Dienstag, 8. Januar 2013

Heute letzter Sonnentag


Wie beginnt mein neuer Blog? Natürlich – mit dem Wetter! Die letzten Tage waren sehr gut bis ordentlich, d.h. übertragen auf das Wetter, dass seit Wanaka zuerst die Sonne schien und ebenso in Queenstown und dann tatsächlich auch noch einen Tag in Te Anau. Die restlichen Tage waren wechselhaft, d.h. entweder bewölkt und manchmal etwas sonnig oder bewölkt und manchmal etwas regennass. Zum Glück stimmt die Wettervorhersage hier praktisch nie. Ich möchte nicht so weit gehen und behaupten, dass man getrost mmer das Gegenteil dessen annehmen kann,  was der Wetterdienst behauptet – denn dass würde ja wiederum eine Vorhersehbarkeit bedeuten und dem ist leider nicht so. Aber auf die Neuseeländer an sich kann man sich schon verlassen, insofern sie um eine Wetterprognose für die nächsten 24 Stunden gebeten werden, denn die meisten leben ja auf dem Lande, sind verwandt, befreundet mit oder sind gar selbst  Bauern oder Landvolk im weitesten Sinne und wissen die Zeichen des Himmels zu deuten – Morgen soll es wieder mies werden, vor allem im Westen (ich fahre Morgen Richtung Osten!:-)) . Im Doc-Center (Department of Conservation – Naturschutzbehörde) hing für Morgen sogar eine Sturmwarnung aus, die für die ganze Südinsel gilt , bei Campbridge soll es Windgeschwindigkeiten von 140km/h geben! Ihr seht, ich lebe in einem gefährlichen Land zz. Draußen hört man schon den Wind pfeifen und knattern – eine steife Brise und der Regen wird nicht allzu lange auf sich warten lassen fürchte ich (ich möchte Morgen gerne wieder mal einen Versuch machen, die Küste zu besuchen, dieses mal etwas weiter süd-östlich) - Je weiter ich südlich reise, desto kühler wird es. Hier in Te Anau, im Süden der Südinsel, ist es merklich kälter als im Norden. Insbesondere der Wind ist meist kalt, egal ob Westerlies (die sind auch noch stürmisch) oder Easterlies, beide kommen aus der Antarktis. Scheint die Sonnen, dann brennt sie hernieder, doch sie erwärmt die Luft nicht, so dass es, sobald man in den Schatten tritt, sofort kühl bzw. kalt ist. Regen im Sommer heißt hier auf 1500 Meter Höhe Schnee – an sonnigen Tagen ist dies sehr dekorativ, wenn man die Bergspitzen mit ihren Puderzuckermützen vor blauem Himmel sieht, doch hört der Spaß auf, wenn selbst im Sommer auf Wanderungen Lawinengefahr besteht. Viele Menschen gehen hier schwimmen – dies scheint also möglich. Aber selbst bei sonnigen Tagen gefriert mir einiges, wenn ich meinen Zeh in das (eiskalte ) Wasser der Flüsse und Seen oder sogar des Meeres stecke. Eigentlich geht das nur mit Neophrenanzug, der hier – wie ein Badeanzug – für viele Neuseeländer zur Standardausrüstung gehört. Ich habe das Gefühl – hervorgerufen durch das Wetter, als sei hier ständig (ein goldener) Spätherbst (nur die Tage sind viel länger, hier ist es hell bis ca 22 Uhr). Wandert man (oder treibt irgendeine andere Schweiß treibende Sportart), dann ist das Klima hier natürlich sehr angenehm, denn der ständig frische Wind erfrischt, die heiße Sonne wärmt, der Regen – nunja, der ist eigentlich nur nass und nach zwei Tagen ist man depressiv!

