Freitag, 5. Oktober 2012
Affenschau
Also vor den "kleinen Dingen" noch ein paar große, nämlich meine heutige
Affenschau.
Dazu: eine wirklich nette Aufnahme von 2 Zuschauern am
Strand (UNGESTELLT!) und schließlich ein Schnappschuss eines kleinen
Frechdachses, äh. Waschbärens - nach dem Diebstahl meiner Banane und
total frech - als er nicht mehr bekam ist er frech auf meinen Rucksack
gestiegen und hat versucht, die Kokosplätzchen zu erhashen - da hat er
sich abe getäuscht. Er hat von mir - keine Gefahr achtend - spontan
einen auf die Rübe bekommen und schaut ganz konsterniert - hier der
Beweis:
Fotowand:
Ich will Eure Aufmerksamkeit auf die kleinen "Dinge" des Lebens lenken
und habe ein paar schöne Aufnahmen in den letzten Tagen gemacht, die
auch Euer Herz erfreuen sollen. Ausnahme von den Kleinigkeiten sind die
endlich erfolgreich erfolgten Bilder von den Affen - endlich sind sie
mir hold gewesen. Also zeige ich sogleich ein schönes Bild davon.
Ansonsten - es folgen einige Highlights meiner Sammlung:
Fortsetzung folgt, da ich die Bilder erst aussuchen muss.
05.10.2012
Es ist frühmorgens und die Sonne will nicht herauskommen, aber die Schwüle kriecht schon wieder an mir hoch, obwohl ich hier auf einer Terrasse sitze und im Hintergurnd das Meer mächtig rauschen höre. Seit mehreren Tagen gibt´s keine Kommentare mehr - nicht mehr interessant, Urlaub, keinen Bock auf Blogs oder was?! Wahrscheinlich alles zusammen - Freue mich auf Eure (!) Ferieninfos, da habe ich dann hoffentlich auch mal was zum Staunen! Da ich auf eine Mail von meiner Schwester warte, schreibe ich Euch einfach noch ein paar Gedanken zu Costa Rica auf. Ein paar böse:
Die Natur hier ist prima, die Landwirtschaft aber nicht - und die gibt es auch in den Naturschutzgebieten! Über die Hälfte dieser Gebiete sind in privater Hand und werdern zum Teil wohl auch so gemanagt. Auch in den staatlichen gibt es Privatbesitz, denn der wurde i.d.R. nicht verstaatlicht bei der Ernennung zum NP, sofern dieser Besitz im Einklang mit dem ihn umgebenenden Park genutzt wird - was immer das heißen mag - ich fand jedenfalls, dass man den Privatbesitz sofort an seinem Gartencharakter erkennt. Überdies habe ich in meinem Leben noch nie so häufig Leute mit Spraykanistern auf dem Rücken und mehr oder weniger sicherem Gesichtsschutz gesehen wie hier! Gut dass die Bananen eine natürliche Schutzhülle haben!
Text für einige Stunden unterbrochen, zuerst mit einem Typ aus Atlanta gesprochen, der einiges gesehen hat hier in Costa Rica - die nächsste Reise steht schon könnte man sagen. Costa Rica ist wirklich schön - zusammen mit Nicaragua und Panama könnte es für einmal Sommerferien locker reichen - wäre ein tolles REisepaket - allerdings nicht gerade geschenkt - trotz energischem Sparkurs habe ich mein monatliches Budget hier locker aufgebraucht - die Übernachtungen gehen hier ins Geld!
