Sonntag, 13. Januar 2013

NEU am 13.1.


Meine Lieben, gestern (mittlerweile ist es 5 Tage später, aber zwischen zeitlich war keine Chance Internet zu bekommen!) ist es passiert! (Naja, meiner großen Liebe bin ich noch nicht begegnet, aber…) Wider jeder Erwartung und Hoffnung begegnete ich in den Abendstunden endlich einigen frei herumlaufenden Pinguinen und zwar jenen der seltensten Art, nämlich den mit den gelben Federn in der Stirn. Mein Herz schlug wild und mein Atem stockte meist komplett, weil ich vergaß zu atmen. Wie nicht anders zu erwarten, regnete es in Strömen (wie schon den ganzen Tag) und ich kam gegen 19 Uhr in meinem Hostel an der südlichen Ostküste an. Die Wirtin meinte nur, sie (=die Pinguine) kommen jetzt an Land und bevor ich mich´s versah, habe ich mir schnell meine Regenhose, Regenjacke und meinen breitkrempigen Hut übergestülpt und los ging´s. Ich war der erste Besucher am Ort des Geschehens. Das Tageslicht war eingetrübt ob der Kübel voller Wasser, die über der neuseeländischen Menschheit offenbar zu jeder Jahreszeit ausgeschüttet werden, aber ausreichend hell, den Ort in Augenschein zu nehmen: Es handelt sich nämlich auch um einen außergewöhnlichen Ort, eine Küstenbastion, die aus versteinertem Wald besteht. Von der Aussichtsplattform sah man nichts, aber unverdrossen stieg ich die Stiegen zu den Felsen hinunter und stellte mich zuerst einmal in den Regenschutz der Treppe (der nicht ganz hielt, was er versprach, da zwischen den Holzlatten Zwischenräume waren), damit erstens die Linse meiner Kamera nicht voll mit Regentropfen wäre – und damit die Bildqualität eine gewisse Qualitätseinbuße hätte hinnehmen müssen – und zweitens die Kamera nicht vollends ihren Geist aufgäbe ob der in sie eindringenden Nässe (das Blitzlicht funktioniert nicht mehr seit der letzten Robbenkolonie, die ich an der Westküste besucht habe). Aber egal jetzt, mein Blick schweifte umher und sah zuerst nichts. Aber ich hörte neben den Möwen andere Laute – junge Pinguine schreien nach ihren Eltern, die mit dem Futter, dass sie über den Tag gesammelt haben im Meer, zu ihnen unterwegs sind nun in der Abenddämmerung. Da …. Ein weißer Punkt, ein sich    b e w e g e n d e r    Punkt! Ziemlich weit weg, aus Richtung Meer sich aber nähernd. Sofort – allen Regen missachtend – habe ich meine Kamera in Anschlag gebracht und tatsächlich, mit maximaler Zoomkraft ist ein PINGUIN zu erkennen. In meinem linken Augenwinkel bewegt sich etwas im sich den Klippen hinneigenden Grünzeug – tata – ein zweiter Pinguin betritt die Bühne des Geschehens. Während der Regen weiter wütet und im Hintergrund dramatische Wellenkonstellationen sich an den Felsen brechen, habe ich nur Augen für die Pinguinhandlung in meiner Nähe. Die beiden Akteure treffen aufeinander, scheinen miteinander zu kommunizieren bevor sie sich in Hab-acht-Stellung  - die Flügel wie Weihnachtsengel ausgebreitet - gegeneinander stellen. Ein dritter Pinguin entsteigt dem Meer und hoppelt in meine Richtung – ich kann mein Glück kaum fassen. Mittlerweile kommen immer mehr Leute, neben einem spanischen Paar, zwei englische Freundinnen und ein paar Holländer, von denen eine Dame alle herumstehenden Anschlagtafeln, die über das Leben der Pinguine und ihre Seltenheit und ihre Schutzmaßnahmen erzählen, ziemlich laut ins Holländische übersetzt (soweit ich verstehe, einigermaßen fehlerfrei, obwohl sie offensichtlich einige Vokabeln nicht weiß). Derweil hüpft der Neuankömmling näher und schnattert, er scheint etwas, jemanden zu suchen und tatsächlich kommt ein weiterer Pinguin aus dem Grün (also sitzen die Jungen in der Felsabdeckung und das wachende Elternteil kommt dem Fressen einsammelnden Elternteil entgegen) und die beiden treffen sich und scheinen sich zu begrüßen in einem geordneten Ritual, das  in ausführlichem Putzen mündet. Insgesamt werde ich an diesem Abend 17 Pinguine zählen – ziemlich viele, wie mir später eine Dame im Hostel mitteilt garniert mit dem Kommentar „Hoffentlich erholt sich die Population weiterhin – ich habe dort nie mehr als fünf oder sechs auf einmal gesehen!“ Ich bin mittlerweile am Ausflippen, habe schon zwei Einminütige Filme mit Pinguinen als Hauptdarstellern gedreht des Inhalts, dass die Akteure sich schlicht bewegen, also laufen, hüpfen, rutschen oder sonst wie ihre Position verändern. Der Wind spielt hervorragend mit, indem er einschläft (ist ja auch die richtige Tageszeit dafür, zum Schlafen meine ich). Irgendwann nach einer halben Stunde merke ich, wie durchgefroren ich bin und nass trotz des Regenzeugs. Da hilft nur eine warme Dusche und en schön heißer Pfefferminztee mit Milch. Was für ein Erlebnis!