Aber das war meine Sache in den letzten Tagen nicht, denn das Wetter, wie gesagt, war ordentlich und so möchte ich noch über einige Unternehmungen schreiben, die ich hier in Te Anau gemacht habe. Te Anau ist das Tor zum Fjordland Nationalpark und der Te Anau See bildet die Grenze zwischen den südlichen Südalpen (die heißen hier wirklich so, weil sie von Österreichern im letzten Jahrhundert erforscht, kartographiert und durchwandert wurden). Obwohl sich die Südalpen entlang der gesamten Westküste der Südinsel durchziehen, hatte ich erst hier das Gefühl, in den Alpen angekommen zu sein. Ein probates Mittel für exilierte Süddeutsche, die z.B. in Australien leben, sich von ihrem Heimweh kurzfristig zu kurieren. Einige Täler kann man erwandern bis zu den Küstenfjorden, 2 Täler (alle Täler münden hier in Fjorden) sind durch Straßen erschlossen (und mithin touristisch leicht zu erkunden, was ich getan habe). Die Fahrt zum Milford Sound erinnerte mich Streckenweise ganz an das Hochtal vor Mittenwald, ein Passdurchbruch an die Scharnitz und die Taleinfahrt an das Garmischer Land – alles allerdings 500 Meter niedriger, d.h. es ist so, als würde das Meer anstatt des Murnauer Sees an de Gestade Bayerns tippen. Wirklich jeder erzählt einem hier, dass die Südinsel viel schöner als die Nordinsel sei. Gewohnt an die Alpen (die ich liebe) finde ich die Nordinsel im Fazit aber wegen ihrer geothermischen Aktivitäten und ihres vulkanischen Ursprungs viel exotischer und überraschender, unbefragt der Herrlichkeit der südlichen Landschaft, die hier im Raum Te Anau eine Mischung zwischen Alpen und Norwegen ist.

Gleich am ersten Tag – immer in Erwartung baldiger Regenmassen – machte ich meinen Ausflug in den Doubtful Sound. Doubtful – so genannt von dem uns schon bekannten James Cook, damals noch Lieutenant seines Zeichens und noch nicht Capitan von Rang (obwohl er die Endeavour schon führte). Cook segelte die Westküste herunter (nachdem er in Cooks Cove seine letzte Rast eingelegt hatte) und seine Mannschaft freute sich schon auf einen Landgang, als sie den Doubtful Sound entdeckten, denn so ein 40 km langer Fjord ist ja windgeschützt und prima zum Ankern, um frisches Wasser zu fassen und etwas zum Essen zu besorgen (oder vielleicht auch , um einige wohlgesonnene Eingeborene zu treffen – dies wäre aber voraussichtlich nicht der Fall gewesen, weil hier nur Maori auf der Suche nach Jade unterwegs waren und die wären ganz sicher nicht freundschaftlich gesinnt gewesen, mussten sie doch um den Erlös ihrer anstrengenden Reise bangen bei sichtbarer Konkurrenz), aber Cook entschied sich gegen einen Zwischenstopp, denn der hielt es für äußerst doubtful, ob er sein Schiff gegen die Westerlies wieder aus dem Sound herauskreuzen hätte können. Jedenfalls frustrerte er seine Leute und segelte mit ihnen weiter gen Westen, wo er nach sechs weiteren Wochen an Bord Australien entdeckte.
Ich für meinen Teil wollte hingegen den Sound erkunden. Dies geht allerdings nur auf einer touristisch organisierten Tour, die ich mir leistete (mein Konto sieht mittlerweile bedenklich aus!) Die Sonne schien bisweilen,  aber auch Wolken verdunkelten den Himmel  je näher ich (und unter mir das mich tragende Schiff) dem Fjordausgang Richtung Süd-Westen kam. Nachdem ich mit meinem Auto in den Nachbarort Manapuri geparkt hatte, direkt am Hafen, ging es auch sofort los über den Manapurisee für eineinhalb Stunden. Der Wind frischte auf und ich war froh, dass ich neben meiner Jacke auch noch einen Fleecepullover und mein Regenzeug dabeihatte, sonst wäre es doch recht kühl geworden. Danach kam der kulturelle Teil, denn zwischen dem See und dem Sound gibt es einen Landübergang und ein Gefälle von 178 Metern, dass zur Energiegewinnung mittels eines der größten Wasserwerke genutzt wird (gleiches Prinzip wie das Wasserkraftwerk am Walchensee). Dieses Wasserkraftwerk galt es anzuschauen, denn die Neuseeländer sind total stolz auf dieses Bauwerk, was in völliger geographischer Isolation gebaut wurde und somit als eines der größten technischen Wunderwerke hier gilt (vgl Österreich und Kapaun) – Als wir (ich und alle anderen Insassen des Touristenbusses) aus dem Tunnel, der uns in 20 Meter Tiefe gefahren hatte, hinaufkamen, da schien die Sonne, so dass die Fahrt über den Bergrücken hinunter in den Sound die wahre Freude war – eine herrliche Sicht auf den Sound, umgeben von urwüchsiger Landschaft, noch nie berührt von Menschenhand, wunderbar! Die Schiffsfahrt bei wechselndem Wetter dauerte dann immerhin hin und zurück 5 Stunden, die ich allesamt draußen auf dem Vorschiff zubrachte, nur unterbrochen von Tee- und Kaffeeladungen, die im Preis inbegriffen waren (das Fresspaket „Luxus“ war auch nicht schlecht). Eine Seehundkolonie haben wir besucht, Delphine und Pinguine gab es leider nicht zu sehen – aber man kann nicht alles haben, dafür sah ich 5 Stunden lang einen grandiose Landschaft, links und rechts steil aufragend mit schnellbedeckten Gipfeln allerorten.










