Sonntag, 30. September 2012

Liebe Karo, wenn ich die Bilder sehe, wundere ich mich auch, dass ich mittendrin bin. Dann gucke ich ganz schnell aus dem Fenster, ob auch alles wahr ist!
Bevor ich mich Morgen früh zurück nach Costa Rica auf den Weg mache und ich nicht weiß, wann ich das nächste Internet sehe, hier noch einige Sentenzen:
Es ist schade, dass durch die Sicherheitsbestimmungen der Länder, in denen ich bisher war, insbesondere der USA, meine Fahrtroute doch schon recht festgesetzt ist. Daran ist an sich nichts Schlechtes, hat es doch den Vorteil, dass ich auch schon einen großen Batzen Geld ausgegeben habe, d.h. mit dieser Ausgabe nicht mehr rechnen muss. Allerdings - es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe: Man reist, man trifft Leute, man hört dies und das und sieht noch mehr und schon hat man ein neues Ziel. Hätte ich den Flug nach Neuseeland nicht schon in der Tasche - und ehrlich - ich freue mich mächtg darauf - dann würde ich jetzt erst einmal in Panama bleiben und weiter nach Kolumbien reisen und wer weiß, mir endlich auch mal Bolivien und Peru anschauen - denn die Traveller, die ich hier so treffe, erzählen mir eigentlich alle, dass man in diesen Ländern mittlerweile wieder sicher reisen kann - selbst in Kolombien (Medillin-Kartell), die Landschaft soll da herrlich sein und das ist sehr glaubhaft, denn hier ist sie auch herrlich und eigentlich trennen mich nur wenige Stunden Busfahrt noch vn Kolumbien, gäbe es eine direkte Sraßenverbindung, aber zwischen Panama und Kolumbien gibt es mitten im sumpfigen Darien-Urwald ein 87-kilometer langes NICHT-Stück, die einzige Unterbrehung der Interamericana! Ich habe über einige schöne und besuchenswerte Orte einiges gehört. Panama ist auf jeden Fall einen Urlaub wert. Es ist allerdings weniger erschlossen als Costa Rica - zwar tolle Natur, aber man kommt nicht hin oder nur mit viel Zeit (das ist das Schöne an CR, dass man auch in kurzer Zeit relativ viel sehen kann, weil die Zufahrtswege günstig sind.). Jedenfalls bin ich ganz im Bann Lateinamerikas, mein Spanisch wird auch immer besser und jetzt würde sich weiterlernen lohnen - stattdessen gibt es wieder Englisch (schadet auch nicht) und ich verlerne alles wieder. Hier ist jedenfalls alles Pura Vida (was in CR so viel wie SUPER! heißt). Ich werde einen Kulturschock bekommen, denn ich habe micht jetzt hier so richtig eingelebt - so könnte es weitergehen. 

Seit einiger Zeit möchte ich etwas über die Menschen hier niederlegen, so wie ich sie beobachtet habe. Über die Frauen habe ich ja schon einiges geschrieben, doch gibt es hier noch Ergänzungen. Insgesamt sei gesagt, dass die Bevölkerung - ganz im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in Mexico vor Jahren - sehr nett, hilfsbereit, offen, fremdenfreundlich ist. An der südlichen Karibikküste geht es etwas geschäftiger zu, aber insgesamt fühlt man sich als Reisender sehr wohl hier. Das Volksgemisch fällt ins Auge. So kann man noch eindeutig unterscheiden - obschon hier sehr weit fortgeschritten ein Mischmasch vorherrscht - die indigenen Indianer, die zierlicher, obschon gleich stämmig gebaut, wie ihre mexikanischen Nachbarn ausschauen. Mandelaugen, schwarzes Haar, untersetzt, die Frauen neigen zu mehreren Hüftrollen und stämmigen O-Beinen. Viele Spanischstämmige, an der Karibikküste viele Schwarze, Mischlinge von den Westindischen Inseln, viele zugewanderte Europäer, im Ganzen jedoch wenige Blonde, fast alle sind schwarzhaarig - ein ganz und gar buntes Völkergemisch! Alle sind sportbegeistert. Fussball scheint der Nationalsport zu sein, wo immer die Möglichkeit besteht, sieht man begeisterte und energisch spielende Fussballer und -ballerinnen. Auch der Langlauf, das tägliche Joggen, sogar der Marathonlauf findet hier sehr viele Anhänger. In der kurzen Dämmerung sieht man selbst in ländlichen (Urwald-)Gegenden oder in den chaotischen Straßen der größeren Städte irgendwelche Menschen in Sportkleidung ihre Runden drehen - und das bei der ! Hitze und Schwüle - ich staune. Letzte Woche - es ist Regenzeit, wie gesagt - fand der Talamanca-Marathon an der Pazifikküste statt und alle, alle kamen (großer Bericht in der Zeitung) - Hier ein Wort zu Nachrichtensendungen: Sie erschöpfen sich in der Berichterstattung von Volkscampagnen. zz. - soweit ich es mitgekriegt habe, gibt es zwei hauptsächliche, die eine soll Kinder vor sexueller Gewalt schützen (ausdrücklich werden übrigens überall Warnungen gegenüber Touristen ausgesporchen, sich nicht an Kindern in Costa Rica zu vergehen - "Campagne: CR schützt seinen Kinder" - diese Art des Sextourismus werde nicht geduldet); die andere soll den Wasserverbrauch mindern und Gutwetter machen für Sparbirnen (wir wissen, dass es dafür einer Campagne bedarf, damit überhaupt jemand diesen Mist kauft freiwillig) - In brütender Hitze wird der Sportunterricht am frühen Nachmittag durchgeführt in den Schulen in klassischer Manier mit einem seinen Pfeife malträtierenden Sportlehrer (mickrig, aber Muckis).Die einzige Sportart, die ich die CRner bisher noch nicht habe betreiben sehen, das ist das Wandern, da trifft man in den Nationalparks eigentlich nur Ausländer, während die CRler am Strand grillen und pcknicken.
Männer und Frauen sind gleichberechtigt in CR und das stimmt auch. Man sieht überall Frauen arbeiten, auch in verantwortlichen Posistionen. Männer finden es offensichtlich nicht ungwohnt, einen weibliche Vorgesetzte zu haben. Die Frauen sind selbstbewusst. Obwohl man allerorten Kinder sieht und in jedem kleinen Käffchen eine Schule ((kostenlose) Bildung wird hier groß geschrieben - ich habe keinen Costa Ricaner getroffen, dem eine gute Allgemeinbildung nicht eine Herzensangelegenheit ist - Bildung ist Thema! Für die Schule wird auch die treure Schuluniform gekauft - auf dem Lande meist dunkle Hose/Rock und weißes/hellblaues Oberteil, teils mit Kravatte, oft sind die Oberteile einfach Polohemden, aber die Riemchenschuhe sind allesamt aus Leder! ist mir von verschiedenen Seiten immer wieder gesagt worden, dass die moderne Familie in CR eine Kleinfamilie mit maximal 2 Kindern ist - in der Großelterngeneraton gab es noch häufig 15 Geschwister. Auch die alleinerziehende Mutter ist häufig anzutreffen. Die jungen Mädchen werden jung MÜtter, im Fernsehen hörte ich, dass allein im letzten Jahr über 15000 Mädchen unter 15 Mutter wurden - die Verhütung klappt also noch nicht, wohl aber das Flirten (wie man allerorten in den Straßen beobachten kann). Die Erstgeburt liegt selten später als bei 21/22 Jahren. Auch die offensichtlichen Väter sind allesamt sehr jung.nJeder lebt im Fammilienverband - der sicherste Schutz eben auch für Alleinerziehende. Gleichwohl habe ich hier schon oft sehr liebevolle Väter in aller Öffentlichkeit gesehen, den Kinderwagen schiebenden Mann oder Freund gibt es hier auch - wesentlich häufiger jedenfalls, als ich z.B. dieses in den USA gesehen hätte. Die Erwachsenen haben eine Engelsgeduld mit allen Kindern und laute oder trotzige Kinder stören eigentlich niemals. Viele Kinder benehmen sich aber sehr gut - darauf wird viel Mühe verwendet. z.B. ist das Aufstehen der Kinder im Bus für Ältere selbstverständlich. Auch ein Kind, dass sich im Bus neben einen setzt, stellt sich z.B. nach einer gegenseitigen Begrüßung kurz vor (Ich heiße, ..., wohne in...) Im Bus wird als Kind auf Mutters oder eines Erwachsenen Schoßes gesessen oder gestanden. Die Schulkinder sitzten natürlich sobald sich die chancce ergibt, aber warum auch nicht. Kinder werden von allen Erwachsenen akzeptiert, aber auch erzogen! Jugendliche haben hier auch ihre MOden - in San Jose sah ich, dass Gruftis-SEin gerade für einen Teil der Jugendlichen in ist. Wie auch die Mütter, so kleiden sich die Mädchen sehr figurbetont (davon weicht nur deutlich die Schulkleidung ab), Nagellack ist ein notwendiges Requisit, ebenso wie Ohrringe. Bei den Männern sieht man so gut wie nie Bärte (das liegt natürlich auch an den Genen der indigenen Bevölkerung), kaum sieht man auch Grauhaarige. Trotz der Temperaturen arbeiten die Menschen hart und viel (wenn auch recht langsam). Insbesondere die Verkäufer/innen bewundere ich oft ob ihres stoischen Ausharrens und ihrer steten Bereitschaft, sofort ins Gespräch mit einem (möglichen) Kunden zu kommen.
Zu dem Thema gäbe es noch viel mehr zu sagen, aber ich will es damit mal gut sein lassen, muss packen und bin schon rechtschafften müde. Bis bald hoffentlich. Cathrin
 Echte Korallen
 Das ist doch einmal ein Seestern, oder
 Quallendrift
 Mangrovenwald
 Lichter Kokoswald im NP Zapatilla
Mein heutiger Strand

