Mitteilung: Ab heute bin ich im Besitz eines laotischen und eines zweiten kambodschanischen Visas - null problemo! Die Reise kann also weitergehen!
Brigitta fragt, wie ich mit dem Klima hinkomme. Also ehrlich - nicht besonders, aber alles ist besser als Kälte! Jede Hitze über 37 Grad (Bluttemperatur) ist unangenehm. Man schleicht nur noch durch die Gegend und hat das GEfühl, von Luftspiegelungen umgeben zu sein. Selbst Denkvorgänge fallen einem schwer - den Unterschied zu "Normal" bemerkt man sofort, wenn man sich einer Air-Condition-Maschine unterzieht oder sogar schon einem Fan - plötzlich arbeitet das Gehirn wieder und fühlt sich nicht wie Tran an. Andererseits ist diese Temperatur sehr meditationsfördernd, da man sich möglichst niht bewegen will (und kann) und gedankenlos in die Gegend starrt und alle Bewegung nur wie in Zeitlupe wahrnimmt. Kurz: man hängt irgendwo rum und glubscht. Alles zwischen 26 und 32 Grad ist prima, da man sich schnell an- und ausziehen kann, man fühlt sich angenehm befreit, wenige Klamotten, die man täglich waschen kann, denn alles trocknet schnell. Wenn, Falls...die Luftfeuchtigkeit nicht wäre. Die ist wirklich schlimm. Man steht einfach nur und schon sieht man wieder gar nichts, weil der Schweiß einen in die Augen tropft (SALZIG!) und man läuft ständig mit irgend einem Wischtuch herum, um sich Gesicht und Nacken zu trocknen. Schweiß liegt wie einLiquid-Film auf der Haut und man muss intensiv und konzentriert zupacken, weil sonst alles wegflutscht - kann gefährlich werden beim Motofahren z.B. , da die Finger leicht vom Haltegriff bzw. den Handbremsen wegrutschen. Überhaupt: Dinge festzuhalten ist nicht das einzige Problem, denn viele Dinge bleiben an einem kleben, aber an Stellen, wo man sie absolut nicht gebrauchen kann - Papier sieht immer geknautscht aus und Geschriebenes verwischt schnell - eigentlich habe ich immer irgendwo Kugelschreiberfarbe an mir, weil ich mich mal wieder auf ein Schriftstück gelehnt habe o. Ä. Druckerfarbe haftet übrigens auch gut am menschlichen Körper. Aber Papiere müssen angefasst werden, da der nächste Fan sonst alles wegweht, also, ich ziehe ständig irgendwelche Papiere von mir ab und rubbel Farbkleckse weg. Und jeder Duschvorgang schwemmt einen Dreckvorhang von der Haut, denn im Schweiß verfängt sich jedes Staubkorn (manchmal allerdings auch stechende Insekten, die man dann hervorragend und unkompliziert totquetschen kann. Dafür kommen die Fluginsekten aber dann auch Zuhauf, man kann sich ihrer kaum erwehren (meine Haut sieht braun mit weißen Sprengseln aus, da , wo ich Stiche hatte, die mittlerweile abgeheilt sind) , denn sie spielen vor einem Regen verrückt und lieben es, zuzustechen). Wunden heilen nicht bzw. nur langsam (nur nachts im Aircon-Zustand), da der Schorf sich nicht verfestigt und so die Wunde offen bleibt - das ist schon ein Übel. Wäsche trocknet nicht mehr, da die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt ist und man läuft ständig mit warm (!)-feuchter Wäsche rum. Der Regen kühlt die Luft nicht ab, sondern lädt sie nur noch mehr mit Feuchtigkeit auf - ein Teufelskreis. Von Schimmel umgeben zu sein ist ein ständiges Ungemach. Einzig gut ist, dass man kaum Hunger verspürt - aber da man keine Bewegung hat, nehme ich trotzdem nicht ab - kaum zu glauben. Ein zentrales Thema ist die Wasserbeschaffung. Ständig schleppt man (schwere) Wasserflaschen mit sich herum. Ich trinke hier (obwohl die Temperaturen im MOment relativ niedrig mit 32 bis 34 Grad sind) täglich 5 bis 6 Liter - wenn irgendmöglich eiskalt - im wahrsten Sinne des Wortes - Eiswürfellutschen tut so gut! Allerdings: Trinkt man, schwitzt man auch sogleich wieder (5 Minuten Verzugszeit). Man fühlt sich einfach unwohl, schmutzig, ungepflegt - die Haare sind ständig stränig, egal, wie oft man sie wäscht (was den Haaren auch nicht bekommt, sie werden sehr schnell sehr spröde, da hilft kaum ein Conditioner, egal , was die WErbung erzählt - man sieht also entweder aus, als ob man seine Hände gerade in eine Steckdose gesteckt hat oder als ob ein Fetttopf über einem ausgeschüttet worden wäre). Die Beine und Arme schwellen an, füllen sich mit Wasser und Schuhe ohne Strümpfe anziehen bedeutet dann akute Blasengefahr. Schwimmengehen macht auch nur eingeschränkt Spaß, denn das Wasser hat hier eine Temperatur über 30 Grad, das bedeutet, dass das Meer nur noch träge gegen den Strand schwappt und sich das Wasser wärmer anfühlt als die Luft (weil kein Wind mehr geht unter Wasser) . Abends bin ich jedenfalls immer total geschafft und morgens bekomme ich mich kaum aus dem Bett gehievt - hat man keine AC oder Fan, ist an Schlaffen dazwischen eh nicht zu denken, zumal nicht unter einem Moskionetz, da hier kein Wind weht und alles stickig ist. Hängt dann noch ein Bleihimmel über dem ganzen Szenario, weil gerade Regenzeit angesagt ist, dann kann die Stimmung schon mal trübe werden.Also: da hilft nur ein Ortswechsel oder ein Daueraufenthalt in gekühlten
Räumen (zur Not tut es ein Eisschrank oder wenn man ganz bescheiden ist
auch ein Rieseneisblock). Bestimmte Orte haben einfach eine hohe
Luftfeuchtigkeit.Tja - ihr seht, es ist körperlich sehr anstrengend und ästhetisch
durchaus ein Problem, in den Tropen zu reisen. FAZIT: Aber natürlich lohnt es
sich trotzdem! !
Zum Beispiel Saigon! Eine berauschende Stadt. Laut, Schmutzig, Gierig nach Leben, Hektisch, Prall, Groß, großzügig, Geschäftig, Arm und REich dicht beieinander und sichtbar ins Auge springend, ein Eltend neben dem Glanz - ein volles Adrenalin-Erlebnis. In vielem nähert sich Saigon einer deutschen Großstadt an, die Straßen, die herrlichen Alleen, die vielen Cafes (mit Glasfläche zur Straße hin, damit die A/C sich dahinter entfalten kann ), prunkende Hochhausburgen aus Glas und Beton, Stahlgerippen und Holzwucherungen, Bürgersteige, 4 bis 8 bahnige Straßenzüge, die das Häusermeer durchpflügen. Die Häuser - noch nicht eingeschränkt durch unendlich viele Baugesetze - sind abwechslungsreich, das Auge hat immer etwas zu sehen. Der Verkehr rauscht - herrlich, himmlisch, befreiend. Massen an Moped rasen durch die Stadt - ein Unterschied zu unseren Städten. Die verwirrende Vielfalt und die Warenpräsentation unterscheiden Saigon aber ebenfalls von Frankfurt, München, Köln. Die Menschen, eine Masse, aufgesplittert als Einzelne, unverwechselbare Kreaturen in ihren Bedürfnissen und ihrem Willen zu werden und zu sein. Es ist ein prickelndes Gefühl, ständig auf Champus sozusagen. Immer wieder erfreut mich der servile Geschäftssinn der Vietnamesen. Immer bereit, am Kinden zu arbeiten, einfallsreich geschäftstüchtig, Überleben pur, das erlebt man hier. Der Reichtum bleibt nur bei einigen hängen, andere straucheln gleich daneben aber der Überlebenswillen, charmant, lächelnd, jede Chance wahrnehmend - allerdings liegen hier auch die Nerven blank, wenn etwas nicht so gut klappt - da wird Gesichtsverlust ignoriert und die Meinung gesagt - ganz schnell kann der Umschlag von freundlich-serviceorientiert zu kreischig-unfreudlich erfolgen - man mus vorsichtig sein, alles dübelfest machen, nicht zu relaxt und tagträuerisch durch die Gegend gehen. Jedenfalls sind die Vietnamesen zuverlässig - für Deutsche eine wunderbare Eigenschaft, die viel Stress wegschafft. Übrigens: Mein Koffertrolley ist tatsächlich wieder in meinem Besitz.
Heute habe ich mir ein Moped geliehen und habe jede Sekunde Fahrt im Getümmel genossen. Die Stadt ist wunderbar zu erkunden, aber insgesamt übersichtlich. Die Orientierung ist aufgrund der Unterschiedlichkeite und damit der Feststellung von Landmarks ziemlich einfach. Allerdings kann ich mich auch auf meinen sehr guten Orientierungssinn und im Zweifelsfall auf meine Kartenlesefähigkeit (auch während der Mopedfahrt) verlassen. Linksabbiegen ist eine angenehme Herausforderung, die mein Herz und meien Puls freudig springen lässt. Ich nehme mir immer ein Ziel vor, fahre dorthin, dann das nächste Ziel - manchemal kleine Schlenker in die Neigborhood, die mich erstaunt betrachtet. Diese Intrusion eines Fremden sind die Menschen dort offensichtlich nicht gewöhnt, aber Lächeln öffnet jede Tür, die Menschen reagieren natrülcih verunsichert auf das Ungewohnte, aber wenn ich freudlich blicke, dann lacht man zurück, manchmal lacht man wahrscheinlich auch über mich, macht nichts, ein gerechter Gegenwert an Entertainment.Manche Straße fahre ich auf und ab, damit ich so viel wie möglich sehen kann und meinen Kopf nicht hin und her schwencken muss, sondern mmer nacih rechts und im Wechsel geradeaus, den Verkehr vor mir fest im Blick. Wenn ich stoppe, dann muss ein Gia Xe gefunden werden, also ein bewachter Parkplatz. Eine beständige Freude, den Wart beim Einschieben meines Mopeds in irgendeiner Lücke zuzuschauen. Man bekommt eine Quittung, das Moped eine Kreidezeichnung, soll wohl die entsprechend passende Nummer sein. Egal - mein Moped wird im Gewirr der Gestänge immer gefunden.