So verheißungsvoll hat der Tag gar nicht begonnen Eigentlich sogar genau das Gegenteil. Die lange Strecke, die mir bevorstand, würde keine Erlebnisse bringen, denn natürlich kann man wegen des Regenfilms keine Landschaft erkennen, alles sieht der belgischen Küste im Spätherbst ähnlich (von den fast dreitausend Meter hohen Bergen ahnt man NICHTS): Weiden mit Kühen und Schafen drauf und sonst nichts außer Betrübnis. Sogar die zahlreichen Schafe, die endlich in der Mehrzahl gegenüber den Kühen sind, blicken, kniehoch im triefend nassen Gras stehend, ratlos, konsterniert in jedem Falle aber mutlos in der Gegend herum, aus ihrer Wolle tropft es traurig hernieder, das Grün, vor Grünheit strotzend, bleibt ungefressen. Ab und an erahnt man bodennahe Feuchtigkeit im Konzentrat, also Flüsse, Meeresstrand oder Überschwemmungen. Die größte Sensation passiert um die Mittagszeit, als ich …. Durchfahre, dass mich stolz als Hauptstadt der Wurst begrüßt. Ich kaufe in der Metzgerei am Straßenrand („alles hausgemacht“) drei Würste – Honig-Minze geschmacklich grundiert und bin fasziniert von dem Fleischer, der wirklich wie ein Fleischer aussieht – grob, großporig, rotgesichtig, übergewichtig, haarlos, schweissnass, Schnauzer, riesige Pranken, nur die blutverschmierte Schürze fehlt (er trägt eine saubere Schürze, nur einige Knicker drin). Jedenfalls scheint er etwas von Würsten zu verstehen, die sehen gut aus. Und seine zupackende Art, den Stolz, den er über seiner Arbeit verspürt, das ist ansteckend optimistisch für den Tag. Also doch nicht umsonst gelebt! 

