsendung und am Ende ein recht ordentlicher Zeichentrickfilm, den ich, da wir endlich am Ziel waren, leider nicht mehr zu Ende sehen konnte. Eigentlich fehlte  nur noch die in Kambodscha sehr beliebt „Komikershow“ (ich verstehe natürlich nichts, aber die Khmer lachen alle, wenn solcherlei im Bus kredenzt wird). Bemerkenswert ist übrigens die Synchronisation, insbesonders die der chinesischen Historienfilme, die man ins Programm hebt. Man hört die Originalsprecher im Hintergrund leise murmeln, im Vordergrund ist der (einzige!) Synchronsprecher aufgelegt, der in gleich bleibendem Ton alle Personenparte übernimmt mit lauter und bestimmter Stimme. Es fällt angesichts dieser Übersetzungstechnik schwer, sich in das Filmgeschehen einzuleben. Alles ähnelt eigentlich einem schlechten Vorleser, der langweilige Dialoge widergibt. Ich meine auch erkannt zu haben, dass die Dialgoe teilweise gar nicht wortwörtlich wiedergegeben werden, sondern dass der Synchronsprecher willkürlich einzelne Passagen in eigenen Worten zusammenfasst. Auch Originalbeiträge sind nicht immer ein Genuss, da die Tonspur selten parallel läuft.
Der hämmernde Rhythmus im Hintergrund verhindert nun aktuellt, dass ich schlafen kann und so werde ich meine Zeit hiermit sinnvoll nutzen.
Tja, also, was ist heute passiert, was war schön? Heute war ich am südlichsten Punkt Südostasiens, nämlich am Cap Mui Cap Mau. Um 7 Uhr aufgewacht (ohne Wecker), habe ich mir unterwegs ein paar warme Bananen geholt (die gibt es hier vom Grill – ein prima Frühstück, wenn auch allein etwas trocken) und bin kurz um die Ecke zur Jetty gegangen. Das ist hier in Ca Mau, das mitten im Mekongdelta liegt, so eine Art Bushaltestelle, denn Duzende kleiner Schnellboote, die ähnlich ausschauen wie Hamburger-Hafen-Besichtigungsschiffe, liegen hier auf Reede, breschen hervor, nehmen über ihre Bugschnauze ihre Passagiere auf, die behände vom Kai an Bord hüpfen (teils mit professioneller und charmanter Hilfe des Bootmaats). Ca Mau wird von einem Seitenarm des Mekong und einem Kanal umfangen, was liegt also näher, als seine Besorgungen mit dem Boot zu machen. Das pfannenkuchenflache Deltagebiet kann man am besten mit Booten bereisen, denn neben den natürlichen Flussarmen gibt es noch hunderte von Kilometern an künstlichen Kanälen, die das Delta durchfurchen. Man sitzt ziemlich eng – von Beinfreiheit kann man höchstens träumen – für 40 Leute gibt es reguläre Sitzplätze (man muss sich aber ganz schön zusammenquetschen, damit das klappt), für weitere 10 kleine Plastikstühlchen, die zwischen den paarweise angeordneten Sitzbänken positioniert werden. Falls es richtig pickepacke voll ist, werden Passagiere noch auf das Vordeck oder auf das Dach gelotst, jeder kommt mit! Zuerst wartet man allerdings mit dem Ablegen, bis das Boot einigermaßen voll ist. Im Folgenden – nähert sich das Boot einer Siedlung – wird durchgehend und durchdringend gehupt – das Ganze klingt etwas so wie die Usabelas bei der letzten Fussballweltmeisterschaft, manchmal bereichert durch einen leiernden Auf- und Abgesang -  und so latente Kundschaft auf die Möglichkeit der Mitnahme hingewiesen. Diese winkt das Boot heran und zwar so, dass die Handinnenseite und alle Finger auf den Rufer zeigen (so ruft man übrigens auch einen Kellner herbei). Während der Fahrt gehen die Passagiere, einmal an Bord, ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schlafen nach. Es ist unglaublich, in welcher körperlichen Verrenkung Menschen Schlafen können. Für empirische Studien bietet sich in jedem Fall eine fahrt in einem öffentlichen Verkehrsmittel in Asien an. Auch hier gilt natürlich das Gebot des Warnhupens, genauso , wie im Straßeverkehr. So eine Fahrt ist recht billig. Für knapp drei Stunden Jetbootfahrt – mit schneidiger Wasserbugwelle – kostete mich nur 83000 Dong, das sind etwa 3 