Hallo Leute, meine Empfangszentrale ist ab heute in Phnom Penh, also in Kambodscha. Neues Land, neue Freud´. Der Abschied von Burma ist mir wirklich schwer gefallen. Das Wasserfest, also das Neujahresfest steht vor der Tür und überhaupt gibt es noch gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaz viel zu sehen und zu besuchen und zu tun in Myanmar. Da will ich noch mal hin, ganz klar! Der Tag gestern war dann doch noch prima, denn ich habe eine Frau, die ich in Mingun kennen gelernt hatte, wiedergetroffen in meinem Hotel und so haben wir den Tag weitgehend zusammen verbracht, den AUng Sui-Markt erkundet (wenn ich zurück nach Deutschland geflogen wäre heute, hätte ich mindestens 10 Kilos Souvenirs angelandet vor allen Dingen Schmuck und Lackwaren, aber auch kleine Holzkästchen und Schnickschnack, noch mehr Marionetten, Perlmut und Jadewaren, wunderschöne Papierschirme, Stoffe en masse und Nähkleinkram und vielleicht auch ein paar graue Perlen und einen Rubinring (der aber auch hier sehr teuer ist, aber eben einfach schön)), Fruchtsäfte (also: zerstampfte Früchte mit etwas Zucker, Eis und Wasser) getrunken und das Gold der Shwedanon-Pagode im abendlichen Glanze des Sonnenuntergang gebadet angeschaut - danach ein kühles Bier (das hier als Gefrierglotz nach dem Zapfen kredenzt wird, schmilzt dann innerhalb von 10 Minuten und muss schnell getrunken werden, bevor es schal wird) im Nachgang zu einem Liter leckeren Tees. Als Wetternachricht sei nochmals auf den Hitzeschock hier hingewiesen - gestern waren es 38 Grade und somewhat humid - ich war schon mächtig abgeschlafft, zumal es in der Nacht nicht wesentlich abgekühlt ist und der Fan vergeblich gegen meine Hitzewellen anrotierte. Also ich sage Euch - so auf dem Bett zu sitzen, ganz ruhig, nur gleichmäßig atmend, sonst nichts machen, den vorbeifahrenden Zügen und dem Surren der Luftmaschine lauschend und dazusitzen und am ganzen Körper einen Wasserfilm zu haben und zu warten, dass der Schweißtropfen salzig ins Auge hineinläuft und dabei zu denken, dass ihr Schnee schippen müsst - so stelle ich mir ein kleines Stückchen Glück vor! Geht nicht gegen Euch, aber ich habe so ein zutiefst zufriedenes Gefühl mit mir selbst, dass ich dem Winter dieses Jahr entflohen bin! (Natürlich mit der Einschränkung des feucht-regennassen Sommers (?) in Neuseeland). Endlich mal Sonne (für mich nun seit gut 7 Wochen ununterbrochen - endlich, endlich , endlich - ich werde hier noch ganz heiter, kaum noch eine Spur meiner sonst üblichen destruktiven Winterdepression) Hier noch einige Impressionen des gestrigen Tages:
Irgendwie klappt in Burma alles für mich, so habe ich heute Morgen meine Sachen gepackt (nachdem ich meine Reinigungsklamotten abgeholt hatte) und meine Marionetten noch einmal fotographisch gesichert und bin dann zum Frühstück runter (mein Zimmer war unterm Dach im 4.Stock - kein Fahrstuhl) und da erfahre ich, dass ein kostenloser Hoteltransport in 20 Minuten zum Flughafen unterwegs ist. Ich kann noch in Ruhe speisen und meine restlichen Kyat in Dollar umwechseln, und verbringe die nächsten 70 MInuten Straßenchaos in einem netten Plausch mit einigen gerade angekommenden Franzosen, wobei ich mein Französisch wieder einmal etwas aufpolieren kann, dann sitze ich melancholisch gestimmt am Flughafen und versuche mir über die Situation klarzuwerden. Anzukommen in einem neuen Land, das ist etwas ganz Außergewöhnliches. Tief drinnen ist eine kleine Furcht, dass alles fremd ist und mit Mühsal verbunden und der Abscchied vom Bekannten, Liebgewonnenen macht es nicht besser. Was wird sein, werde ich wieder mal übervorteilt, muss ich mich streiten (also feilschen und werde wahrscheinlich über den Leisten gezogen, weil man ja als Neuankömmling nichts weiß), andererseits fehlt einem jede Souveränität, alles wird neu sein, NEU sein, ERSTMALIG sein - das erlebt man nie mehr, diese Spannung, dieser Stolz, eintauchen zu können und etwas zu sehen (zum Erleben ist es noch nicht - zu frontal), was man noch nie geschaut hat - wie wird es sein, werde ich es mögen? Dann der erste Moment der Ankunft, der entscheidene Moment, das erste Gefühl - ja oder nein? Ein erster Blick auf die Menschen, auf das Singsang ihrer Stimmen, ganz neu, mit nichts bisher Dagewesenem zu vergleichen - das Sein und das Werden - wen werde ich treffen, was werde ich sehen - alles ist in diesen ersten Minuten, voller Fucht und Tatendrang, purer Überdruss und pure Freude befangen, alles ist möglich, vieles bereits ausgeschlossen, da nur jetzt gegenwärtig. Ist das Gefühl des Willkommenssein da - oder nicht? Später kehrt man zurück, weiß schon einiges, kennt vieles, handelt routinemäßig, aber im ersten Moment, der schwerste und leichteste Moment zugleich, alles noch blank und ungezeichnet, nur Gefühl - das macht ganz wacht vor Anspannung und sehr müde vor lauter Anstrengung. Jede Tür muss das erste Mal geöffnet werden und man weiß nicht, was dahinter ist - will ich mich darauf einlassen, muss ich mich darauf einlassen, kann ich mich darauf einlassen - man weiß es nicht, Es gibt halt nur die Möglichkeit es zu machen, sonst nichts- purer Aktivismus, bei mir meist verhalten, langsam, bedächtig, Kontrolle behalten im Chaos, im Dahinschwimmen und Davongleiten, soweit, dass man Stehen bleiben kann zum Verschnaufen und Überblick behalten oder auch Davongleiten lassen. Tja, also heute:Phnom Penh. Der Einflug: In Wetterleuchten, ganz schwarz aufgetürmte Wolken, hinein in die Nacht, ja, in die Nacht! Der erste Eindruck der STadt - hier wird STrom gespart! Magere Straßenbeleuchtung, keine Hausbeleuchtung, einige Straßen, wie Strahlen vom Fluss abzweigend - dazwischen: Dunkelheit, der Flughafen - dunkel mit Ausnahme des eigentlichen Gebäudes, kein gleißendes Licht über dem Rollfeld. Das Hotel hat ein Taxi geschickt, der Fahrer wartet (für mich überraschend, da das HOtel mich nicht informiert hat) mit meinem Namensschild ungeduldig auf mich, die Straßen voll mit Autos und hunderten Mopeds, dazwischen vereinzelt Rikschas, der Fahrer auf einem Hochsitz hinter dem Passagiersitz, der nach vorne blickt, die Ampelphasen 75 Sekunden auf Rot, auf Warten,, neben mir ungeduldige TukTuks, kleine Sitzkisten von einem Motorrad gezogen, Der Verkehr fließt viel reger als in Yangoon, hunderte von Restaurant ziehen am Fenster vorbei, die meisten erleuchtet mit Gaslichtern. 