Hierzu einen Kommentar des mir einzig verfügbaren Tourismusprospektes Bocas del Toros (im Folgenden zitiert), der die Vorzüge dieser Inselgruppe anpreist - wie ich meine - ZU RECHT!: "By all clues they (the visitors) are an international mix ..., whose casual attire suggests vommon anticipation of what many consider Bocas most enticing activity: Hanging around. Some of the world´s great destinations have made relaxing so pricey and regimented it´s either unaffordable or boring, but not so on Isla Colon where "hanging around" is a value added activity. ... Sun-drenched Bocas Town (die Kapitale des gesamten Regierungsbezirks und auch der Inselgruppe) has more than its share of activities, but it also gives lethargy a good name. In little more than a decade, Bocas Town managed to reinvent itself as a tourist-friendly destination without losing its charm as a sleepy provincial capital and one-time banana-company headquarters. - Wenn das keine umfängliche Beschreibung des Glücks ist!

Samstag, 29. September 2012

 Seestern in Strandnähe mit Handy aufgenommen!
Ich bim Seestern stehend und mich freuend.
 Faultier 1 im Blickkontakt - man erkennt seine Wahlverwandtschaften!
 Ein sehr bewegliches Faultier - aktiv im Mangrovenwald!
 Wir standen davor und das Faultier kratzte sich am Po - vielleicht in philosophische Gedanken vertieft
 Ich an meinem Traumstrand - vor Glück strahlend.
Grenzübergang nach Panama und visa versa.
 Links vom Betrachter aus stehe ich in Panama, rechts in Costa Rica
 Hörnchen im NP Manzanillas
 Krabbe (verschreckt, aber an der weiteren Flucht gehindert) im NP Cahuita
 Eine von vielen fleißigen Blattschneiderameisen, die ich getroffen habe.
Endlich mal ein fotogener Affe - ich bin stolz, dass ich ihn wenigstens so gut erwischt habe.
Jetzt habe ich doch tatsächlich noch eine Sache vergessen, die erzählenswert ist. Wenn man Changuinola hinter sich gelassen hat und durch die Bananenplantagen fährt, kreuzt man auch einige Siedlungen. Alles, die Häuser, selbst die Kinderspielplätze sind jeweils ausschließlich in den Farben der Bananengeselschaft gehalten, also z.B. Chiquita ist Blau-weiß - irgendwie lustig, aber ob das nicht auch brandmarkend oder eher stolz machend für die Bewohner ist, habe ich mich gefragt. PS. Seit Tagen nehme ich mir vor, endlich mal etwas über de Menschen hier, das Verhalten der Männer und Frauen zu schreiben, aber ich komme einfach nicht dazu - heute habe ich auch schon wieder alles Mögliche geschrieben, das aber nicht - vielleicht beim nächsten Mal, wenn es Euch interessiert. Cathrin
Da bin ich endlich wieder, um meine Erlebnisse und Gedanken niederzulegen und Euch zu erfreuen (um Kommentare - wie immer - wird gebeten). Seit ich in Puerto Viejo gelandet bin, habe ich einige schöne Tage erlebt. Der Ort selber ist rein touristisch, aber angenehm. Touristisch zu sein hat den Vorteil, dass man als Fremder alles sehr schnell findet und eben auch alles findet, was man so braucht. Die Gangart bleibt aber ruhig und unaufgeregt, im Ganzen angenehm und unaufdringlich. Im Gegensatz zu Tortuguero ist die Bevölkerung hier schwerpunktmßig schwarz - braun, die meisten Einwohner sind anfang der 30er Jahre von den Westindischen Inseln herübergekommen um auf den Bananenplantagen zu arbeiten bzw. die Infrastraukture für die Arbeiter herzustellen. Jedenfalls sind diese Leute im Ganzen nicht so freundlich, höflich und hilfsbereit wie die restlichen PuertoRicaner, die ich bisher kennengelernt hatte, sondern eher geschäftig-umtriebig, kanpp und händlerisch-zielstrebig im Gespräch. Mehrere Gespräche hatte ich mit "gestrandeten" Costa Ricanern aus dem Hochland, die sich hier an der südlichen Küste offensichtlich exiliert fühlen und ziemlich über die Umgangskultur geklagt haben.
Übrigens - ganz was anderes: Die Fahrt mit dem Boot auf dem Kanal von Tortuguero in Richtung Süden endet in einem Ort namens Moin, einem Vorort von Limon - dem Hauptausfuhrhafen von Bananen, Ananas und Kaffee - man sieht die Container mit den Aufschriften Dole, Chiquita und Co. schon von weitem. Bei der Weiterfahrt auf der Straße kommt man dann direkt an einem kleinen Inselchen in Rufnähe zur Küste vorbei - dort hat Christoph Columbus bei seiner vierten Reise das amerikanische Festland betreten! Ich kam mir ganz historisch vor! Übrigens nennen die Einheimischen das Festland - im Gegensatz zu den Inseln - noch immer Tierre Firme - so nannte die spanische Krone ihren "Besitz" in Amerika, als 1505 zwei Kolonien vom heutigen Kolumbien bis ins heutige Honduras reichend - gegründet wurden.
Nun - ich bin in einem - für meine Verhältnisse - recht teuren Haus abgestiegen. Jeder Gast hat ein eigenes kleines Häuschen mit Terrasse und Hängematte, drinnen sogar mit Fernsehen (das Programm hier ist aber so gruselig, dass ichs gelassen habe), Eisschrank, Kaffeemaschine und sogar einem Fön (den ich ob der Hitze nicht gebraucht habe). Für 7 Dollar gab es noch ein reichhaltiges Frühstück. Die Besitzerin ist Österreicherin. ihr Angestellter ein junger Mann, der auch sehr gut Deutschspricht und sehr hilfreich ist! Den ersten Nachmittag (es regnete) habe ich die Hängematte ausgiebig ausprobiert und mich von der anstrengenden Reise erholt. Am nächsten Morgen habe ich mir ein Fahrrad geliehen und bin endlich zu einem Strand - mit herrlichen Wellen gefahren. Dort habe ich auch geschlafen und geschwommen und ... es eben einfach genossen. Ich habe wieder meine casada zu mmir genommen und da ich nur bis 9 Uhr Internet hatte (dann wurde ausgestellt) habe ich danach wieder geschlafen - endlich mal ausschlafen können ohne schlechtes Gewissen ist schon toll!
Am nächsten Tag bin ich mit dem Rad zum nächsten Nationalpark geradelt. Der Anfangspunkt war ein kleiner reger Ort, an dem sich alle Resthippies dieser Welt zusammen mit einer Horde überzeugter Rastamänner und der einheimischen Bevölkerung mischte und mit Kind und Kegel am Strand saß und grillte. Jedenfalls waren die Familien umgeben mit bunter Topperware, schreienden Kindern, Schatten spendenden Zelten und Surfbrettern (obwohl im Moment keine Surfsaison ist). Dann ging es entlang der Küste einen brütend heißen Weg entlang durch den Urwald. Natürlich habe ich keine Affen getroffen, die waren alle ihrer mittäglichen Siesta wohlgesonnen (zwischen 9 Uhr morgens bis ca 16 Uhr nachmittags), aber es war ein schöner Spaziergang. Da es nachts geregnet hatte, war der Weg bisweiligen matschig und rutschig und so sah ich nach einiger Zeit auch aus. Jedenfalls, schwitzend und verdreckt, habe ich mich nach angemessener Zeit wieder zur Küste durchgeschlagen und da war er - hinter den Korallenbänken versteckt - ein kleiner Strand - mein Badedomizil. Dort habe ich den Mittag verbracht und am späten Nachmittag bin ich zurückgegangen, aufs Fahrrad gestiegen und langsam in die Dämmerung zurückgeradelt. Und da waren sie da - die Affen. Man bemerkt sie sofort, denn im Gegensatz zu allen anderen Tieren sind sie immer laut. Sie kreischen nicht nur (oder röhren tief und dröhnend - der Reiseführer nennt es "raubtierhaft"), da sie sich im oberen Blätter dach von Baum zu Baum hangeln (diese Tiere dürften wirklich in keinem Zoo sein, da sie ausschließlich in hohem Urwald leben - und in welchem Zoo gibt es den schon?) und sich ihr Abendessen zusammensuchen. Dabei fällt eigentlich alles mögliche hinunter: Äste, Beeren, Blätter usw. Es ist aber nicht leicht, sie zu beobachten oder sogar zu fotographieren, denn sie bewegen sich schnell und unstet. Wenn ich sage, sie, dann meine ich, dass sie immer in Familienverbünden auftauchen, also 3 bis 9 Tiere (soweit ich bisher zählen konnte). Nach einer leckeren Ceviche und einem herrlichen Grillfisch bin ich in meine Hütte zurück und habe mmir noch etwas Melone gegönnt. Einfach schön ist es, dass abends noch eine solche Wärme herrscht, dass man im Shirt draußen sitzen kann - zum Genießen.