Überhaupt: Der Stolz auf die Arbeit hier, die Landwirtschaft! Nicht zufällig labeln sich die Orte hier als Hauptstädte von irgendwas, was man aus dem Boden ziehen kann oder aus Tieren herstellen kann. Die Kapitalen der Süßkartoffel und der Karotte habe ich schon erwähnt. Auch die Hauptstadt der gumboots war mir bereits der Erwähnung wert. Aber eigentlich eher im Spaß oder fatalistisch (je nach Wetterlage), aber mal im Ernst – diese Titel werden hier tatsächlich stolz getragen. Farmer zu sein ist eine durchaus prestigeträchtige Tätigkeit, andererseits erwirtschaften 10 Prozent der in der Landwirtschaft Beschäftigten 58 Prozent des derzeitigen Bruttoinlandprodukts! Schafe sind, seit die Nachfrage nach Wolle ins Bodenlose gesunken ist, nicht mehr das Non-plus-ultra, sondern haben bereits ein historisches Aroma, aber als touristischer Spaß für die Familie (Schafschurwettbwerbe, Schafrodeo, der Tag auf der Farm, Wettbewerbe der Hütehunde u.Ä. ) reichen sie allemal. Andererseits frage ich mich, was man hier sonst so beruflich machen kann. Es gibt praktisch keine Industrie. Bodenschätze gibt es kaum (Gold, Silber, Jade, Arsen, Kohle – alles Verlustgeschäfte und nicht von langer Dauer. Ihre einzige historisch zu rekonstruierende Funktion bestand in der Erschließung des Landes, denn Städte (na ja?) wurden gegründet, Bauern und Baumfäller folgten, die fortan das Wirtschaftsgeschehen dominierten. Dienstleistung wird zwar groß geschrieben, verkauft wird aber kaum Selbstproduziertes. Handelt es sich tatsächlich um etwas in Neuseeland Hergestelltes, dann hat es auch sogleich seinen Preis, vor allen Dingen aber, dann hat es einen „Label“ der verkündet „proudly produced in Neuseeland“ Einfach mal 2 Bilder von der Stimmung hier:



Habe noch ein paar Bilder von den Seelöwen, die ich zwischenzeitlich gesehen habe, hinzugefügt. Cathrin




Dienstag, 8. Januar 2013

Heute letzter Sonnentag


Wie beginnt mein neuer Blog? Natürlich – mit dem Wetter! Die letzten Tage waren sehr gut bis ordentlich, d.h. übertragen auf das Wetter, dass seit Wanaka zuerst die Sonne schien und ebenso in Queenstown und dann tatsächlich auch noch einen Tag in Te Anau. Die restlichen Tage waren wechselhaft, d.h. entweder bewölkt und manchmal etwas sonnig oder bewölkt und manchmal etwas regennass. Zum Glück stimmt die Wettervorhersage hier praktisch nie. Ich möchte nicht so weit gehen und behaupten, dass man getrost mmer das Gegenteil dessen annehmen kann,  was der Wetterdienst behauptet – denn dass würde ja wiederum eine Vorhersehbarkeit bedeuten und dem ist leider nicht so. Aber auf die Neuseeländer an sich kann man sich schon verlassen, insofern sie um eine Wetterprognose für die nächsten 24 Stunden gebeten werden, denn die meisten leben ja auf dem Lande, sind verwandt, befreundet mit oder sind gar selbst  Bauern oder Landvolk im weitesten Sinne und wissen die Zeichen des Himmels zu deuten – Morgen soll es wieder mies werden, vor allem im Westen (ich fahre Morgen Richtung Osten!:-)) . Im Doc-Center (Department of Conservation – Naturschutzbehörde) hing für Morgen sogar eine Sturmwarnung aus, die für die ganze Südinsel gilt , bei Campbridge soll es Windgeschwindigkeiten von 140km/h geben! Ihr seht, ich lebe in einem gefährlichen Land zz. Draußen hört man schon den Wind pfeifen und knattern – eine steife Brise und der Regen wird nicht allzu lange auf sich warten lassen fürchte ich (ich möchte Morgen gerne wieder mal einen Versuch machen, die Küste zu besuchen, dieses mal etwas weiter süd-östlich) - Je weiter ich südlich reise, desto kühler wird es. Hier in Te Anau, im Süden der Südinsel, ist es merklich kälter als im Norden. Insbesondere der Wind ist meist kalt, egal ob Westerlies (die sind auch noch stürmisch) oder Easterlies, beide kommen aus der Antarktis. Scheint die Sonnen, dann brennt sie hernieder, doch sie erwärmt die Luft nicht, so dass es, sobald man in den Schatten tritt, sofort kühl bzw. kalt ist. Regen im Sommer heißt hier auf 1500 Meter Höhe Schnee – an sonnigen Tagen ist dies sehr dekorativ, wenn man die Bergspitzen mit ihren Puderzuckermützen vor blauem Himmel sieht, doch hört der Spaß auf, wenn selbst im Sommer auf Wanderungen Lawinengefahr besteht. Viele Menschen gehen hier schwimmen – dies scheint also möglich. Aber selbst bei sonnigen Tagen gefriert mir einiges, wenn ich meinen Zeh in das (eiskalte ) Wasser der Flüsse und Seen oder sogar des Meeres stecke. Eigentlich geht das nur mit Neophrenanzug, der hier – wie ein Badeanzug – für viele Neuseeländer zur Standardausrüstung gehört. Ich habe das Gefühl – hervorgerufen durch das Wetter, als sei hier ständig (ein goldener) Spätherbst (nur die Tage sind viel länger, hier ist es hell bis ca 22 Uhr). Wandert man (oder treibt irgendeine andere Schweiß treibende Sportart), dann ist das Klima hier natürlich sehr angenehm, denn der ständig frische Wind erfrischt, die heiße Sonne wärmt, der Regen – nunja, der ist eigentlich nur nass und nach zwei Tagen ist man depressiv!