12 Kilometer zum Hotel, 12 Dollar wert - heute verlassen mich meine Dollarnoten schneller als ich denken kann (Lunch, Ausreisesteuer, Visum, Taxifahrer ...)Das Zimmer für die heutige Nacht (morgen bekomme ich ein neues Zimmer mit nur einem, dafür aber breiten Bett, also meinen Maßen angemessen - ein burmesischer Guide meinte in Pagan (es war nicht unfreundlich gemeint, nur etwas sorgenvoll, ich könnte zwischen den Tempelwänden in den Treppenaufgängen stecken bleiben) Be careful, you are a fat Lady) dann: ruhig, kühl, sauber, gemusterte kühle Steinfliesen, weiß-rot geschmücktes Bett aus dunklem Holz, eine Duschkabine, sogar ein Fernsehen - vielleicht sollte ich heute mal TV-Schauen?! Bin so überwältigt vom Neuen, dass etwas Fades mir wahrscheinlich ganz gut tun kann.
Kambodscha ist ja auch eine Erinnerung - nach dem Vietnam-Krieg, einer meiner ersten politischen Erfahrungen, die allabendliche Invasion zur Abendbrotzeit via Fernseh-Nachrichten zu verfolgen, dann der nächste Krisenherd - PolPot, etwas mehr als dreieinhalb Jahre und über 2 Millionen Tote, ein Volk zurückgestoßen in einen übelwollenden STeinzeitmaoismus, wahrscheinlich ein Trauma - diese Scham, also offenbar wurde, was vorher schon geahnt war und von vielen sicher auch schon gewusst - heute soll das Durchschnittsalter hier bei etwas über 20 Jahren sein - hier bin ich also Totaloldi. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich hier dermaleinst Urlaub machen würde, meine vordringlichste Sorge, ob ich mir ein Motorrad mieten kann. Na - jedenfalls, Phnom Penh ist wieder so wurselig wie alle asiatischen Städte, nichts erinnert an die Wüstungen von damals auf den ersten Blick, Verfallserscheinungen, angelaufener Beton, angerostete Gitter, unebene Bürgersteige (falls überhaupt) - Alltag in jeder Menschenanhäufung in dieser Weltgegend (Ausnahme: Singapore). Hier werde ich also endlich einmal mehr GEschichte schnuppern, bin schon ganz fibberig. Erinnert mich aber auch an meine Besuche in Polen, in Ausschwitz, nachzuvollziehen, was zum Glück vorbei ist, hier jetzt schon bald 34 Jahre (verdammt, so alt bin ich mittlerweile schon, dass ich mich noch an die News von damals erinnern kann...)
Samstag, 30. März 2013
Freitag, 29. März 2013
Tja, uebrigens - der Bus hat sich voll gelohnt! Hatte eine vergleichsweise gute Nacht und konnte in dem neuen Ledersitz mit Beinablage ausreichend gut schlafen, so dass ich jetzt tatendurstig dem heutigen Tag entgegenschaue. Umarmung , bis Cambodia an alle, bis bald, kommentiert mal fleisstig oder schickt mir mal wieder eine Mail - bin suechtig danach. Cathrin
29.Maerz 2013 Mein letzter Tag in Burma ist angebrochen *na ja, mein vorletzter, aber Morgen ist eigentlich nur noch Abschiednehmen - und da es in yangoon keine Mietmotoradfahrer (und auch kein Mietmotorraeder fuer Auslaender gibt....welch oft beklagtes Leid meinerseits) kann ich nicht mehr nach Bago kommen, da nur teuer und kaum Zeit / d.h. eindeutig, nach Burma komme ich noch einmal zurueck. Hier habe ich eine glueckliche Zeit verlebt, tatsaechlich mal Kontakt mit Einheimischen gehabt und auch intensive Austausch-Gespraeche mit Travellern - ein rundum gelungener Stop fuer mich und da ich wirklich viele Gegenden noch nicht gesehen habe - seien sie gesperrt oder ich fand nicht die Zeit / so nehme ich mir fest vor, was ich in einer meiner naechsten Urlaube machen werde (falls das mit dem Chinavisum jetzt in Cambodia nicht klappt, dann komme ich einfach mal hierher zurueck? Es gibt viel zu erzaehlen, aber es sei genug, was ich auf Konserve gestern fabriziert habe, denn sonst habe ich ja nichts mehr zu erzaehlen>
Ich weiß gar nicht, wie weit ich im letzten
Post gekommen bin, denn ich schreibe hier in die Konserve, da kein Internet
verfügbar. Zz. bin ich wieder Kalow, reise aber in 2 Stunden zurück nach
Yangon, um dort meinen letzten Burma-Tag zu verleben. Übermorgen ist dann
wieder einer dieser „verlorenen“ Tage: Aufstehen, Packen, Frühstücken, zum
Flughafen, Einchecken, Warten, Fliegen, Erstorientierung (Sim-Card,
Taxi-Situation) in einer neuen Stadt orientieren und Hotel finden und dann –
nach einem schnellen Abendessen im Hotel oder um die Ecke in irgendeinem Kiosk
– ab ins Bett, mal sehen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit und der Hitzepegel
nachts in PhnomPenh ist, ich habe jedenfalls ein Hotel mit Air Condition
gebucht. Mein Flug ist um 16:30, d.h. so gegen 12 muss ich mich auf den Weg
machen, da der Weg zum Flughafen ziemlich lang ist und das Verkehrschaos
herrscht – bin gespannt auf den Sicherheitscheck in Yangoon und hoffe, dass ich
meine restlichen Kyat (gesprochen Tschatt) noch zurückwechseln kann, um Halb Acht
Ortszeit werde ich dann anlanden. Auf Cambodia freue ich mich, habe schon
einiges Interessantes gehört und außerdem gönne ich mir einen wirklich lockeren
Einstieg, da ich erst einmal fast eine Woche dort bleibe, weil ich ja mein
China-Visum da nun endgültig beantragen will (hoffentlich klappts), gebucht
habe ich das Hotel schon mal bis Mittwoch. Ich werde also Gelegenheit haben,
mich umzusehen und vielleicht auch mal ein Museum von innen zu sehen.