Etwas, was mir hier immer wieder auffällt sind die Friedhöfe. Sie erinnern mich immer an ein türkisches Bad in Istanbul -weiß gekachelte Quader stehen fein säuberlich aufgereiht nebeneinander - manchmal auch nur weißes Beton, an einem Ende ein Kreuz - könnte auch für die Kissenablage sein. Die meisten Friedhöfe liegen an den Hauptverkehrsachsen der STädte und Dörfer und sind mit einer hohen Mauer, über die man aber, wartet man an der gegenüberliegenden Straßenseite auf den Bus prima einsehen kann. Jetzt fängt es gleich an zu regnen - ich weiß nicht, ob das Internet durchhält, deshalb schicke ich den heutigen Text in kleinen Portionen weg, damit nicht alles verlorengeht. Siehe oben ein Beispielbild für einen typischen Friedhof. Die Leute sind hier auch ziemlich religiös, aber nicht nur katholisch wie man in Lateinamerika meinen sollte, sondern hier gibt es, vor allen Dingen an der Karibikküste, viele Protestanten, allerdings von kleineren Religionsgemeinschaften, z.B. Adventisten, Quäker, Zeugen Jehovas und karibische Mischformen - diese sind ziemlich auffällig und werben aktiv mit Plakaten, schönen Fronten usw.. Die Kirchen sind entweder ihre Umgebung beherrschende Betonmonster, die innen eher schmucklos sind oder auch kleine, zusammengezimmerte Konstruktionen, die häufig nur eine geschlossene Wand, nämlich die Eingangsseite haben, die Seiten sind ab halber Höhe offen, so dass man hineinsehen kann (und auch hinaus, aber die Leute wirkten sehr konzentriert), der Priester oder Pfarrer spricht durch ein Mikro, so dass am Sonntag die gesamte Ortschaft seiner Predigt anteilhaftig werden kann. Ich habe mich gefragt, wie die Beichte in katholischen Kirchen abgenommen wird so mit offenem Beichtstuhl. In jedem Fall wird dadurch meiner Meinung nach die soziale Kontrolle enorm erhöht! Die Volksfrommigkeit ist auch verbreitet. So ist es keine Seltenheit, dass der Busfahrer seinen (öffentlichen) Bus mit religiösen Sinnsprüchen und Schutzformeln aus der Bibel schmückt - insbesondere Sentenzen zu Reisen, welche ich - richtiggehend indoktriniert - geduldig, ja begierig lese denn der Sinn ist leicht zu erschließen und das Vokabularium einfach (grammatikalisch sind nur die Tempus eine Herausforderung), so dass ich neben Alltagsmahnungen, Warnschildern und Gebrauchsanleitungen auch religiöse Inhalte auswendig lerne, um meine Sjprachkenntnisse auszubauen. - Fortsetzung folgt!
Donnerstag, 4. Oktober 2012
04.10.2012
Hallo, da
bin ich wieder – viel will ich schreiben, aber ob ich vorher nicht einschlafe,
das weiß ich nicht. Auch ist die Internet-Verbindung miserabel hier im Hotel
Coco an der Pazifikküste, knapp 150 Meter vor dem Eingang zum Nationalpark
Manuel Antonio – ja, bei Regen (und es regnet hier oft) geht das Internet gar
nicht! Also, dann wollen wir mal hoffen – ich schreibe jetzt vor und falls ich
eine Verbindung hinbekomme, dann ist es gut und ich kann den kurzen Slot
nutzen, um mein Geschreibsel einzukopieren.
