Donnerstag, 20. September 2012
19.September 2012 - Endlich in der Karibik
Hallo, Ihr Lieben. Eine kleine Bitte vorweg. Kurzkommentare zu meinem Blog zu schicken ersetzt keineswegs die persönlich geschriebene und an mich persönlich adressierte Mail - ich bin ganz scharf darauf, von Euch zu hören - Also, rafft Euch auf. Sonst gibt´s keine Blogs aäh Posts mehr.
Es ist wieder so viel passiert, dass ich nicht zum Schreiben komme, also nehme ich die nachmittägliche schwüle Hitze zum Anlass, um mich auf die Terrasse meines Hotels zurückzuziehen und Euch zu schreiben.
Fange ich mal mit heute an - also heute, das war mein erster "Ich lasse mich komplett hängen Tag" Endlich scheint die innere Ruhe da zu sein, einen Tag einfach mal nichts zu tun, also heute. Ganz stimmt das allerdings nicht, denn gleich, gegen 18:00 gehe ich los, Schildkröten im Nationalpark hier gucken - ich hoffe, es ist eine möglichst helle Nacht, dann kommen viele Schildkröten an Land und man kann ihre Eiablage beobachten. KameraFotos sind allerdings verboten, also keine Dokumentation möglich, ihr müsst mir dann schon glauben, was ich gesehen habe. In den NP darf man nur rein mit Führer, ist wohl auch gut so. Das Ganze ist auf ca. 2 Stunden incl. Hingehen begrenzt - hoffentlich habe ich Glück! Drückt mir die Daumen - es wäre ein einmaliges Erlebnis.
Ansonsten bin ich durch das zwar nur vom Tourismus lebende (früher wurden hier die Schildkröten für die Schildkrötensuppe gefangen und hingerichtet, heute leben die Leute von den Touristen, die die lebenden Schildkröten sehen wollen!), aber ziemlich trotzdem beschauliche Tortuguero (d.h. Schildkrötenjäger) geschlendert und habe mir in aller Ruhe irgendwelche Souvenirs angeschaut (die man unmöglich kaufen kann, so dull sind sie, bis auf die T-Shirts - da habe ich überlegt, weil ich noch eines brauche um beim Schwimmen gegen die Sonne geschützt zu sein) und eine Käsecrepe gegessen. Beim Eingang zum Nationalparkt habe ich überlegt, ob ich den Wanderpfad langlaufen soll durch den Mangrovenwald (man kann nicht verloren gehen, wenn man auf dem aufgeschilderten Weg bleibt und das tue ich), aber da muss man Gummistiefel anziehen und die muss ich mir erst noch leihen (für 2 $) Dann hatte ich eine tolle Begegnung mit einem kleinen Iguano, einem Drachen, so heißen sie hier (siehe Foto) - der kleine Kerl (mit Schwanzspitze so groß wie ein Golfschläger) wurde mein Star des Tages, zum Schluss kam er sich - glaube ich - sogar belästigt vor, also habe ich schweren Herzens Abschied genommen - aber der Kontakt war da, er schaut direkt in die Kamera, eben wie ein richtiger Star - nur etwas ernster ud misstrauischer.
Das einzig Nachteilige auf der Terrasse hier sind die Fliegen, ansonsten höre und sehe ich linker Hand das Meer, die Wellenbrecher rauschen auf den schwarzen Strand (siehe Foto) zu, die Palmen (Datteln und Kokos) wehen im Wind, die Mangos (da statischer im Bau) wackeln nur etwas - im Ganzen sehr beschaulich - eben, wie gesagt, bis auf die vielen Fliegen. Baden kann man übrigens nicht so ohne weiteres, das würde die Schildkröten stören, denn ich nur etwa 200 Meter vom Beginn des Nationalparks, auch gibt es gefährliche Unterströmungen. Aber Morgen werde ich trotzdem es mal versuchen. Morgen früh um 6:00 beginnt übrigens meine Kanutour (mit selbstpaddeln) Ich werde berichten, wenn ich Zeit habe - vielleicht sehe ich exotische Tiere (Krokodile oder Delphine oder so ein Kleinwal ähnliches Tier, das sehr lieb, aber äußerst selten ist - der Name ist mir entfallen oder exotische Vögel usw.). Gegenüber übt jemand seit etwa einer Stunde trommeln - Irre.