Aber das war meine Sache in den letzten Tagen nicht, denn das Wetter, wie gesagt, war ordentlich und so möchte ich noch über einige Unternehmungen schreiben, die ich hier in Te Anau gemacht habe. Te Anau ist das Tor zum Fjordland Nationalpark und der Te Anau See bildet die Grenze zwischen den südlichen Südalpen (die heißen hier wirklich so, weil sie von Österreichern im letzten Jahrhundert erforscht, kartographiert und durchwandert wurden). Obwohl sich die Südalpen entlang der gesamten Westküste der Südinsel durchziehen, hatte ich erst hier das Gefühl, in den Alpen angekommen zu sein. Ein probates Mittel für exilierte Süddeutsche, die z.B. in Australien leben, sich von ihrem Heimweh kurzfristig zu kurieren. Einige Täler kann man erwandern bis zu den Küstenfjorden, 2 Täler (alle Täler münden hier in Fjorden) sind durch Straßen erschlossen (und mithin touristisch leicht zu erkunden, was ich getan habe). Die Fahrt zum Milford Sound erinnerte mich Streckenweise ganz an das Hochtal vor Mittenwald, ein Passdurchbruch an die Scharnitz und die Taleinfahrt an das Garmischer Land – alles allerdings 500 Meter niedriger, d.h. es ist so, als würde das Meer anstatt des Murnauer Sees an de Gestade Bayerns tippen. Wirklich jeder erzählt einem hier, dass die Südinsel viel schöner als die Nordinsel sei. Gewohnt an die Alpen (die ich liebe) finde ich die Nordinsel im Fazit aber wegen ihrer geothermischen Aktivitäten und ihres vulkanischen Ursprungs viel exotischer und überraschender, unbefragt der Herrlichkeit der südlichen Landschaft, die hier im Raum Te Anau eine Mischung zwischen Alpen und Norwegen ist.