Demgegenüber war mein zweiter Tag in Te Anau ein Sonnenmeertag und das wirkliche Highlight hier und ich hatte meine Freude an einem ganz speziellen Ausflug in den Milford Sound. Im Milford Sound selbst war ich nicht lange, habe auch auf eine weitere Bootsfahrt verzichtet und der Fussweg zum Wasserfall war gesperrt nach all den Regenfälltagen wegen Steinschlaggefahrt. Aber ich bin die ganze Strecke langsam abgefahren, bei jeder Besonderheit ausgestiegen, habe mehrere kleine Spaziergänge gemacht zu irgendwelchen landschaftlichen Schönheiten, die hier reich vorhanden sind und es war ein einfach herrlicher Tag. Kurz vor dem Homer-Tunnel (wenn man von Te Anau kommt, fährt man zuerst die Seitenmoräne entland am TeAnauSee und dann kommt man in einige Hochtäler, die vor Jahrtausenden ein Gletscher ausgeschliffen hat und schließlich nähert man sich dem Pass (The Divde), von dem aus man 3 Täler überschauen kann (und an dem sich 2 der insgesamt 9 great walks Neuseeland treffen), um schließlich nach einem letzten Hochtal im Talschluss auf den Homer-Tunnel zu stoßen, der die letzte Barriere vor dem eigentlichen Fjord, dem Milford Sound, darstellt.), als ich bereits auf dem Rückweg war und eigentlich noch eine ca. zweistündige Wanderung zum Key Summit hätte machen wollen, sah ich einen Kea, eine nur hier ansässige Papageienart am Parkplatz. Die Vögel sind hier verschrien als Clowns! Nicht scheu, einigermaßen einfallsreich, um an menschliches Essen zu kommen und recht helle. Also, den wollte ich fotographieren, nachdem ich eigentlich nur mal kurz angehalten hatte, um die herrliche Aussicht Richtung Sound zu dokumentieren. Schlussendlich habe ich dort mehr als 2 Stunden zugebracht, weil ein Camper, der hinter mir eingeparkt hatte, große Probleme mit seiner Batterie hatte und nicht starten konnte und mein Auto als Starthilfe benötigt wurde …













Jedenfalls gelangen mir im Zuge der verschiedenen Hilfsmaßnahmen, bei denen ich bestenfalls als freundlicher Zuschauer fungierte, denn ich habe von Elektrik keine Ahnung, noch einige lustig-gute Aufnahmen von dem Kea.






Gestern wollte ich eigentlich dann die Wanderung unternehmen auf dem Weg in den Fordland NP, zu der ich am Vortag nicht mehr gekommen war, aber ich war so müde, dass ich mein Auto auf einer Almwiese abgestellt habe und erst einmal drei Stunden vor mich hingeschnarcht habe bei geschlossenem Fenster, denn die hiesigen Sandflys sind wirklich eine Strafe des Herrn auf einer ansonsten von allem giftigen und gefährlichen Getier freien Insel. Diese giereigen Wesen (nur die Weibchen, denn die brauchen Blut, damit ihre Eier befruchtet werden können, so wie ich es verstanden habe) sind schnell und wendig und finden mit Sicherheit in kürzester Zeit genau das Fleckerl Haut, was man nicht mit einem spezeillen Repellent eingerieben hat. Sie kosten auch manchmal nur so im Vorbeiflug, aber i.d.R. beißen sie sich fest. Man merkt es, aber man sieht die Viecher nicht sofort, weil sie so klein sind. Allerdings lieben sie das Licht und wenn man die Autoscheiben hochkurbelt, dann finden sie sich bald an der Festerscheibe ein, so dass man sie relativ vollzählig zerdrücken kann. Aber bei manchen dauert es denn doch etwas zu lang, so hatten also 3 Totgeweihte doch noch eine Henkersmahlzeit an mir. Die Stiche jucken entsetzlich und dauerhaft und manchmal platzen sie auch auf – jedenfalls hinterlassen sie eine Anzahl von Narben – eines der wohl häufigsten Andenken an Neuseeland für viele Touristen. Da habe ich eigentlich Glück gehabe, dass ich noch im Frühfrühling hier angekommen bin, denn erst in den letzten 3 / 4 Wochen haben sich die Sandflys zu einer wirklichen Plage entwickelt. Insbesondere durch das regnerische, aber doch auch warme Wetter der letzten Dezemberwoche kamen viele von Ihnen ins Leben.

