Sonntag, 30. September 2012

Bevor ich mich Morgen früh zurück nach Costa Rica auf den Weg mache und ich nicht weiß, wann ich das nächste Internet sehe, hier noch einige Sentenzen:
Es ist schade, dass durch die Sicherheitsbestimmungen der Länder, in denen ich bisher war, insbesondere der USA, meine Fahrtroute doch schon recht festgesetzt ist. Daran ist an sich nichts Schlechtes, hat es doch den Vorteil, dass ich auch schon einen großen Batzen Geld ausgegeben habe, d.h. mit dieser Ausgabe nicht mehr rechnen muss. Allerdings - es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe: Man reist, man trifft Leute, man hört dies und das und sieht noch mehr und schon hat man ein neues Ziel. Hätte ich den Flug nach Neuseeland nicht schon in der Tasche - und ehrlich - ich freue mich mächtg darauf - dann würde ich jetzt erst einmal in Panama bleiben und weiter nach Kolumbien reisen und wer weiß, mir endlich auch mal Bolivien und Peru anschauen - denn die Traveller, die ich hier so treffe, erzählen mir eigentlich alle, dass man in diesen Ländern mittlerweile wieder sicher reisen kann - selbst in Kolombien (Medillin-Kartell), die Landschaft soll da herrlich sein und das ist sehr glaubhaft, denn hier ist sie auch herrlich und eigentlich trennen mich nur wenige Stunden Busfahrt noch vn Kolumbien, gäbe es eine direkte Sraßenverbindung, aber zwischen Panama und Kolumbien gibt es mitten im sumpfigen Darien-Urwald ein 87-kilometer langes NICHT-Stück, die einzige Unterbrehung der Interamericana! Ich habe über einige schöne und besuchenswerte Orte einiges gehört. Panama ist auf jeden Fall einen Urlaub wert. Es ist allerdings weniger erschlossen als Costa Rica - zwar tolle Natur, aber man kommt nicht hin oder nur mit viel Zeit (das ist das Schöne an CR, dass man auch in kurzer Zeit relativ viel sehen kann, weil die Zufahrtswege günstig sind.). Jedenfalls bin ich ganz im Bann Lateinamerikas, mein Spanisch wird auch immer besser und jetzt würde sich weiterlernen lohnen - stattdessen gibt es wieder Englisch (schadet auch nicht) und ich verlerne alles wieder. Hier ist jedenfalls alles Pura Vida (was in CR so viel wie SUPER! heißt). Ich werde einen Kulturschock bekommen, denn ich habe micht jetzt hier so richtig eingelebt - so könnte es weitergehen. 