Am letzten Tag bin ich mit dem Bus zum Nationailpark Cahuita im Norden gefahren. Nicht toll war, nachdem ich ca 30 Superbilder von Ameisen und vor allem von sich sonnenden Echsen gemacht hatte, dass meine SD-Karte voll war - die einzige Lösung war die Formatierung - dumm gelaufen. Auch dieser Nationalpark war wieder ein Erlebnis - zum ersten Mal habe ich Mangroven gesehen. Dann jedoch fing der Regen an - allerdings nicht heftig, dafür aber regelmäßig.
Da es sich nun so langsam hier einregnet, habe ich mir gedacht, ich fahre noch ein Stückchen weiter südlich und schwups - schon war ich in Panama.
Panama ist viel größer, als ich dachte. Ich glaubte, das ganze Land sei nur eine erweiterte Kanalzone - dem ist aber nicht so, es ist größer als Costa Rica, allerdings nicht so gut erschlossen - da ist noch mehr Abentuer drin. Panama City hingegen ist wirklich eine Großstadt mit Wolkenkratzern und einer Metropolbevölkerung. Der Grenzübergang muss zu Fuß bewältigt werden, kostet 3 Dollar (die Währung hier ist die amerikanische) und sogar für ein Plumsklo will man sogleich 50 US-Cent! Die Grenzstadt Changuinola ist ein geschäftiger Ort und ganz gekennzeichnet vom Bananenhandel. Hier saß die United Fruit Company, nachdem sie sich wegen einer Bananenkrankheit von den Inseln zurück ziehen musste. Dann windet sich die Straße ein STück durch urwüchsigen Dschungel und schon ist man in almirante, dem Ausschiffungshafen zu den vorgelagerten Inseln Bocas del Toro, auf die einem ein Schnellboot-Taxi hinübersetzt. Die ganze Provinz heißt Bocas del Toro, könnte aber unterschiedlicher nicht sein. Insgesamt gibt es in der Provinz 3 Nationalparkts, die 90 Prozent dieser Region einnehmen. Einen riesigen Park (Park de la Amistad) zusammen mit Costa Rica, der praktisch die gesamte Grenze der bieden Länder einnimmt, so dass nur 2 Grenzübergänge, einer an der Karibik, der andere am Pazifik, Platz daneben finden, dann einen Nationalpark direkt am Meer, der den Mangrovenwald schützt und in dem es noch das Manatee geben soll und schließlich den Meeresnationalpark bei den Inseln. Der agrarisch genutzte Teil ist Banane, der Rest noch urwüchsiger Regenwald oder - sich den Berggrad hochziehend entlang des mittelamerikanischen Bergrückens - Nebelwald. Nun - ich habe von meinen Plänen, den Isthmus zu queren, um so die Stadt David am Pazifik zu erreichen, abgelassen - wegen des Wetters. Dafür bin ich seit nunmehr 4 Tagen auf den Inseln - ein Traum. Die Hauptstadt Bocas auf der Hauptinsel ist ein quirliger Platz mit herrlichen, farbigen Holzhäuser, die auf Stelzen stehen und im ersten Stock über eine Veranda zu ererichen sind. Die Straßen am Hafen gehören mittlerweile alle den Hotels, die sich in den alten Häusern niedergelassen haben, aber die Bevölkerung ist noch groß genug, dass sich mehrere Primary und Secondary Schulen und sogar ein College lohnen. Die Leute leben in der schwülen Hitze ökonomisch, sitzen den ganzen Tag unter Bäumen, z.B. hier im Parque Simon Bolivar oder sie schleichen herum. Man ieht ein total buntes Volksgemisch. Hervorzuheben ist die einheimische indianische Bevölkerung, die hier auch noch in eigenen Dörfern lebt, dann die schwarze, meist aus Westindien stammende Bevölkerung, die Supers (= Supermärkte) gehören allerdings fast alle den (beim Bau des Panamakanals) eingewanderten Chinesen und natürlich laufen auch viele Spanischstämmige oder eingewanderte Amerikaner (mit Zöpfchen und grauen Haaren) hier herum. Der Haschhändler versucht cool auszusehen in seiner zerschließenen, vor Dreck starrenden, kaputten Hose und markiert den Großkriminellen, allerdings auf offener Straße, die Einheimischen schauen gelangweilt zu, wenn er mit irgendwelchen jugendlichen Blondschöpfen anbandelt. Rasta ist auch hier ein Thema und bei einigen sieht die Turbanhaarfrisur einfach faszinierend und auch schön aus - wobei ich mich doch frage, wie es mit der Haarhyiene steht. Neben dem Örtchen, das auf einer vorgelagerten Halbinsel liegt (es gibt sogar einen kleinen Flughafen, da jedes andere Verkehrsmittel Stunden braucht, um von hier weg zu kommen) führen zwei Straßen durch die Insel - eine wird auch von einem Bus bedient, der alle 2 Stunden den lokalen Verkehr und die Touristen zum Strand befördert. An zwei Tagen habe ich von diesem Verkehrsmittel Gebraucch gemachct und es lieben gelernt. Es ist herrlich, das Alltagsgeplänkel der Mitfahrer mitzubekommen, ihre Transportgüter (Kokusnüsse, Kleinhandelswaren, Hühner) zu sehen, mmit den Schulkindertn, die Morgens ab der Mittelschule in die Stadt müssen und mittags zurückkommen, in Kontakt zu kommen, Kleinkinder von irgendwelchen Indiofrauen zu bespaßen - einfach schön. Dabei fährt man durch eine ehemals kultivierte Landschaft - seit der Bananenhandel hier zum Erliegen gekommen ist, gibt es Viehzucht mit Zeburindern, die, soweit ich es verstanden habe, resistent gegenüber den Krankheitserregern der Mücken sind und deshalb hier gut überleben können - der Urwald ist eingesprengselt entlang der Straße, im Hintergrund aber noch dicht Man quert mehrere Dörfer, bevor man an der Endstation Drago-City anlandet und von dort aus wandert man noch einmal 20 Minuten einem herrlichen Strand entlang bevor man zum Playa del Estrellas, dem Sternenstrand kommt. Der Name ist nicht nur touristisch, sondern tatsächlich habe ich dort gestern (vor dem nächtlichen Sturm) Duzende von großen Seesternen gesehen. Sie sind ca 30 cm von Sternspitze zu Sternspitze und kräftig gebaute 7 oder 8 cm hoch. Sie erstrahlen in einem dunklen Rot, netzartig gemustert mit Orange und weiß und liegen dort, wo der Strand sich in die Tiefe neigt. Mit meiner kleinen Chlor-Schwimmbrille kann ich alles wunderbar sehen. Am Nachbarstrand gibt es einige Restaurants, aber der Estrellastrandist meist menschenleer und so genieße ich das schwimmen und Faulenzen und Lesen und Schreiben und Reiseführer durchstöbern usw Die benachbarten Restaurants bieten aber frischen, eisgekühlten Ananassaft - lecker. Faszinierend sind übrigens auch die Bambuswälder entlang der Straße, die möchte ich am liebsten immer umarmen, wenn ich daran vorbeifahre. Aber natürlich habe ich außer am Strand liegen noch anderes unternommen, z.:B eine organisierte Tour. Zuerst ging es zum Schnorcheln auf ein wohl ziemliche bekanntes Reef - so etwas Schönes habe ich kaum jemals in meinem Leben gesehen. Alle Farben kann ich nicht nennen, die ich gesehen habe und die gelb und lila leuchtenden Fische vermag ich schon gar nicht zu beschreiben. Nach einem maritimen Mahl (Tintenfisch) gings zum RedFrogStrand mit hohen Wellen an einem Traumstrand unter großblättrigen Bäumen, die angenehmen Schatten spendeten. Danach noch mal Schnocheln - toll. Morgen möchte ich das Ganze einfach noch einmal machen, nur mit der Abwandlung, dass es in den Meeres Nationalpark geht. Vielleicht sehe ich dann Delphine. Bitte schaut Euh die Bilder an und ihr seht, wen ich gesehen habe - jedenfalls einen Verandten von mir. Von Euch hoffentlich auch, denn die Ferein beginnen ja nun für die Lehrer unter Euch. In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute, bis bald. Cathrin