Über
einiges wollte ich doch noch berichten, was mir hier so aufgefallen ist. Ich
habe mir für ziemlich teures Geld, wie ich meine, ein Auto gemietet – übrigens
unnötigerweise einen Vierradantrieb: unnötigerweise – dazu später - , so dass
es sich anbietet, einmal von meinen Erfahrungen zu erzählen. Zuerst einmal,
problematisch ist Autofahren eigentlich nur im Zentralvalley, da herrscht
Stop-and-Go-Verkehr und jeder versucht irgendwie ans Ziel zu kommen. Daraus
resultieren einige kreative Fahrstile bei gleichzeitiger Rücksichtslosigkeit
(gerade der Taxi,- gefährlicherweise aber auch der Lastwagenfahrer).Die
Straßenlage ist aus meiner Sicht nicht immer übersichtlich, da zweispurige
Straßen in unregelmäßigen Abständen sich plötzlich zu einer Spur verengen und
dass nach einer einmaligen Ankündigung ca. 100 Meter vor dem Ereignis, Ampeln
nicht immer funktionieren (z.B. nicht bei Stromausfall oder bei Wasserstürzen)
und überhaupt die Farbe rot wohl kaum die gleiche Bedeutung hat wie bei uns,
nämlich zu stoppen, da ich immer wieder Autofahrer beobachte, die trotzdem
weiterfahren. Ansonsten ist das Fahren eine ziemlich übersichtliche Sache, da
die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h ist – diese hohe Geschwindigkeit gilt
eigentlich nur auf der #1 (Panamerikana) und der #32, wobei die #32 zumindest
ein Stück lang zweispurig ist, d.h. es gibt eigentlich nur einspurige Straßen,
die langsam zu befahren sind – gewagte Überholmanöver genervter Autofahrer, die
stundenlang hinter Treckern oder Lastwagenkolonnen hinterherfahren müssen, sind
hier also das größte Sicherheitsrisiko.Die offizielle Straßeneinteilung
unterscheidet in 5 Kategorien: Autobahnen/Schnellstraßen (s.o.geteert),
Landstraßen (meist ordentlich zu befahren, geteert), gut und normal (also
weniger gut) zu befahrende Gravelroads (bei guten Gravelroads ist schweres
Gerät darübergefahren, so dass man schon 50 fahren kann ohne dass das Auto
auseinanderfällt)Straßen touristischen Interesses (mt sehr unterschiedlichem
Charakter, Kategorien 1-3), , schlechte Gravelroads (Straßen, die unter
Normalbedingungen mit einem Vierradantrieb und ca 10 bis 20 km/h befahren
werden können). Das Straßennetz ist ausreichend, wenn man seine Streckenführung
auch strategisch planen muss, weil eine verpasste Abfahrt bedeutet i.d.R. weite
Umwege; ein Vorwärtskommen aber wegen der Straßengüte und vor allen Dingen der
sehr gewundenen Straßenführung aber eher langwierig. Meiner Erfahrung nach –
bezogen hier ausschließlich auf die Straßentypen Kategorie 1 und 2 schafft man
durchschnittlich 30 bis 40 Kilometer in der Stunde, wenn man durchfährt Der
Verkehr ist eigentlich nicht sehr dicht, nur auf den Schnellstraßen, die von
Norden nach Süden in Küstennähe verlaufen bzw. über das zentrale Hochland sich
kreuzen, fahren die Autos dicht an dicht, ansonsten ist man häufig auf
Sichtlänge der einzige Verkehrsteilnahmer (sieht man von vereinzelten
Fußgängern und Fahrradfahrern auf lokaler Ebene ab). Man sieht wenige alte
Autos. Dies mag daran liegen, dass hier – nach strengen deutschen Maßstäben
anerkannt – alle Autos jedes Jahr zum TüV müssen. Viele neue
Vierradantriebs-Wagen, kaum deutsche Modelle übrigens (manchmal BMW), wohl
schwerpunktmäßig an die Jugendlichen verliehen, bevölkern das Land. „Normale“
sind selten und eigentlich nur in den Städten zu sehen. Das Benzin (Diesel,
Normal, Super) ist fast so teuer wie in Deutschland – Für einen vollen Tank (42
Liter) habe ich gut und gerne 60 Dollar hingelegt! Obwohl man die Autos
natürlich auf der Straße an den nicht in gelb gekennzeichneten Straßenbanden
abstellen kann, tun dies die meisten Ticos nur ungern, da sie (zu Recht?)