Burma hat mir jedenfalls gut getangetan. Es
ist ein langsames Land – hier kommt die große Ruhe. Das Land
ist groß, fast 2000 km Längenausdehnung zwischen Korallenmeer und Himalaya,
aber der Großteil ist gesperrt oder unerreichbar (es sei denn, man scheut kein
Risiko und vor allen Dingen keine Kosten). Einige erreichbare
Regionen, vor allen Dingen das Delta und die Westküste, sowie die Gegend direkt
südöstlich von Yangoon muss ich mir wohl für ein anderes Mal aufheben. Die
Preise für Touristen explodieren hier, die Einheimischen haben überhaupt keine
Vorstellung von den finanziellen Verhältnissen der Westler, sie sehen uns alle
als Millionäre – mindestens, so dass eine Budgetierung für eine Reise ziemlich
schwierig ist. Gestern war ich in Pindaya, um mir die Grotte mit den 8000
Buddhas anzuschauen – tatsächlich ein beeindruckendes Erlebnis. Gerne hätte ich
da auch übernachtet, aber das einzig bezahlbare Hotel war bereits voll (meist
mit Burmesen), die beiden anderen Hotels wollten 30 bzw. 40 Dollar für ein
Zimmer, das eher jeweils drittklassig ist und überhaupt in keinem Verhältnis
zur Leistung steht, insbesondere die Sanitäranlagen betreffend. Im letzten Jahr
kostete das eine Hotel noch 25 bzw. 8 Dollar, da sieht man die Preissteigerung,
das Hauptthema unter den Rucksackreisenden. Andererseits kann man nur schwer z.B.
mit den Einheimischen reisen, um überhaupt vorwärts zu kommen, nimmt man die
„schnellen“ Nachtbusse, die natürlich auch von den Burmesen genutzt werden,
allerdings nur von den Wohlhabenden. Viele Orte erreicht man so aber gar nicht.
So Pindaya. Nur ein Pick-up fährt morgends um Acht von Auung Ban, einer Stadt,
ca. 20 Minuten Autowegs entfernt von Kalow. Ich also um 6 aufgestanden, um
Viertel vor sieben beim Pick-up nach Auung Ban (ausnahmsweise mal den
Einheimischenpreis bezahlt – die waren so verblüfft, dass ein Tourist
mitwollte), dann in Auung Ban den Anschluss-Pick-up suchen und finden, dann
fuhr der gar nicht um Acht (da noch nicht voll, es gibt i.d.R. keinen genauen
Zeitplan, weswegen man auch so früh wie möglich da sein sollte, Pick-ups
fahren, wenn sie voll sind), erst um 10 Uhr in Pindaya (Entfernung von Kalow ca
50 KM) dazwischen eine reiche Agrarlandschaft, rote Erde, aufbereitete Felder
um die Saat - einzubringen – wunderschön dazwischen alte ausladende Bäume, die
Straße bisweilen staubig, da Upgrading (na ja) In Pindaya erfahre ich, dass ich
dort nicht über Nacht bleiben kann, also nur 2 Stunden für die Höhlen.
Unterwegs gibt es einen riesigen Markt, den ich gerne gesehen hätte, denn
gestern war Vollmondfest und die Stadt voll
mit den Bauern aus der umliegenden Gegend. Aber leider habe ich keine
Zeit, nur die brüllende Werbung belästigt mein Ohr für Waschmittel und Seife,
Reisen und Töpfe, alles mit Lautsprecher und „moderner Schmalzmusik und das in
enger räumlicher Konkurrenz zueinander. In sengender Hitze die 2 Km zur Höhle
gelaufen (die Einheimischen schmunzeln, denn jeder Einheimische nimmt die
Pferdekutsche für den Weg, die ich aber wegen des völlig überzogenen Preises
nicht bereit bin zu zahlen), dann die 500 und etwas Stufen hochgeächzt (wieder
Lächeln der Einheimischen, die alle mit dem Motorrad oder Auto hochfahren, aber
den Ausländern ist das Mieten der Motorräder ja verboten), dann die Höhle (erst
mal Kamerageld abdrücken – gilt natürlich nur für Ausländer, obwohl auch die
Burmesen mit ihren Händys lustig viele Bilder schießen), dann Eintrittspreis in
Dollar entrichten (da ich nicht in einer Reisegruppe unterwegs war, wurde ich
hierbei übersehen – auch gut, ich habe mich nicht in die erste Reihe gedrängt).