Sonntag, 23. September 2012



Gerade habe ich ein paar Bilder in den Blog gepostet (das dauert ziemlich lange, so drei/vier Minuten per Bild, da ich nicht weiß, wie ich die Bilder verkleinern kann – dank Karo erscheinen die einmal von mir geposteten dann aber im Normalformat – na ja, meine Unkenntnis im Bildverkleinern ist der Grund dafür, dass ich ziemlich bescheiden bin im Bildposten), dann war das Internet schon wieder abgeschaltet und so schreibe ich nun auf Vorrat, ohne Eure Kommentare berücksichtigen zu können. Ich wollte einfach mal hier so von meinem Leben berichten, was beileibe nicht nur angenehm ist (wenn auch meistens). Also zuerst einmal – ich habe Zeit. Um das zu lernen, habe ich jetzt erst einmall 6 Wochen gebraucht. Aber es stimmt tatsächlich – alles braucht seine Zeit, damit ich es angemessen aufnehmen kann und nicht nur abarbeite. Manchmal bin ich noch im Zwiespalt, weil ich so viele Dinge machen und erleben möchte und andere Sachen gemacht werden müssen, z.B. Zähneputzen, die einfach Zeit wegzunehmen scheinen. Aber dem ist natürlich nicht so. Es sind notwendige Vorgänge und die brauchen ihre Zeit. Also – ich wache auf (meist ohne Wecker – ein total neues Gefühl für mich. Oft sogar noch besser – ich wache VOR dem Wecker auf und mag mich gar nicht mehr auf die andere Seite rollen, sondern strotze vor Energie und springe aus dem Bett. Draußen ist es schon hell, aber noch nicht sonnig (die Sonne kommt, wenn sie denn kommt, immer erst gegen sieben, halb acht hervor). Ich stehe also auf, trete vor die Tür, begrüße den Tag, noch halb im Traum. Die Luft ist noch angenehm kühl-warm (ca 24 Grad) Dann schlurfe ich zurück in mein Zimmer, lüfte die Decken, das Kissen, setze mih erst einmal hin, um über die Nacht und meine derzeitigen Gefühle zu reflektieren. Dann Duschen (genussvoll) – selbst wenn die Dusche kalt ist, geht schon – dann werde ich etwas rascher wach. Dann krame ich meine Klamotten zusammen (das geht schnell, es sind nur wenige – toll) und dann krame ich die Dinge zusammen, die ich im Laufe des Tages brauche oder die Dinge, die ich in einem Safe packen will (sofern vorhanden) oder , die falls kein Safe vorhanden ist, so am Körper verpacken muss, dass sie nicht wegkommen, aber auch nicht stören. Dann: Zähneputzen (muss sein, auch wenn ich es echt ungern tue, aber der Geschmack im Mund ist doch dann besser und außerdem fürchte ich mich ziemlich vor dem Zahnarzt, also putzeN) Dann Frühstück – vielleicht schon mal ein kleiner Spaziergang, vorher noch etwas im Reiseführer lesen – gucken. In der ganzen Zeit habe ich jetzt gerade mal 3 Bücher gelesen, weil es einfach so viel zu gucken gibt. Der Tag geht vorbei mit REISEN – also packen, heben, Bushaltestelle suchen, Bus erwarten (auf einen Sitzplatz hoffen), Busfahren, Umsteigen, ankommen, irgendein Zimmer in Besitz nehmen. Falls ich mehrere Tage bleibe, dann ist der Tag gefüllt mit „den Ort erobern“, also durch die Gegend gehen, hinsetzen, gucken, gehen, hinsetzen, gucken, fotographieren, Kleinigkeit essen, gehen, gucken, fotographieren. Dazwischen: Entweder Regenzeug anziehen und zusehen, dass ich und der mich umgebende Rest – vor allem der aus Papier – nicht allzu nass werden. Oder: Schwitzen. Hier an der Karibik habe ich ständig einen Schweißfilm auf der Haut. Alles scheint feucht. Atmen ist schwer, das Warten auf die frische Brise – so sie denn mal kommt – ist sehnsüchtig. Das Erobern des Ortes verlangt aber auch viele Opfer, nämlich, dass ich mich nicht ausruhe – also einen maximalen Ortsplatzwechsel vornehme im Radius von 10 Metern zwischen Eisschrank  und Hängematte, sondern, dass ich mich bewege, meistens mit ziemlich viel Gepäck auf dem Rücken. Ich weiß gar nicht, wo die Feuchtigkeit überall herkommt, aber sie ist überall! Zwischendurch erfolgen in regelmäßigen Abständen panische Selbstschutzattacken, nämlich mit Sonnenöl (meist dann doch etwas spät) oder / und mit einem Insektenabwehr-Repellent – meist leider vergeblich. Ich habe bereits eine Kollektion an meinen Beinen von: 1) Flöhen (auch am Rücken) – dank meiner Tierliebe, die ich mir gerade deshalb abgewöhne, also Hunden und besonders Katzen 2) Mücken – trotz weißer, langärmeliger Kleidung in der Abenddämmerung (ich schwitze wie Sau!) und Salven von aufgesprühtem Antiinsektum eigne ich mich als Gesamtraumabwehr gegen Insekten für alle anderen Menschen im Saal – selbst unter meinem Rucksack haben die Viecher schon zugeschlagen – was immer ich auch auf mich sprühe, diese Tiere lieben mich. 3) Ameisen; So ein Dschungelgang macht –trotz Schatten – müde und so habe ich mich, dankbar, als ich einen größeren Stein fand, darauf gesetzt. Natürlich habe ich die Schlangenkontrolle gemacht (genau ! hingucken), aber an Ameisen habe ich nicht gedacht. Locker sind sie an meinen Gummistiefeln hochgestiegen und in mein Hosenbein hinein. Erst durch den Biss, als ich aufstehen wollte, auf diese Gäste aufmerksam geblieben, führte ich einen Veitstanz auf – eine Superkonkurrenz für die Affen – und tötete wahrescheinlich die Angreifer, ihre Leichen fand ich nicht, wohl aber ihre giftige Hinterlassenschaft an meinem Knie.4) Wanzen – an meiner Wade sind einige dieser Liebesküsse, sie sind sehr hart und jucken zum Verrücktwerden. Ich nehme mittlerweile täglich 2 bis 3 Antihistamine, damit ich das überhaupt aushalte und nicht ständig an mir rumkratze. Also – ihr seht, das Leben ist auch hier kein leichtes für mich, sondern ziemlich elementar.
Abgesehen von diesen Malaisen geht sonst alles seinen Gang – ich kann die Zeit mittlerweile ganz gut am Sonnenstand bzw. am Helligkeitsstand abschätzen (wenn mir danah ist), denn nach den Aktivitäten (gucken, gehen, fotographieren, Busfahren oder Ähnliches) heißt es aufpassen, wenn die Sonne untergehen möchte, denn das tut sie irre schnell innerhalb einer sehr kurzen Zeit (vielleicht innerhalb von 15 Minuten)Danach sieht man nicht mehr viel (Sterne, aber keine Straße). Da die Wege hier meist ziemlich uneben sind, wenn nicht löchrig, tut man gut daran, entweder in der Nähe von künstlichen Lichtquellen zu sein oder sicher im Hotel, sonst besteht Lebensgefahr (aber nicht wegen der Tiere oder wegen feindlich gesinnter Menschen, sondern weil man sich die Beine bricht). Die schwersten Entscheidungen des Tages sind in der Regel, ob ich tatsächlich meinen Rucksack tragen will. Ich habe ihn schon total oft ausgemistet, ich finde einfach nichts mehr, was ich wegschmeißen kann, aber trotzdem sind es irgendwie knapp 20 Kilogramm – einfach total schwer. Meine Schultern spüre ich dann kaum und ich schwanke sacht unter dem Gewicht und muss wohl einen ziemlich erbarmungswürdigen Anblick abgeben. Ich werde mir bei nächster Gelegenheit doch eine Räderkarre besorgen – zusätzliches Gewicht im Gleichgewicht mit komfortablerer Beförderung, denn das Tragen dieses schweren Koffers ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht leicht. Außerdem habe ich mir schon die linke Schulter ziemlich ausgerenckt, denn beim Hochhieven und Überwerfen des Rucksacks habe ich sie mir verzerrt. Tja – mal schauen, wo ich den Hauptteil des Gepäcks in Neuseeland lasse, denn da kaufe ich mir ja noch ein Zelt und mehr als 8/9 Kilogramm will ich auf keinen Fall bei meinen Zeltwanderungen dabeihaben! Als eine weitere Schwierigkeit auf dem Weg des Reisens hat sich überraschenderweise mein Haar herausgestellt. Es ist zu lang – ständig kitzelt es mich im Nacken, stecke ich es aber hoch siehts blöd aus oder – was problematischer ist – gleich total angeschweißt und fettig-stränig und hängt wie ein Trauervorhang um mich herum. Kurzschneiden habe ich wieder überlegt, aber Haare wachsen ja bekanntlich – ich habe mich noch nicht entschieden, was zu tun ist. Das mit dem Abschneiden ist vielleicht gar nicht so dumm, denn durch das tägliche Waschen sind die Haare sehr gestresst – ich brauche gar nicht mehr in eine Steckdose hineingreifen, ich sehe schon so aus! Außerdem bleichen die Haare in der Hitze hier schnell aus, sehen also sehr ungesund aus.
Ich weiß eigentlich gar nicht, womit ich so meine Zeit verbringe, ich könnte kaum sagen, was ich jeden Tag so sehe, aber es ist ungeheuerlich viel, weil ich alles gerne aufnehmen möchte. So komme ich nicht zum Lesen. Das PC-Schreiben knapse ich mir von der zur Verfügung stehenden Tageszeit ab – es ist unglaublich, wie schnell so ein Tag vergeht und gleichzeitig, wie viel Zeit man so hat. Gegensätzlich, aber wahr. So, Schluss für heute, morgen gehen diese Zeilen ins Netz und ihr könnt Euren Senf dazugeben – aber bitte ausführlich.