Gleich am ersten Tag – immer in Erwartung baldiger Regenmassen – machte ich meinen Ausflug in den Doubtful Sound. Doubtful – so genannt von dem uns schon bekannten James Cook, damals noch Lieutenant seines Zeichens und noch nicht Capitan von Rang (obwohl er die Endeavour schon führte). Cook segelte die Westküste herunter (nachdem er in Cooks Cove seine letzte Rast eingelegt hatte) und seine Mannschaft freute sich schon auf einen Landgang, als sie den Doubtful Sound entdeckten, denn so ein 40 km langer Fjord ist ja windgeschützt und prima zum Ankern, um frisches Wasser zu fassen und etwas zum Essen zu besorgen (oder vielleicht auch , um einige wohlgesonnene Eingeborene zu treffen – dies wäre aber voraussichtlich nicht der Fall gewesen, weil hier nur Maori auf der Suche nach Jade unterwegs waren und die wären ganz sicher nicht freundschaftlich gesinnt gewesen, mussten sie doch um den Erlös ihrer anstrengenden Reise bangen bei sichtbarer Konkurrenz), aber Cook entschied sich gegen einen Zwischenstopp, denn der hielt es für äußerst doubtful, ob er sein Schiff gegen die Westerlies wieder aus dem Sound herauskreuzen hätte können. Jedenfalls frustrerte er seine Leute und segelte mit ihnen weiter gen Westen, wo er nach sechs weiteren Wochen an Bord Australien entdeckte.
Ich für meinen Teil wollte hingegen den Sound erkunden. Dies geht allerdings nur auf einer touristisch organisierten Tour, die ich mir leistete (mein Konto sieht mittlerweile bedenklich aus!) Die Sonne schien bisweilen,  aber auch Wolken verdunkelten den Himmel  je näher ich (und unter mir das mich tragende Schiff) dem Fjordausgang Richtung Süd-Westen kam. Nachdem ich mit meinem Auto in den Nachbarort Manapuri geparkt hatte, direkt am Hafen, ging es auch sofort los über den Manapurisee für eineinhalb Stunden. Der Wind frischte auf und ich war froh, dass ich neben meiner Jacke auch noch einen Fleecepullover und mein Regenzeug dabeihatte, sonst wäre es doch recht kühl geworden. Danach kam der kulturelle Teil, denn zwischen dem See und dem Sound gibt es einen Landübergang und ein Gefälle von 178 Metern, dass zur Energiegewinnung mittels eines der größten Wasserwerke genutzt wird (gleiches Prinzip wie das Wasserkraftwerk am Walchensee). Dieses Wasserkraftwerk galt es anzuschauen, denn die Neuseeländer sind total stolz auf dieses Bauwerk, was in völliger geographischer Isolation gebaut wurde und somit als eines der größten technischen Wunderwerke hier gilt (vgl Österreich und Kapaun) – Als wir (ich und alle anderen Insassen des Touristenbusses) aus dem Tunnel, der uns in 20 Meter Tiefe gefahren hatte, hinaufkamen, da schien die Sonne, so dass die Fahrt über den Bergrücken hinunter in den Sound die wahre Freude war – eine herrliche Sicht auf den Sound, umgeben von urwüchsiger Landschaft, noch nie berührt von Menschenhand, wunderbar! Die Schiffsfahrt bei wechselndem Wetter dauerte dann immerhin hin und zurück 5 Stunden, die ich allesamt draußen auf dem Vorschiff zubrachte, nur unterbrochen von Tee- und Kaffeeladungen, die im Preis inbegriffen waren (das Fresspaket „Luxus“ war auch nicht schlecht). Eine Seehundkolonie haben wir besucht, Delphine und Pinguine gab es leider nicht zu sehen – aber man kann nicht alles haben, dafür sah ich 5 Stunden lang einen grandiose Landschaft, links und rechts steil aufragend mit schnellbedeckten Gipfeln allerorten.