Heute war das Wetter durchwachsen und ich war faul und immer noch müde und habe bis 10 Uhr geschlafen, so lange, wie schon lange nicht mehr. Dann wollte ich unbedingt noch den Krimi zu Ende lesen und schließlich war es schon um 12, als ich endlich den Dreh bekommen habe und – Tja, fremdgewandert bin, denn ich bin eine Tagestour auf dem Keplertrack entlangmaschiert und zwar den leichtesten Teil entlang des Flusses, der TeAnauLake und Manipurilake miteinander verbindet. Schnell wurde über das Hostel ein Busabholdienst organisiert, so dass ich  nur in eine Richtung gehen brauchte um dann abgeholt zuwerden beizeiten. Alles war sehr bschaulich und gemütlich und es war eine wunderbare kleinen Wanderung entlang des schnell dahinfließenden Flusses. Der Track ist wie alle offiziellen Wanderwege hervorragend ausgebaut und leicht zu finden und heute ging es ja kaum einen Berg hinauf – nur maximal 50 Meter rauf und runter parallel zum Fluss für ca. 3 Stunden (9,5 km). Der Urwald hier ist viel lichter als im Norden, der Boden ist mit Farnen und Moosen bewachsen, darüber wachsen hohe Bäume auf geraden Stämmen mit feinem Blättergeflimmer, die Sonne kommt leicht bis zum Waldboden, der herrlich federnd des Wanderers Füße schont. 








Zum Schluss noch das Nicoletta-Getier:


Freitag, 4. Januar 2013








Gestern war endlich mal wieder ein Sonnentag und den habe ich genutzt, um wenigstens ein wenig von dem, was ich wegen des REgens nicht sehen konnte, mir nun doch noch anzuschauen und ich bin zurück zum Haast-Pass gefahren, wo es immer noch geregnet hat, so dass ich von da wieder umgekehrt in die Sonne gefahren bin. Heute ist es bewölkt, aber regenfrei, recht kühl (gefühlte 1/15 Grad, Jackentragen ist angesagt, der Wind vor allen Dingen ist kalt, kommt direkt von der , Antarktis!). Die Gegend war so schön, dass ich schier ausgeflippt bin und alles fotografiert habe, was mir vor die Linse kam, zwei kurze Spaziergänge habe ich auch gemacht, hoch zum Pass (naja, der Pass ist nicht so hoch nur 560 Meter und der outlook ist vielleicht 200 Meter höher) und zu den sog. blauen Pools mit braunen Forellen im Superklaren Wasser (ich habe keine gesehen, da Strudel und Wasser nicht besonders klar, da es all den Mott von den Bergen heruntertrasnportiert hat) - gleich fahre ich nach TeAnau, das wars dann mnit der Westküste. Damit íhr die Beschwingtheit meines Herzens zu würdigen wisst, habe ich Euch einige Aufnahmen von meinem gestrigen Tag mit auf den Weg gegeben, das letzte ist von meiner Anfahrt nach Queenstown, ein wahres Geschenk, so einen tollen Anblick erleben zu dürfen!Am Anfang einige Fotos von den Lakes Wanaka und Hawea und dann einige Passbilder (man erkennt es am Regen-Nebel). Eine lustige Beschreibung von dem wohl gefährlichsten Tier Neuseelands, der Sandfly, habe ich Euch auch beigemengt, denn ihre Stiche gehören bei allen Touristen hier zu den bleibenden Souvenirs! Ihr seht übrigens richtig, auf den Bergspitzen, die ca. 1400 - 1700 Meter hoch sind, da liegt Schnee. Immerhin so kalt ist es hier! Wenn die Sonne allerdings scheint, dann brennt sie einen heiß auf den Pelz.