Was seht Ihr hier: Zuerst mal meine schöne Bootsfahrt mit mir als stolzer Paddlerin. Dann einen Sonnenanbeter - bitte genau hinschauen, links im Bild zeigt ein Sonnenstrahl genau auf den sich Sonnenden. Einige Geier unter Palmen - fast aus der Realität gegriffen und schließlich ein Po mit Kopf - so führten sich die Affen mir gegenüber auf - aber immerhin haben sie sich mir gezeigt Die Blase am Fuss tut immer noch weh!

Samstag, 22. September 2012

Hallo, meine Lieben! Eine halbe Stunde bleibt mir noch, dann wird hier im Hotel das Internet abgeschaltet. Natürlich habe ich wieder tolle Dinge erlebt, die ich gerne mit Euch teilen würde - am besten live. Denn eigentlich vermisse ich manchmal schon jemandem, mit dem ich über das alles mich austauschen kann. Alleine Reisen ist sehr schön, aber mit anderen reisen, das wäre doch noch schöner. Da könnte man mehr lachen - ich glaube, das fehlt mir, das gemeinsame Lachen.
Mein Spanisch ist aber wieder ganz rege, so dass ich mit allen und jedem, der nicht schnell genug auf irgendeinem Baum ist, parliere und meine Sprachkenntnisse ausprobiere. Über mein schlechtes Wortgedächtnis ärgere ich mich mächtig, denn manchmal muss ich vier oder fünfmal etwas nachschlagen, nachfragen, nachlesen usw. bis ich es geschnackelt habe, z.B: Das Wort für Abfall (es ist mir gerade mal wieder entfallen) benutzte ich täglich mehrere Male und trotzdem - manchmal einfach weg (ah: basura) Immerhin spreche ich im Spanischen schön langsam - die anderen verstehen mich ganz gut. Ich bin auch prima darin, um den heißen Brei herumzureden - irgendwie mache ich mich verständlich, wenn ich auch viele Wörter nicht weiß, dann wird solange erklärt, ohne Scham gestiguliert und gezeigt, aber auch Storys erfunden, bis mein Gegenüber - belohnt sei seine Geduld - mich endlich versteht! Was mich ehrlich freut, ist auch, dass ich einen immer größeren Prozentsatz dessen verstehe, was andere mir erzählen. Oft verstehe ich jetzt schon so viel, dass ich nur noch einzelne Worte nachfragen muss. Natürlich verstehe ich nicht jedes Wort, aber - das ist für mich ganz toll, da ich normalerweise immer ganz korrekt bin und auch ziemlich infexibel-steif und erst jedes Wort verstehen muss, bevor sich mir der Sinn erschließt - mittlerweile kann ich ganz gut im Kontext Folge leisten, wenn ich das Thema mal verstanden habe. Aber bei der Schildkrötennacht - das war furchtbar. Ich bin in einer kleinen Gruppe von Ticos (Costa Ricanern) gelandet. Hätte ich nicht schon etwas von Schildkröten gewusst hätte, ich hätte überhaupt nicht gewusst, wovon der Führer da spricht. Also, etwas Neues habe ich jedenfalls so nicht gelernt. Ein Typ mit Tussi als Freundin (wir sollten alle in Dunkel gekleidet kommen ohne Kamera und Lichtquellen, Tussi in Schweifröckchen und Stöckelstacksen, aber man muss natürlich schön sein bei Nacht und Nebel am Strand) hat sich nicht entblödet, sein Handy anzustellen (= Lichtquelle), woraufhin die "Polizei" unserer Gruppe die Schildkrötenbeschau verbieten wollte. Also - lautes Palaver. Wenn ich Schildkröte wäre, dann wäre ich längst abgehauen, einfach eine Zumutung. Eine Schildkröte fühlte sich dann auch gestört und hat den Rückzug angetreten, mit der Folge, dass - dadurch, dass ihr Hinterteil mit rotem Licht angestrahlt wurde - 30 Menschen ihr ergriffen zum Meer folgten, wohin sie die Flucht ergriff. Eine andere Schildkröte war offensichtlich schon im Geburtsdelirium und konnte uns nicht mehr entkommen, so dass wir dem Geburtsvorgang einiger Duzend Eier Folge leisten konnten, aber nur kurz, damit alle mal gucken können. Da es Neumond war, haben wir eigentlich außer einigen purzelnden Eier gar nichts gesehen. Was ich gesehen habe, das war ein wunderbarer Sternenhimmel, so hell, dass ich die Milchstraße sehen konnte. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so etwas Erhebendes gesehen habe - einfach wunderschön! Ich wünschte mir in diesem Moment, jede Nacht zelten zu können und unter dem Himmelszelt, nur umgeben von Meeresrauschen und schwarzem Sandstrand verbringen zu können, aber das wird wohl nichts, solange mich Fliegen und Mücken plagen. Nach diesem ziemlich unbefriedigen Abend folgte ein toller Tag - gestern. Ich stand um fünf auf, war um sechs zur Stelle am vereinbarten Platz - nur um das Padelboot auf dem Kanal entschwinden zu sehen - ohne mich, man hatte mich vergessen und war vorzeitig aufgebrochen. Dem einen Rancher tat ich wohl leid, oder aber, man sah ein, das man nicht unbedingt zu früh losfahren muss - jedenfalls schob Steve kurzentschlossen ein Boot ins Wasser - nachdem ich einen leckeren Kaffee an der "Hafenkneipe" (Hafen ist eigentlich zu viel gesagt, die Boote werden einfach auf die Bäschung hochgeschoben) getrunken hatte und dann bekam ich eine Extraführung. Wir paddelten (schwerpunktmäßig Steve im Heck - ich nur in Abständen, unterbrochen von Fotographieren und Sprechen) 3 Stunden im Nationalpark auf der Lagune und ich konnte verschiedene Vögel, Echsen und sogar ein paar Affen beobachten und einen kleinen Kaiman - es war wunderschön, ganz ruhig, oft trieben wir nur dahin, der phantastische Urwald umgab uns - manchmal kam tatsächlich ein Motorboot vorbei - Mordgelüste taten sich in meinem Busen auf, also ganz sediert war ich von dem Anblick noch nicht. Es war ein einmaliges Erlebnis. Nachmittags bin ich dann in Gummistiefeln durch den Nationalpark und - als ich schon alle Hoffnung aufgegeben hattte, direkt neben mir, seilte sich ein Affe ab - den ganzen Mittag haben die Viecher wahrscheinlich geschlafen, als ich auf der Suche nach ihnen war! Von einigen kleineren Echsen habe ich sehr schöne Aufnahmen gemacht und herrlich bunte Schmetterlinge flatterten vorbei, während ich die ganze Zeit parallel zum Meer ging, die Wellen hörte (es war unheimlich schwer, mich nicht hineinzustürzen, aber ist eben verboten, wegen den Schildkröten - andererseits wird man sofort von tausendenden von Fliegen angeflogen, die begierig das Salz auf der schweißigen Haut in sich hineintrinken - sehr lästig), die Palmen wogten im Wind, ich schwitzte ungeheuerlich, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 95 Prozent, die Temperatur war über 30 Grad, allerdings lag der Wanderweg im Schatten - ich lief mir eine superdicke Blase am Fuß und außerdem , da wo der Gummischuhrrand ist, wurde meine Haut ganz wund wegen des Schwitzens - aber egal - ich sah die Geier am Strand (sie warten auf die schlüpfenden Schildkröten und wissen diesen Leckerbissen zu schätzen) und ich sah und hörte die Affen - endlich. Jetzt zum Schluss: Heute bin ich dreieinhalb Stunden mit dem Boot Richtung Süden gebraust - Toll! Dabei habe ich tatsächlich ein Faultier gesehen und ganz viele Pelikane und so eine Art Flamingos, jedenfalls staksten sie im Wasser und waren rosa. Jetzt bin ich in einer Hüttenlodge in Puerto Viejo im Südosten Costa Ricas - Traumstrände erwarten mich hoffentlich morgen, falls kein Regen kommt, leihe ich mir ein Fahrrad und alles wird wieder schön. Ich berichte weiter! Bis bald . Cathrin