Seit einiger Zeit möchte ich etwas über die Menschen hier niederlegen, so wie ich sie beobachtet habe. Über die Frauen habe ich ja schon einiges geschrieben, doch gibt es hier noch Ergänzungen. Insgesamt sei gesagt, dass die Bevölkerung - ganz im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in Mexico vor Jahren - sehr nett, hilfsbereit, offen, fremdenfreundlich ist. An der südlichen Karibikküste geht es etwas geschäftiger zu, aber insgesamt fühlt man sich als Reisender sehr wohl hier. Das Volksgemisch fällt ins Auge. So kann man noch eindeutig unterscheiden - obschon hier sehr weit fortgeschritten ein Mischmasch vorherrscht - die indigenen Indianer, die zierlicher, obschon gleich stämmig gebaut, wie ihre mexikanischen Nachbarn ausschauen. Mandelaugen, schwarzes Haar, untersetzt, die Frauen neigen zu mehreren Hüftrollen und stämmigen O-Beinen. Viele Spanischstämmige, an der Karibikküste viele Schwarze, Mischlinge von den Westindischen Inseln, viele zugewanderte Europäer, im Ganzen jedoch wenige Blonde, fast alle sind schwarzhaarig - ein ganz und gar buntes Völkergemisch! Alle sind sportbegeistert. Fussball scheint der Nationalsport zu sein, wo immer die Möglichkeit besteht, sieht man begeisterte und energisch spielende Fussballer und -ballerinnen. Auch der Langlauf, das tägliche Joggen, sogar der Marathonlauf findet hier sehr viele Anhänger. In der kurzen Dämmerung sieht man selbst in ländlichen (Urwald-)Gegenden oder in den chaotischen Straßen der größeren Städte irgendwelche Menschen in Sportkleidung ihre Runden drehen - und das bei der ! Hitze und Schwüle - ich staune. Letzte Woche - es ist Regenzeit, wie gesagt - fand der Talamanca-Marathon an der Pazifikküste statt und alle, alle kamen (großer Bericht in der Zeitung) - Hier ein Wort zu Nachrichtensendungen: Sie erschöpfen sich in der Berichterstattung von Volkscampagnen. zz. - soweit ich es mitgekriegt habe, gibt es zwei hauptsächliche, die eine soll Kinder vor sexueller Gewalt schützen (ausdrücklich werden übrigens überall Warnungen gegenüber Touristen ausgesporchen, sich nicht an Kindern in Costa Rica zu vergehen - "Campagne: CR schützt seinen Kinder" - diese Art des Sextourismus werde nicht geduldet); die andere soll den Wasserverbrauch mindern und Gutwetter machen für Sparbirnen (wir wissen, dass es dafür einer Campagne bedarf, damit überhaupt jemand diesen Mist kauft freiwillig) - In brütender Hitze wird der Sportunterricht am frühen Nachmittag durchgeführt in den Schulen in klassischer Manier mit einem seinen Pfeife malträtierenden Sportlehrer (mickrig, aber Muckis).Die einzige Sportart, die ich die CRner bisher noch nicht habe betreiben sehen, das ist das Wandern, da trifft man in den Nationalparks eigentlich nur Ausländer, während die CRler am Strand grillen und pcknicken.
Männer und Frauen sind gleichberechtigt in CR und das stimmt auch. Man sieht überall Frauen arbeiten, auch in verantwortlichen Posistionen. Männer finden es offensichtlich nicht ungwohnt, einen weibliche Vorgesetzte zu haben. Die Frauen sind selbstbewusst. Obwohl man allerorten Kinder sieht und in jedem kleinen Käffchen eine Schule ((kostenlose) Bildung wird hier groß geschrieben - ich habe keinen Costa Ricaner getroffen, dem eine gute Allgemeinbildung nicht eine Herzensangelegenheit ist - Bildung ist Thema! Für die Schule wird auch die treure Schuluniform gekauft - auf dem Lande meist dunkle Hose/Rock und weißes/hellblaues Oberteil, teils mit Kravatte, oft sind die Oberteile einfach Polohemden, aber die Riemchenschuhe sind allesamt aus Leder! ist mir von verschiedenen Seiten immer wieder gesagt worden, dass die moderne Familie in CR eine Kleinfamilie mit maximal 2 Kindern ist - in der Großelterngeneraton gab es noch häufig 15 Geschwister. Auch die alleinerziehende Mutter ist häufig anzutreffen. Die jungen Mädchen werden jung MÜtter, im Fernsehen hörte ich, dass allein im letzten Jahr über 15000 Mädchen unter 15 Mutter wurden - die Verhütung klappt also noch nicht, wohl aber das Flirten (wie man allerorten in den Straßen beobachten kann). Die Erstgeburt liegt selten später als bei 21/22 Jahren. Auch die offensichtlichen Väter sind allesamt sehr jung.nJeder lebt im Fammilienverband - der sicherste Schutz eben auch für Alleinerziehende. Gleichwohl habe ich hier schon oft sehr liebevolle Väter in aller Öffentlichkeit gesehen, den Kinderwagen schiebenden Mann oder Freund gibt es hier auch - wesentlich häufiger jedenfalls, als ich z.B. dieses in den USA gesehen hätte. Die Erwachsenen haben eine Engelsgeduld mit allen Kindern und laute oder trotzige Kinder stören eigentlich niemals. Viele Kinder benehmen sich aber sehr gut - darauf wird viel Mühe verwendet. z.B. ist das Aufstehen der Kinder im Bus für Ältere selbstverständlich. Auch ein Kind, dass sich im Bus neben einen setzt, stellt sich z.B. nach einer gegenseitigen Begrüßung kurz vor (Ich heiße, ..., wohne in...) Im Bus wird als Kind auf Mutters oder eines Erwachsenen Schoßes gesessen oder gestanden. Die Schulkinder sitzten natürlich sobald sich die chancce ergibt, aber warum auch nicht. Kinder werden von allen Erwachsenen akzeptiert, aber auch erzogen! Jugendliche haben hier auch ihre MOden - in San Jose sah ich, dass Gruftis-SEin gerade für einen Teil der Jugendlichen in ist. Wie auch die Mütter, so kleiden sich die Mädchen sehr figurbetont (davon weicht nur deutlich die Schulkleidung ab), Nagellack ist ein notwendiges Requisit, ebenso wie Ohrringe. Bei den Männern sieht man so gut wie nie Bärte (das liegt natürlich auch an den Genen der indigenen Bevölkerung), kaum sieht man auch Grauhaarige. Trotz der Temperaturen arbeiten die Menschen hart und viel (wenn auch recht langsam). Insbesondere die Verkäufer/innen bewundere ich oft ob ihres stoischen Ausharrens und ihrer steten Bereitschaft, sofort ins Gespräch mit einem (möglichen) Kunden zu kommen.
Zu dem Thema gäbe es noch viel mehr zu sagen, aber ich will es damit mal gut sein lassen, muss packen und bin schon rechtschafften müde. Bis bald hoffentlich. Cathrin

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