Euro. Mein Ziel war der kleine Ort Dat Muir, das Tor zum Nationalpark Mui Ca Mau – oder sollte ich besser sagen, Tor zum geplanten „Disneyworld-ähnlichen Spektakel“, den südlichsten Punkt Vietnams angemessen darzustellen. Ursprünglich standen hier riesige Mangrovenwälder (wie ursprünglich überall entlang der südostasiatischen Küste)  - nebenbei bemerkt: Ein prima Tsunamischutz! – heutzutage werden – so schien es mir – riesige Wiederaufforstungsprogramme durchgeführt, die kleinen Mangroven stehen in Reih und Glied auf kleinen, parallel angeordneten Inseln. Betritt man das Naturschutzgebiet, so empfängt einen sogleich ein 15 Meter hoher Aussichtsturm, der allerdings zz. nicht lohnt, da er nur den Blick auf die andauernden Bauarbeiten freigibt. Ein Betonweg führt über das offene Meer entlang der Mangrovenhaine entlang, so dass man die Bäume , ohne sie zu schädigen, von einiger Entfernung aus betrachten kann, wunderschön ist hierbei der Blick auf das offene Meer. Von der Jetty fährt man mit einem Motorradfahrer, der einen auch wieder abholt nach einer vereinbarten Zeit (in meinem Fall nach einer Stunde, um meine Anschlussf#hre zu bekommen). Vor dem  schwarzen Hintergrund eines aufziehenden Gewitters, erhellt nur durch Blitze und erhört durch nachfolgenden grollenden Donner, machte ich die Bekanntschaft mit Dinh aus Hanoi, der mit drei seiner Architekturstudenten eine Rundreise durch den Süden machte. Seit Tagen endlich mal wieder ein Mensch, der Englisch verstand (Mittlerweile bin ich recht gut im Zeichnen, um meine Bedürfnisse zu kommunizieren). Das war auch gut so, denn ich hatte den Kamerachip im Laptop belassen und konnte deshalb keine Bilder machen. Aber mein Gipfelstürmerportrait wird mir (hoffentlich) zugemailt, denn Dinh hatte einen Apple-wie heißen die flachen Computerähnlichen-Teile-noch-einmal dabei. Das habe ich mir hart erarbeitet, denn auf ein paar Duzend Erinnerungsbilder für Dinh und seine Studenten possierte ich freundlich grinsend– das haben übrigens auch viele Asiaten gemeinsam, häufig wird man von wildfremden Menschen, die touristisch in ihrem Heimatland unterwegs sind, gefragt, ob man sich auf ihr Erinnerungsfoto gesellen will. Da die meisten kein Englisch sprechen, geht es hierbei – im wahrsten Sinne des Wortes – recht handgreiflich zu. Man sollte das hierbei getätigte Angetatsche nicht als unhöfliche Geste, sondern vielmehr als talentierte DS-Animation, getragen von der freudigen Erwartung, einen Ausländer präsentieren zu können als Souvenir, interpretieren. An der Jetty hatte ich dann noch Gelegenheit, eine leckere Nudelsuppe einzutanken, bevor mein Boot ablegte – und das in plasterndem Gewitterregen. Der pitschnasse Maat half allen eilig heranrennenden Passagieren in spe an Bord und danach wischte er die ob der dampfenden Menschen im Inneren des Schnellbootes beschlagenen Scheiben, da so ein Schnellboot keinen Scheibenwischer hat. Kaum war ich nach eineinhalbstunden an meinem Umschlagort Nam Can, eigentlich nur einem riesigen Parkplatz (ohne Füllung), an dessen einer Seite eine halbgeschlossene Ladenfront, an der anderen Seite der Fluss sich befindet, angekommen, fuhr der Anschluss-Minibus auch schon weiter, der glücklicherweise ganz in der Nähe meines Hotels entlangfuhr, so dass ich heraushüpfen konnte, bevor der Bus sein eigentliches Ziel, den ca 7 km weiter entfernt liegenden Busbahnhof ansteuern konnte. (ich bin sehr stolz auf mich, dass ich die Hotelumgebung erkannt habe, zu Fuß laufen lohnt doch – das mache ich immer gern am ersten Abend, Tag, so lerne ich die nächste Umgebung besser kennen! Sonst hätte ich mit einem Moto wieder zurückfahren müssen – und das alles im Regen, nä, das macht wenig Spaß). Wenn ihr mitgezählt habe, so bin ich heute gut und gerne sechs Stunden unterwegs gewesen, nur um eine Stunde am Ziel herumzuwandeln. Aber