Donnerstag, 20. September 2012

19.September 2012 - Endlich in der Karibik


Hallo, Ihr Lieben. Eine kleine Bitte vorweg. Kurzkommentare zu meinem Blog zu schicken ersetzt keineswegs die persönlich geschriebene und an mich persönlich adressierte Mail - ich bin ganz scharf darauf, von Euch zu hören - Also, rafft Euch auf. Sonst gibt´s keine Blogs aäh Posts mehr.
Es ist wieder so viel passiert, dass ich nicht zum Schreiben komme, also nehme ich die nachmittägliche schwüle Hitze zum Anlass, um mich auf die Terrasse meines Hotels zurückzuziehen und Euch zu schreiben.
Fange ich mal mit heute an - also heute, das war mein erster "Ich lasse mich komplett hängen Tag" Endlich scheint die innere Ruhe da zu sein, einen Tag einfach mal nichts zu tun, also heute. Ganz stimmt das allerdings nicht, denn gleich, gegen 18:00 gehe ich los, Schildkröten im Nationalpark hier gucken - ich hoffe, es ist eine möglichst helle Nacht, dann kommen viele Schildkröten an Land und man kann ihre Eiablage beobachten. KameraFotos sind allerdings verboten, also keine Dokumentation möglich, ihr müsst mir dann schon glauben, was ich gesehen habe. In den NP darf man nur rein mit Führer, ist wohl auch gut so. Das Ganze ist auf ca. 2 Stunden incl. Hingehen begrenzt - hoffentlich habe ich Glück! Drückt mir die Daumen - es wäre ein einmaliges Erlebnis.
Ansonsten bin ich durch das zwar nur vom Tourismus lebende (früher wurden hier die Schildkröten für die Schildkrötensuppe gefangen und hingerichtet, heute leben die Leute von den Touristen, die die lebenden Schildkröten sehen wollen!), aber ziemlich trotzdem beschauliche Tortuguero (d.h. Schildkrötenjäger) geschlendert und habe mir in aller Ruhe irgendwelche Souvenirs angeschaut (die man unmöglich kaufen kann, so dull sind sie, bis auf die T-Shirts - da habe ich überlegt, weil ich noch eines brauche um beim Schwimmen gegen die Sonne geschützt zu sein) und eine Käsecrepe gegessen. Beim Eingang zum Nationalparkt habe ich überlegt, ob ich den Wanderpfad langlaufen soll durch den Mangrovenwald (man kann nicht verloren gehen, wenn man auf dem aufgeschilderten Weg bleibt und das tue ich), aber da muss man Gummistiefel anziehen und die muss ich mir erst noch leihen (für 2 $) Dann hatte ich eine tolle Begegnung mit einem kleinen Iguano, einem Drachen, so heißen sie hier (siehe Foto) - der kleine Kerl (mit Schwanzspitze so groß wie ein Golfschläger) wurde mein Star des Tages, zum Schluss kam er sich - glaube ich - sogar belästigt vor, also habe ich schweren Herzens Abschied genommen - aber der Kontakt war da, er schaut direkt in die Kamera, eben wie ein richtiger Star - nur etwas ernster ud misstrauischer.
Das einzig Nachteilige auf der Terrasse hier sind die Fliegen, ansonsten höre und sehe ich linker Hand das Meer, die Wellenbrecher rauschen auf den schwarzen Strand (siehe Foto) zu, die Palmen (Datteln und Kokos) wehen im Wind, die Mangos (da statischer im Bau) wackeln nur etwas - im Ganzen sehr beschaulich - eben, wie gesagt, bis auf die vielen Fliegen. Baden kann man übrigens nicht so ohne weiteres, das würde die Schildkröten stören, denn ich nur etwa 200 Meter vom Beginn des Nationalparks, auch gibt es gefährliche Unterströmungen. Aber Morgen werde ich trotzdem es mal versuchen. Morgen früh um 6:00 beginnt übrigens meine Kanutour (mit selbstpaddeln) Ich werde berichten, wenn ich Zeit habe - vielleicht sehe ich exotische Tiere (Krokodile oder Delphine oder so ein Kleinwal ähnliches Tier, das sehr lieb, aber äußerst selten ist - der Name ist mir entfallen oder exotische Vögel usw.). Gegenüber übt jemand seit etwa einer Stunde trommeln - Irre.
Gestern war ein aufregender Tag, denn ich bin vom zentralen Hochland, das auf etwa 1100 Meter Höhe liegt an die Karibikküste gefahren. Morgens um halb sechs aufgestanden, Frühstück organisiert unterwegs zur Bushaltestelle, 1. Bus nach Tabás zum (Terminal) Caribueno, von dort fahren alle Busse an die Karibik. Kaffee getrunken (sehr gut - aus Costa Rica), der nächste Bus nach Cariari (ihr könnt meine Route ja verfolgen per google-Map). Dabei bin ich noch einmal durch den Dschungel gefahren, dem NP Braulio Carillo, in dem ich die letzten 2 Tage wandern war (vielleicht kann ich Euch noch von Vorgestern erzählen, einem ungeheuerlich aufregenden Tag - fast hätte ich den Anschluss in die Zivilisation verpasst). Dann umsteigen in Cariari, einem kleinen, aber sehr regen Örtchen, so eine Art Provinzzentrum für die Küste. Der nächste Bus fuhr nur noch Schotterstraße nach La Pavona, dessen einziger Zweck es ist, der Hafen für die kleinen Fähren zu sein nach Tortuguero, dass man nur mit dem Boot erreichen kann. Während ich mein Fährticket geholt habe, wollte gerade ein vollbeladener Bus abfahren, da knallte es, der rechte Vorderreifen war geplatzt -welch ein Glück für die Leute, dass das nicht unterwegs passiert ist! Ich jedenfalls zur Fähre - im Bus war ein Führer aus Tortuguero dabei, der Englisch sprach -bei dem ganzen Hin und Her doch leichter als Spanisch, vor allen Dingen, weil ich kein Hotel in Tortuguero hatte. Der konnte mir eine Karte des Ortes geben (700 Ew) - das hat vieles erleichtert. Jedenfalls - nachdem ich die letzten 2 Stunden außer Bananenplantagen und Zebu-Viehherden nichts gesehen hatte und eingepfercht zwischen irgendwelchen Leuten versuchte, Spanisch zu verstehen (die Richtung habe ich meistens irgendwie rausgehört) kam jetzt der Knaller, denn die Fähre ist ungefähr 1,5 Stunden unterwegs und lädt die Leute irgendwo im Dschungel, Mangrovenurwald ab, wenn sie da wohnen. Zuerste ging es einen kleinen Wasserweg entlang auf Tuchfühlung mit dem Ufer, die Lianen hingen über meinem Kopf - wir sahen einmal einen großen Drachen, der aufgeschreckt durch das Motorengeräusch, über die Uferbank flüchtete. Schließlich bogen wir auf eine breiteren Fluss ein, der uns dann zu der Lagune von Toruguero brachte. Tortuguero liegt auf einer Nehrung, also auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite eine Lagune, dazwischen ca. 400 Meter Land - dafür aber mehrere KM lang. Endlich in den Tropen - sogleich habe ich nach der langen Fahrt (so gegen 15:00 Uhr war ich angekommen, nach Adam Riese also 7 1/2 Stunden unterwegs) ein herrliches Essen -Landestypisch als Casada (das heißt übersetzt glaube ich verheiratet) gegessen mit einem frischen Fischfilet, dazu schwarze Bohnen, leckerste, selbstgemachte Fritten (ein echtes Nationalgericht mittlerweile hier), noch zwei Arten von Reis (einmal mit Bohnen, das andere Mal mit Zwiebeln, Karotten, Chile), als Gewürz bitter-saure Mandarine - ich schlecke mir noch jetzt alle 10 Finger danach ab.
Jetzt habe ich gerade noch Zeit für einen kurzen Rückblick auf Vorgestern - da war was los. Ich wollte noch einmal in den Nationalpark zum Urwald. Allerdings liegt der Eingang "Vulkan Barva" ca. 1000 Meter höher als die Teleferico vom Vortag, also eher Nebenwald. Ich bin mit einem jungen Mann, Axel aus Bad Oldesloe, den ich im Hotel getroffen habe, morgens um 6:00 Uhr los. Der Bus fuhr uns relativ hoch und höher und ich dachte, dass er bis zur Straßenende fährt - aber Irrtum. Wir konnten bis zum Eingang des Nationalparks 11 Kilometer hochlaufen - Gott, was habe ich geschnauft, aber wir hatten ja Zeit und mittags waren wir endlich da. Die 4 Wege (insgesamt ca. 10 Km ) im NP liefen wir ab, bis auf einen, den ich einfach nicht mehr konnte und wollte - und das war gut so, der jungendliche Axel, durchtrainiert und passieronierter Jogger landete im Dreck, weil durch die Regenfälle alles aufgeweicht war. Nun - ich kam bis auf den Vulkan (schon länger nicht mehr ausgebrochen, heute eine "Lagune" genannter See umgeben von Nebel und Dschungel, aber sehr ruhig - auf fast 3000 Meter Höhe - Ihr könnt ermessen, wie leistungsorientiert ich mich dorthin hinaufgezwungen habe - unglaublich). Alles war toll, bis wir feststellten, dass unten im Tal der letzte Bus in einer Stunde fährt. Also, ich hätte es trotz Dauerlauf nach unten nicht geschafft, habe ca 1,5 Kilometer vor dem Ziel eine Auto (das einzige übrigens, das an mir in der ganzen  Zeit vorbeifuhr) angehalten und die haben mich in der alten Klappermühle mitgenommen, nur um zu sehen, dass der Bus gerade abfuhr und auch auf Hupen hin nicht hielt. Plötzlich öffneten alle Mitfahrer die Türen, sprangen hinaus und nun- mit weniger Gewicht - holte der Fahrer das Letzte aus seinem Auto heraus und wie überholten den Bus tatsächlich and er nächsten Haltestelle und ich kriegte den Bus noch. Den Fahrer - unbekannterweise, irgendeinen Farmarbeiter - habe ich begeistert und dankbar umarmt, denn sonst hätte ich noch einmal ca 20 Km und zwar in Dunkelheit gehen müsse, um ein Taxi oder einen Bus zu bekommen - echter HORROR! Aber alles ging gut, die Zivilisation hatte mich wieder und ich habe überlebt. So etwas nennt man Glück, wenn man so liebe Leute trifft. Euch alles Gute - heute habe ich übrigens Postkarten gekauft, die ich wieder an Euch schicken werde - als Dank  könnt ihr mir mal ausführlich mailen. Umarmung an alle. Cathrin