Und hier nun Queentown von oben (mehr habe ich von der Stadt eigentlich auch nicht gesehen, denn ich fahre gleich weiter nach TeAnau und bin gestern abend erst um halb neun hier gewesen) Übrigens bin ich wegen des schlechten Wetters gewillt gewesen, in den Hobbit-Film zu gehen (wo sonst - die Bäume sind ja keine Kulisse, sondern Wirklichkeit, wie ich jetzt weiß), aber alles ausgebucht lange im Voraus - da alle Wanderwege wegen des Dauerregens gesprerrt sind, wissen die Leute auch nichts anderes ,mit ihrer Zet anzufangen - vielleicht klappt es ja noch an einer anderer meiner Stationen. .

Mittwoch, 2. Januar 2013



Blick auf den Gletscher - und dann Fahrt von Haast nach Wanaka





Jetzt kommt es noch schlimmer - die dauernden Regenfälle haben sich zum Sturm, anschwellende Flüsse, Überschwemmungen etc. weiter entwickelt. Von der Westküste habe ich ja nun wirklich kaum etwas gesehen - da kann man heulen. Umgeben von der tollsten Landschaft und man sieht nichts und kann nicht wanadern - Jammer, jammer, jammer! Also, im MOment braucht ihr mich nicht zu beneiden, denn ihr sitzt wenigstens in eurem warmen Zuhause, während ich nur in einem tollen Hostel in Wanaka sitze und in den Nebel auf einen grauen See hinausstarre - zu tun habt ihr ja auch gerade nichts (außer nette Leute treffen, in URlaub fahren, ausschlafen, lecker essen, Kulturschocks bekommen, wenn ihr mal wieder in ein Theaterstück  hineinschnuppert use.) Ich lade mal ein paar Bilder hoch bei nächster Gelegenheit von meiner Horrorfahrt gestern. Cathrin

Dienstag, 1. Januar 2013

Schon wieder Nachrichten von Cathrin
Zuerst: Liebe Karo, danke für Deine Sprachnachricht - schade, dass wir uns nicht haben sprechen können, ich hatte keine Info, dass Du dran warst - ich war indeed viel am Internet die letzten zwei Tage! Dir retour alles Liiebe - pflege Dich und gedeihe!
Und hier nun die Nachrichten für alle:


Einige Nachträge gibt es bereits zum gestern Geschriebenen. So habe ich im AA-Heft (AA = das neuseeländische Äquivalent zum ADAC)  einen informativen Text zur Ortschaft Blackball gelesen, die die Touristen animieren soll, dort Station zu machen. Neben der Tatsache, dass Neuseeland diesem Ort die Gründung der nationalen Kommunistischen Partei verdankt infolge eines Bergarbeiterstreiks1908, die für eine halbstündige Mittagspause erfolgreich kämpften (die Informationstafeln zu diesen beiden Ereignissen stehen neben dem lokalen Hilton Hotel (sic)), heute hingegen von der Produktion von Salamiwürsten wirtschaftlich überlebt, kann man als Tourist heutzutage „enjoy a game of tennis, go gold panning (the famous Croesus Track takes you from Blackball across the Paparoa Range to Barrytown) or possum hunting at night.

Im selben Heft wartete eine Überraschung auf mich, nämlich , das es hier an der Westküste (trotz 300 Regentagen im Jahr)1845 Stunden Sonnenschein geben soll und damit liegt diese Gegend – gemessen in Sonnenscheindauer – zwischen München (ca. 2200 Stunden) und dem Westerwald mit 1445 Sonnenscheinstunden! Das kann ich nach den letzten Tagen kaum glauben, denn obwohl der Westerwald ja nun fürwahr ein Regenloch ist (im Jahre 2100 soll es – insofern die Wetterveränderungen weiterhin anhalten – zu den einzigen drei Regionen in Deutschland gehören, in denen noch keine Versteppung stattgefunden haben wird, sondern noch Grünland (DANK REGEN UND BASISFEUCHTIGKEIT) vorherrschen soll: Häuslekäufer – ihr investiert in eine Goldgrube!), erscheint es mir hier noch nässer. Erklärungsmöglichkeit: Die 2575 mm jährlicher Regenfall brettern hier genau dann herunter, wenn ich hier bin!