natürlich: Der Weg war das Ziel. Was habe ich gesehen unterwegs? Eine ganze Menge. Der Reis ist noch nicht bestellt, aber einige Shrimpsfarmen habe ich entlang der Straße (Busfahrt) gesehen. Die natürlichen Wasserstraßen sind eigentlich nur Rinnen inmitten von Schwemmland, dass von den Fischer-Bauern nach essbarem Kleingetier abgesucht wird. Die Uferböschung ist befestigt durch Steinblöcke oder durch Palmhaine, auch (noch) durch die natürlich vorkommenden Mangroven. In den Fluss quergestellt, nur die Fahrrinne freilassen, befinden sich Holzstaken, die die Fischreusen, bzw. die Netze halten. Die Seitenkanäle werden häufig überbrückt durch waghalsige Konstruktionen, die bestimmt nur Affen ohne Schwindelgefühl überqueren können. Hierfür werden lange Holzstangen über Kreuz gestellt und in die Klemme werden zwei oder drei weitere Holzstreben gesteckt, links und rechts abgesichert durch eine weitere Strebe.  Entlang der Wasserstraßen ist alles dicht bebaut. Die Häuser stehen auf hölzernen oder auf Betonstelzen und sind zum Fluss hin offen. Meist handelt es sich um Restaurants oder  Läden, die man über die kleinen Anlegerterrassen gut erreichen kann. Die Verkäufer bedienen einen ins Boot hinein und  verkaufen ihre immer gleichen Waren: Chips, Zigaretten (auch einzeln im Verkauf und total billig – hier herrscht nach das Raucherglück, für eine Packung zahlt man nicht mehr als 30 Cent, das merkt man auch, denn alle (Männer) rauchen hier Kette und das ist auch in öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt) , Kaugummi, scharfe Chile-Mangos (klein geraspelt) , Dosensuppen (Nudelsuppen, die Leben gewinnen durch Zugabe von heißem Wasser) warme Knusperspeisen (frittiert) und Lokalprodukte (hier im Delta sind das Wildvogeleier). Die etwas zurück versetzten Häuser sind kleine Kästchen, schmal nach vorner heraus, lang gestreckt nach hinten zu, einstöckig, bisweilen auch mit einem zweiten Stockwerk gesegnet, meist allein stehend, die Seiten mit Wellblech abgesichert gegen die Wetterunbilden , die Vorderfront bunt angestrichen,  eine Terrasse abgegrenzt durch eine passend zur Dachblende gemusterte Mauer – ebenfalls farbig bunt bepinselt – das Dach eine einzige riesige Dachterrasse (bei mehrstöckigen Häusern mit vorgelagerten breit ausladenden Balkonen). Den Fluss teilt man sich mit zahlreichen anderen Booten, kleinen Einmannbooten oder auch mit größeren Holzkähnen, wunderbar gezimmert und im Interieur erinnernd an eine Räuberhöhle, denn alles ist voll gestopft und hängt und liegt und steht wild durcheinander, dazwischen auch der Platz für die Menschen, meist eine Hängematte, alle werden mit dicken Außenbordmotoren angetrieben, so dass es nur so spritzt, in jedem Fall geht es aber laut zu. Manchmal wird man auch nassgespritzt, wenn eines der anderen Schnellboote vorbeiprescht.
Heute Abend habe ich noch etwas die städtische Atmosphäre in einem Straßenrestaurant bei guter Entensuppe genossen, denn der Regen hatte endlich nachgelassen. Und obschon die drückende Luftfeuchtigkeit in den Straßen steckengeblieben ist, bringt die Nacht doch eine leichte, aber sehr angenehme und willkommene Abkühlung.
Da ich nun langsam müde werde, gibt es nur eine Kurzzusammenfassung von meinen letzten Lebenswochen. Zuerst bin ich von Kep mit einem Leihmoped (Höchstgeschwindigkeit ca. 100 km/H) die gesamte Küstenstraße bis an die thailändische Grenze hochgefahren. In Sihanoukville habe ich die Strände genossen, auf dem Weg nach Koh Kong den Urwald noch einmal an mich herankommen lassen. Der ist wiriklich unerschlossen und riesig. Die Straße, die ich entlang gefahren bin, ist eine Schneise – von einigen Punkten hat man freie Sicht – wirklich beeindruckend –hier kann man sich noch vorstellen, dass es Tiger und wild lebende Elephanten gibt. Es soll hier eine ähnliche Vielfalt wie in Costa Rica an