Eigentlich wollte ich heute ins Chinesenviertel nach Cholon, fahren. Aber wichtiger war es, mein Cambodia-vsum zu beantragen und meine Postsachen zu klären. Also los nach dem Frühstück, einein Zivilisationsrückschritt bemerkend, denn hier wird nicht mehr per Wiskey oder Colaflasche Benzin angeboten, man muss eine richtige Tankstelle suchen - also mache ich mich auf den Weg und stürze mich ns Abenteuer. Im Gewursel der Mitkonkurrenten um die Zapfsäule betankt der Tankwart souverän schließlich auch meinen fahrbaren Untersatz und weiter geht´s zum Konsulat, dessen Lokalität ich mittlerweile kenne, denn gestern war ich bereits hier, gefahren von einem Motochauffeuer, der allerdings gut und gerne 4 Dollar für die Strecke verlangt (das ist ok, ist der Einheimischenpreis hier ist alles teurer als auf dem Lande), eine Tagesmiete für ein eigenes Moped sind nur 10 Dollar, also heute selbstgemietet und selbstgefahren in die ruhige Seitenstraße der Phu Kha Diem, einer der breiten mehrspurigen Verkehrsschlagadern. Gestern konnte ich allerdings kein Visum beantragen, da der Konsul drei Tage lang den Geburtstag des kambodschanischen Königs Norodom S. gefeiert hat (muss eine ziemlich lange Geburg gewesen sein). Deshalb habe ich gestern ürigens mein Laosvisum ausstellen lassen. Jedenfalls der Wachmann im Häuschen vor dem Konsulat passt auf mein Moto auf, ich gehe hinein in den sonnendurchfluteten Hof, die vereinzelt dastehenden Büsche sind gestutzt, alles wirkt aber nnicht grün, sondern eher betoniert. das Swimmingpool hat kein Wasser, der Wartetisch steht im Freien (kein Fan), kaltes Wasser kostenlos daneben - erfrischend. Hier wird nur in Dong gezahlt, das erste Konsulat, das keine Dollars verlangt! Dafür ist die Tür zum Büro verstellt durch eine Wand mt kleinem Guckfenster, aus der der Konsulatsangestellte zu mir hinüberbrummt. Immerhin erfahre ich, dass mein Visum auch für etwas abwegige Grenzübergänge gelten soll und dass ich 50000 Dong hinüberschieben soll, was ich tue und dafür eine Quittung für meinen Pass , mein Passfoto, meinen Antrag, mein Geld und eine Nummer bekomme und den hilfreichen Hinweis, dass ich mein Visum um vier Uhr abholen kann. Also auf zur Post, dann kann ich über Mittag in Cholon sein. Denkste. Im hoch herschaftlichen herrlichen - aus der französiscchen Kolonialzeit stammenden Hauptpostamt wird effizient, höflich, englischsprachig (!) und formularreich gearbeitet. Bevor das Paket in einen Postkarton verpackt und zugeklebt werden kann, muss die Zollkontrolle festgestellt werden und das heiß: Jedes einzelne Stück muss ausgepackt werden in aller Öffentlichkeit auf dem Counter unter HoChiMIns aufmerksamen Blick und wird dann von dem Angestellten für das Zollformular ins Vietnamesische übersetzt. Und wenn alles gecheckt ist, dann gibt es das Freigabeforular, mit dem man zum Bezahl (und Wäge-)Schalter weiter fortschreitet. Bis alles getrippt, registriert, gepackt wurde, vergeht einige Zeit. Der Luftpostpreis ist höher als ich dacchte, also zum Geldwechsler, der praktischerweise sein Büro im Postgebäude hat. Dann, die wahre Crux: Wieder einmal will ich Karin meine Fotos zur Sicherung zuschicken, wie üblich auf USB-Sticks gespeichert, doch da gibt es ein Problem, da USB-Sticks extra vom Zoll gesichtet werden müssen. Bis ich die zuständige Zollstelle gesichet habe, und dabei den Block umrundet und zahlreiche Menschen nach dem Weg gefragt habe (nicht ganz leicht, wenn man die Sprache nicht spricht bzw. mein Gestammel für vietnamesische Ohren unverständlich ist und ich die Antwort ja auch nicht verstehe, ich also zahlreichen Handwinken folgen muss in irgendeine Richtung) und dann endlich vor dem Zollgebäude stehe, ist es wegen der Mittagspause geschlossen (wie en deutsches Finanzamt). Die Öffnungszeiten verweisen auf 13 Uhr Wiedereröffnung (mit meinem Ausflug nach Cholon wird es also nichts werden), zwischenzeitlich erfrage ich in einem Reisebüro Reisemöglichkeiten von Hanoi nach Taipeh und komme mir international vor. Als ich mir ein Eis kaufen will, bemerke ich, dass mein Portemonaie fehlt, Schock- Panik, aber außer Geld ist nichts WErtvolles drin - bin ja in einer asiatischen Großstaddt, da lässt man alles Wertvolle im Hotelsafe - im Reisebüro zurück liegt mein Geld dort aber auch nicht, vielleicht wurde meine Börse geklaut oder ist aus der Hose gerutsccht - aber nein, beim nochmaligen Ausräumen meines Rucksacks finde ich mein Geldtäschchen wohlbehalten und bin erleichtert. Zeit nun für ein Mittagessen. Ich steure also dahin, wo irgendwo auf dem Bürgersteig auf kleinen Kinderplastikstühlchen möglichst viele Vietnamesen sitzen und richtig - hier gibt es leckere Nudel-Muschel-Suppe (nur das Nierengelee schiebe ich zur Seite und mag es nicht essen) Danach einen eiskalten und überteuerten Mangochiller in einem total überteuerten Posch-Restaurant und noch ein Eis aus dem kleinen Supermarkt und zurück zum Zollamt, das immer noch geschlossen ist - der Einparkwächter teilt mir mit, dass abweichend von den offiziell verkündeten Wartezeiten diese fragliche Abteilung immer erst um 13:30 vom Essen zurückkehrt. Ich füge mich, setzte mich auf Steinstufen und schreibe Postkarten, die ich vorhin gekauft habe. Um Viertel vor zwei ist es endlich soweit, die nette Angestellte teilt mir mit, dass ich nich tnur alles wieder auspacken muss, sondern dass meine USB-Sticks alles gesichtet werden müssten, damit Raubdruckexport von Musik oder Filmen vermieden wird. Das ist ja wohl ein Scherz, hier, wo man an jeder jEcke Raumkopien en masse kaufen kann und das in aller Öffentlichkeit, kein Polizist kümmert sich um die vielen fliegenden Händler, darf man das Gekaufte also nicht wegschicken. Nun ja, nicht mein Problem, ich habe ja nur meine Fotos, aber Angst, dass mir ein Virus draufgesetzt wird. Aber es hilft nichts. Ich soll um 4 Uhr wiederkommen. Ich setze mich derweil ins Postamt und stiere durch die Gegend. Die vietnamesisch-australische internationale Schule macht einen Ausflug ins Postgebäude. Die Schüler sind allesamt kleine dicke verwöhnte, aber angemessen wache und interessierte Vietnamesen, die von ihrem amerikanischen Englischlehrer begleitet werden und neben Heimatkunde auch Englisch lernen sollen indem sie ein Ortsrätsel (in Kleingruppen, ausgerüstet mit Frageboden und Stiften) lösen und willige, im Postamt herumsitzende Ausländer interviewen zu Gott und der WElt, also auch mich. Die Postangestelltinnen und die vietnamesichen Lehrerassistentinen tragen die traditionelle vietnamesiche Tracht, allerdings in modernen Mustern - ein äußerst erfreulicher Anblick. So vergeht die Zeit. Um 3 versuche ich mein Glück wieder beim Zoll und habe Glück, alles ist fertig, die Bescheinigung, dass es sich um meine Urlaubsfotos von Kambodscha handelt, ist fertiggestellt und rot gestempelt, kein Spionageverdacht noch Diebstahl von copyrights ist festgestellt worden bei der Sichtung und ich darf für die Mühen des vietnamesischen Zolls 50000 Dong bezahlen (ca. 2 Euro). Im Postamt verstärkt sich die Formularflut noch, so dass ich schließlich für die Sicherung meiner Fotos 7 Formulare (plus Durchschläge) gesammelt habe an verschiedenen Stellen und außerdem das Gewicht meiner Sendung auf wundersame Weise durch verschiedene Verpackungsvorgänge von ursprünglich ca 60 Gramm auf 180 Gramm und damit einer wesentlich erhöhten Portogebühr angewachens ist. Egal - ich bin durch und meine Post ist auf de Weg nach Europa - hoffe ich mal. Bis jetzt ist ja alles früher oder später angekommen. Um 4 bin ich wieder auf dem Konsulat und bekomme mein Visum. Danach habe ich frei! Endlich. Ich entscheide mich für eine leichte Fahrübung, die Besichtigung Jade-Kaiser-Pagode, die ich finden will. Was ich auch tue, allerdings nachdem ich die Pagode wahrscheinlich zehnmal umrundet habe, da alles Einbahnstraßensystem - auch eine zivilisatorische Erscheinung, die einmalig bisher für mich in Asien ist. Danach will ich zum Tempel des Marschalls am anderen Kanalufer. Hier herrscht das rihtige, das moderne, das pulsierende Alltagssaigon. Nun ja, es ist halb sechs, die Dunkelheit wird bald einsetzen, nun fängt es auch noch an zu regnen. Die Marschallpagode ist bereits geschlossen, schnell noch auf dem Markt zwei Melonen gekauft und auf Richtung Hotel. Der Regen setzt nun mit aller Wucht ein, die Straßen stehen einige Zentimeter bereits unter Wasser, denn das Wasser schauert hinunter mit Wucht. Meine Brille beschlägt durch meine Atmungswärme und besonders viel sehe ich eigentlich nicht mehr. Aber da ich ja gestern gelaufen bin kreuz und quer und heute auch schon einige Strecke gefahren bin und außerdem mein Ortsorientierungsinn ungebrochen super ist, finde ich trotz Dunkelheit und Regen menen Weg zum Hotel schnell und sicher zurück. Ein wunderbares und befriedigendes Gefühl, eine fremde Metropole zu durchfahren Alle neu udn doch so vertraut, aufmerksam und doch auch schauend-verträumt. Ein tolles Erlebnis, keine Sekunde der Unsicherheit der Verlorenheit oder ver Angst, sich zu verlaufen - alles im Griff, ein gutes Gefühl.Ich komme klatschnass im Hotel an, fahre das MOped in die Halle und will morgen noch einmal fahren, nach Cholon. Aslo bleibe ich einen Tag länger, denn die Tunnel von ChuChi (Vietcong) und den Dao Cai Hauptsitz will ich mir auf einer Tagestour auf jeden Fall noch angucken. Es gibt so viel Schönes hier zu sehen. Dieser Entdeckerzustand könnte ohne Weiteres ewig anhalten.