Einige Worte seien hier noch gesagt zum Verkehr in Neuseeland, denn ich bin ja nun mal ständig unterwegs und stehe inmitten der verschiedenen Verkehrsströme. Viele Neuseeländer glauben, dass ihr Straßensystem nicht auf dem neuesten Stand sei. Meine Erfahrungen sind ganz andere nach fast 9000 km Streckenfahrten in diesem Land. Bedenkt man, dass hier auf der Fläche von Deutschland nur 4,5 Mio Menschen leben, die nur etwa 20 Prozent Einkommenssteuer zahlen (und ansonsten nur kleine Versicherungsbeträge) und dass das Gesunheits- und Pensionssystem hiervon bezahlt werden, dann bleibt eigentlich nicht mehr viel Geld für ein ständig auch zu völlig entlegen situierten Farmen und Örtchen zu unterhaltenes Straßensystem. Manchmal werden Straßen aus Kostengründen denn auch geschlossen (im Wanganui-NP habe ich einen solchen Fall erlebt – ihr erinnert Euch vielleicht noch an die Brücke ins NOwhere), aber die vorhandenen Straßen sind gut in Schuss – ständig trifft man auf Straßenbauarbeitstrecks, Felsfälle und Washouts werden innerhalb von Stunden entdeckt, gesichert und beseitigt! (Aber auch normale Autofahrer steigen schon mal aus, um irgendwelche Steinbrocken von der Straße zu räumen). Es gibt sinnvolle ökonomisch bedingte Einsparungen, so gibt es z.B. praktisch keine Autobahnen, so dass die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit doch recht lang ist (wenn man denn kein Tourist ist und es eilig zu einem bestimmten Ziel hat – Stücke von Autobahnen habe ich eigentlich nur in Auckland und in einer aneren Stadt südlich des Coromandel gesehen – sonst nirgends) – dafür wird wechselnd immer mal wieder eine Überholspur eingeräumt oder auch – im Gebirge – eine Haltebox oder eine kurze „Langsamfahrerspur“ bereit gestellt. Auch Bäche und Flüsschen werden i.d.R. von einspurigen Brücken uberspannt, daran gewöhnt man sich aber schnell (die Kennzeichnung, wer wem die Vorfahrt zu gewähren hat, ist eindeutig). Es herrscht generell ein kontinuierlicher, aber kein dichter Verkehr (da die Verkehrsdichte sehr gering ist, findet man auch überall leicht Parkplätze). Da die Richtgeschwindigkeit bei 100 km/h liegt, fährt man auch längere Strecken immer in Cohorte, da jemand, der 120 km/h fährt hier schon ein Rowdy-driver ist und das kommt kaum vor, soweit ich es beurteilen kann (Es gibt Warnschilder, dass Alkohol am Steuer – die Werbefigur ist hier bedeutungsschwanger ein Maori – zu Unfällen infolge überhöhter Geschwindigkeit führt). Das gesamt Land ist gut mit Straßen zu erreichen, die jedoch – da alternativlos – auch zu benutzen sind. Um bestimmt Orte erreichen zu können, muss man häufig Stunden um irgendwelche Berge oder entlang hübscher Küstenwege fahren – es gibt keine kürzere Verbindungsmöglichkeit. In den Städten (?, na ja, den größeren Dörfern) darf man 50 fahren, davor 70 und generell 100 – letzteres ist oft gar nicht möglich, denn gelbe Schilder mit schwarzer Schrift machen einen auf die MÖGLICHE Geschwindigkeit aufmerksam, meist in der Range zwischen 25 bis 65 und d.h., dass man maximal 10 Stundenkilometer schneller fahren kann, sonst trägt es einen aus der Kurve, denn die meisten Straßen sind sehr gewunden. Die geraden Straßen im Flachland kann man hingegen gut mit 100 durchpflügen, aber die Autofahrer hier sind sehr rücksichtsvoll und fahren weitgehend stress- und adrenalinfrei! Sehr nachahmenswert. Aber selbst, wenn mit den hier verfügbaren Wagen – die Neuseeländer bevorzugen Second-Hand-Cars aus Fernost (Südkorea, Taiwan, Japan) – der Versuch zu schnellerem Fahren unternommen wird, wird dies meist vergeblich sein, denn schneller als 120 nach einer halbstündigen Beschleunigung machen es die hiesigen PKWs nicht. Wenn die geteerten Straßen keinen Sinn mehr machen, sei es wegen der Instandhaltungskosten auf wenig genutzten Verbindungen, dann bauen sie sogenannte Gravelroads, also Kieswege. Im Gegensatz zu den USA, wo