Demgegenüber war mein zweiter Tag in Te Anau ein Sonnenmeertag und das wirkliche Highlight hier und ich hatte meine Freude an einem ganz speziellen Ausflug in den Milford Sound. Im Milford Sound selbst war ich nicht lange, habe auch auf eine weitere Bootsfahrt verzichtet und der Fussweg zum Wasserfall war gesperrt nach all den Regenfälltagen wegen Steinschlaggefahrt. Aber ich bin die ganze Strecke langsam abgefahren, bei jeder Besonderheit ausgestiegen, habe mehrere kleine Spaziergänge gemacht zu irgendwelchen landschaftlichen Schönheiten, die hier reich vorhanden sind und es war ein einfach herrlicher Tag. Kurz vor dem Homer-Tunnel (wenn man von Te Anau kommt, fährt man zuerst die Seitenmoräne entland am TeAnauSee und dann kommt man in einige Hochtäler, die vor Jahrtausenden ein Gletscher ausgeschliffen hat und schließlich nähert man sich dem Pass (The Divde), von dem aus man 3 Täler überschauen kann (und an dem sich 2 der insgesamt 9 great walks Neuseeland treffen), um schließlich nach einem letzten Hochtal im Talschluss auf den Homer-Tunnel zu stoßen, der die letzte Barriere vor dem eigentlichen Fjord, dem Milford Sound, darstellt.), als ich bereits auf dem Rückweg war und eigentlich noch eine ca. zweistündige Wanderung zum Key Summit hätte machen wollen, sah ich einen Kea, eine nur hier ansässige Papageienart am Parkplatz. Die Vögel sind hier verschrien als Clowns! Nicht scheu, einigermaßen einfallsreich, um an menschliches Essen zu kommen und recht helle. Also, den wollte ich fotographieren, nachdem ich eigentlich nur mal kurz angehalten hatte, um die herrliche Aussicht Richtung Sound zu dokumentieren. Schlussendlich habe ich dort mehr als 2 Stunden zugebracht, weil ein Camper, der hinter mir eingeparkt hatte, große Probleme mit seiner Batterie hatte und nicht starten konnte und mein Auto als Starthilfe benötigt wurde …













Jedenfalls gelangen mir im Zuge der verschiedenen Hilfsmaßnahmen, bei denen ich bestenfalls als freundlicher Zuschauer fungierte, denn ich habe von Elektrik keine Ahnung, noch einige lustig-gute Aufnahmen von dem Kea.






Gestern wollte ich eigentlich dann die Wanderung unternehmen auf dem Weg in den Fordland NP, zu der ich am Vortag nicht mehr gekommen war, aber ich war so müde, dass ich mein Auto auf einer Almwiese abgestellt habe und erst einmal drei Stunden vor mich hingeschnarcht habe bei geschlossenem Fenster, denn die hiesigen Sandflys sind wirklich eine Strafe des Herrn auf einer ansonsten von allem giftigen und gefährlichen Getier freien Insel. Diese giereigen Wesen (nur die Weibchen, denn die brauchen Blut, damit ihre Eier befruchtet werden können, so wie ich es verstanden habe) sind schnell und wendig und finden mit Sicherheit in kürzester Zeit genau das Fleckerl Haut, was man nicht mit einem spezeillen Repellent eingerieben hat. Sie kosten auch manchmal nur so im Vorbeiflug, aber i.d.R. beißen sie sich fest. Man merkt es, aber man sieht die Viecher nicht sofort, weil sie so klein sind. Allerdings lieben sie das Licht und wenn man die Autoscheiben hochkurbelt, dann finden sie sich bald an der Festerscheibe ein, so dass man sie relativ vollzählig zerdrücken kann. Aber bei manchen dauert es denn doch etwas zu lang, so hatten also 3 Totgeweihte doch noch eine Henkersmahlzeit an mir. Die Stiche jucken entsetzlich und dauerhaft und manchmal platzen sie auch auf – jedenfalls hinterlassen sie eine Anzahl von Narben – eines der wohl häufigsten Andenken an Neuseeland für viele Touristen. Da habe ich eigentlich Glück gehabe, dass ich noch im Frühfrühling hier angekommen bin, denn erst in den letzten 3 / 4 Wochen haben sich die Sandflys zu einer wirklichen Plage entwickelt. Insbesondere durch das regnerische, aber doch auch warme Wetter der letzten Dezemberwoche kamen viele von Ihnen ins Leben.