Montag, 17. September 2012





Mein dritter Blog-Eintrag am 16.9.2012


Wieder einmal bleibt mir nicht viel Zeit, nur eine halbe Stunde, dann macht das Restaurant, in dem ich WLAN-Empfang habe, zu - um 20:00 Uhr. Es ist nicht leicht, von hier aus in Internet-Kontakt zu treten, denn manchmal gibt es keinen Strom, meist schließen die Internet-Empfangs-Orte aber früh (während ich etwas unternehme, während der vormittäglichen Sonnenstunden und danach mit irgendwelchen Bussen zum Hotel zurückfahre) oder es gibt gar keinen Empfang, z.B. auf den Hotelzimmern. Vorbereiten kann ich meist auch nichts, weil man die aufgestellten Computer nicht mit einem USB-Stick beglücken kann (Angst vor Virus). Eigene Mail eines vorbereiteten Schreibens zu schicken ist eben deshalb auch kaum möglich. Kurz: Ich bin immer ganz gierig, wenn WLAN mal funktioniert und stürze mich drauf.
Heute war ein toller Tag. Ich habe das erste Mal in meinem Leben einen richtigen Regenwald gesehen - natürlich - wie könnte es anders sein - im Regen (die ersten 1,5 Stunden war noch ohne Regen, aber bedeckt). Unter Regenzeit habe ich mir soetwas vorgestellt wie in Asien vor 30 Jahren. Aber dem ist nicht so, zumindeste nicht hier im zentralen Hochland von Costa Rica. Spätestens gegen 14:00 Uhr, meist früher, geht ein Regensturm nieder dass man die Gegenfahrbahn nicht mehr sieht. Man denkt, die Welt geht unter. Vorgestern wurden alles STände aus dem zentralen Markt in Alajuela, was ca. 20 km von hier liegt - übrigens direkt am internationalen Flughafen - auf die Straße gespült - innerhalb von wenigen Minuten gingen Sturzbäche hernieder. Gestern, als ich ungewollt - ich hatte meine Bushaltestelle in Heredia verpasst - in Alajuela gelandet bin, standen die Straßen ca 15cm unter Wasser, reihenweise hatten die Autos die Warnblinkanlagen an wegen Kurzschluss, das Wasser scchoss aus den Kanälen in Fontänen heraus. Ich saß im Bus, der unverzagt seinen Motor aufheulen ließ und mit Spritzfontänen die Schutz suchenden Passanten, die sich irgendwo untergestellt hatten, durchnässte. Durch das Fenster konnte man kaumm etwas erkennen, da Kaskaden den Bus herunterliefen - es war wie am jüngsten Tag mit Wetterleuchten, Blitzen und knallenden Donnern. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei, es tröpfelte nur noch, die Luft, nun angenehm abgekühlt - vorher hatten wir 29 Grad und es war ziemlich schwül. Also heute war ich im Nationalpark Braulio und zwar am Touristeneingang, direkt an der Autobahn 32 nach Limon an der Karibikküste. Es gibt nur 2 Direktverbindungen vom zentralen Hochland dorthin und deshalb ist die 32 viel befahren. Die Erlaubnis zu ihrem Bau führte vor kanpp40 Jahren zur ERöffnung des Nationalparks als Kompromiss. Ein riesiges Gebiet ist praktiscch unerschlossen links und rechts der Autobahn mit einem großen Vulkan mittendrin. Es gibt aber 4 touristische Zugänge - den am weitesten nördlich gelegenen werde ich versuchen MOrgen zu erobern, sofern es das öffentliche Verkehrssystem zulässt. Ich war heute am Haupteingang. Eine private Firma betreibt dort Canopy-Touren und eben eine etwa 3 km lange Schwebebahn, von der man den Regenwald aus unterschiedlichen Höhen betrachten kann. Alles sehr komfortabel - es war einfach phantastisch! Noch nie habe ich so etwas gesehen. Aber als die Tour zu Ende war, hätten wir Touristen (Es sind im Moment wirklich wenige wegen der Regenzeit) mit einem kleinen Bus zum Eingang zurückgebracht werden sollen - aber nichts da. Der Tagesübliche Regensturz begann und zwar so heftig, dass die Straße zugeschwemmt wurde. Der nahe Fluss hat kurzzeitig sein Flussbett geändert und aus wars mit dem Bus. Da in der Nähe noch eine Hängebrücke für Fussgänger angebraccht war, die wohl sicher schien, durften wir Touristen zu Fuß zurückgehen, was normalerweise verboten ist. Ich war begeistert. Natürlich habe ich im Regen und mit Trampelschritt keine wilden Tiere gesehen, aber die Pflanzenwelt, das Wasser überall - ich bin begeistert. Wieder an der Straße wollte kein Bus mich nassen Hund wieder mit zurück nach San Jose nehmen, bis endlich ein vollbepackter Schnellbus gehalten hat und mich und 4 Studenten, die im Moment Sozialarbeit hier leisten, aufgenommen hat. So bin ich erst um 18:00 Zurückgekehrt nach einem langen, aber beglückenden Tag. Ich habe eine Anaconda gesehen, einen knallroten Giftfrosch, eine kleine braune Tod bringende Giftschlange, mehrerr Riesenspinnen, einige Orchideen, Blattschneiderameisen - ich finde, das reicht jetzt auch für einen Tag, oder? Muss Schluss machen, vielleicht Morgen etwas mehr von mir und Costa Rica und seinem Verkehrssystem. Cathrin

