Samstag, 29. September 2012

Da bin ich endlich wieder, um meine Erlebnisse und Gedanken niederzulegen und Euch zu erfreuen (um Kommentare - wie immer - wird gebeten). Seit ich in Puerto Viejo gelandet bin, habe ich einige schöne Tage erlebt. Der Ort selber ist rein touristisch, aber angenehm. Touristisch zu sein hat den Vorteil, dass man als Fremder alles sehr schnell findet und eben auch alles findet, was man so braucht. Die Gangart bleibt aber ruhig und unaufgeregt, im Ganzen angenehm und unaufdringlich. Im Gegensatz zu Tortuguero ist die Bevölkerung hier schwerpunktmßig schwarz - braun, die meisten Einwohner sind anfang der 30er Jahre von den Westindischen Inseln herübergekommen um auf den Bananenplantagen zu arbeiten bzw. die Infrastraukture für die Arbeiter herzustellen. Jedenfalls sind diese Leute im Ganzen nicht so freundlich, höflich und hilfsbereit wie die restlichen PuertoRicaner, die ich bisher kennengelernt hatte, sondern eher geschäftig-umtriebig, kanpp und händlerisch-zielstrebig im Gespräch. Mehrere Gespräche hatte ich mit "gestrandeten" Costa Ricanern aus dem Hochland, die sich hier an der südlichen Küste offensichtlich exiliert fühlen und ziemlich über die Umgangskultur geklagt haben.
Übrigens - ganz was anderes: Die Fahrt mit dem Boot auf dem Kanal von Tortuguero in Richtung Süden endet in einem Ort namens Moin, einem Vorort von Limon - dem Hauptausfuhrhafen von Bananen, Ananas und Kaffee - man sieht die Container mit den Aufschriften Dole, Chiquita und Co. schon von weitem. Bei der Weiterfahrt auf der Straße kommt man dann direkt an einem kleinen Inselchen in Rufnähe zur Küste vorbei - dort hat Christoph Columbus bei seiner vierten Reise das amerikanische Festland betreten! Ich kam mir ganz historisch vor! Übrigens nennen die Einheimischen das Festland - im Gegensatz zu den Inseln - noch immer Tierre Firme - so nannte die spanische Krone ihren "Besitz" in Amerika, als 1505 zwei Kolonien vom heutigen Kolumbien bis ins heutige Honduras reichend - gegründet wurden.
Nun - ich bin in einem - für meine Verhältnisse - recht teuren Haus abgestiegen. Jeder Gast hat ein eigenes kleines Häuschen mit Terrasse und Hängematte, drinnen sogar mit Fernsehen (das Programm hier ist aber so gruselig, dass ichs gelassen habe), Eisschrank, Kaffeemaschine und sogar einem Fön (den ich ob der Hitze nicht gebraucht habe). Für 7 Dollar gab es noch ein reichhaltiges Frühstück. Die Besitzerin ist Österreicherin. ihr Angestellter ein junger Mann, der auch sehr gut Deutschspricht und sehr hilfreich ist! Den ersten Nachmittag (es regnete) habe ich die Hängematte ausgiebig ausprobiert und mich von der anstrengenden Reise erholt. Am nächsten Morgen habe ich mir ein Fahrrad geliehen und bin endlich zu einem Strand - mit herrlichen Wellen gefahren. Dort habe ich auch geschlafen und geschwommen und ... es eben einfach genossen. Ich habe wieder meine casada zu mmir genommen und da ich nur bis 9 Uhr Internet hatte (dann wurde ausgestellt) habe ich danach wieder geschlafen - endlich mal ausschlafen können ohne schlechtes Gewissen ist schon toll!