Donnerstag, 16. Mai 2013
Dienstag, 14. Mai 2013
Hallo SAIGON! Eine lebendige, aber keineswegs chaotische Stadt. Wunderschöne Alleen (für die München-Kenner - große Ähnlichkeit mit der Lindwurmstraße - auch atmophärisch, Läden nur noch etwas dichter gesäumt), sehr geschäftig, eine richtige Großstadt - immer noch asiatisch, aber auch schon viel westliche Kultur, z.B. öffentlicher Busverkehr (wenn auch völlig unklar ist, wo die Haltestellen sind). Die Busfahrt hierher zuerst im Grünen, also durch Reisfelder, Palmhaine, FAmiliengräber - alles superintensiv und superordentlich - jeder Zentimeter ist ausgenutzt! Viele Brücken, viele Deltaarme und Kanäle. Dann langsam immer dichter besiedelt, die Ähnlichkeit mit dem landschaftlichen Abschnitt zwischen Deutz und Leberkusen ist frappierend - nur mit Strubbelpalmen dazwischen. Der Busbahnhof liegt ziemlich weit außerhalb, aber die Busgesellschaft hat einen kostenlosen Kleinbus, der zum 5. Bezirk (also schon mal Innenstadtbereich) fährt. Ich fahre mit und als ich am dortigen Minibusbahnhof mein Gepäck in ein Taxi heben will, fällt mir auf, dass mein Kofferkuli fehlt - habe ich doch tatsächlich im Überlandbus vergessen - also angerufen (nur der Form halber - bringt wahrscheinlich kein Ergebnis) und zurück zum Busterminal im kostenlosen Zubringerbus. Dort ist der Bus bereits wieder auf dem Weg zurück nach CanTho, aber der Manager, den ich schließlich finde, bemüht sich freundlich um mich und bald ist der Busfahrer ausfindig gemacht, angerufen und er bestätigt, dass mein Trolley im Bus ist und er ihn heute Abend wieder mit nach HoChiMinCity bringt - der Manager, Herr Trunk, sagt zu, dass ich den Kofferkuli wiederbekomme - na, mal sehen.Jetzt muss ich irgendwie zu meinem Hotel kommen. Der Zubringerbus fährt einfach nur um die Ecke und lädt mich bei den öffentlichen Bussen ab (na Prima!), nennt mir freundlicherweise noch die Zielhaltestelle, nachdem ich ihm meinen Hotelzettel unter die Nase gehalten habe. Der Bus ist leer, fährt aber bereits nach wenigen Minuten ab. Die Frau hinter mir redet in Vietnamesisch auf mich ein - es kristallisiert sich heraus, dass ich 5000 Dong (also etwa 18 Cent) bezahlen muss und wie ich das tun muss (Geldschein in eine Glasbox fallen lassen und dann vom Fahrer, der die Glasbox im Blickfeld hat, ein Ticket bekommen) - was folgt, ist eine eineinhalbstündige Stadtrundfahrt, bei der ich schon mal einen guten Überblick über die Stadt und ihre Atmosphäre bekomme - ich fühle mich wohl. Der Bus hält nur dreimal, der Verkehr ist aber dicht, fließt aber vor sich hin. Viele Bauarbeiten, dichte Besiedlungsdichte, eine bunte Mischung aller nur denkbaren Geschäfte, eine Werbeflut und eine Geräuschwoge brechen über mir zusammen, aufgehellt durch das ständige Gehube des Busfahrers. Mein Stadtplan von HCMC ist ausreichend gut, so dass ich dank der gut sichtbaren Straßenschilder ziemlich bald weiß, wo ich mich jeweils aufhalte (die Vietnamesen sind keine guten Kartenleser - ich jedenfalls freue mich, dass ich einen qualifizierten Geographieunterricht hatte, was man gelernt hat, hat man eben gelernt!). So ist es kaum ein Problem zu wissen, wann ich aussteigen muss, die Vietnamesin hinter mir wird immer unruhiger und gestikuliert schließlich wild, weil sie mich zum Aussteigen bewegen will und ich ihr nicht begreiflich machen kann, dass ich genau weiß, wann ich den Bus verlassen möchte - der Busfahrer erfährt das schließlich auch noch, obwohl kein Haltesignalknopf aufzufinden ist, da eine Dame, die der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist, zusteigt und meine Bitte an den Busfahrer übersetzt weitergibt. So billig bin ich noch nie so viele Kilometer gefahren. Das ist übrigens hier in Vietnam auch außergewöhnlich (verglichen mit allen anderen bisher bereitsten Ländern.) Hier im Süden jedenfalls bezahlen Ausländer dasselbe, was auch die Einheimischen bezahlen - eine ziemliche Geldersparnis! und irgendwie auch gerecht!! Naja, ich bin also ohne Probleme bald in meinem Hotel, ein ruhiges Hinterhauszimmer mit funktionierendem Wasser, AC und TV und der Receptionist ist auch noch nett. Er ruft Herrn Trunk an und so erfahre ich , dass er mir den Trolley heute Abend (es stellt sich dann heraus, dass er Morgen früh meint) ins Hotel bringen will - Superservice, ungewöhnlich, sehr freundlich. Mein nachmaliger Spaziergang bestätigt meinen Ersteindruck von Saigon, wird aber noch bereichert durch das Faktum, dass ich mich in der Backpackerhochburg befinde. Hier findet man alles, was der westliche Tourist so braucht (Markenware zum Reisen wie Jacken, Schlafsäcke, Ausrüstung, aber auch Souvenirs, westliche und östliche Restaurants, Reiseagenturen, Hotels en masse, alles in Englisch verständlich dargestellt), aber genug Asien, damit man sich anheimend fremd fühlt. Wie ich so durch die Gegend schlendere, sehe ich einen Kartenstand mit wunderschönen Karten und kaufe mir nach ausfühlicher Wahl auch 4 Stück. Ein amerikanisches Ehepaar will auch ein paar kaufen, sie haben aber nur Dollar. Also erbete ich mich, ihnen Dong einzuwechseln, damit sie den Händler zahlen können. Die Transaktion findet auch statt, aber die Dame sagt dann, dass ich jetzt noch in Dong bezahlen müsse, was ich brav tue, so verwirrt bin ich von dem ganzen Hin- und Hergerechne. Irgendetwas ist komisch und nach einiger Zeit merke ich, dass ich die Karten für das Ehepaar bezahlt habe - aber die beiden sind schon weg. Ärgerlich! Aber auch irgendwie komisch! Morgen sehe ich zu, dass ich meine Visa für Kambodia und Laos bekomme (bekäme ich wahrscheinlich beide auch an den jeweiligen Grenzen, aber dann "etwas" teurer - die Zöllner wollen auch leben!), dabei werde ich einen historischen Spaziergang einlegen. - Hat sich schon etwas an der Informationsfront "Bilderrettung" getan? Cathrin
Montag, 13. Mai 2013
Da Andreas das Filmrätsel in Recordgeschwindigkeit gelöst hat, hier auch für Euch die Auflösung:
Im Duong Home (das Haus befindet sich in Privatbesitz der Familie Duong seit nunmehr 5 Generationen) im NOrden CanThos, in der Nähe der Ausfallstraße nach Long Xuyen gelegen, wurde der Film L´Amant von J.J.Anaud gedreht. Allerdings nur wegen des Ambientes, denn tatsächlich hat das Haus selbst keinen Bezug zum eigentlichen Geschehen. Dieses fand statt in Sa Dec, an welchem Ort Marguerite Duras Vater Mathelehrer an der dortigen Oberschule war (das Lehrerhaus existiert nicht mehr - heute befindet sich hier der Bau des People´s Commitee), wohl aber noch die Schule, in der heutzutage die Primarschule logiert. Besichtigen kann man allerdings das Haus von Marguerite Dumas Liebhaber, dem chinesischstämmigen Huynh Thuy Le, der, damals 23 Jahre alt, die 15-jährige Marguerite auf einem Fährschiff (über den Mekong) kennen- und liebenlernte (daran kann man ersehen, wie breit die Deltaflussarme des Mekong sind, man findet Zeit, sich zu verlieben...) Dieses wunderschöne Haus - im Interieur ganz im chinesischen Stil , außenzu eine französische Kolonialvilla - steht ruhig in einem kleinen Vorhof (der hintere Garten ist nicht mehr) direkt an der Uferstraße. Die Möbel strahlen in Mother-in-Perle-Intarsienarbeiten, die an das, das gesamte Vorderhaus einnehmenden Entree, angrenzenden Schlafräume sind von wunderschön gearbeiteten Glas und Holzwänden mit aufwändigen Schnitzereien umgeben. Man kann hier auch (für teures Geld) übernachten, allerdings wohl nicht sehr komfortabel, die Matratzen unter den fein gestickten Moskitonetzen machten einen recht harten Eindruck. Besonders beeindruckt war ich von dem seidenweichen Lichteinfall, der nur durch die Vordertür und den Hintereingang, jeweils gebrochen durch eine Geisterwand, in die Räumlichkeiten hineinstrahlt und sich in dem Perlmut der Möbel bricht. Ein wunderschöner Ort zum Verweilen und bleiben - was Marguerite Dumas auch tat. Allerdings zog sie es vor, mit ihrem Liebhaber in Saigon zu leben für zwei Jahre bevor die Liason auseinanderging, besonders auch, da Huynh Thuy Le von seinen Eltern hernach ehrenhaft mit einer Vietnamesin verheiratet wurde. Dankenswerterweise veröffentlichte M.Dumas ihren Roman erst, als sowohl ihr Liebhaber, als auch dessen Frau (aus der Ehe stammen 5 Kinder, die heute in Canada, Frankreich und in den USA leben) verschieden waren. Natürlich habe ich alles fotographisch dokumentiert, einschließlich der Autographen von Dumas, Annaud und der Schauspieler, aber leider.... unerreichbar, weil mein Kamerachip formatiert werden möchte...
Übrigens habe ich mein Ohr weiterhin schulen dürfen bzgl. traditioneller Musik, denn, um uns den Abend zu verkürzen und damit mir Ut nicht etwa einschlief auf der langen Rückfahrt nach Can Tho haben wir uns gegenseitig besungen, ua. mit den jeweligen Nationalhymnen (incl. Übersetzung), einiger Bauernlieder und ich gab sogar Weihnachtslieder ob meines begrenzten Liedgutkatalogs zum Besten.Immerhin hbe ich so einige vietnamesische Lieder kennengelernt - allesamt ziemlich traurig, aber wert vorgetragen zu werden. Sie handeln von der verflossenen Liebe, nachdem der Schatz "zwangsverheiratet" wurde durch dessen Eltern (weil die Liebe mit dem Sänger offensichtlich nicht statthaft da unstandesgemäß war) oder von der Unmöglichkeit der Liebe (nach dem Motto der zwei Königskinder, die nicht zueinander kommen konnten - hier trennt ebenfalls der Fluss, bzw. der Tod) und die wehmütige Weise einer Kriegsbraut, die um ihren gefallenen Liebsten trauert. Jedenfalls war das Ganze sehr schön, so gegen den Verkehr anzuträllern. Außerdem - bei einem Suppenstopp - habe ich dem vietnamesischen Schnulzenkönig lauschen dürfen - ein rechter Ohrwurmfänger! Ut erzählte mir, dass dies auch der Lieblingssänger seiner Mutter (immerhin 72 alt) sei, sie sänge immer mit, wenn er im Radio käme - kann ich gut verstehen, so was Schmalziges kann man unheimlich gut mitsummen, da sehr eingängig und schmachtig, so ein richtiger Möchte-gern-Schwiegersohn-Sound. Außerdem lernte ich einiges über das Freizeitverhalten der Vietnamesen in diesem Zusammenhang, die leidenschaftliche Karaoke-Sänger sind. Man mietet sich einen Raum in einem Karaokepalast - stundenweise - und singt, was das Zeug hält.Tanzen geht zwar auch dem wllden Rhythmus folgend allein, aber bevorzugt bleibt der Gruppentanz, von dem Ut mir vorschwärmte. Vielleicht kann ich irgendwo eine CD mit dem Schnulzenheini erwerben und Euch bei Gelegenheit mal vorspielen! Jedenfalls die Vietnamesen lieben ihn - auch die Jüngeren.
Auf meiner Reise habe ich auch noch einige Unterschiede zwischen Vietnam und seinen Nachbarländern mitbekommen. Letzens habe ich ja schon bemerkt, dass die Vietnamesen insgesamt viel wohlhabender sind. Woran sieht man das? Einmal, weil sie Kreditkarten nutzen und zwar genauso wie wir, also andauernd. Überall stehen ATM´s herum (automatic Taller Machine) und die Leute fahren mit ihren Mopeds vor und ziehen da ihr Geld. Weiterhin sind die Mopeds meist japanischer und nicht chinesischer - also Billig- - Bauart und damit entsprechend teurer. Dies gilt auch für andere technische Geräte, die hier weit verbreitet sind. Fernsehen gehört hier bereits zum Standard (man sieht das allabendlich, denn die guten Stuben sind zur Straße hin offen und so kann man den verschiedenen Programmen im Überblick folgen). Hat man Sky-Channel, dann kann man den mindestens 40 verschiedenen vietnamesischen Sendern folgen. Erstaunlich bei der hiesigen Einkommenssituation ist, dass es große Technikstores gibt, in denen man z.B. Laptops zum Preis von 30 Mio Dong (=1000 Euro) kaufen kann, die auch tatsächlich gekauft werden. Vielerorts habe ich Apple-Shops gesehen, die auch Käufer und nicht nur gaffende Massen anziehen. Handy hat hier jederman und entsprechende Läden gibt es überall (auch, wenn eine Simkarte nur ca 3 Euro kostet). Die LÄden sind gerammelt voll mit Markentechnik wie Waschmaschinen, Fans, Saftern usw. und in jedem Hotel hatte ich bisher eine Heißwasserdurchlauferhitzer, meist deutscher Hersteller - also auch nicht gerade am billigsten. Nur Privatautos gibt es noch nicht allzuviele - das kommt sicher noch, vergleicht man die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Mopeds. Die Restaurantkultur hat hier schon sehr weit um sich gegriffen. Auch Einheimische frequentieren diese offensichtlich gerne.