Tieren und Pflanzen geben, aber eben noch alles unerschlossen (hoffentlich bleibt es so) Da ich die CardamonBerge nun von drei Seiten umfahren habe (im Norden war ich ja schon von Battambang nach Pailin gefahren worden) habe ich auch eine Vorstellung von den Ausmaßen erhalten –enorm! Nach 8 Tagen – ohne Laptop, ich war nur mit Minimalgepäck unterwegs, bin ich über KAMPOT nach Kep zurück gekehrt und am nächsten Tag, da mein Visum ausgelaufen ist, nach Vietnam übergewechselt. Um noch ein wenig Strandleben genießen zu können, fuhr ich von Ha Tien, dem Grenzort, der einem bunten Legodorf ähnelt, direkt mit der Fähre zur größten vietnamesischen Insel Phu Quoc, die Kambodscha vorgelagert ist und die ich deshalb bereits seit Tagen vor Augen hatte, Dort hatte ich dann am 2. Tag einen Motorradunfall, und seit knapp einer Woche lecke ich nun schon meine Wunden (zum Glück nur Schürfwunden und blaue Flecke) aBer Baden war jedenfalls nicht mehr angesagt (wegen des Salzwassers) und so habe ich mich in neue Aktivitäten gestürzt und erkunde nun den Süden Vietnams, das Mekong-Delta solange die Regenzeit noch nicht voll eingesetzt hat.
Die Unterschiede zwischen Kambodscha und Vietnam sind ziemlich groß. Zuerst einmal kann ich nun alles lesen (wenn auch nicht verstehen), denn es gilt das lateinische Alphabet (mit einigen diakritischen neuen Zeichen für die Kennzeichnung der unterschiedlichen Höhenlagen), das erleichtert die Orientierung, denn die Ortnamen bleiben ja gleich. Die Sprache ist allerdings greller, kein sonores Hintergrundgeräusch mehr, sondern eiher ein Keifen. Alles ist hier urbaner und viel wohlhabender als im Nachbarland.Der Umweltschutz wird ernstgenommen. Die Straßen in den Ortschaften sind meist sauber, überall stehen Papierkörpe (hier in Ca Mau z.B. in Form von Pinguinen) herum und diese werden auch benutzt, ein staatlicher Ordnungsdienst ist allgegenwärtig (wie effizient der ist, weiß ich allerdings nicht so recht). Der Verkehr ist zwar auch dicht, aber längst nicht so chaotisch. Z.B. bleiben die Vietnamesen tatsächlich bei roten Ampeln (die mit Sekundeninformationen zur Wartezeit ausgestattet sind) stehen, es gibt sogar Fußgängerampelzeichen (die Zebrastreifen hingegen muss man nicht so ernst nehmen –hier gilt, war immer gilt, langsam über die Straße gehen, so dass die ungebremst vorbeibrausenden Mopedfahrer ihre Ausweichstrecke berechnen können). Tankstellen sind fast alle staatlich und damit : Einheitspreis (ca. 1 Euro per Liter). Auch gilt hier tatsächlich die Helmpflicht. Das erste, was einem ein Mototaxidriver in die Hand drückt, das ist der Helm – in Kambodscha undenkbar, da gibt es gar keinen Zweithelm (falls es einen „Ersthelm“ überhaupt gibt). Aus dem Mundschutz Kambodias ist eine Art Terroristenmaske geworden, d.h. eine Strumpfmaske mit eingearbeiteter Kappe, die nur einen Schlitz für die Augen lässt, Nacken, Nase, Mund und Kopfbereich aber Schützt. Auch sieht man die zylinderförmigen Basthüte der Bauern hier tatsächlich zuhauf. Die Menschen sehen anders aus, viel zierlicher (allerdings genauso kleinwüchsig, O-beinig, und mit langen Oberkörpern bei kurzen Beinen). Die Frauen sind viel modebewusster und auch viel offenherziger, z.B. tragen viele Vietnamesinnen Blusen oder Shirts rückenfrei und ärmellos, was in Kambodscha undenkbar wäre. Auch sieht man hier viele Brillenträgerinnen und Raucherinnen. Schlafanzüge als Modeacessoire sind hier out, dafür Jerseyanzüge (teilweise allerdings auch in merkwürdigen Musterkombinationen und Schnitten). Auch habe ich hier (neben vielen netten) auch die ersten richtig unhöflichen Menschen getroffen. Gehandelt wird ohne jegliches Lächeln – ein ziemlich großer Utnerschied zu Kambodscha, wo man nicht bierernst ist beim Geschäft.Weitere Unterschiede werde ich bestimmt noch finden – vielleicht auch einige Gemeinsamkeiten!