befürchten, dass ihre Autos aufgebrochen werden. Deshalb gibt es in jeder
größeren Ortschaft bewachte parceos. In den meisten Teilen des Landes braucht
man aber überhaupt kein Auto – was bei DEN Preisen wohl auch besser ist. Die
Busse verkehren häufig (stündlich i.d.R) und sind vergleichsweise billig, z.B. die
Strecke von San Jose nach Alajuela (16 km später beim Flughafen) kostet c 800
Colones, etwa 1,65 Dollar und dauert eine Stunde; die Strecke von Puerto Viejo
an der Caribikküste nach San Jose – immerhin eine Fahrt von über 5 Stunden (und
knapp270 km) – hat mich 12 Dollar gekostet. Die Fahrten innerhal San Joses
kosten so um die 80 Eurocent – also billig. Den Nachrichten entnahm ich allerdings,
dass wegen der Inflation in Bälde eine 20-prozentige Preissteigerung erfolgen
soll. Die Preise für Benzin – das das teuerte in Mittelamerika ist – und für
Bus- bzw. Zugfahrten setzt übrigens der Staat einheitlich fest. - Jetzt bn ich doch eingeschlafen - Jetzt ist morgends früh und ich kopiere den Text schnell um.
Anbei hier nun ein Photo von der berühmten Panamerikana:
Montag, 1. Oktober 2012
01.10.2012
Hallo, da bin ich wieder - dieses Mal sitze ich, umgeben von jungen Leuten (Durchschnittsalter vielleicht 20) in einem Hostel in San Jose. 6 Fernsseher laufen (ohne Ton, dafür aber bunt) Die Seiten sind flankiert von an Computer stehenden Menschen, an den Tischen sitzen Menschen mit Bierflaschen und Coctails, die sich unterhalten, auf die Bildschirme starren oder auistisch vor ihren Laptops und Handys sitzen. Im Vordergrund läuft moderne Musik, laut, sehr laut, aber angenehm ausgewählt, eher Schmalz und Salsa - ich bins zufrieden. Ist alles ein bisschen wie in einem Fishbowl, unwirklich. Sicher ein Ort, an dem man kurz nach dem Abiur interessante Menschen kennenlernt. Nach 9 Uhr gibt es das Bier biliger und die Cocttails auch. Das dazu gehörige Restaurant ist aber gut, ich habe schon irgendeinen Fisch auf exotisch zubereitet gekostet - und es hat gut geschmeckt. Ebenso der Pineapplesaft - Frisch und kalt. genau richtig. Auch ein bisschen fancy zubereitet im Glas und mit Strohhalm. Das Ganze in einem Newhouse Ambiente - bisschen Holz, bisschen rusitkal, aber Nature-Touch, kombniert mit Technik und Cool. Dazwischen: bequeme Sofas, auch zwei in rotem Leder, hell, aber nicht kühl beleuchtet. Der Blick zum Fenster hinaus zeigt die Lichter der ganzen Stadt hinter der Terrasse - das könnte phantastisch sein, ich bin aber nicht sicher, ob dies als Werbung taugt, denn San Jose ist nicht gerade eine schöne Stadt - die Lichter der Stadt verdecken eher als beleuchten glücklicherweise gnädig die scchmutzige Zweietagigkeit aus Holz, Beton und Wellblechdachgewirr mit eingesprengselten Betonklötzchen (= Möchtegernhochhäusern, die sich gerippeartig aus dem Flachhäusermeer recken). Das Hostel wirbt mit seinem Swimmingpool im Innenhof - eher ein Planschpool, aber Innenhof stimmt, im Gegensatz zu vielen Hotels in den USA, deren Stolz darin besteht, ihr Schwimmingpool möglichst an die meistbefahrene Straße zu positionieren. Das Haus verfügt über Einzel- bzw. Doppelzimmer für ein Heidengeld, nämlich zwischen 40 und 75 Dollar - horrende Preise