Montag, 17. September 2012
Mein dritter Blog-Eintrag am 16.9.2012
Wieder einmal bleibt mir nicht viel Zeit, nur eine halbe Stunde, dann macht das Restaurant, in dem ich WLAN-Empfang habe, zu - um 20:00 Uhr. Es ist nicht leicht, von hier aus in Internet-Kontakt zu treten, denn manchmal gibt es keinen Strom, meist schließen die Internet-Empfangs-Orte aber früh (während ich etwas unternehme, während der vormittäglichen Sonnenstunden und danach mit irgendwelchen Bussen zum Hotel zurückfahre) oder es gibt gar keinen Empfang, z.B. auf den Hotelzimmern. Vorbereiten kann ich meist auch nichts, weil man die aufgestellten Computer nicht mit einem USB-Stick beglücken kann (Angst vor Virus). Eigene Mail eines vorbereiteten Schreibens zu schicken ist eben deshalb auch kaum möglich. Kurz: Ich bin immer ganz gierig, wenn WLAN mal funktioniert und stürze mich drauf.
Heute war ein toller Tag. Ich habe das erste Mal in meinem Leben einen richtigen Regenwald gesehen - natürlich - wie könnte es anders sein - im Regen (die ersten 1,5 Stunden war noch ohne Regen, aber bedeckt). Unter Regenzeit habe ich mir soetwas vorgestellt wie in Asien vor 30 Jahren. Aber dem ist nicht so, zumindeste nicht hier im zentralen Hochland von Costa Rica. Spätestens gegen 14:00 Uhr, meist früher, geht ein Regensturm nieder dass man die Gegenfahrbahn nicht mehr sieht. Man denkt, die Welt geht unter. Vorgestern wurden alles STände aus dem zentralen Markt in Alajuela, was ca. 20 km von hier liegt - übrigens direkt am internationalen Flughafen - auf die Straße gespült - innerhalb von wenigen Minuten gingen Sturzbäche hernieder. Gestern, als ich ungewollt - ich hatte meine Bushaltestelle in Heredia verpasst - in Alajuela gelandet bin, standen die Straßen ca 15cm unter Wasser, reihenweise hatten die Autos die Warnblinkanlagen an wegen Kurzschluss, das Wasser scchoss aus den Kanälen in Fontänen heraus. Ich saß im Bus, der unverzagt seinen Motor aufheulen ließ und mit Spritzfontänen die Schutz suchenden Passanten, die sich irgendwo untergestellt hatten, durchnässte. Durch das Fenster konnte man kaumm etwas erkennen, da Kaskaden den Bus herunterliefen - es war wie am jüngsten Tag mit Wetterleuchten, Blitzen und knallenden Donnern. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei, es tröpfelte nur noch, die Luft, nun angenehm abgekühlt - vorher hatten wir 29 Grad und es war ziemlich schwül. Also heute war ich im Nationalpark Braulio und zwar am Touristeneingang, direkt an der Autobahn 32 nach Limon an der Karibikküste. Es gibt nur 2 Direktverbindungen vom zentralen Hochland dorthin und deshalb ist die 32 viel befahren. Die Erlaubnis zu ihrem Bau führte vor kanpp40 Jahren zur ERöffnung des Nationalparks als Kompromiss. Ein riesiges Gebiet ist praktiscch unerschlossen links und rechts der Autobahn mit einem großen Vulkan mittendrin. Es gibt aber 4 touristische Zugänge - den am weitesten nördlich gelegenen werde ich versuchen MOrgen zu erobern, sofern es das öffentliche Verkehrssystem zulässt. Ich war heute am Haupteingang. Eine private Firma betreibt dort Canopy-Touren und eben eine etwa 3 km lange Schwebebahn, von der man den Regenwald aus unterschiedlichen Höhen betrachten kann. Alles sehr komfortabel - es war einfach phantastisch! Noch nie habe ich so etwas gesehen. Aber als die Tour zu Ende war, hätten wir Touristen (Es sind im Moment wirklich wenige wegen der Regenzeit) mit einem kleinen Bus zum Eingang zurückgebracht werden sollen - aber nichts da. Der Tagesübliche Regensturz begann und zwar so heftig, dass die Straße zugeschwemmt wurde. Der nahe Fluss hat kurzzeitig sein Flussbett geändert und aus wars mit dem Bus. Da in der Nähe noch eine Hängebrücke für Fussgänger angebraccht war, die wohl sicher schien, durften wir Touristen zu Fuß zurückgehen, was normalerweise verboten ist. Ich war begeistert. Natürlich habe ich im Regen und mit Trampelschritt keine wilden Tiere gesehen, aber die Pflanzenwelt, das Wasser überall - ich bin begeistert. Wieder an der Straße wollte kein Bus mich nassen Hund wieder mit zurück nach San Jose nehmen, bis endlich ein vollbepackter Schnellbus gehalten hat und mich und 4 Studenten, die im Moment Sozialarbeit hier leisten, aufgenommen hat. So bin ich erst um 18:00 Zurückgekehrt nach einem langen, aber beglückenden Tag. Ich habe eine Anaconda gesehen, einen knallroten Giftfrosch, eine kleine braune Tod bringende Giftschlange, mehrerr Riesenspinnen, einige Orchideen, Blattschneiderameisen - ich finde, das reicht jetzt auch für einen Tag, oder? Muss Schluss machen, vielleicht Morgen etwas mehr von mir und Costa Rica und seinem Verkehrssystem. Cathrin
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Anmerkung Nummer 1: Ich hätte gerne eine Postkarte aus Costa Rica, nachdem nun BW, MC und KS Karten bekommen haben... :-(
AntwortenLöschenAnmerkung Nummer 2: Das ist der rote Pfeilgiftfrosch, der Deine Lebensglück erneut verhindert hat. Denn: Antonio, Amphibienforscher in Costa Rica, hat dich durch den Regenwald stampfen sehen, als er gerae dabei war, das Gift der Pfeilgiftfroschfamilie zu untersuchen. Dummerweise war er von dir so abgelenkt, dass ihn der Bruder deines Pfeilgiftfrosches erwischt hat. Nun liegt Antonio hinter der Palme links des Weges, die Welt hat einen Forscher verloren...traurig ist`s....
Also, mit KS bin aber nicht ICH gemeint... WILL AUCH EINE KARTE HABEN!!! Wunderbare Dinge erlebst du!!! Bin ganz neidisch!! Der Schultrott nervt schon wieder etwas...
AntwortenLöschenLG Karo