ein solcher Hinweis mindestens die Überlegung nach sich zieht, ob man das mit seinem Fourwheeler riskieren sollte, sind die Gravelroads hier sehr gut. Ich kann mit meinem normalen Personenwagen alle diese Wege entlangfahren ohne Schwierigkeiten, wenn auch mit der reduzierten Geschwindigkeit von 30 (max.!) und einer riesigen Staubwolke hinter mir herziehend (das Auto sollte man danach waschen, vorher alle Fenster schließen) . Auf das Auto sind die Neuseeländer angewiesen, wenn sie auch nicht alle – wie im Südwesten der USa – diese riesigen Tracks fahren (eher die wenigsten!), so kann man nicht Zug fahren denn diesen gibt es praktisch nicht, nur auf ausgewählten touristischen Strecken zu ziemlich hohen Preisen mit wenigen Stopps. Stattdessen kann man die Strecken zwischen den Städten gut mit dem Bus erledigen. Es gibt Busunternehmen (Intercontinental oder Atomic), die kann man pro Strecke online buchen und sie verkehren täglich ein- oder mehrere Male und sie sind recht komfortabel, so dass man auch eine Tagesreise gut schafft damit. Naked Bus sollte man so früh wie möglich buchen, denn je früher, desto billiger. Meine Fahrt von Auckland nach Wellington (mit 6 Zwischenstopps und 11 Stunden Fahrt) kostete mich – 6 Wochen vorher gebucht – nur 31 Dollar (ca. 20 Euro). Dann gibt es Busunternehmen (wie Kiwiexperience, Straytravel, Magic Bus), die voll auf den Jugendtourismus abzielen, d.h. es gibt jeweils einen Reiseleiter und kurze, auf den Geschmack der Klientel zugeschnittene Stopps an Sehenswürdigkeiten (Sandsurfen), und die nach dem Hop on, Hop off-Prinzip organisiert sind, d.h. man kauf im Voraus Streckenpasse, die ein Jahr gültig sind, allerdings soll man in einer Minimalzeit (z.B. 18 Tagen) alle Strecken abfahren, erst dann kann man alles wiederholen oder einzelne Strecken nehmen. Übernachtungen werden über das Busunternehmen gebucht, die Reisenden melden sich 24 Stunden vorher und erhalten ihren Platz nach dem Prinzip First comes, first gets. Ähnlich organisiert sind die Busunternehmen, die Stunden- oder Streckenpässe verkaufen, d.h. man kauft eine bestimmte Stundenzahl (allen bedienten Strecken wird eine bestimmte Stundenreisezeit zugewiesen) oder eine bestimmte Anzahl an Strekcen (irrelevant, wie viele Kilometer die jeweils gewählten Strecken haben) – letztere kommen ebenfalls ohne Schickimicki-Tourismus-Entertainment aus (z.B. naked Bus). Nachteile: Billig sind die Pässe – vor allen Dingen die mt Reiseführer – nicht (kann schon mal , wenn man beide Inseln ganz bereisen will auf die 2400 Dollar kommen – ziemlich viel für junge Leute, Sonderangebote sollen einen Ausgleich schaffen – aber da braucht man denn auch noch Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein). Auch ist man verglichen mit dem Auto ziemlich inflexible (Vorteil: die Busse starten oft früh, man steht also früh auf), da nur bestimmte Strekcen befahren werden, Gravelroads (dort ist meist die schönste Landschaft) nicht und die Busse meist auch nur einmal täglich oder sogar nur 3/2 mal die Wochen fahren.  Fährverkehr ist zu vernachlässigen (außer der Wellington-Picton-Fähre), da es ihn quasi sonst nicht gibt. Die vorhanden Fähren sind teuer, aber einfach zu organisieren – wie alles hier, ist es zivilisiert, d.h. einfach, perfekt organisiert. Eigentlich sollte man meinen, dass Neuseeland günstig ist für Radler. Dem ist nicht so. Es gibt Radler – aber sie fahren entlang der engen Straßen, radeln lebensgefährlich, wie ich meine. Radwege gibt es kaum. Sogenannte Mountainbikewege, die mittlerweile in vielen touristischen Gebieten existieren bzw. im Aufbau sind, sind sehr unterschiedlich in ihrer Qualität und ihrer Ausstattung. So habe ich einen sog. Mountainbikeweg als Betonschiene parallel geführt zur Schnellstraße gesehen genauso wie die Wanderwege auf dem Queen-Charlotte-Track,, die durch Wurzelwerk und dicke Steine eigentlich nicht