Ein weiterer, sehr auffälliger Unterschied im vergleich zu Burma und Kambodscha ist die Ordnungsliebe der Vietnamesen. Über den Umweltschutz habe ich ja schon gesprochen und alles, was ich gesagt habe, hat sich auf der Reise bestätigt. Aber wenn man übers Land fährt, wird der vietnamesische Ordnungssinn noch deutlicher bei der Anlage der Pflanzen. Hier ist alles in Reih und Glied, kein Beet zeigt "Unkraut", das Gemüse, die Blumen, das Obst, alles hervorragend gepflegt und geschniegelt, geputzt und poliert!. Auffällig ist, dass Werbung für Arbeitsschutz gemacht wird, also, was man alles anziehen muss, um sicher auf dem Bau arbeiten zu können. Große Plakate vor den Baustellen zeigen - auch für Analphabeten verständlich - wie man sich auf den Baustellen zu kleiden hat (Helmpflicht, Handschuhe, Schuhe mit harten Spitzen, lange Hosen, Hosenträger usw.) Dieser Wille zur Ordnung zeigt sich auch in der Ortskennzeichnung. Dies ist hier mit Sicherheit der erste Ort in 'Asien, an dem man ohne Schwierigkeiten den Namen von Straßen erfährt (und damit, wo man sich lt. Stadtplan gerade befindet), weiß, in welcher Ortschaft man sich gerade aufhält, dank der Ortnamensschilder und weiß, wo die genaue Adresse eines Zielortes ist, da man die Hausnummern sofort finden kann. Allerdings: An den Durchgangsstraßen findet man immer noch kaum erklärungsfähige Richtungshinweise - also, verfahren kann man sich nach wie vor gut (sofern man viele Straßen überhaupt findet, denn die Landkarten sind doch etwas grob im Straßenraster. Schließlich: Ein besonders erfreulicher Unterschied ist die Existenz von Cafes hier und das nicht zu knapp. Die Kaffee-Kultur steht hoch im kurs, in den meisten Cafes trinkt man Cafe und/oder Tee (kalten Tee bekommt man überall sofort angeboten), Softdrinks oder leichten Alkohol (= BIER), manchmal gibt es auch Kuchen dazu (Sahnerollen, Cremeschnitten, Nusskuchen ...Es ist beschaulich, in diese Cafes einzukehren, auch der Hängemattentyp ist existent, einfach schön faul und behaglich - ein schöner Zug hier n Vietnam!
Zum Schluss noch ein Nachtrag zum Brennpunktthema "Karl Marx". Bei Gelegenheit des Themas kannte hier niemand Karl Marx, was mich erstaunte. Zu Recht - denn natürlich kennen die Leute hier in Vietnam Karl Marx, allerdings nicht untern seinem Namen, ER heißt hier Mieau (das Ganze noch nasalieren). Dass es sich um denselben Mann handelt, habe wir über Google herausbekommmen. So - nun aber erst einmal Schluss- bis bald. Cathrin
Cafe (Cafe, kalte Getränke, Tee – zweiter Typ auch Kuchen
Im Duong Home (das Haus befindet sich in Privatbesitz der Familie Duong seit nunmehr 5 Generationen) im NOrden CanThos, in der Nähe der Ausfallstraße nach Long Xuyen gelegen, wurde der Film L´Amant von J.J.Anaud gedreht. Allerdings nur wegen des Ambientes, denn tatsächlich hat das Haus selbst keinen Bezug zum eigentlichen Geschehen. Dieses fand statt in Sa Dec, an welchem Ort Marguerite Duras Vater Mathelehrer an der dortigen Oberschule war (das Lehrerhaus existiert nicht mehr - heute befindet sich hier der Bau des People´s Commitee), wohl aber noch die Schule, in der heutzutage die Primarschule logiert. Besichtigen kann man allerdings das Haus von Marguerite Dumas Liebhaber, dem chinesischstämmigen Huynh Thuy Le, der, damals 23 Jahre alt, die 15-jährige Marguerite auf einem Fährschiff (über den Mekong) kennen- und liebenlernte (daran kann man ersehen, wie breit die Deltaflussarme des Mekong sind, man findet Zeit, sich zu verlieben...) Dieses wunderschöne Haus - im Interieur ganz im chinesischen Stil , außenzu eine französische Kolonialvilla - steht ruhig in einem kleinen Vorhof (der hintere Garten ist nicht mehr) direkt an der Uferstraße. Die Möbel strahlen in Mother-in-Perle-Intarsienarbeiten, die an das, das gesamte Vorderhaus einnehmenden Entree, angrenzenden Schlafräume sind von wunderschön gearbeiteten Glas und Holzwänden mit aufwändigen Schnitzereien umgeben. Man kann hier auch (für teures Geld) übernachten, allerdings wohl nicht sehr komfortabel, die Matratzen unter den fein gestickten Moskitonetzen machten einen recht harten Eindruck. Besonders beeindruckt war ich von dem seidenweichen Lichteinfall, der nur durch die Vordertür und den Hintereingang, jeweils gebrochen durch eine Geisterwand, in die Räumlichkeiten hineinstrahlt und sich in dem Perlmut der Möbel bricht. Ein wunderschöner Ort zum Verweilen und bleiben - was Marguerite Dumas auch tat. Allerdings zog sie es vor, mit ihrem Liebhaber in Saigon zu leben für zwei Jahre bevor die Liason auseinanderging, besonders auch, da Huynh Thuy Le von seinen Eltern hernach ehrenhaft mit einer Vietnamesin verheiratet wurde. Dankenswerterweise veröffentlichte M.Dumas ihren Roman erst, als sowohl ihr Liebhaber, als auch dessen Frau (aus der Ehe stammen 5 Kinder, die heute in Canada, Frankreich und in den USA leben) verschieden waren. Natürlich habe ich alles fotographisch dokumentiert, einschließlich der Autographen von Dumas, Annaud und der Schauspieler, aber leider.... unerreichbar, weil mein Kamerachip formatiert werden möchte...
Übrigens habe ich mein Ohr weiterhin schulen dürfen bzgl. traditioneller Musik, denn, um uns den Abend zu verkürzen und damit mir Ut nicht etwa einschlief auf der langen Rückfahrt nach Can Tho haben wir uns gegenseitig besungen, ua. mit den jeweligen Nationalhymnen (incl. Übersetzung), einiger Bauernlieder und ich gab sogar Weihnachtslieder ob meines begrenzten Liedgutkatalogs zum Besten.Immerhin hbe ich so einige vietnamesische Lieder kennengelernt - allesamt ziemlich traurig, aber wert vorgetragen zu werden. Sie handeln von der verflossenen Liebe, nachdem der Schatz "zwangsverheiratet" wurde durch dessen Eltern (weil die Liebe mit dem Sänger offensichtlich nicht statthaft da unstandesgemäß war) oder von der Unmöglichkeit der Liebe (nach dem Motto der zwei Königskinder, die nicht zueinander kommen konnten - hier trennt ebenfalls der Fluss, bzw. der Tod) und die wehmütige Weise einer Kriegsbraut, die um ihren gefallenen Liebsten trauert. Jedenfalls war das Ganze sehr schön, so gegen den Verkehr anzuträllern. Außerdem - bei einem Suppenstopp - habe ich dem vietnamesischen Schnulzenkönig lauschen dürfen - ein rechter Ohrwurmfänger! Ut erzählte mir, dass dies auch der Lieblingssänger seiner Mutter (immerhin 72 alt) sei, sie sänge immer mit, wenn er im Radio käme - kann ich gut verstehen, so was Schmalziges kann man unheimlich gut mitsummen, da sehr eingängig und schmachtig, so ein richtiger Möchte-gern-Schwiegersohn-Sound. Außerdem lernte ich einiges über das Freizeitverhalten der Vietnamesen in diesem Zusammenhang, die leidenschaftliche Karaoke-Sänger sind. Man mietet sich einen Raum in einem Karaokepalast - stundenweise - und singt, was das Zeug hält.Tanzen geht zwar auch dem wllden Rhythmus folgend allein, aber bevorzugt bleibt der Gruppentanz, von dem Ut mir vorschwärmte. Vielleicht kann ich irgendwo eine CD mit dem Schnulzenheini erwerben und Euch bei Gelegenheit mal vorspielen! Jedenfalls die Vietnamesen lieben ihn - auch die Jüngeren.
Auf meiner Reise habe ich auch noch einige Unterschiede zwischen Vietnam und seinen Nachbarländern mitbekommen. Letzens habe ich ja schon bemerkt, dass die Vietnamesen insgesamt viel wohlhabender sind. Woran sieht man das? Einmal, weil sie Kreditkarten nutzen und zwar genauso wie wir, also andauernd. Überall stehen ATM´s herum (automatic Taller Machine) und die Leute fahren mit ihren Mopeds vor und ziehen da ihr Geld. Weiterhin sind die Mopeds meist japanischer und nicht chinesischer - also Billig- - Bauart und damit entsprechend teurer. Dies gilt auch für andere technische Geräte, die hier weit verbreitet sind. Fernsehen gehört hier bereits zum Standard (man sieht das allabendlich, denn die guten Stuben sind zur Straße hin offen und so kann man den verschiedenen Programmen im Überblick folgen). Hat man Sky-Channel, dann kann man den mindestens 40 verschiedenen vietnamesischen Sendern folgen. Erstaunlich bei der hiesigen Einkommenssituation ist, dass es große Technikstores gibt, in denen man z.B. Laptops zum Preis von 30 Mio Dong (=1000 Euro) kaufen kann, die auch tatsächlich gekauft werden. Vielerorts habe ich Apple-Shops gesehen, die auch Käufer und nicht nur gaffende Massen anziehen. Handy hat hier jederman und entsprechende Läden gibt es überall (auch, wenn eine Simkarte nur ca 3 Euro kostet). Die LÄden sind gerammelt voll mit Markentechnik wie Waschmaschinen, Fans, Saftern usw. und in jedem Hotel hatte ich bisher eine Heißwasserdurchlauferhitzer, meist deutscher Hersteller - also auch nicht gerade am billigsten. Nur Privatautos gibt es noch nicht allzuviele - das kommt sicher noch, vergleicht man die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Mopeds. Die Restaurantkultur hat hier schon sehr weit um sich gegriffen. Auch Einheimische frequentieren diese offensichtlich gerne.