Dienstag, 11. September 2012

Also, ich versuche das jetzt noch einmal mit den Fotos, bisher klappt es nicht:

1. Grüße aus dem Yosemitepark
















2. Falsches Auto gekauft!

Mein zweiter Blogeintrag


Also Freunde (bisher seid ihr ja ganz intim nur zu zweit - liebe Karo, liebe Nicoletta) hier endlich mein zweiter Blog-Eintrag, hoffentlich in Zukunft wesentlich häufiger. Gerade sitze ich im Gate-Bereich, bereit zum Abflug nach Miami, das Boarding soll irgendwann in einer halben Stunde beginnen und ich habe große Entscheidungsschwierigkeiten, ob ich jetzt diesen Block schreiben soll, oder doch besser die Leute beobachten soll. Also mache ich mal beides, sozusagen als Reiseimpression. Hier sitzt so ziemlich alles Volk, was man bei einem Flug nach Miami erwartet also gegenüber von mir im MOMENT EIN älterer Herr (umringt von seiner untergewichtigen, faltig-ebenfalls älteren, aber in Trainingsanzug und knalligem rosa Oberkleid angetanem Weibe, seiner Tochter (verheiratet mit Ehemann aside – sie telefonierend, er: essend (macDonalds Coke und irgendeine Pizza o.Ä. – sie beißt jetzt auch einmal zu  - mmmmmh lecker – Mutter, nun ebenfalls essend mit türkisfarbener Plastikhandtasche, durch Goldhalskette und Brillenband fast erwürgt, aber kräftig zubeißend in eine Salamipizza, gleichzeitig mit spitzen Grallen festhaltend ein Cola im Pappbecher), also der ältere Herr, er schläft, Hemd halboffen (mit grauem Haarbusch hervorluckend – Haarwuchs auch aus den Ohren puschelnd), Mund standhaft geschlossen, die Welt um sich ignorierend, ein Pool der Ruhe – Altmännerbeine (staksig) stecken in dunkelbrauen Wollstoffhosen – das bei dieser Hitze, aber der Traveller weiß, das schwerste Gepäck zieht man beim Flug an und die weißen, mit Pillings übersäten Socken stecken in wildlederbraunen Seglerschuhen, das ganze meditativ ausgerichtet: recht aufrechte Sitzhaltung, die Hände leicht in der Leistengegend abgestützt – Typ Buddha, nur die grauen Stoppelhaare passen nicht dazu, die linke Seite plattgeschlafen, die Rechte Seite wacker stehend, Soldatenschnitte. Die Tochter in rotem, fließenden Kleid, nur an der Brust gerafft, sonst Hochsommerlich, dem schwül-heißen Wetter durchaus angemessen, die Pizzapapierreste knüllend in der rechten Hand in rhythmischen Bewegungen, gleichzeitig der Mutter übersetzend, weitergebend usw , die bemüht scheint, am Telefonat teilzuhaben (wahrscheinlich Vorwarnung der Verwandten in der Heimat, die die Gruppe abholen sollen oder Tratsch? – Ah – etwas Ungewöhnliches: Bomben- Feueralarm im Flughafen (nicht in Gate 9 , wo ich bin?) - wahrscheinlich hat wieder jemand sein Gepäck stehen lassen und der halbe Flughafen wird abgetrennt, damit keiner zu Schaden kommt – ein lautes Schrillen, alles schaut wach. Wer ist sonst noch hier auf dem neutral braun-schwarzen, Schmutz verbergenden Teppich postiert? Also international-amerikanisch, also viele Schwarze, insbesondere schöne, ausdrucksvolle Frauen, schlank oder wolkig-mollig, allesamt mit großen, ausdrucksstarken Augen, halbnackt, enge, körperbetonte Kleidung, meist in gedeckten Farben mit Tigerlilis Mustern – im Trend: lange Kleider, geschürzte Brüste, draller Schmuck, Tatoos. Männer wie Frauen schlafend, sich unterhalten (verhalten), telefonierend. Auffällig: keine Asiaten (an der Westküste habe ich manchmal schon geglaubt, ich sei bereits in China, denn z.B. in Banken, Kaufhäusern, Geschäften sind dort bisweilen alle Chinesen, sprechen Mandarin bzw. meist Kantonesisch (MIST!). Die schlafenden Personen (es ist Mittag) liegen häufig bequem zurückgelehnt in Knochenkissen, also so Weichwürsten, die den Nacken stützen und etwaiger Verkrampfung vorbeugen sollen. Das Ehepaar mit Familie spricht übrigens Spanisch, Kommunikationsversuche mit dem alten Schläfer scheinen erfolgreich, er versucht zwar immer wieder einzunicken, die Gattin sucht dies jedoch durch Rascheln, Zeigen von Gegenständen, Papierchecks usw. zu unterbinden in regelmäßigen . Die Männer hier, teils auch tatooed (die Jüngeren), Sonnengläser (drinnen!), T-Shirts, Muskelshirts, Hawaihemden, Polos, kurzärmelig, Farben eher hell, Hosen Jeans, halblang, gemustert und beige. Im Hintergrund nun gackernde Gänse, leicht hysterisierend. Neben mir ein Flugmensch, also einer , der für eine Fluggesellschaft arbeitet, Handyinformationen saugend (ohne Gegensprecher – Terminplan: aha – wichtig!), unruhig, die Beine beständig leicht in Bewegung, die Knie nach außen federnd in leicht angewinkelter Position. Spanisch ist eindeutig die dominierende Sprache. Auch alle Lautsprecheransprachen werden nur in Spanisch gemacht – wird Zeit, wieder etwas für Basissprachkenntnisse zu unternehmen. Aber eigentlich auch störend trotz aller Exotik. Natürlich passt Spanisch irgendwie in die Karibik, aber doch nicht, wenn man zu den USA gehören will. Was verbindet die Menschen dort außer Lebensoptimismus, der Möglichkeit der Individualität bis zum Abwinken, die tiefe Religiösität: doch nur die Sprache. Hier (wie auch in den restlichen USA) scheint es eher eine mehr diffuse Vaterlandliebe. Soldaten sind gern gesehen (laufen hier immer in Volltracht rum), Vaterlandsverherrlichende Denkmäler allerorten, amerikanische Fahnen, teils Straßenvollbeflaggung, eine außerordentliches Gespür für Fairness und Nichtschummeln, d.h. keiner versucht ernsthaft, die Geschwindigkeitsbegrenzungen wesentlich zu überschreiten (10 Meilen/h sind quasi erlaubt – ein Kompromiss zwischen bürgerlichen Freiwillen und Polizeilicher Observation) und ein Gemeinsinn – man wartet nicht, wenn der Mülleimer im Park durch den Wind umgeweht wird, bis der städtische Ordnungsdienst daherkommt, sondern sammelt gemeinsam, ohne viel Aufhebens schnell alles ein. Also, es ist irgendwie irritierend, dass die Leute sich wie Amis fühlen, aber als Mutters Sprache Spanisch sprechen. Also, jetzt kommt gleich der Aufruf zum Boarding, die Leute stehen so langsam auf, jeder hat natürlich seinen Platz (übrigens auch sehr amerikanisch, dieses wohlorganisierte, klaglose Kjuen (man schreibe es englisch, ich weiß aber nicht wie, also aussprechen und dadurch verstehen) – ich dachte, das gibt es nur in England, aber die Amerikaner sind ganz groß dad´rin und total aggresiv, wenn sie glauben, man hat sich vorgefuscht (zweimal ist mir das passert – dabei habe ich mich gar nicht vorbeigedrängelt, sondern bin von dem Clerk zum zweiten Desk aufgerufen worden und der am ersten Desk musste halt mal aufs Klo, da dauerte es eben länger – ist doch nicht meine Schuld. Die eine Amerikanerin habe ich dadurch geschockt, und damit vermutlich der Europäer in ihren Augen auf immer ruiniert, dass ich sagte: Urlaub oder Stress, was sei ihr lieber und irgendetwas über Stress philosophierte . So nun schluss, sonst ist der Flieger ohne mich weg.