Heute war das Wetter durchwachsen und ich war faul und immer noch müde und habe bis 10 Uhr geschlafen, so lange, wie schon lange nicht mehr. Dann wollte ich unbedingt noch den Krimi zu Ende lesen und schließlich war es schon um 12, als ich endlich den Dreh bekommen habe und – Tja, fremdgewandert bin, denn ich bin eine Tagestour auf dem Keplertrack entlangmaschiert und zwar den leichtesten Teil entlang des Flusses, der TeAnauLake und Manipurilake miteinander verbindet. Schnell wurde über das Hostel ein Busabholdienst organisiert, so dass ich  nur in eine Richtung gehen brauchte um dann abgeholt zuwerden beizeiten. Alles war sehr bschaulich und gemütlich und es war eine wunderbare kleinen Wanderung entlang des schnell dahinfließenden Flusses. Der Track ist wie alle offiziellen Wanderwege hervorragend ausgebaut und leicht zu finden und heute ging es ja kaum einen Berg hinauf – nur maximal 50 Meter rauf und runter parallel zum Fluss für ca. 3 Stunden (9,5 km). Der Urwald hier ist viel lichter als im Norden, der Boden ist mit Farnen und Moosen bewachsen, darüber wachsen hohe Bäume auf geraden Stämmen mit feinem Blättergeflimmer, die Sonne kommt leicht bis zum Waldboden, der herrlich federnd des Wanderers Füße schont. 








Zum Schluss noch das Nicoletta-Getier:


Freitag, 4. Januar 2013








Gestern war endlich mal wieder ein Sonnentag und den habe ich genutzt, um wenigstens ein wenig von dem, was ich wegen des REgens nicht sehen konnte, mir nun doch noch anzuschauen und ich bin zurück zum Haast-Pass gefahren, wo es immer noch geregnet hat, so dass ich von da wieder umgekehrt in die Sonne gefahren bin. Heute ist es bewölkt, aber regenfrei, recht kühl (gefühlte 1/15 Grad, Jackentragen ist angesagt, der Wind vor allen Dingen ist kalt, kommt direkt von der , Antarktis!). Die Gegend war so schön, dass ich schier ausgeflippt bin und alles fotografiert habe, was mir vor die Linse kam, zwei kurze Spaziergänge habe ich auch gemacht, hoch zum Pass (naja, der Pass ist nicht so hoch nur 560 Meter und der outlook ist vielleicht 200 Meter höher) und zu den sog. blauen Pools mit braunen Forellen im Superklaren Wasser (ich habe keine gesehen, da Strudel und Wasser nicht besonders klar, da es all den Mott von den Bergen heruntertrasnportiert hat) - gleich fahre ich nach TeAnau, das wars dann mnit der Westküste. Damit íhr die Beschwingtheit meines Herzens zu würdigen wisst, habe ich Euch einige Aufnahmen von meinem gestrigen Tag mit auf den Weg gegeben, das letzte ist von meiner Anfahrt nach Queenstown, ein wahres Geschenk, so einen tollen Anblick erleben zu dürfen!Am Anfang einige Fotos von den Lakes Wanaka und Hawea und dann einige Passbilder (man erkennt es am Regen-Nebel). Eine lustige Beschreibung von dem wohl gefährlichsten Tier Neuseelands, der Sandfly, habe ich Euch auch beigemengt, denn ihre Stiche gehören bei allen Touristen hier zu den bleibenden Souvenirs! Ihr seht übrigens richtig, auf den Bergspitzen, die ca. 1400 - 1700 Meter hoch sind, da liegt Schnee. Immerhin so kalt ist es hier! Wenn die Sonne allerdings scheint, dann brennt sie einen heiß auf den Pelz.





Und hier nun Queentown von oben (mehr habe ich von der Stadt eigentlich auch nicht gesehen, denn ich fahre gleich weiter nach TeAnau und bin gestern abend erst um halb neun hier gewesen) Übrigens bin ich wegen des schlechten Wetters gewillt gewesen, in den Hobbit-Film zu gehen (wo sonst - die Bäume sind ja keine Kulisse, sondern Wirklichkeit, wie ich jetzt weiß), aber alles ausgebucht lange im Voraus - da alle Wanderwege wegen des Dauerregens gesprerrt sind, wissen die Leute auch nichts anderes ,mit ihrer Zet anzufangen - vielleicht klappt es ja noch an einer anderer meiner Stationen. .