Zum Schluss noch ein Nachtrag zum Brennpunktthema "Karl Marx". Bei Gelegenheit des Themas kannte hier niemand Karl Marx, was mich erstaunte. Zu Recht - denn natürlich kennen die Leute hier in Vietnam Karl Marx, allerdings nicht untern seinem Namen, ER heißt hier Mieau (das Ganze noch nasalieren). Dass es sich um denselben Mann handelt, habe wir über Google herausbekommmen. So - nun aber erst einmal Schluss- bis bald. Cathrin
Cafe (Cafe, kalte Getränke, Tee – zweiter Typ auch Kuchen
Tja, dass ich total frustriert bin und mir auch einigermaßen die Verve zum Schreiben heute abgeht, das habe ich Euch ja nun schon berichtet. Es gibt also wieder keine Bilder - ich kann es nicht fassen, denn ich habe soooooviiiiele tolle Aufnahmen gemacht. Von Ca Mau bin ich weiter nach Can Tho - ins Herz des Mekong-Deltas gereist. Can Tho ist eine der Städte, die ich mag. In einem schönen Hotel, direkt an der Wasserfront, mit einem schönen Balkon gesegnet, wohne ich, zwischen dem Fluss und mir nur eine Promenade, von der eine überlebensgroße Ho-Chi-Min-Statue freundlich herübergrüßt. Tagsüber ist es heiß und sehr schwül - ab und zu regnet es, aber es folgt keine Abkühlung, sondern es wird nur noch schwüler! Aber Abends ist es herrlich - warm, aber angenehm und der Fluss bringt eine leichte Brise. In aller Ruhe kann man das Geschehen auf der Promenade beobachten und es gibt so viel zu sehen! Am ersten Tag habe ich eine Bootstour gebucht zu den "schwimmenden Märkten", also flussaufwärts zu den Orten Cai Rang und Phong Dien, wo die (Groß-)Händler am Morgen ihre Waren losschlagen, allerdings alles auf Bötchen und Sampans. Es ging also morgens um 5 Uhr frühl los - das war verdammt früh, aber zum Sonnenaufgang um Viertel vor Sechs wollte ich unterwegs sein, denn in der Früh ist am meisten auf den Märkten los. Ich erlebte einen herrlichen Sonnenaufgang in der kleinen Schaluppe, auf der mich die Fährfrau Mang den CanThoRiver, einen der Deltaarme des Mekong, hinauf beförderte. Die Märkte waren schön und aufregend und lebhaft (eine Wassermelone und eine Ananas habe ich mir dort gekauft), aber die Bootstour, die für mich alleine durchgeführt wurde (ich hatte Gruppentarif gebucht, aber leider kam keine Gruppe zustande), führte auch zu einer Reiskuchenfabrik (eher ein Familien geführtes Kleinunternehmen) und durch die wunderbare und geheimnisvolle Kanallandschaft. Mittags, wieder in CanTho, habe ich mir ein MOtorrad geliehen (meine Unfallwunden sind schon wieder ganz gut verheilt, naja, der rechte Ellbogen tut noch ganz schön weh, aber wenn ich nicht weiterfahre, dann lasse ich es wahrscheinlcih bald ganz sein - also Auf ein Neues), bin die Strecke bis fast nach Phong Dien noch einemal die Küstenstraße abgefahren und habe dabei die Fahrt durch das dichte Straßengewühl in CanTho, die immerhin die größte Stadt hier im Delta ist, genossen. Danach, es fing an zu regnen, bin ich noch in nördliche Richtung gefahren, um mir das Duong House (Genaueres zu diesem Haus, wenn Andreas das Rätsel gelöst hat, was ich ihm per Mail zugeschickt habe) und den Binh Thuy Tempel (wer hier verehrt wird, das habe ich allerdings nicht verstanden, der Tempel ist jedenfalls chinesisch angehaucht, hat aber auch ein vietnamesisches Pantheon dabei!?) anzuschauen.
Die nächsten drei Tag habe ich eine Tour durch das Delta gebucht, nach einigem Zögern wieder mit einem Motorraddriver, aber so ein SErvice macht das Reisen einfach unkompliziert (der Driver kennt den Weg, konzentriert sich auf den Verkehr, während ich herumschauen kann und kann sich muttersprachlich unterhalten und einem überhaupt viele Tipps geben) und man bekommt wirklich viel zu sehen in kürzester Zeit. Dabei ist das Reisen völlig individuell. Es gäbe so viel zu erzählen, aber ich fürchte, das NIederschreiben auch nur eines kleinen Teils überfordert mich bereits. Da nun die Bilder scheint´s weg sind (ich kann es immer noch nicht fassen, es darf einfach nicht wahr sein - es waren sooooooooooooooooo tooooooooooooooooolllllle Bilder dabei!1 Richtige Kompositionen, denn ich habe die Minireise sooooooooooooooo genossen!), will ich aber wenigstens die Eckpfeiler kurz umreißen, damit ihr eine Vorstellung und ich eine Gedächtnishilfe habe.
Mein Fahrer war Ut, ein Student der vietnamesischen Literatur, 23 Jahre alt, wunderbar gelaunt, hilfsbereit und interessiert (außerdem war er ein guter Fahrer), da er erst seit einem Monat sich etwas Geld als Tourguide verdient. Sein Englisch war ausreichend gut und wir hatten beide viel Spaß und haben eingies voneinander gelernt. Im Austausch zu etwas Englisch-Verbesserung (Seine Aussprache im Englischen war manchmal schwer zu verstehen, da starker Vietnam-Accent - der Englisch-Unterricht ist hierzulande eher theoretisch, also Lesen, Schreiben, dem Lehrer, der niemals in einem englischsprachigen Land war, nachsprechen - bloß keine Unterhaltung!) habe ich etwas Vietnamesich gelernt (die Aussprache ist schon ziemlich schwer - meine Umschrift ist nicht besonders hilfreich, wohl aber das Nachsprechen, wenn Ut mir etwas vorgesagt hat). Er ist das Nesthäkchen von 9 Geschwistern und stammt aus dem südlichen Delta, also vom Lande. Daher konnte er mir auch viel vom Landleben und von der Landwirtschaft hier erzählen.
Am ersten Tag fuhren wir Richtung HohChiMinCity, also nach Nordosten, über Land. Irgendwelche kleinen Straßen, viele Zwischenstops zum Schauen, eine Überquerung der erst im vorletzten Jahr fertiggestellten Brücke (TEil eines Riesenprojekts, bei dem das Delta über drei neue Brücken verbunden wird), die sich über den breitesten Mekong-Delta-Arm, den Hau Giang, als längeste Kabel-Brücke Südostasiens spannt, eine herrliche Fährfahrt hinüber nach An Binh Island, auf der gegenüber Vinh Long liegenden Uferseite des Co Chien River. An Binh ist ein von Kanälen durchzogener Fruchtgarten, wo wir nachmittags nachdem der Sturzbachregen nachgelassen hatte, entlang der Wasserwege eine Spritztour mit dem Fahrrad gemacht haben, nachdem wir in unserer Unterkunft, einem sogenannten Homestay (eher ein Hostel) in einem schönen Garten gelegen undmit vielen Hängematten ausgestattet, angekommen waren. Das Abendessen war im Preis inbegriffen und es war eine allerbeste Überraschung. Es gab Fisch, den man mit STäbchen abgrätete und zusammen mit Salat, Sprossen und Gemüsen in ein Reispapier einrollte und genüsslich verspreisen konnte. Außerdem gabe es noch REis und diverse Fleischgerichte und Scampies - also, wir haben nicht alles geschafft, es war herrlich, aber zu viel. Das Frühstück war französisch - baguetteseitig und karg!
Der zweite Tag war eher gemächlich. Die Route führte über die Vinh LOng Insel zurück, diesmal Richtung Westen, um mit der Fähre bei Long Xuyen überzusetzen nach einer recht beschaulichen Landpartie. Einen interessanten Stopp haben wir dabei in Sa Dec eingelegt, einer alten französischen Kolonialstadt. Dort haben wir ein besonderes Haus angeschaut (wird noch nicht verraten, da Teil des Andreas Schmidt-Rätsels) - hier trafen wir auf ein Fernsehteam und ich wurde für das vietnamesische Kulturprogramm interviewt! - und einen Cao Dai Tempel, der mit seinem Eklektizsmus faszinierte. Eine Rast in einem flussseitig gelegenen Teastall brachte mir den Eiskaffee hier angenehm näher. Der Kaffee wird italienisch gebraut, ist also extrem stark. DAs Ganze wird in ein Glasvoll mit Eiswürfeln geschüttet und zischt so richtig, wenn der heiße, dickflüssige Kaffee auf das Eis trifft. Man kann auch Milch dazu nehmen, allerdings gibt es nur extrem pottsüße Dosenmilch, da die Leute hier auch noch Zucker zum Kaffee mögen, verzieht es einem den Mund vor Süße - ich geniesße ohne Zucker und ohne Kondenzmilch.Die Weiterfahrt erfolgte durch die diversen Blumengärten, denn Sa Dec ist bekannt für seine Blumenzucht.
Die Weiterfahrt zu unserem Zielort Chau Doc an der kambodschanischen Grenze zog sich hin und so lernte ich noch etwas einfach Wunderbares kennen, die Hängematten-Restaurants. Entlang der Schnellstraßen gibt es große, überdachte Hallen, die voll behängt mit Hängematten sind. Hier kann man im wahrsten Sinne des Wortes abhängen, dabei etwas Kaltes trinken (hier: Kokosmilch gekühlt) und sich beim nächsten Foodstall etwas zum Essen holen (in unserem Fall Reissuppe mit Ente und frischem Gründgemüse - ein GEnuss) - über einem nur die Decke und ein Fan - ich habe, ich kann mich nicht entsinnen, wann ich so etwas das letzte Mal gemacht habe, ein Mittagsnickerchen eingelegt, seicht geschaukelt im Wind (aufgewacht bin ich, weil ein dicker schwarzer Käfer aus den Höhen des Dachfirstes hinabstürzte und sich hernach noch in meinen Haaren verfing - aber er war harmlos, hat sich wahrscheinlich mehr al sich erschrocken). Bevor wir in Chau Doc ankamen, legten wir noch einen Zwischenstopp bei einem der älteren Brüder von Ut ein, der einen kleinene Bauernhof hat und Woschä, Zuckerrohr und Enten/Gänse für den lokalen Markt produziert. Zur Feier meiner Anwesenheit wurde die Großmutter aus ihrer Liegestatt (sie kann nicht mehr gehen) in den Repräsentationsraum geholt, da ich der erste Ausländer war, den sie jemals in ihrem Haus begrüßen konnte. Da des Bruders Familie der Hoa Hao Religion anhängt, lernte ich sogleich auch noch etwas über diese zweite - neben der Cao Dai - vietnamesische Sonderreligion. Erst nach Einbrucch der Dunkelheit erreichten wir so Chau Doc. Auf der Suche nach einem Nachquartier verschlug es uns nach Sam Montain und zu seinen Tempeln, die hell erleuchtet waren. Den Chua Xu Tempel und den dazu gehörigen Markt konnte ich mir so nach etwas genauer anschauen, zumal Ut einige Zeit im Tempel beschäftigt war (er bat um eine gute Reise).
Der letzte Tag was wiederum sehr intensiv und sehr lang. Losgefahren sind wir ohne Frühstück um halb sieben in der Früh und angekommen in CanTho - tja, da war es bereits 22 Uhr vorbei. Den Morgen haben wir im Tra Su Bird Sanctuary verbracht, einem Wiederaufforstungsprojekt nach der Agent Orange Zerstörung des Deltas. Ich fand diese Wiederaufforstung sehr erfolgreich. Man erkennt den künstlichen Charakter der Gesamtanlage nicht, stattdessen ist man von Luftwurzlern und grünlichem Brackwasser umgeben, während einen kleine Nachen zu den Brutstätten der Reiher bringen - ein phantastisches Erlebnis. Weil´s so schön war, habe ich noch eine zweite Runde bezahlt! Danach gab es einige Geschichtslektionen. Zuerst in Ba Chuc, hier ermordeten die Pol Pot ein ganzes Dorf mit fast 4000 Menschen (nur 2 Einwohnerinnen überlebten das Massaker), weil sie aufgrund der starken kambodschanischen MInderheit in diesem Gebiet Gebietsanspruch erhoben und die kambodschanischen Flüchtlinge bis hierher verfolgten. Na das war jedenfalls der Anlass, dass die Vienamesen nach Kambodsccha einmarschierten und es von PolPot befreiten.