Die Höhle anschauen – toll, dann hecktisch in der Mittagshitze zurück, da der
einzige Pick-up zurück irgendwann ab 12 zurückfahren soll. Die Taxi- und
Motorradfahrer sagen zuerst einmal, als ich nach der Haltestelle frage (falls
sie mich überhaupt verstehen, denn Englisch sprechen nicht alle und mein
Burmesisch ist doch ziemlich rudimentär und falls ich doch einige Sätze
hervorbringe, dann verstehen das die Fahrer sicherheitshalber dann doch nicht)
und bieten mir die Rückfahrt nach Auung Ban für 40 bzw. für 15 Dollar an
(hingefahren bin ich für einen Dollar). Im Teestall zeigen sie in alle
Richtungen und einige meinen, Busse gäbe es nicht (ich muss also nach einem
Pick-up fragen – wie war noch mal das burmesische Wort dafür?), andere meienen,
der Pick-up sei schon durch. Im Hotel (welches ausgebucht, bei dem ich aber
doch die Toilette benutzen darf) zeigt man mir dann schließlich die
Straßenecke, wo der Pick-up vorbeifahren wird. Ich komme gerade noch
rechtzeitig – der selbe Pick-up wie heute morgen, der Schaffner erkennt mich
und stoppt den Wagen, der proppevoll ist – die nächste Stunde stehe bzw. sitze
ich auf der hinteren Ladefläche (oben drauf darf man als Frau nicht, da so die
Männer unter einem sitzen würden – Burmesen wollen dies nicht als
Diskriminierung verstanden wissen, sondern als Respekt – ich hätte lieber
sicherer gesessen als respektiert worden zu sein) – 36 Leute + Fahrer und
Schaffner fahren mit, in einem Wagen von der Größe eines VW-Kombis. Aber – ich
komme zurück nach Auung Ban. In Auung Ban: der nächste Bus geht um 7 Uhr Abends,
also handeln. Hier kein Problem, denn es gibt: Pferdekutschen, Motorräder,
Autotaxis, Traktoren, Pick-ups, Busse und schließlich noch den Zug, die zwar
alle unregelmäßig und selten fahren, aber irgendetwas wird schon gehen.
Schließlich erbarmt sich ein Traktorfahrer meiner und bringt mich für einen
Dollar zurück nach Kalow, wo ich gegen 15 Uhr lande – eine passable Leistung.
Daraufhin gönne ich mir erst mal ein Frühstück (gesottene Teigtaschen mit
Gemüse und Fleisch drin und zwei wirklich leckere Pfannkuchen – dazu ein paar
Trauben vom Nachbarstand und zuckersüßen Tee). Ich fühle mich gestärkt und wohl
und bin mit mir und dem Tag zufrieden.
Während ich mich touristisch umtue, gibt es
unweit von hier in Meihthilla Unruhen. Die muslimische Bevölkerung, die hier
nicht wohlgelitten ist, wird angegriffen, einige gelyncht, jedenfalls werden 4
Moscheen dem Erdboden gleich gemacht, ein Flüchlingsströmchen ergießt sich auch
hier nach Kalow entlang der Berg“highway“. Das Militär rückt ein, nun sichtbar
in ständiger Präsenz allerorten in den Straßen. Näheres kann ich nicht
erfahren. Ich höre, dass BBC und Voice of America berichten, aber da ich kein
Internet habe, kann ich die nicht empfangen. Jedenfalls sind nun mehr Muslime
hier in Kalow als bei meinem ersten Besuch, erkennbar an ihren weißen Mützchen,
ihren Kafftanen bzw. ihren charakteristiscchen Hemden und ihren orange
gefärbten Bärten. Die Männer sitzen in den Teestalls (die Frauen sind
weitgehend unsichtbar, d.h. sie sitzen im Flüchtlingslager, also in Sicherheit
hoffentlich) und diskutieren mit verhaltenen Stimmen miteinander. Die
Buddhisten, so höre ich, leiten eine Spendenaktion für die Flüchtlinge ein,
Geld, Kleidung, Möbel, also alles, was die armen Kerle vor einer Woche ohnedies
noch besessen haben, aber ihre Häuser sind ja in Flammen aufgegangen.
Bis jetzt habe ich ein weitgehend noch
traditionell bestelltes, aber fruchtbar-reiches Land gesehen – gerne stelle ich
mir Burma nach der Regenzeit ganz grün und voller strotzender Reisfelder vor.
Der Ochsenpflug ist noch das Mittel der Feldbestellung, das Ochsengespann vor
dem hochrädrigen Karren das Transportmittel. Ausgebaute Traktoren, oder sind es
doch riesige Rasenmähermotorenangetriebenen Gestelle auf 6 Rädern, werden im
Personentransport eingesetzt.
Das Straßensystem wird aber nun erneuert,
Motorräder flitzen in Heerscharen an einem Fußgänger vorbei, kostet etwas 400
bis 500 Dollar und ist das erstrebenswerte Investitionsobjekt der Burmesen zz..
Vereinzelt sieht man auch Autos, allerdings noch sehr wenige, Privatwagen zumal
eher noch nicht. Lastwagen sind alt und völlig überladen und erkennbar an der
schwarzen Auspuffwolke, die sie umwabert. Züge sind extrem langsam (maximal 20
Stundenkilometer schätze ich mal) und sehr holprg. Trotzdem habe ich die kurze
Zugfahrt (4 Stunden) vom Inle-See nach Kalow sehr genossen – aber viel länger
hätte ich es ehrlich gesagt nicht gerne ausgehalten – denn man sieht so eine
Menge. Stattdessen kreuzen – privat betriebene – Busflotten das Land, meist
über Nacht, um irgendwann in den frühen Morgenstunden (3 oder 4 Uhr)
anzukommen. Die Busse sind unterschiedlich bequem, aber so richtig bequem
generell nicht, da die Straßen einfach nicht gut sind, so dass selbst ich kaum
schlafen kann, bzw. am nächsten Tag noch ganz gerädert bin und den Anschlusstag
bisher eigentlich immer mit Nichtstun verbracht habe.