selbst für Costa Rica. Den Dorm gibt es für 14 Dollar die Nacht, Safe, heiße Duschen, Kaffee (morgens) gratis dazu. Ich bin im Mädcchentrackt untergeschlüpft, denn das Hostel liegt direkt am Busbahnhof und das Wetter - vorsichtig ausgedrückt - ist sehr nass und kühl - ein Schock nach der Karibik! Von hier aus soll es morgen dann gleich mit dem Bus weitergehen! Die Leute: Jung, jung, jung - Studenten und Abiturienten, einige Oldies dazwischen gesprengt, die sich bemühen, auch jung auszusehen: Strickmützen (!?), T-Shirts, Kaputzenjacken, Kurzbeinhosen in Kaki, Turnschuhe, Sandalen, Schlappen, Trekkingausrüstungskram beherrschen das Bild. Die Sprachen: Gestammeltes Spanisch, gestenreich über die Tische gereicht, Englisch, auch italienisch, Skandinavisch, französisch, Hebräisch. Die Musik übertönt alles, macht alles einheitlich. Das ist nicht Costa Rica, sondern die universelle Gesellschaft der Backpacker, die auf Budget reisen. Man trifft sich. Wieder. Entlang der touristiscchen Pfade - egal, ob Costa Rica, Sidney, Bogota, San Franzisco. Nach einer heißen Dusche werde ich sicher gut schlafen. HIER.
Was hat der Tag gebracht? 6:15 aufgestanden, fertig gepackt, Punkt 7:30 als erste mein Frühstück bekommen - Omelett mt Käse, etwas Obst, ein Toast, Orangensaft (...) Kaffee, Rucksack geschultert und zum Wassertaxi. Mein Ticket ist schon bezahlt für das Boot. Der Himmel ist bedeckt, der Wind kühl - ein guter Abschied, ohne Sehnsucht zu bleiben. Alles klappt in Almirante tadellos -ich werde erwartet und mitgenommen im Kleinbus zur Grenze. Die Prozedur dort kenne ich schon - ich gebe dem Grenzbeamten dort meine letzten 3 Dollar als Ausreisegebühr. Es reicht für einen Scherz über den Euro. Der Fussmarsch über die Bretterflut und den Grenzfluss Sixeola. Ich bin nicht sicher, ob die Bretter halten werden, mit Rucksack komme ich mir ordentlich schwer vor. Die Leute weichen nicht aus, ich schwanke bisweilen unter dem Gewicht, habe mir aber einen rollenden Gang, langsam, stetig, angewöhnt und komme gut vorwärts. Hier heißt es dann: WARTEN. Es sollen noch andere Leute kommen, aber sie kommen nicht. Werde ich den Bus nach San Jose noch bekommen? Ich bin unruhig und betrachte die Straße zur Grenze, die in ihrer Trostlosigkeit zurückstarrt. Endlich, 4 Leutchen, Holländer und Schweden, je ein Paar steigen grußlos ein - ich denke, unhöfliches Pack! Es bleibt dabei, sie reden nicht mit mir, allerdings schnell miteinander in gebrochenem Englisch, indem sie sich über ihre Erfahrungen in Nicaragua austauschen - der See in Grenznähe muss sehr schön sein, außerdem alles billiger als in CR entnehme ich ihrer Unterhaltung. Am Fenster gleitet die Landschaft in müßigem Tempo vorbei. Bananenplantagen erstrecken sich bis zum Gebirge, das sich am Horizont müde entlangstreckt und blau schimmert gegen den goldblauen Himmel mit weißen Puffiwölkchen. Die blauen Plastiksäcke, die die Bananenstaude vor dem Regen und hungrigen Vögeln schützen sollen passen farblich perfekt. Die vorbeieilenden Häuser haben die Quelität der Häuser, die nur im Sonnenlicht gebadet ein romantisch-verwunschenes Aussehen habe, ansonsten aber Armut, Verwahrlosung, wenig stabile Bauweise