7 Kommentare:

  1. Leider keine Bilder, die downloadZeit war zu lang.sorry.cathrin

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  2. Hi Cathrin, endlich wieder ein Lebenszeichen von Dir. Danke für die bildhaften Schilderungen. Habe alles gelesen während ich auf Bademeisters Rückkehr von seinem morgendlichen Rundgang durch seine neuen Ländereien wartete. Er hat sich schon sehr gut hier eingelebt. Mir kommt es hier noch wie in einer Ferienwohnung vor. Soviel Neues. Sonst alles soweit im Lack.
    Liebe Grüße von uns 3 en aus Nassau Castle
    Deine Ute G. aus K.

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  3. .......ich bekomme deine blogs wieder.........wieder ein schoener bericht........hier in hachenburg ist wieder ein grosser treff im JUNI von den globetrottern und bloggermenschen..........leider bist du dann noch nicht zurueck , aber alle J AHRE wieder.......willst du nun dortbleiben , wie NICO , oder ..........in L. M .....derlaptop nippelt so langsam ab.................

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  4. Hallo Cathrin! Schön, wieder von dir zu hören - wird ja auch Zeit, da macht man sich ja Sorgen! Aber zum Glück ist ja bis auf den kleinen Motorradunfall nichts passiert!
    Sag mal, welcher Spaßkeks schreibt oben, dass ich bleiben WILL????!!!! Ist das Rob?
    Die Wochen ziehen so dahin und eigentlich weiß ich gar nicht, wo die Zeit bleibt. Ich habe hauptsächlich meinen Balkon bepflanzt und ansonsten war ich ne Woche krank und sogar mal wieder zwei Tage krank geschrieben *ein Wunder und angesichts der Hustenanfälle in den Stunden auch zu wenig, aber das sind wir ja gewohnt*. Wenn man dick ist, wirkt man anscheinend immer gesünder als man ist...zumindest auf Ärzte...
    Naja, ansonsten war ich noch mit Karin im Kino. Wir haben "Mitternachtskinder" gesehen, was okay war, aber der Doku-Film über Indien davor war grandios.
    Zur Zeit überlege ich, ob ich Mitte Mai unter der Woche an der Domkloster Nr.4-Führung teilnehme. Du hattest die schon gemacht, ne? Lohnt sich das? Die letzte Führung in Köln war so furchtbar.
    Ich schließe mich der Frage oben an: Wann kommst Du wieder? Sollen wir schon mal wegen Wohnungen Ausschau halten? Die von Silke ist leider schon wieder weg, soweit ich weiß. Weißt du überhaupt,dass sie jetzt mit Bernd zusammenwohnt?
    Meine Gebunachfeier war nett. Alle haben sich gut unterhalten, glaube ich. Hoffe ich... Von Martina habe ich ne Schwimmkarte gekriegt...jetzt muss ich nur mal gehen können...Heute in der Vertretung war prompt wieder die Stimme weg- soviel zur Erkältung.
    Das war`s von mir,
    Lg Nico

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  5. ...und geheiratet haben sie m. W. in Ebernburg-Münster am Stein, Jenny und Karl. Liebe Grüße, Aragorn-Nikolaus

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  6. Nein, Karl Marx hat seine Jenny in Bad Kreuznach in der Pauluskirche geheiratet.
    Schön wieder von dir zu hören, Cathrin. Du hast schon als vermisst gegolten. Letzte Woche ist auch deine Karte aus Myanmar angekommen. Vielen Dank dafür!
    LG Karin

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  7. ....okay, hatte ich wohl falsch in der Erinnerung (daher auch "m. W." zugesetzt). Auf der Ebernburg aber hat die Nichte von Rahel Varnhagen, Ludmilla Assing ein Epheublatt gepflückt und an Ferdinand Lassalle geschickt. DAS STIMMT! Ich hab's von einem Mikrofilm aus dem geheimnisvollen Moskauer Staatsarchiv, wohin Lasalles Nachlass nach 1945 gelangt ist. Leider wurde das Epheublatt nicht verfilmt, ich weiß also nicht, ob es noch im Briefumschlag liegt.

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