Rede ich von Transportmitteln, so denke ich
hier zuerst aber an Fahrräder, denn diese sind für Touristen das Mittel der
Wahl, wenn man sich überhaupt individuell fortbewegen will und auch
einigermaßen flexibel. Leider geht das nicht so einfach, denn es gibt keine
Gangfahrräder und die Gegend ist zwar irgendwie flach, aber eben nur irgendwie
– und ehrlich – bei 40 Grad und Mittagshitze und leichter Steigung verlässt
einen die Freude am Radfahren ganz schnell. In Pagan kam noch dazu, dass die
Wege zu den Tempeln kaum mit dem Rad befahrbar waren, da fußhoch sandig.
Übrigens teilweise absichtlich, da der alte Weg zu viele Löcher hatte, so hat
man Sand und Kies aufgschüttet – hätte man aber vielleicht doch besser erst in
der Regenzeit gemacht, denn jetzt bedeutet das STAUBWOLKE und lebensgefährliche
Rutschgefahr. Das Radfahren hat die Regierung den Ausländern wohl verordnet, um
die beruflichen Fuhrunternehmen zu schützen, denn Pferdeunternehmen u.Ä. , d.h.
das bisherige Nahverkehrssystem wird von den Einheimischen – wegen Mofabesitz –
kaum noch benutzt, also müssen die Touristen her – für ein Vielfaches des
ursprünglichen Preises natürlich! Also Fahrradfahren. Da in Bagan nur
peppig-knallig-silbrig glänzende „Kinderräder“ (man konnte sein Bein nicht
durchstrecken, also total anstrengendes und unökonomisches Radeln, zudem hätte
mir mein Bauch im Wege gestanden) im Miethandel verfügbar waren, habe ich einen
halben Tag genutzt, um mir ein Indian Hero zu besorgen bzw. reparieren zu
lassen – bei uns bekannt als Gazelle-Markenrad. Hier wird es noch durchgehend
von dem aussterbenden Beruf der Fahrradrikschafahrer genutzt – also haltbar,
haltbar, haltbar! Der Sattel des von mir schließlich gefundenen Exemplars war
aber einfach nur schmerzhaft, also habe ich einen neuen Sattel gekauft, dafür
aber etwas weniger Miete gezahlt. So habe ich also 2 ein halb Tage die
Tempelwelt von Bagan erkundet und ich muss sagen, jeden Tag lieber. Am Morgen
des zweiten Tages habe ich Thaung Hlaning (ausgesprochen Tau: und La: ik), der
– mittlerweile 58 Jahre alt, die letzten 17 Jahre als Schlüsselwächter für den
zentralen Teil der Tempelstätten zuständig war und ist. Ihr habt richtig
gelesen. Ich habe genau den rechten Mann kennengelernt um Bagan kennenzulernen,
nämlich den Herrn der Schlüssel und damit denjenigen, der einen in all die
nichtöffentlichen Tempel mitnehmen konnte. Zuerst einmal habe ich mich einfach dem ersten und
zweiten Tempel zugewendet, die am Weg lagen und das war gut so – nämlich keine
Touristen, dafür das Heim von Hlaning (zusammen mit 3 seiner 5 Söhne, seinen
beiden Töchtern, seiner Schwiegertochter, den 3 Enkeln, den Katzen, Hunden,
Gänsen und Enten, der Nachwuchs war gerade mal 3 Tage alt. So kam ich in den
Genuss einer Teezeit auf dem Dach eines Tempels mit herrlicher Sicht und ohne
Touristen und mit interessanter Unterhaltung, denn Hlaning kann ganz gut
Englisch sprechen, dass er Ende der 50er Jahre von einer englischen Missionärin
gelernt hat und was irgendwie die Zeit überdauert hat. Den Rest des Tages verbrachte ich in
unterschiedlichsten Tempeln, Stupen und (höhlen)Klostern, die allessamt
faszinierend wunderbare, teilweise fast 800 Jahre alte , meistens aber aus dem
18 Jh. Stammende Wandmalerereien beheimateten. Am nächsten Morgen gab es zum
Sonnenaufgang wieder eine süße Teemahlzeit (ja, ich war um halb fünf
aufgestanden und die halbe Stunde mit dem Fahrrad durch die Dunkelheit gefahren
– immerhin ohne Licht, aber das Schicksal teile ich mit den meisten
Verkehrsteilnehmern hier, so dass man immer für Überraschungen gut ist) und
hernach noch einige Tempelbesuche, darunter auch die alte Klosterhalle des
Ananda-Tempels – das war das Tollste überhaupt. Diese Wandgemälde (darunter
auch portraitierte Portugiesen) gehören zum Wunderbarsten, dass ich je gesehen
habe (leider durfte ich nicht fotographieren) – es war ein einfach toller Tag,
ein phantastisches Erlebnis, etwas ganz Besonderes! Den Abend verbrachte ich
dann noch sehr unterhaltsam mit Vinzenz aus Holland und so war es ein runder
Tag.
So – nun muss ich zum Bus, mich fertig machen,
auf in eine lange, mühsame Nacht, aber ich habe mir den bequemsten Bus
geleistet, den Geld bezahlen kann und hoffentlich lohnt sich dieses Investment
auch.