gut befahrbar sind und auf dem Coromandel im Norden einen Weg, der steil hoch, steil runnter, steil hoch, steil runter usw. verlief – auch kein Vergnügen. I.D. R. werden keine extra Anstrengungen für die Radfahrer unternommen, ihnen werden vorhandene Wanderweg (sehr schlecht!!!) oder die Straßenränder in den Städten, abgetrennt durch einen gelben Strich, aber meistens viel zu eng und kaum beachtet -  insbesondere durch parkende Autos – zugewiesen. Es soll einen Radentwicklungsplan geben – ich konnte nichts dergleichen erkennen (und für Radstrecken habe ich ein Auge nach jahrelanger Erfahrung in Deutschland und Österreich) – Andererseits kommt Radfahren hier mittlerweile in Mode als alternatives Freizeitvergnügen – aufgrund der begrenzten Geldmittel  und auch der begrenzten Nutzungszeiten im Sommer glaube ich, dass das ein Masochistenhobby bleiben wird weitgehend. Neben dem Fliegen (hierüber weiß ich nichts, da zu teuer, doch scheinen die Möglichkeiten insgesamt gut ausgebaut zu sein, denn überall findet man kleine Flughäfen bzw. Hubschrauberhaltestellen – neben touristischen Rundflügen gibt es hier auch viele Innerneuseeländische Flüge und sogar „Haltestellen-Fliegen“ ) bleibt also nur noch der eigenen Fuß als Verkehrsmittel. Das ist zwiespältig. Einerseits gibt es diese wunderbaren und vielfältigen Wandermöglichkeiten, die phantastisch ausgebaut und betreut sind. Andererseits scheint der Fussgänger nicht so viel zu zählen. Man sieht eher wenige, in den größeren Städten (vor allen Dingen aus meiner Sicht bisher Auckland und Wellington und Napier) – dort gibt es sogar so etwas wie  Fußgängerzonenund hier beginnen auch die Cafes und Restaurantstühle auf dem Bürgersteig zu stehen, bei sonnigem Wetter = sehr schön  – stören Fußgänger irgendwie. Die Bürgersteige sind zwar groß genug, auch gibt es häufig einen Regen- , Sonnenschutz. Aber man sieht vielerorts einfach keine Fußgänger und will man selbst die Straße queren, dann schnell, denn die Autofahrer sind nicht gewohnt, Rücksicht auf Menschen zu nehmen (im Gegensatz zu Schafen und Rindern, die der Rücksicht nehmenden Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer sicher sein können). Die Ampelschaltungen sind allerdings der Erwähnung wert. Für Fußgänger sind sie nämlich sehr kurz und es gibt 3 Phasen: Stoppen (ROT), Gehen (GRÜN), Überlegen, ob man noch gehen will/kann (ROT BLINKT). Die Grünphase ist extrem kurz und man kommt darin nie und nimmer auf die andere Straßenseite. Die Autos scharren schon ungeduldig, so dass man einigermaßen schnell über die Straßen hechtet. Es gibt deshalb vielleicht  auch keine Parallelschaltung zu den Autofahrphasen wie bei uns, sondern alle Autos fahren, zuerst die eine Richtung, dann die Querrichtung, schließlich halten alle Autos und die Fußgänger haben Vortritt. Es ist aus diesem Grunde auch gestattet, dass man als Fußgänger diagonal geht (also nicht so, wie bei uns, dass man praktisch 2 Straßen über Eck queren muss) – also für alte Mütterchen mit Krückstock ist dieses System nichts! 

Damit ihr auch mal einen Gletscher im Nebel sehen könnt (das Nährschneefeld bleibt in den Wolken), habe ich ein paar aktuelle Bilder vom Franz-Josef-Glacier (den Fox-Glacier habe ich wegen Regens erst einmal gar nicht zu Gesicht bekommen!) eingestellt im Folgenden. Vorher und nachher hats gegossen (mein Schirm ist endgültig den Weg allen Irdischen gegagen) - aber zwischendurch habe ich das gesehen:





Wie immer, sind die Neuseeländer übervorsichtig und stellen überall Warnschilder auf, so dass man sich erst ängstigt , wenn man die alle gesehen hat. Würde man das Gleiche tun z.B. in den Alpen, dann waren die ganzen Alpen voll gesprerrt, da zu gefährlich!
Hier ein kleiner Vorgeschmack von den neuselländischen Ängsten (bezogen auf eigentlich öffentlich zugänglische Gletscher - dafür muss man aber bezahlen, weil man den Führer braucht) :