Gestern war ein aufregender Tag, denn ich bin vom zentralen Hochland, das auf etwa 1100 Meter Höhe liegt an die Karibikküste gefahren. Morgens um halb sechs aufgestanden, Frühstück organisiert unterwegs zur Bushaltestelle, 1. Bus nach Tabás zum (Terminal) Caribueno, von dort fahren alle Busse an die Karibik. Kaffee getrunken (sehr gut - aus Costa Rica), der nächste Bus nach Cariari (ihr könnt meine Route ja verfolgen per google-Map). Dabei bin ich noch einmal durch den Dschungel gefahren, dem NP Braulio Carillo, in dem ich die letzten 2 Tage wandern war (vielleicht kann ich Euch noch von Vorgestern erzählen, einem ungeheuerlich aufregenden Tag - fast hätte ich den Anschluss in die Zivilisation verpasst). Dann umsteigen in Cariari, einem kleinen, aber sehr regen Örtchen, so eine Art Provinzzentrum für die Küste. Der nächste Bus fuhr nur noch Schotterstraße nach La Pavona, dessen einziger Zweck es ist, der Hafen für die kleinen Fähren zu sein nach Tortuguero, dass man nur mit dem Boot erreichen kann. Während ich mein Fährticket geholt habe, wollte gerade ein vollbeladener Bus abfahren, da knallte es, der rechte Vorderreifen war geplatzt -welch ein Glück für die Leute, dass das nicht unterwegs passiert ist! Ich jedenfalls zur Fähre - im Bus war ein Führer aus Tortuguero dabei, der Englisch sprach -bei dem ganzen Hin und Her doch leichter als Spanisch, vor allen Dingen, weil ich kein Hotel in Tortuguero hatte. Der konnte mir eine Karte des Ortes geben (700 Ew) - das hat vieles erleichtert. Jedenfalls - nachdem ich die letzten 2 Stunden außer Bananenplantagen und Zebu-Viehherden nichts gesehen hatte und eingepfercht zwischen irgendwelchen Leuten versuchte, Spanisch zu verstehen (die Richtung habe ich meistens irgendwie rausgehört) kam jetzt der Knaller, denn die Fähre ist ungefähr 1,5 Stunden unterwegs und lädt die Leute irgendwo im Dschungel, Mangrovenurwald ab, wenn sie da wohnen. Zuerste ging es einen kleinen Wasserweg entlang auf Tuchfühlung mit dem Ufer, die Lianen hingen über meinem Kopf - wir sahen einmal einen großen Drachen, der aufgeschreckt durch das Motorengeräusch, über die Uferbank flüchtete. Schließlich bogen wir auf eine breiteren Fluss ein, der uns dann zu der Lagune von Toruguero brachte. Tortuguero liegt auf einer Nehrung, also auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite eine Lagune, dazwischen ca. 400 Meter Land - dafür aber mehrere KM lang. Endlich in den Tropen - sogleich habe ich nach der langen Fahrt (so gegen 15:00 Uhr war ich angekommen, nach Adam Riese also 7 1/2 Stunden unterwegs) ein herrliches Essen -Landestypisch als Casada (das heißt übersetzt glaube ich verheiratet) gegessen mit einem frischen Fischfilet, dazu schwarze Bohnen, leckerste, selbstgemachte Fritten (ein echtes Nationalgericht mittlerweile hier), noch zwei Arten von Reis (einmal mit Bohnen, das andere Mal mit Zwiebeln, Karotten, Chile), als Gewürz bitter-saure Mandarine - ich schlecke mir noch jetzt alle 10 Finger danach ab.
Jetzt habe ich gerade noch Zeit für einen kurzen Rückblick auf Vorgestern - da war was los. Ich wollte noch einmal in den Nationalpark zum Urwald. Allerdings liegt der Eingang "Vulkan Barva" ca. 1000 Meter höher als die Teleferico vom Vortag, also eher Nebenwald. Ich bin mit einem jungen Mann, Axel aus Bad Oldesloe, den ich im Hotel getroffen habe, morgens um 6:00 Uhr los. Der Bus fuhr uns relativ hoch und höher und ich dachte, dass er bis zur Straßenende fährt - aber Irrtum. Wir konnten bis zum Eingang des Nationalparks 11 Kilometer hochlaufen - Gott, was habe ich geschnauft, aber wir hatten ja Zeit und mittags waren wir endlich da. Die 4 Wege (insgesamt ca. 10 Km ) im NP liefen wir ab, bis auf einen, den ich einfach nicht mehr konnte und wollte - und das war gut so, der jungendliche Axel, durchtrainiert und passieronierter Jogger landete im Dreck, weil durch die Regenfälle alles aufgeweicht war. Nun - ich kam bis auf den Vulkan (schon länger nicht mehr ausgebrochen, heute eine "Lagune" genannter See umgeben von Nebel und Dschungel, aber sehr ruhig - auf fast 3000 Meter Höhe - Ihr könnt ermessen, wie leistungsorientiert ich mich dorthin hinaufgezwungen habe - unglaublich). Alles war toll, bis wir feststellten, dass unten im Tal der letzte Bus in einer Stunde fährt. Also, ich hätte es trotz Dauerlauf nach unten nicht geschafft, habe ca 1,5 Kilometer vor dem Ziel eine Auto (das einzige übrigens, das an mir in der ganzen Zeit vorbeifuhr) angehalten und die haben mich in der alten Klappermühle mitgenommen, nur um zu sehen, dass der Bus gerade abfuhr und auch auf Hupen hin nicht hielt. Plötzlich öffneten alle Mitfahrer die Türen, sprangen hinaus und nun- mit weniger Gewicht - holte der Fahrer das Letzte aus seinem Auto heraus und wie überholten den Bus tatsächlich and er nächsten Haltestelle und ich kriegte den Bus noch. Den Fahrer - unbekannterweise, irgendeinen Farmarbeiter - habe ich begeistert und dankbar umarmt, denn sonst hätte ich noch einmal ca 20 Km und zwar in Dunkelheit gehen müsse, um ein Taxi oder einen Bus zu bekommen - echter HORROR! Aber alles ging gut, die Zivilisation hatte mich wieder und ich habe überlebt. So etwas nennt man Glück, wenn man so liebe Leute trifft. Euch alles Gute - heute habe ich übrigens Postkarten gekauft, die ich wieder an Euch schicken werde - als Dank könnt ihr mir mal ausführlich mailen. Umarmung an alle. Cathrin
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