und Pragmatismus bei Reparaturarbeiten signalisieren. Rechtzeitig in Puerto Viejo ´,den 11-Uhr-Bus bekomme ich also noch. Vielleicht schon, aber nur, wenn ich die ganze Zeit stehen will. Will ich nicht und für 10 Dollar schon gar nicht. Aber heute ist ja Sonntag, da gibt es um 13 Uhr noch einen Sonderbus nach San Jose. Den werde ich nehmen. Ich gehe zum Telefonieren - ich weß ja mittlerweile, dass es einen Shop für Internet und Auslandgespräche gibt - 200 Colones für jede Minute (ca. 35 Cent) Meine Schwester erreiche ich nicht - ich hinterlasse Nachrichten auf den Anrufbeantwortern meiner sonstigen Verwandtschaft - was machen die alle Sonntag vormittags um halb zwölf, im Gegensatz zu mir funktioniert doch deren Handy sehr gut und sie schleppen es auch ständig mit sich herum - nur wenn man sie anruft, dann hat man diese vermaledeite Mailbox dran. Daraufhn gönne ich mir erstmal ein leckeres Essen und strebe dem Cafe "Brot und Schokolade" zu - hier gibt es leckersten Schokoladenkuchen - ich entscheide mich für Dunkelbitterschoko-Kuchen mit Orangenaroma (aus Originalorganen) also bio-öko und selbstgemacht. Zusammen mit Mokkasahne und einem herrlichen Kaffee lasse ich es mir im heißen Sonnenschein unter einem Fan, der leise, aber gleichmäßig von der Decke schnurrt, gutgehn. Dann noch schnell die Postkarten in den Postkasten gesteckt - ist das überhaupt ein Briefkasten? Meine Unsicherheit nützt mir nichts - immerhin ist der Kasten direkt an der Tür der ansonsten geschlossenen Tür des Postamtes angebracht. Ich werfe meinen Schwung Postkarten, in den letzten Tagen kontinuierlich und individuell adressiert in den Schlitz und höre das vertraute Rascheln anderer Poststücke - aha, es hat also geklappt beruhige ich mich. Dann zum wartenden Bus, Gepäck abholen, einen Dollar Sperrgebühr auszahlen (30 Cent mehr als abgemaccht - die Gier greift auch hier um sich), doch leider hält der Busfahrer noch Siesta, also wieder WARTEN. Endlich, es geht los. Ich sichere mir einen guten Fensterplatz - lang genug gewartet habe ich ja darauf! Öffne alle Fenster, denn die Hitze ist unerträglich. Das pure Sitzen verursacht Schweißausbrüche. Ich shaue aus dem Fenster und sehe die Leute am Strand - die ältere Frau mit Hut und heller Kleidung, die mit ihren beiden Hunden den Strand entlangläuft, das Wasser spritzt, die Familie mit geöffneter Heckklappe und Sonnenschirm, die unter den weitausholenden Ästen eines Baums am Strand ihren Picknick auspackt, der Fahrradfahrer, der sein Rad duch den schwarzen Sand schiebt, die Jungen, die von dem gestrandeten Schiff schwungvoll mit Köpper ins Wasser springen, sich gegenseitig neckend. Wir fahren entlang der Küste, Zeburinderherden, Plantagen, die Straße gesäumt von Häusern, mäßig viel Verkehr. Cahuita, Limon, jeweils eine Pinkelpause, Neuzustiege, der Bus ist voll. Occupado? No. Neben mir wird ein Mädchen, vielleich t10 Jahr alt hingesetzt. Dieses Kind, ein Strich in der Landschaft, schlaksig, wie in dem Alter vor der Pubertät häufig, Spinnenfinger, die ein Handy maltätieren, isst die gesamte Zeit bis San Jose ununterbrochen, zuerst Chips, ruhig, mechanisch, gleichmäßig, dann Pizza (fettig) in sich