Zum Schluss moechte ich doch noch etwas zu der Mode hier anmerken, denn obwohl die Werbung (die reichlich vorhanden ist von Schwarzkopf, Nivea und allen sonstigen bekannten Firmen, gerade schienen die Autofirmen auch einzusteigen (obwohl jetzt schon Verkehrschaos herrrscht)) ausschliesslich westliche Kleidung propagiert, die auch, meist in ziemlich geschmacklosen und kitschigen Kombinationen getragen wird von den etwas wohlhabenderen Schichten, die dazu noch mit Rolleximitaten (?) und Goldschmuck ueber und ueber behaengt sind, tragen die meisten Burmesen (und auch die Minderheiten) noch ihren Longyi / Die Frauen zum Wickeln, das Oberteil mit kleinem angeschnitten oder halblangem Arm - haeufig in Bluemchenmuster oder uni - , die Haare schwarz und lang, fast immer aber hochgesteckt (mit einem Kamm), nur die jungen, unverheirateten Maedels tragen ihr Haar angeschnitten und offen, im Gesicht eine Art Schminke bzw. Insektenschutz, das Thanata (?), das aus einer Baumrinde, gerieben auf einem feuchten Putzstein, ins Gesicht gestrichen wird (Wangen und Stirn, manchmal auch ueber den Nasenruecken). Nicht immer passen Oberteil und Longyi zueinander, die hoeheren Bildungsschichten (also angefangen mit Highschoolschuelerinnen) tragen aber aus einem Guss, was fesch ausschaut und sehr freundlich, insbesondere, wenn sich die Frauen duftende Blumen in ihre Haarspange stecken. Schmuck wird selten getragen, falls, dann nur ein Ring, kleine Ohrstecker u.AE. Die Maenner tragen auch Longyi und westlich geschnittenes Oberhemd mit langem oder halbem Arm, beides kariert, meist uni untergrundig mit ein oder zwei andersfarbigen Schussfaeden. Der Lungyi ist zusammengenaeht und wird vor dem Baum eingedreht und seitlich gesteckt, so dass nach vorne ein Stoffbausch die zentrale Mitte der Herren markiert. Jedenfalls ermoeglicht die Zusammennaht ein gelegentliches Lueften (und bei den unteren Schichten auch gelegentliches Kratzen). Geht mann Treppen hinunter, dann wird der Longyi leicht nach oben verschoben ueber dem Po, so dass der Saum nicht beschmutzt. Wird der Longyi traditionell lang getragen /- also bis auf die FlipFlops (nachmal auch aus Leder, genau wie bei den Frauen allgemein ueblich), dann betont das die (meist) schlanke Perspektive der Maenner, was ziemlich sexy aussieht. Sobald die Maenner hier westlich geschnittene Hosen anziehen (vom Schneider genaeht im Gatsby/Stil) sehen sie nur noch skinny aus - schade. Arbeitet man nicht mehr koerperlich, dann wird peinlich darauf geachtet, dass das Oberteil aeusserst sauber ist (taegliche Laudry) . Auch werden dann helle Farben, also meist weiss bevorzugt. Die Maenner tragen manchmal einen breiten Siegelring oder zwei oder drei schmalere Ringe, um ihren Wohlstand zu zeigen, ansonsten laufen sie schmucklos durch ihr Leben (Ausnahme> Die Sikhs) Die jungen Maenner lieben es, ihr Haar im Siouxstil, also nach oben gegelt zu tragen, wie schon beschrieben, auch "blond" gefaerbt. Bei den Jugendlichen steht westliche Kleidung, also insbesondere Jeans hoch im Kurs =- meiner Meinunbg nach verlieren sie so viel von ihrem visuellen Charme, aber die allgemeine Beliebigkeit im Zuge der Internationalisierung ist wohl kaum aufzuhalten, was ich bedaure.
Donnerstag, 21. März 2013
Tja, da bin ich nun in Bagan(Pagan), dem einen von zwei Kandidaten auf die phantastischste Tempellandschaft Asiens (ob den Preis meiner Meinung nach Ankor Watt verdient, werde ich entscheiden, wenn ich dort war) und via Internet wieder mit der Welt verbunden. Vermisst habe ich es nicht, während ich auf dem Sozius von WinWin die unendliche Ebene zwischen Mandalay und Monywa bzw. Pakoko durchpflügte. Hier gibt es sie noch, die Ochsenkarren, die mitten im Nirgendwo stehenden Stupen, die Tea Stalls, die Pfefferminzblättersalat und Erdnusse kredenzen - einfach so, weil man da so rumsitzt, die freundlichen und neugierigen Burmesen, die einen blutig-orangerot - betheleingefärbt - anlachen vom vorbeifahrenden Bus (und die, beim zweiten Überholmanöver begeistert hinüberwinken). Die Tour mit Aung Win habe ich keine Sekunde bereut - natürlich habe ich einige Sehenswürdigkeiten gesehen, die ich wahrscheinlich alleine nie gefunden hätte (oder nur mit erheblich höherem Zeitaufwand - und ehrlich, die Entfernungen hier sind ganz schön groß, so dass ich eher keine Sehenswürdigkeit gesehen hätte), z.B. die Höhlen von Hpo Win Daung, die nicht nur von Tausenden von Buddhas bevölkert sind, sondern auch wunderschöne Wandmalereien zeigen, die in Comicähnlichen Sequenzen von dem Leben Buddhas und das seiner Jünger berichten. Dazwischen turnten die Affen herum, einerseits scheu, doch auch aggressiv ihr Erstlingsrecht im Besitztum der Höhlen verteidigend. Die 300 und etwas Höhlen liegen verstreut in einem leicht hügeligen Gebiet unweit einer vor Hitze vibrierenden Ebene, die Totholz, Kakteen, Agaven, Stechpalmen (deren Palmblätter als Schatten spendende Bedachung genutzt werden allerorten hier), zahlreiche Hartholzgewächse trägt. Man kann auch einen Berg erklimmen (die hunderte von Stufen, die zu dem Gipfeltempel hinaufführen, sind glücklicherweise überdacht), davon habe ich allerdings Abstand genommen und bin nur von Höhle zu Höhle gestiegen, nicht immer mit Hilfe eines Weges, gewundener Kehren, überraschender Wenden ständig vergegenwärtigend - phantastisch!
WinWin führte mich auch zum Disneyland Burmas, nämlich dem größten stehenden, dem größten bequem liegenden und dem allergrößten (gerade neuerlich aus Gussbeton zusammengesetzten) ganz flach liegenden Buddha (natürlich kann man alle auch inwändig begehen und dort dem Höchsten huldigen im Halbdunklen) mit entsprechendem Arrondisement, nämlich knallig angemalten, in vielfacher Kopie abgebildeten Verehrern Buddhas.
Zwischen diesen kulturellen Extremen gab es die Thanboddhay Pagode, einen kitschiger Märchenpalast in Bonbonfarben zur Verehrung Buddhas, der mit über einer halben Million Buddhas den letzten Kritiker still schweigen lässt.