Die nächste Geschichtslektion bekam ich in Tup Duc. Hier - in einer flachen Gegend, in die Berge wie Findlinge geseetzt sind, fanden die VietCong gut Unterschlupf in den Höhlen. Die Amerikaner versuchten, die Verstecke durch schiere Vernichtung der landschaftlichen Grundlagen, also der Zerbombung der Karstberge, zu zerstören. Den Berg bei Tup Duc nennen die Vietnamesen deshalb den 2 Billionen Dollar HÜgel, da Zerstörungsmittel in dieser WErthöhe hier zerdeppert wurden - jedoch vergeblich bezogen auf die Absicht. Man kann also in den ehemaligen Vietcong-Unterschlüpfen herumstolpern (es ist dunkel und steinig und abschüssig) - eine interessante Geschichtslektion! Tup Duc ist heute allerdings als Familienholidaypark ausgebaut, so dass ich auch noch eine STraußenfarm und einen Krokodilweiher gesehen habe. Alles in allem fuhren wir am letzten Tag fast 200 Kilometer - und das Moto fuhr nur 40 in der Stunde. Alles in allem eine phantastische Tour - ich hoffe, ich kann die über 500 Bilder und diverse Filme retten, die ich gemacht habe, alles andere wäre sehr traurig.
Morgen geht es nun nach Saigon, von dort berichte ich wahrscheinlich Neues, wenn mich die Depression ob meines Bildverlustes nicht hinwegschwemmt.
Die nächsten drei Tag habe ich eine Tour durch das Delta gebucht, nach einigem Zögern wieder mit einem Motorraddriver, aber so ein SErvice macht das Reisen einfach unkompliziert (der Driver kennt den Weg, konzentriert sich auf den Verkehr, während ich herumschauen kann und kann sich muttersprachlich unterhalten und einem überhaupt viele Tipps geben) und man bekommt wirklich viel zu sehen in kürzester Zeit. Dabei ist das Reisen völlig individuell. Es gäbe so viel zu erzählen, aber ich fürchte, das NIederschreiben auch nur eines kleinen Teils überfordert mich bereits. Da nun die Bilder scheint´s weg sind (ich kann es immer noch nicht fassen, es darf einfach nicht wahr sein - es waren sooooooooooooooooo tooooooooooooooooolllllle Bilder dabei!1 Richtige Kompositionen, denn ich habe die Minireise sooooooooooooooo genossen!), will ich aber wenigstens die Eckpfeiler kurz umreißen, damit ihr eine Vorstellung und ich eine Gedächtnishilfe habe.
Mein Fahrer war Ut, ein Student der vietnamesischen Literatur, 23 Jahre alt, wunderbar gelaunt, hilfsbereit und interessiert (außerdem war er ein guter Fahrer), da er erst seit einem Monat sich etwas Geld als Tourguide verdient. Sein Englisch war ausreichend gut und wir hatten beide viel Spaß und haben eingies voneinander gelernt. Im Austausch zu etwas Englisch-Verbesserung (Seine Aussprache im Englischen war manchmal schwer zu verstehen, da starker Vietnam-Accent - der Englisch-Unterricht ist hierzulande eher theoretisch, also Lesen, Schreiben, dem Lehrer, der niemals in einem englischsprachigen Land war, nachsprechen - bloß keine Unterhaltung!) habe ich etwas Vietnamesich gelernt (die Aussprache ist schon ziemlich schwer - meine Umschrift ist nicht besonders hilfreich, wohl aber das Nachsprechen, wenn Ut mir etwas vorgesagt hat). Er ist das Nesthäkchen von 9 Geschwistern und stammt aus dem südlichen Delta, also vom Lande. Daher konnte er mir auch viel vom Landleben und von der Landwirtschaft hier erzählen.
Am ersten Tag fuhren wir Richtung HohChiMinCity, also nach Nordosten, über Land. Irgendwelche kleinen Straßen, viele Zwischenstops zum Schauen, eine Überquerung der erst im vorletzten Jahr fertiggestellten Brücke (TEil eines Riesenprojekts, bei dem das Delta über drei neue Brücken verbunden wird), die sich über den breitesten Mekong-Delta-Arm, den Hau Giang, als längeste Kabel-Brücke Südostasiens spannt, eine herrliche Fährfahrt hinüber nach An Binh Island, auf der gegenüber Vinh Long liegenden Uferseite des Co Chien River. An Binh ist ein von Kanälen durchzogener Fruchtgarten, wo wir nachmittags nachdem der Sturzbachregen nachgelassen hatte, entlang der Wasserwege eine Spritztour mit dem Fahrrad gemacht haben, nachdem wir in unserer Unterkunft, einem sogenannten Homestay (eher ein Hostel) in einem schönen Garten gelegen undmit vielen Hängematten ausgestattet, angekommen waren. Das Abendessen war im Preis inbegriffen und es war eine allerbeste Überraschung. Es gab Fisch, den man mit STäbchen abgrätete und zusammen mit Salat, Sprossen und Gemüsen in ein Reispapier einrollte und genüsslich verspreisen konnte. Außerdem gabe es noch REis und diverse Fleischgerichte und Scampies - also, wir haben nicht alles geschafft, es war herrlich, aber zu viel. Das Frühstück war französisch - baguetteseitig und karg!
Der zweite Tag war eher gemächlich. Die Route führte über die Vinh LOng Insel zurück, diesmal Richtung Westen, um mit der Fähre bei Long Xuyen überzusetzen nach einer recht beschaulichen Landpartie. Einen interessanten Stopp haben wir dabei in Sa Dec eingelegt, einer alten französischen Kolonialstadt. Dort haben wir ein besonderes Haus angeschaut (wird noch nicht verraten, da Teil des Andreas Schmidt-Rätsels) - hier trafen wir auf ein Fernsehteam und ich wurde für das vietnamesische Kulturprogramm interviewt! - und einen Cao Dai Tempel, der mit seinem Eklektizsmus faszinierte. Eine Rast in einem flussseitig gelegenen Teastall brachte mir den Eiskaffee hier angenehm näher. Der Kaffee wird italienisch gebraut, ist also extrem stark. DAs Ganze wird in ein Glasvoll mit Eiswürfeln geschüttet und zischt so richtig, wenn der heiße, dickflüssige Kaffee auf das Eis trifft. Man kann auch Milch dazu nehmen, allerdings gibt es nur extrem pottsüße Dosenmilch, da die Leute hier auch noch Zucker zum Kaffee mögen, verzieht es einem den Mund vor Süße - ich geniesße ohne Zucker und ohne Kondenzmilch.Die Weiterfahrt erfolgte durch die diversen Blumengärten, denn Sa Dec ist bekannt für seine Blumenzucht.
Die Weiterfahrt zu unserem Zielort Chau Doc an der kambodschanischen Grenze zog sich hin und so lernte ich noch etwas einfach Wunderbares kennen, die Hängematten-Restaurants. Entlang der Schnellstraßen gibt es große, überdachte Hallen, die voll behängt mit Hängematten sind. Hier kann man im wahrsten Sinne des Wortes abhängen, dabei etwas Kaltes trinken (hier: Kokosmilch gekühlt) und sich beim nächsten Foodstall etwas zum Essen holen (in unserem Fall Reissuppe mit Ente und frischem Gründgemüse - ein GEnuss) - über einem nur die Decke und ein Fan - ich habe, ich kann mich nicht entsinnen, wann ich so etwas das letzte Mal gemacht habe, ein Mittagsnickerchen eingelegt, seicht geschaukelt im Wind (aufgewacht bin ich, weil ein dicker schwarzer Käfer aus den Höhen des Dachfirstes hinabstürzte und sich hernach noch in meinen Haaren verfing - aber er war harmlos, hat sich wahrscheinlich mehr al sich erschrocken). Bevor wir in Chau Doc ankamen, legten wir noch einen Zwischenstopp bei einem der älteren Brüder von Ut ein, der einen kleinene Bauernhof hat und Woschä, Zuckerrohr und Enten/Gänse für den lokalen Markt produziert. Zur Feier meiner Anwesenheit wurde die Großmutter aus ihrer Liegestatt (sie kann nicht mehr gehen) in den Repräsentationsraum geholt, da ich der erste Ausländer war, den sie jemals in ihrem Haus begrüßen konnte. Da des Bruders Familie der Hoa Hao Religion anhängt, lernte ich sogleich auch noch etwas über diese zweite - neben der Cao Dai - vietnamesische Sonderreligion. Erst nach Einbrucch der Dunkelheit erreichten wir so Chau Doc. Auf der Suche nach einem Nachquartier verschlug es uns nach Sam Montain und zu seinen Tempeln, die hell erleuchtet waren. Den Chua Xu Tempel und den dazu gehörigen Markt konnte ich mir so nach etwas genauer anschauen, zumal Ut einige Zeit im Tempel beschäftigt war (er bat um eine gute Reise).
Der letzte Tag was wiederum sehr intensiv und sehr lang. Losgefahren sind wir ohne Frühstück um halb sieben in der Früh und angekommen in CanTho - tja, da war es bereits 22 Uhr vorbei. Den Morgen haben wir im Tra Su Bird Sanctuary verbracht, einem Wiederaufforstungsprojekt nach der Agent Orange Zerstörung des Deltas. Ich fand diese Wiederaufforstung sehr erfolgreich. Man erkennt den künstlichen Charakter der Gesamtanlage nicht, stattdessen ist man von Luftwurzlern und grünlichem Brackwasser umgeben, während einen kleine Nachen zu den Brutstätten der Reiher bringen - ein phantastisches Erlebnis. Weil´s so schön war, habe ich noch eine zweite Runde bezahlt! Danach gab es einige Geschichtslektionen. Zuerst in Ba Chuc, hier ermordeten die Pol Pot ein ganzes Dorf mit fast 4000 Menschen (nur 2 Einwohnerinnen überlebten das Massaker), weil sie aufgrund der starken kambodschanischen MInderheit in diesem Gebiet Gebietsanspruch erhoben und die kambodschanischen Flüchtlinge bis hierher verfolgten. Na das war jedenfalls der Anlass, dass die Vienamesen nach Kambodsccha einmarschierten und es von PolPot befreiten.
Die nächste Geschichtslektion bekam ich in Tup Duc. Hier - in einer flachen Gegend, in die Berge wie Findlinge geseetzt sind, fanden die VietCong gut Unterschlupf in den Höhlen. Die Amerikaner versuchten, die Verstecke durch schiere Vernichtung der landschaftlichen Grundlagen, also der Zerbombung der Karstberge, zu zerstören. Den Berg bei Tup Duc nennen die Vietnamesen deshalb den 2 Billionen Dollar HÜgel, da Zerstörungsmittel in dieser WErthöhe hier zerdeppert wurden - jedoch vergeblich bezogen auf die Absicht. Man kann also in den ehemaligen Vietcong-Unterschlüpfen herumstolpern (es ist dunkel und steinig und abschüssig) - eine interessante Geschichtslektion! Tup Duc ist heute allerdings als Familienholidaypark ausgebaut, so dass ich auch noch eine STraußenfarm und einen Krokodilweiher gesehen habe. Alles in allem fuhren wir am letzten Tag fast 200 Kilometer - und das Moto fuhr nur 40 in der Stunde. Alles in allem eine phantastische Tour - ich hoffe, ich kann die über 500 Bilder und diverse Filme retten, die ich gemacht habe, alles andere wäre sehr traurig.
Morgen geht es nun nach Saigon, von dort berichte ich wahrscheinlich Neues, wenn mich die Depression ob meines Bildverlustes nicht hinwegschwemmt.