hinein. Wohin? Ich versuche ein Photo von der Insel, die Columbus begrüßt hat, zu machen. Das ist schwer. Der Bus macht mit seinen dunkelblauen Sitzen nur dne Anschein von Bequemlichkeit. Bestimmt hat er keine Federung. Wir werdén ununterbrochen hin und her gestoßen, unsere Körper werden sicher die Farbe dieser Sitze annehmen. Ich denke, ich bin langsam zu alt dafür. Aber dann werden meine Gedanken abgelengt, indem ich das erste Mal auf meiner Reise mein Handy als Musikspieler mit Ohrstöpsel nutze. Ich höre Calypso, dann eher zufällig fällt Alexandra mit ihrem Lied: Mein Freund, der BAum ein und ich bin ganz nachdenklich. Die Sonne ist fort, die Heiterkeit der bisherigen Fahrt ist wie weggeblassen. Der Himmel trübt sich ein, es ist halb vier, das Licht ist wie an einem Winternachmittag, neblig-schwallig, trüb-dunkel, die Straße glänzt schwarz-nass herauf. Am Starßenrand stehen vereinzelt, wie Zinnsoldaten ausgerichtet vor den Kuhherden und Plantagen einzelne Urwaldbäume, die ihre Astwurzeln ins nirgendwo herabfallen lassen. Sie stehen da wie Statisten. Ich werde ganz traurig. Die Traurigkeit meiner Umgebung wird noch dadurch pointiert, weil hier der Mensch nicht nur gezeigt hat, dass er seine Umwelt zu seiner Welt umgestalten will, sondern auch zeigt, dass er einen Willen zur Destruktion hat durch den Verfall und den Abfall , den er produziert. Fast schäme ich mich. Das alles wirkt in New York beruhigend und zivillisiert, hier wirkt es grausam und entwurzeln, denn der wahre Urwald ist am Horizont erkennbar und durch die stehen gelassenen ´, leeren, einsamen, nackten, jeden Tieres entblößten Restbäume wirkt alles uneindlich trostlos, ja durch die Gärten, die einige Menschen stolz vor ihren Häusern direkt an der Scchnellstraße angelegt haben wird allees noch zur Karikatur seiner selbst erhoben, denn die einzelnen , eingezäunten Sträuher mit Blumenpracht auf kurz geschnittenem Rasen, angeordnet in Kreisen und ausgerichtet in Reihen, wirken blass und armselig im Vergleich zu ihren Brüdern und Schwestern, die hier einmal gestanden haben - noch vor 20 Jahren! Wir fahren in den Nebelwald herein. Die Spitzen sind gar nicht mehr zu erkennen. Der Gegenverkehr fährt vollaufgeblendet, nicht schenll. Die Straße windet sich den Bergrücken Amerikas hinaus, gleich ist die Wasserscheide erreicht, aber leider keine Wetterscheide - der Regen nimmt zu. Der Nationalpark Barillo Carillo erscheint mir kleiner als biem letzen Mal, aber egal, jetzt ist es fast 5 Uhr, Zeit, dass wir nach 200 Km endlich in San Jose ankommen. Ich fühle mich müde und durchgeschüttelt und nicht sehr zuversichtlich. Meine erste Fahrt bei der ich mit niemanden gesprochen habe. Hat das was zu bedeuten? Wahrscheinlich nicht, jedenfalls möchte ich jetzt irgendwo ins Warme. Also - wie war noch mal die Adresse, die mir empfohlen wurde ... Und genau dorthin bin ich gegangen. Jetzt wird mir wegen der geöffneten Terrassentür doch langsam kalt, immerhin bin ich jetzt auf über 1000 Metern Höhe. Immerhin werde ich da ganz gut schlafen, zumal der Raum kein AC hat und auch keinen Fan. War schön, Euch meinen Tag mal so zu schildern, jetzt ist Bettzeit für mich
Abonnieren
Posts (Atom)