Also, das war alles ganz und gar faszinierend und wunderschön und füllte den Tag und ließ mich bis zur Erschöpfung in über 40 Grad Mittagshitze durch die Gegend wanken und mindestens 5 Liter Wasser in mich hineinkippen, aber das wirklich Schöne war die Fahrt, die Gegend, die Impressionen am Rande, das Gesamtambiente (und schließlich auch der gut gemeinte Abschiedsgruß "Take care"). Wenn man drei Tag durch eine völlig ausgetrocknete Gegend fährt, in der die Überreste der letzten Regenzeit wohl noch sichtbar, kaum aber vorstellbar sind und darin das Leben der Menschen wahrnimmt, die stille Emsigkeit gepaart mit einer erstaunlichen Agilität bei gleichzeitiger Geruhsamkeit, untermalt mit dem dunklen Singsang der Unterhaltungen - dann, ja dann begreift man etwas von der Fremde, kommt ihr etwas näher (auch wenn die Distanz nach wie vor da ist - natürlich!) - jedenfalls war das das eigentliche Erlebnis!
Wenn man Mandalay verlässt, so durchquert man zuerst eine recht fruchtbare Gegend mit reichen Dörfern entlang der Straßen (Stein- und Teakhäuser, Trinkwasserpumpen, Moped, ja sogar Privatautos parken in den Hofeinfahrten, renovierte, reich ausgestattete Kloster, wohlgenährte Rinder und Zugochsen). Zwar ist auch hier alles ausgedürstet, doch der alte Baumbestand, der tief im Boden wurzelt, trägt nach wie vor Schatten und raschelt im Wind zur frischen Brise. Danach wird alles immer Trockener, staubtrocken - Leben zeigt sich in Staubwolken, Dunsthauben, Lichtbrechung.
Hunde liegen am Straßenrand wie tot, einfach daniedergestreckt, alle Viere von sich gestreckt, hechelnd, zu erschöpft von der Hitze um zu knurren oder zu murren. Die Vegetation geht nahe an Wüstengegenden heran, Kakteenbäume und Stechpalmen beherrschen die Szene, trotzdem: Nach und während der REgenzeit soll es hier noch 2 Ernten geben - kaum zu glauben. Die Menschen sitzen in den Teastalls, sitzen da und versuchen Luft zu bekommen, bekommen schnell Kontakt miteinander, unterhalten sich verhalten, in kurzen Sätzen und nur das Notwendigste, Körperbewegungen sind reduziert auf das Aussagekräftige. Der Wind, der einem beim Motorradfahren entgegenfährt, ist heiß, glühend heiß, heißer als das eigene Blut, keine Erfrischung mehr - ich trug einen Mundschutz als Schutz vor ständigen Hustenanfällen. Das Gelb und das Braun erstreckt sich bis zum Horrizont, alles flach, kaum eine Vorstellung davon, dass hier das Himalaya seinen Ausgang nimmt (ich entsinne mich sehr wohl meiner Tage in Darjeeling, des plötzlich aus der bengalischen Ebene hervorbrechenden Gebirges, dass sich auf über 8000 Meter Höhe emporreckt). Die Kämpfe der Kazin gegen die Regierung machen eine Reise dahin unmöglich, verbotenes Land, Schweigen - die Polizeistationen erkenne ich sofort, da ein weißer Schriftzug auf blauem Grund immer wieder in lateinischen Buchstaben beteuert "Hier wird Ihnen geholfen", während das Gebäude als Festung gebaut wurde. Mitten aus dem Einerlei der Färbung ragen plötzlich Ziegelsteinhaufen, weiß gekalkte Riesenquader oder Goldhäubchen hervor, Zeichen der tiefen Gläubigkeit der Menschen, wie ich sie nicht annähern in Thailand oder Sri Lanka erlebt habe. In der Mittagspause wird schnell gebetet, einer der tausenden von Buddhas geschaut, im Falle der Notklage die Buddhastatue auch mit Goldplättchen beklebt, gehauen, geklopft, geschlagen aus einem 250 gr. purem Goldstück in über 8000 facher Flachheit
Zum Abschied habe ich WinWin eines dieser Goldblättchen geschenkt, welches gleich mit guten Wünschen auf einem Buddha gelandet ist. Über den Buddhismus habe ich einiges lernen können, denn Winwin war 4 Jahre lang Mönch (bevor er zuerst Rikscha- und nun Motorradfahrer wurde). Die stumme Meditation, das singende GEbet, die tiefen Verbeugungen oder auch nur der ungestörte Mittagsschlaf im Schoße der vielen Tempel eint - scheint´s - alle Burmesen und Nicht-Burmesen, denn Minderheiten-Mitglieder habe ich in den Tempeln auch schon gesehen. Buddhafiguren müssen schön sein, auffällig, gefällig, dem Geschmack ihrer Stifter folgend, also gerne mt Licherkranz im Neonlicht, blau, grün, rot, gelb erstrahlend - ein Kontrast der Unruhe zum Gesamteindruck der meist weitläufigen Anlagen. Mönche in ihrem verhaltenen Dunkelrot oder auch bisweilen in schreiendem Orange und die in duftigen Rosa-Ocker gehüllten Nonnen bevölkern die Straßen, vielfach noch im Kindesalter, weswegen es viele Mönchsschulen gibt, in denen die Kinder Pali lernen und wohl auch sonst Schulunterricht genießen - welchen, das konnte ich allerdings kaum in Erfahrung bringen.
Hier noch ein Schlusswort zum Thema Tourismus (zur Kenntnisnahme des allseits publizierten und von der REgierung verordneten Verhältnisses zwischen Burmesen und Touristen)
WinWin führte mich auch zum Disneyland Burmas, nämlich dem größten stehenden, dem größten bequem liegenden und dem allergrößten (gerade neuerlich aus Gussbeton zusammengesetzten) ganz flach liegenden Buddha (natürlich kann man alle auch inwändig begehen und dort dem Höchsten huldigen im Halbdunklen) mit entsprechendem Arrondisement, nämlich knallig angemalten, in vielfacher Kopie abgebildeten Verehrern Buddhas.