WER KANN HELFEN? Ich bin ärgerlich, frustriert, traurig. Heute habe ich mir den ganzen Tag Zeit nehmen wollen, um meine Fotos der vergangenen Woche zu ordnen und zu sichern.Da ich meinen Laptop nicht dabei hatte bei meiner letzten Moto-Tour und deshalb nicht täglich sichern konnte, befinden sich zahlreiche Bilder einer intensiven Minireise ins Delta und zahlreiche Filme auf der CD. Die erste Hälfte hatte ich geordnet, da wollte ich kurz mal hinaus und meine Kamera dabei mitnehmen. Den SD-Chip also aus dem Laptop gezogen und in die Kamera eingelegt ---- und dann das böse Erwachen! Formatierungsmeldung! Schock, Schock, Schock! Den Chip zurück in den Laptop - aber vergeblich, die Meldung war die gleiche "Sie müssen den Datenträger im Laufwerg H:\ formatieren, beor Sie ihn verwenden können" und dann "Auf H:\kann nicht zugegriffen werden. Auf dem Datenträger befindet sich kein bekanntes Datensystem". Ich habe keine Ahnung, was passiert ist, aber ich komme nicht mehr an meine Fotos und meine Filme ´ran. WER KANN HELFEN??? Sind meine Fotos noch zu retten, wie kann ich sie wiederherstellen? Meine stundenlangen Bemühungen fruchten leider überhaupt nicht - und formatieren will ich die SD-Card in keinem FAll, denn da sind noch alle meine Bilder irgendwo d´rauf!
Montag, 6. Mai 2013
5.5.2013 - Heute war ein schöner Tag, der Tag, an dem meine
Großmutter mütterlicherseits Geburtstag gehabt hätte (lebte sie noch) und an
dem Karl Marx geboren wurde (in einem Anfall von Lokalpatriotismus sei gesagt:
In Rheinland-Pfalz! – auch wenn er es noch nicht gewusst hat). Ich bewege mich
hier im südlichen Süden des Vietnam und sehe jeden Tag das Erbe von Marx in
Form von roten - mittig mit einem gelben, fünfzackigen Stern geschmückten -
Fahnen, die entlang der Straßen zu Hunderten aufgesteckt dem Betrachter
entgegenwehen – das ist aber auch schon das einzige Auffällige, dass daran
erinnert, dass ich mich in einem sozialistischen Land bewege.
Während ich hier (endlich) meinen Blog schreibe (den ich
schon seit fast zwei Wochen beabsichtige weiter zu führen) in meinem
Hotelzimmer mit Aircondition (eingestellt auf 16 Grad – so kalt wird es aber
niemals, weil die Außenisolation bescheiden ist und die Hitze hineinstrahlt),
also ich sitze hier und schaue in meine Notizen und höre – neben dem obligaten
Motoren-Moped-Lärm, denn ich befinde mich im Zentrum einer mittelgroßen Stadt
im südlichen Vietnam mit Namen Ca Mau – laut irgendwelche Disco-Schnulzenmusik.
Alle Asiaten lieben Musik, und das möglichst laut, damit sie ihre Freude teilen
können. Oft sieht man musikbeglückte Tänzer
vor ihren zur Straße hin offenen Wohnungen herumhüpfen oder hört auch
begeisterte Mitsänger (Traditionsliedgut habe ich das letzte Mal von Winwin,
meinem burmesischen Driver gehört, wenn er zufrieden mit dem Tag war, denn sein
Motorrad hatte noch keinen Radioempfang). Hier wird gerne laut und – nicht immer
tonal – mitgesungen zur CD oder zum Smartphone-Sound (per Lautsprecher mit dem
Rest der Welt geteilt), so habe ich schon Busfahrer, Bootsführer, den
Buchhalter einer Schmuckfirma bei der Ausfertigung der Rechnungen und
Kioskverkäufer vernehmlich und bewegt mitsingen gehört. Die Fernsehsender sind
voll mit Musiksendungen, alles erinnert entweder an Dieter Thomas Hecks
Hitparade, an den Eurovisions-Wettbewerb (was Outfit und Drumherum anbelagt)
oder an Heidifilme, wenn man in den Genuss von Videotrailern kommt. Insbesondere
junge Männer machen Heino in jeder Hinsicht Konkurrenz als Schwarm jeder
Schwiegermutter in spe, denn hier hört man wirklich triefenden Schmalz! Besonders
Grauenhaft ist die Discovariante, wenn man eine Nachtfahrt im Bus gebucht hat. Kein
Mensch scheint sich vorstellen zu können, dass man vielleicht schlafen möchte.
Stattdessen bekommt man CD´s mit den derzeit höchst gehandelten
Platteniconen vorgespielt bis in die
frühen Morgenstunden – und das laut – das wird nur noch getoppt durch die
Fürsorge des Busfahrers, der mich von Battambang nach Phnom Penh zurück
gefahren hat: Hier gab es ein Allroundprogramm – Zuerst Discoeinstimmung, dann
zwei absolute Brutaloschinken (ein Weiteres, was alle Asiaten hier gemeinsam zu
haben scheinen – ihre Liebe für Filme, in denen das Blut nur so splättert),
schließlich ein Soab (habe ich das jetzt richtig geschrieben?)-Liebesfilm mit
schlechten Schauspielern, deren Gesichtsmimik nur wenige Variationen kennt, deren
Schmacht aber verbal ausgebreitet wird vor dem hingebungsvoll lauschenden
Publikum (die Lindenstrße ist im Vergleich hierzu hohe Kultur). Schließlich
noch eine Quizsendung und am Ende ein recht ordentlicher Zeichentrickfilm, den
ich, da wir endlich am Ziel waren, leider nicht mehr zu Ende sehen konnte.
Eigentlich fehlte nur noch die in
Kambodscha sehr beliebt „Komikershow“ (ich verstehe natürlich nichts, aber die
Khmer lachen alle, wenn solcherlei im Bus kredenzt wird). Bemerkenswert ist
übrigens die Synchronisation, insbesonders die der chinesischen Historienfilme,
die man ins Programm hebt. Man hört die Originalsprecher im Hintergrund leise
murmeln, im Vordergrund ist der (einzige!) Synchronsprecher aufgelegt, der in gleich
bleibendem Ton alle Personenparte übernimmt mit lauter und bestimmter Stimme.
Es fällt angesichts dieser Übersetzungstechnik schwer, sich in das
Filmgeschehen einzuleben. Alles ähnelt eigentlich einem schlechten Vorleser,
der langweilige Dialoge widergibt. Ich meine auch erkannt zu haben, dass die
Dialgoe teilweise gar nicht wortwörtlich wiedergegeben werden, sondern dass der
Synchronsprecher willkürlich einzelne Passagen in eigenen Worten zusammenfasst.
Auch Originalbeiträge sind nicht immer ein Genuss, da die Tonspur selten
parallel läuft.
Der hämmernde Rhythmus im Hintergrund verhindert nun aktuellt,
dass ich schlafen kann und so werde ich meine Zeit hiermit sinnvoll nutzen.
Tja, also, was ist heute passiert, was war schön? Heute war
ich am südlichsten Punkt Südostasiens, nämlich am Cap Mui Cap Mau. Um 7 Uhr
aufgewacht (ohne Wecker), habe ich mir unterwegs ein paar warme Bananen geholt
(die gibt es hier vom Grill – ein prima Frühstück, wenn auch allein etwas
trocken) und bin kurz um die Ecke zur Jetty gegangen. Das ist hier in Ca Mau,
das mitten im Mekongdelta liegt, so eine Art Bushaltestelle, denn Duzende
kleiner Schnellboote, die ähnlich ausschauen wie
Hamburger-Hafen-Besichtigungsschiffe, liegen hier auf Reede, breschen hervor,
nehmen über ihre Bugschnauze ihre Passagiere auf, die behände vom Kai an Bord
hüpfen (teils mit professioneller und charmanter Hilfe des Bootmaats). Ca Mau
wird von einem Seitenarm des Mekong und einem Kanal umfangen, was liegt also
näher, als seine Besorgungen mit dem Boot zu machen. Das pfannenkuchenflache
Deltagebiet kann man am besten mit Booten bereisen, denn neben den natürlichen
Flussarmen gibt es noch hunderte von Kilometern an künstlichen Kanälen, die das
Delta durchfurchen. Man sitzt ziemlich eng – von Beinfreiheit kann man
höchstens träumen – für 40 Leute gibt es reguläre Sitzplätze (man muss sich
aber ganz schön zusammenquetschen, damit das klappt), für weitere 10 kleine
Plastikstühlchen, die zwischen den paarweise angeordneten Sitzbänken
positioniert werden. Falls es richtig pickepacke voll ist, werden Passagiere
noch auf das Vordeck oder auf das Dach gelotst, jeder kommt mit! Zuerst wartet
man allerdings mit dem Ablegen, bis das Boot einigermaßen voll ist. Im
Folgenden – nähert sich das Boot einer Siedlung – wird durchgehend und
durchdringend gehupt – das Ganze klingt etwas so wie die Usabelas bei der
letzten Fussballweltmeisterschaft, manchmal bereichert durch einen leiernden
Auf- und Abgesang - und so latente
Kundschaft auf die Möglichkeit der Mitnahme hingewiesen. Diese winkt das Boot
heran und zwar so, dass die Handinnenseite und alle Finger auf den Rufer zeigen
(so ruft man übrigens auch einen Kellner herbei). Während der Fahrt gehen die
Passagiere, einmal an Bord, ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schlafen nach. Es
ist unglaublich, in welcher körperlichen Verrenkung Menschen Schlafen können.
Für empirische Studien bietet sich in jedem Fall eine fahrt in einem
öffentlichen Verkehrsmittel in Asien an. Auch hier gilt natürlich das Gebot des
Warnhupens, genauso , wie im Straßeverkehr. So eine Fahrt ist recht billig. Für
knapp drei Stunden Jetbootfahrt – mit schneidiger Wasserbugwelle – kostete mich
nur 83000 Dong, das sind etwa 3 Euro. Mein Ziel war der kleine Ort Dat Muir,
das Tor zum Nationalpark Mui Ca Mau – oder sollte ich besser sagen, Tor zum
geplanten „Disneyworld-ähnlichen Spektakel“, den südlichsten Punkt Vietnams
angemessen darzustellen. Ursprünglich standen hier riesige Mangrovenwälder (wie
ursprünglich überall entlang der südostasiatischen Küste) - nebenbei bemerkt: Ein prima Tsunamischutz! –
heutzutage werden – so schien es mir – riesige Wiederaufforstungsprogramme
durchgeführt, die kleinen Mangroven stehen in Reih und Glied auf kleinen,
parallel angeordneten Inseln. Betritt man das Naturschutzgebiet, so empfängt
einen sogleich ein 15 Meter hoher Aussichtsturm, der allerdings zz. nicht
lohnt, da er nur den Blick auf die andauernden Bauarbeiten freigibt. Ein
Betonweg führt über das offene Meer entlang der Mangrovenhaine entlang, so dass
man die Bäume , ohne sie zu schädigen, von einiger Entfernung aus betrachten
kann, wunderschön ist hierbei der Blick auf das offene Meer. Von der Jetty
fährt man mit einem Motorradfahrer, der einen auch wieder abholt nach einer
vereinbarten Zeit (in meinem Fall nach einer Stunde, um meine Anschlussf#hre zu
bekommen). Vor dem schwarzen Hintergrund
eines aufziehenden Gewitters, erhellt nur durch Blitze und erhört durch
nachfolgenden grollenden Donner, machte ich die Bekanntschaft mit Dinh aus
Hanoi, der mit drei seiner Architekturstudenten eine Rundreise durch den Süden
machte. Seit Tagen endlich mal wieder ein Mensch, der Englisch verstand
(Mittlerweile bin ich recht gut im Zeichnen, um meine Bedürfnisse zu
kommunizieren). Das war auch gut so, denn ich hatte den Kamerachip im Laptop
belassen und konnte deshalb keine Bilder machen. Aber mein Gipfelstürmerportrait
wird mir (hoffentlich) zugemailt, denn Dinh hatte einen Apple-wie heißen die
flachen Computerähnlichen-Teile-noch-einmal dabei. Das habe ich mir hart
erarbeitet, denn auf ein paar Duzend Erinnerungsbilder für Dinh und seine
Studenten possierte ich freundlich grinsend– das haben übrigens auch viele
Asiaten gemeinsam, häufig wird man von wildfremden Menschen, die touristisch in
ihrem Heimatland unterwegs sind, gefragt, ob man sich auf ihr Erinnerungsfoto
gesellen will. Da die meisten kein Englisch sprechen, geht es hierbei – im wahrsten
Sinne des Wortes – recht handgreiflich zu. Man sollte das hierbei getätigte
Angetatsche nicht als unhöfliche Geste, sondern vielmehr als talentierte
DS-Animation, getragen von der freudigen Erwartung, einen Ausländer
präsentieren zu können als Souvenir, interpretieren. An der Jetty hatte ich
dann noch Gelegenheit, eine leckere Nudelsuppe einzutanken, bevor mein Boot
ablegte – und das in plasterndem Gewitterregen. Der pitschnasse Maat half allen
eilig heranrennenden Passagieren in spe an Bord und danach wischte er die ob
der dampfenden Menschen im Inneren des Schnellbootes beschlagenen Scheiben, da
so ein Schnellboot keinen Scheibenwischer hat. Kaum war ich nach
eineinhalbstunden an meinem Umschlagort Nam Can, eigentlich nur einem riesigen
Parkplatz (ohne Füllung), an dessen einer Seite eine halbgeschlossene
Ladenfront, an der anderen Seite der Fluss sich befindet, angekommen, fuhr der
Anschluss-Minibus auch schon weiter, der glücklicherweise ganz in der Nähe
meines Hotels entlangfuhr, so dass ich heraushüpfen konnte, bevor der Bus sein
eigentliches Ziel, den ca 7 km weiter entfernt liegenden Busbahnhof ansteuern
konnte. (ich bin sehr stolz auf mich, dass ich die Hotelumgebung erkannt habe,
zu Fuß laufen lohnt doch – das mache ich immer gern am ersten Abend, Tag, so
lerne ich die nächste Umgebung besser kennen! Sonst hätte ich mit einem Moto
wieder zurückfahren müssen – und das alles im Regen, nä, das macht wenig Spaß).