Zwischen diesen kulturellen Extremen gab es die Thanboddhay Pagode, einen kitschiger Märchenpalast in Bonbonfarben zur Verehrung Buddhas, der mit über einer halben Million Buddhas den letzten Kritiker still schweigen lässt.
Also, das war alles ganz und gar faszinierend und wunderschön und füllte den Tag und ließ mich bis zur Erschöpfung in über 40 Grad Mittagshitze durch die Gegend wanken und mindestens 5 Liter Wasser in mich hineinkippen, aber das wirklich Schöne war die Fahrt, die Gegend, die Impressionen am Rande, das Gesamtambiente (und schließlich auch der gut gemeinte Abschiedsgruß "Take care"). Wenn man drei Tag durch eine völlig ausgetrocknete Gegend fährt, in der die Überreste der letzten Regenzeit wohl noch sichtbar, kaum aber vorstellbar sind und darin das Leben der Menschen wahrnimmt, die stille Emsigkeit gepaart mit einer erstaunlichen Agilität bei gleichzeitiger Geruhsamkeit, untermalt mit dem dunklen Singsang der Unterhaltungen - dann, ja dann begreift man etwas von der Fremde, kommt ihr etwas näher (auch wenn die Distanz nach wie vor da ist - natürlich!) - jedenfalls war das das eigentliche Erlebnis!
Wenn man Mandalay verlässt, so durchquert man zuerst eine recht fruchtbare Gegend mit reichen Dörfern entlang der Straßen (Stein- und Teakhäuser, Trinkwasserpumpen, Moped, ja sogar Privatautos parken in den Hofeinfahrten, renovierte, reich ausgestattete Kloster, wohlgenährte Rinder und Zugochsen). Zwar ist auch hier alles ausgedürstet, doch der alte Baumbestand, der tief im Boden wurzelt, trägt nach wie vor Schatten und raschelt im Wind zur frischen Brise. Danach wird alles immer Trockener, staubtrocken - Leben zeigt sich in Staubwolken, Dunsthauben, Lichtbrechung.
Hunde liegen am Straßenrand wie tot, einfach daniedergestreckt, alle Viere von sich gestreckt, hechelnd, zu erschöpft von der Hitze um zu knurren oder zu murren. Die Vegetation geht nahe an Wüstengegenden heran, Kakteenbäume und Stechpalmen beherrschen die Szene, trotzdem: Nach und während der REgenzeit soll es hier noch 2 Ernten geben - kaum zu glauben. Die Menschen sitzen in den Teastalls, sitzen da und versuchen Luft zu bekommen, bekommen schnell Kontakt miteinander, unterhalten sich verhalten, in kurzen Sätzen und nur das Notwendigste, Körperbewegungen sind reduziert auf das Aussagekräftige. Der Wind, der einem beim Motorradfahren entgegenfährt, ist heiß, glühend heiß, heißer als das eigene Blut, keine Erfrischung mehr - ich trug einen Mundschutz als Schutz vor ständigen Hustenanfällen. Das Gelb und das Braun erstreckt sich bis zum Horrizont, alles flach, kaum eine Vorstellung davon, dass hier das Himalaya seinen Ausgang nimmt (ich entsinne mich sehr wohl meiner Tage in Darjeeling, des plötzlich aus der bengalischen Ebene hervorbrechenden Gebirges, dass sich auf über 8000 Meter Höhe emporreckt). Die Kämpfe der Kazin gegen die Regierung machen eine Reise dahin unmöglich, verbotenes Land, Schweigen - die Polizeistationen erkenne ich sofort, da ein weißer Schriftzug auf blauem Grund immer wieder in lateinischen Buchstaben beteuert "Hier wird Ihnen geholfen", während das Gebäude als Festung gebaut wurde. Mitten aus dem Einerlei der Färbung ragen plötzlich Ziegelsteinhaufen, weiß gekalkte Riesenquader oder Goldhäubchen hervor, Zeichen der tiefen Gläubigkeit der Menschen, wie ich sie nicht annähern in Thailand oder Sri Lanka erlebt habe. In der Mittagspause wird schnell gebetet, einer der tausenden von Buddhas geschaut, im Falle der Notklage die Buddhastatue auch mit Goldplättchen beklebt, gehauen, geklopft, geschlagen aus einem 250 gr. purem Goldstück in über 8000 facher Flachheit
Zum Abschied habe ich WinWin eines dieser Goldblättchen geschenkt, welches gleich mit guten Wünschen auf einem Buddha gelandet ist. Über den Buddhismus habe ich einiges lernen können, denn Winwin war 4 Jahre lang Mönch (bevor er zuerst Rikscha- und nun Motorradfahrer wurde). Die stumme Meditation, das singende GEbet, die tiefen Verbeugungen oder auch nur der ungestörte Mittagsschlaf im Schoße der vielen Tempel eint - scheint´s - alle Burmesen und Nicht-Burmesen, denn Minderheiten-Mitglieder habe ich in den Tempeln auch schon gesehen. Buddhafiguren müssen schön sein, auffällig, gefällig, dem Geschmack ihrer Stifter folgend, also gerne mt Licherkranz im Neonlicht, blau, grün, rot, gelb erstrahlend - ein Kontrast der Unruhe zum Gesamteindruck der meist weitläufigen Anlagen. Mönche in ihrem verhaltenen Dunkelrot oder auch bisweilen in schreiendem Orange und die in duftigen Rosa-Ocker gehüllten Nonnen bevölkern die Straßen, vielfach noch im Kindesalter, weswegen es viele Mönchsschulen gibt, in denen die Kinder Pali lernen und wohl auch sonst Schulunterricht genießen - welchen, das konnte ich allerdings kaum in Erfahrung bringen.
Hier noch ein Schlusswort zum Thema Tourismus (zur Kenntnisnahme des allseits publizierten und von der REgierung verordneten Verhältnisses zwischen Burmesen und Touristen)
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