Wenn ihr mitgezählt habe, so bin ich heute gut und gerne sechs Stunden
unterwegs gewesen, nur um eine Stunde am Ziel herumzuwandeln. Aber natürlich:
Der Weg war das Ziel. Was habe ich gesehen unterwegs? Eine ganze Menge. Der
Reis ist noch nicht bestellt, aber einige Shrimpsfarmen habe ich entlang der Straße
(Busfahrt) gesehen. Die natürlichen Wasserstraßen sind eigentlich nur Rinnen
inmitten von Schwemmland, dass von den Fischer-Bauern nach essbarem Kleingetier
abgesucht wird. Die Uferböschung ist befestigt durch Steinblöcke oder durch Palmhaine,
auch (noch) durch die natürlich vorkommenden Mangroven. In den Fluss quergestellt,
nur die Fahrrinne freilassen, befinden sich Holzstaken, die die Fischreusen,
bzw. die Netze halten. Die Seitenkanäle werden häufig überbrückt durch
waghalsige Konstruktionen, die bestimmt nur Affen ohne Schwindelgefühl
überqueren können. Hierfür werden lange Holzstangen über Kreuz gestellt und in
die Klemme werden zwei oder drei weitere Holzstreben gesteckt, links und rechts
abgesichert durch eine weitere Strebe.
Entlang der Wasserstraßen ist alles dicht bebaut. Die Häuser stehen auf
hölzernen oder auf Betonstelzen und sind zum Fluss hin offen. Meist handelt es
sich um Restaurants oder Läden, die man
über die kleinen Anlegerterrassen gut erreichen kann. Die Verkäufer bedienen
einen ins Boot hinein und verkaufen ihre
immer gleichen Waren: Chips, Zigaretten (auch einzeln im Verkauf und total
billig – hier herrscht nach das Raucherglück, für eine Packung zahlt man nicht
mehr als 30 Cent, das merkt man auch, denn alle (Männer) rauchen hier Kette und
das ist auch in öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt) , Kaugummi, scharfe Chile-Mangos
(klein geraspelt) , Dosensuppen (Nudelsuppen, die Leben gewinnen durch Zugabe
von heißem Wasser) warme Knusperspeisen (frittiert) und Lokalprodukte (hier im
Delta sind das Wildvogeleier). Die etwas zurück versetzten Häuser sind kleine
Kästchen, schmal nach vorner heraus, lang gestreckt nach hinten zu, einstöckig,
bisweilen auch mit einem zweiten Stockwerk gesegnet, meist allein stehend, die
Seiten mit Wellblech abgesichert gegen die Wetterunbilden , die Vorderfront
bunt angestrichen, eine Terrasse
abgegrenzt durch eine passend zur Dachblende gemusterte Mauer – ebenfalls farbig
bunt bepinselt – das Dach eine einzige riesige Dachterrasse (bei mehrstöckigen
Häusern mit vorgelagerten breit ausladenden Balkonen). Den Fluss teilt man sich
mit zahlreichen anderen Booten, kleinen Einmannbooten oder auch mit größeren
Holzkähnen, wunderbar gezimmert und im Interieur erinnernd an eine Räuberhöhle,
denn alles ist voll gestopft und hängt und liegt und steht wild durcheinander,
dazwischen auch der Platz für die Menschen, meist eine Hängematte, alle werden
mit dicken Außenbordmotoren angetrieben, so dass es nur so spritzt, in jedem
Fall geht es aber laut zu. Manchmal wird man auch nassgespritzt, wenn eines der
anderen Schnellboote vorbeiprescht.
Heute Abend habe ich noch etwas die städtische Atmosphäre in
einem Straßenrestaurant bei guter Entensuppe genossen, denn der Regen hatte
endlich nachgelassen. Und obschon die drückende Luftfeuchtigkeit in den Straßen
steckengeblieben ist, bringt die Nacht doch eine leichte, aber sehr angenehme und
willkommene Abkühlung.
Da ich nun langsam müde werde, gibt es nur eine
Kurzzusammenfassung von meinen letzten Lebenswochen. Zuerst bin ich von Kep mit
einem Leihmoped (Höchstgeschwindigkeit ca. 100 km/H) die gesamte Küstenstraße
bis an die thailändische Grenze hochgefahren. In Sihanoukville habe ich die
Strände genossen, auf dem Weg nach Koh Kong den Urwald noch einmal an mich
herankommen lassen. Der ist wiriklich unerschlossen und riesig. Die Straße, die
ich entlang gefahren bin, ist eine Schneise – von einigen Punkten hat man freie
Sicht – wirklich beeindruckend –hier kann man sich noch vorstellen, dass es
Tiger und wild lebende Elephanten gibt. Es soll hier eine ähnliche Vielfalt wie
in Costa Rica an Tieren und Pflanzen geben, aber eben noch alles unerschlossen
(hoffentlich bleibt es so) Da ich die CardamonBerge nun von drei Seiten
umfahren habe (im Norden war ich ja schon von Battambang nach Pailin gefahren
worden) habe ich auch eine Vorstellung von den Ausmaßen erhalten –enorm! Nach 8
Tagen – ohne Laptop, ich war nur mit Minimalgepäck unterwegs, bin ich über
KAMPOT nach Kep zurück gekehrt und am nächsten Tag, da mein Visum ausgelaufen
ist, nach Vietnam übergewechselt. Um noch ein wenig Strandleben genießen zu
können, fuhr ich von Ha Tien, dem Grenzort, der einem bunten Legodorf ähnelt,
direkt mit der Fähre zur größten vietnamesischen Insel Phu Quoc, die Kambodscha
vorgelagert ist und die ich deshalb bereits seit Tagen vor Augen hatte, Dort
hatte ich dann am 2. Tag einen Motorradunfall, und seit knapp einer Woche lecke
ich nun schon meine Wunden (zum Glück nur Schürfwunden und blaue Flecke) aBer
Baden war jedenfalls nicht mehr angesagt (wegen des Salzwassers) und so habe
ich mich in neue Aktivitäten gestürzt und erkunde nun den Süden Vietnams, das
Mekong-Delta solange die Regenzeit noch nicht voll eingesetzt hat.
Die Unterschiede zwischen Kambodscha und Vietnam sind
ziemlich groß. Zuerst einmal kann ich nun alles lesen (wenn auch nicht
verstehen), denn es gilt das lateinische Alphabet (mit einigen diakritischen
neuen Zeichen für die Kennzeichnung der unterschiedlichen Höhenlagen), das
erleichtert die Orientierung, denn die Ortnamen bleiben ja gleich. Die Sprache ist allerdings greller, kein sonores
Hintergrundgeräusch mehr, sondern eiher ein Keifen. Alles ist hier urbaner
und viel wohlhabender als im Nachbarland.Der Umweltschutz wird ernstgenommen.
Die Straßen in den Ortschaften sind meist sauber, überall stehen Papierkörpe
(hier in Ca Mau z.B. in Form von Pinguinen) herum und diese werden auch benutzt,
ein staatlicher Ordnungsdienst ist allgegenwärtig (wie effizient der ist, weiß
ich allerdings nicht so recht). Der Verkehr ist zwar auch dicht, aber längst
nicht so chaotisch. Z.B. bleiben die Vietnamesen tatsächlich bei roten Ampeln
(die mit Sekundeninformationen zur Wartezeit ausgestattet sind) stehen, es gibt
sogar Fußgängerampelzeichen (die Zebrastreifen hingegen muss man nicht so ernst
nehmen –hier gilt, war immer gilt, langsam über die Straße gehen, so dass die
ungebremst vorbeibrausenden Mopedfahrer ihre Ausweichstrecke berechnen können).
Tankstellen sind fast alle staatlich und damit : Einheitspreis (ca. 1 Euro per
Liter). Auch gilt hier tatsächlich die Helmpflicht. Das erste, was einem ein
Mototaxidriver in die Hand drückt, das ist der Helm – in Kambodscha undenkbar,
da gibt es gar keinen Zweithelm (falls es einen „Ersthelm“ überhaupt gibt). Aus
dem Mundschutz Kambodias ist eine Art Terroristenmaske geworden, d.h. eine Strumpfmaske
mit eingearbeiteter Kappe, die nur einen Schlitz für die Augen lässt, Nacken,
Nase, Mund und Kopfbereich aber Schützt. Auch sieht man die zylinderförmigen
Basthüte der Bauern hier tatsächlich zuhauf. Die Menschen sehen anders aus,
viel zierlicher (allerdings genauso kleinwüchsig, O-beinig, und mit langen
Oberkörpern bei kurzen Beinen). Die Frauen sind viel modebewusster und auch
viel offenherziger, z.B. tragen viele Vietnamesinnen Blusen oder Shirts
rückenfrei und ärmellos, was in Kambodscha undenkbar wäre. Auch sieht man hier
viele Brillenträgerinnen und Raucherinnen. Schlafanzüge als Modeacessoire sind
hier out, dafür Jerseyanzüge (teilweise allerdings auch in merkwürdigen
Musterkombinationen und Schnitten). Auch habe ich hier (neben vielen netten)
auch die ersten richtig unhöflichen Menschen getroffen. Gehandelt wird ohne
jegliches Lächeln – ein ziemlich großer Utnerschied zu Kambodscha, wo man nicht
bierernst ist beim Geschäft.Weitere Unterschiede werde ich bestimmt noch finden
– vielleicht auch einige Gemeinsamkeiten!
Abonnieren
Posts (Atom)