Am nächsten Tag bin ich mit dem Rad zum nächsten Nationalpark geradelt. Der Anfangspunkt war ein kleiner reger Ort, an dem sich alle Resthippies dieser Welt zusammen mit einer Horde überzeugter Rastamänner und der einheimischen Bevölkerung mischte und mit Kind und Kegel am Strand saß und grillte. Jedenfalls waren die Familien umgeben mit bunter Topperware, schreienden Kindern, Schatten spendenden Zelten und Surfbrettern (obwohl im Moment keine Surfsaison ist). Dann ging es entlang der Küste einen brütend heißen Weg entlang durch den Urwald. Natürlich habe ich keine Affen getroffen, die waren alle ihrer mittäglichen Siesta wohlgesonnen (zwischen 9 Uhr morgens bis ca 16 Uhr nachmittags), aber es war ein schöner Spaziergang. Da es nachts geregnet hatte, war der Weg bisweiligen matschig und rutschig und so sah ich nach einiger Zeit auch aus. Jedenfalls, schwitzend und verdreckt, habe ich mich nach angemessener Zeit wieder zur Küste durchgeschlagen und da war er - hinter den Korallenbänken versteckt - ein kleiner Strand - mein Badedomizil. Dort habe ich den Mittag verbracht und am späten Nachmittag bin ich zurückgegangen, aufs Fahrrad gestiegen und langsam in die Dämmerung zurückgeradelt. Und da waren sie da - die Affen. Man bemerkt sie sofort, denn im Gegensatz zu allen anderen Tieren sind sie immer laut. Sie kreischen nicht nur (oder röhren tief und dröhnend - der Reiseführer nennt es "raubtierhaft"), da sie sich im oberen Blätter dach von Baum zu Baum hangeln (diese Tiere dürften wirklich in keinem Zoo sein, da sie ausschließlich in hohem Urwald leben - und in welchem Zoo gibt es den schon?) und sich ihr Abendessen zusammensuchen. Dabei fällt eigentlich alles mögliche hinunter: Äste, Beeren, Blätter usw. Es ist aber nicht leicht, sie zu beobachten oder sogar zu fotographieren, denn sie bewegen sich schnell und unstet. Wenn ich sage, sie, dann meine ich, dass sie immer in Familienverbünden auftauchen, also 3 bis 9 Tiere (soweit ich bisher zählen konnte). Nach einer leckeren Ceviche und einem herrlichen Grillfisch bin ich in meine Hütte zurück und habe mmir noch etwas Melone gegönnt. Einfach schön ist es, dass abends noch eine solche Wärme herrscht, dass man im Shirt draußen sitzen kann - zum Genießen.
Am letzten Tag bin ich mit dem Bus zum Nationailpark Cahuita im Norden gefahren. Nicht toll war, nachdem ich ca 30 Superbilder von Ameisen und vor allem von sich sonnenden Echsen gemacht hatte, dass meine SD-Karte voll war - die einzige Lösung war die Formatierung - dumm gelaufen. Auch dieser Nationalpark war wieder ein Erlebnis - zum ersten Mal habe ich Mangroven gesehen. Dann jedoch fing der Regen an - allerdings nicht heftig, dafür aber regelmäßig.
Da es sich nun so langsam hier einregnet, habe ich mir gedacht, ich fahre noch ein Stückchen weiter südlich und schwups - schon war ich in Panama.
Panama ist viel größer, als ich dachte. Ich glaubte, das ganze Land sei nur eine erweiterte Kanalzone - dem ist aber nicht so, es ist größer als Costa Rica, allerdings nicht so gut erschlossen - da ist noch mehr Abentuer drin. Panama City hingegen ist wirklich eine Großstadt mit Wolkenkratzern und einer Metropolbevölkerung. Der Grenzübergang muss zu Fuß bewältigt werden, kostet 3 Dollar (die Währung hier ist die amerikanische) und sogar für ein Plumsklo will man sogleich 50 US-Cent! Die Grenzstadt Changuinola ist ein geschäftiger Ort und ganz gekennzeichnet vom Bananenhandel. Hier saß die United Fruit Company, nachdem sie sich wegen einer Bananenkrankheit von den Inseln zurück ziehen musste. Dann windet sich die Straße ein STück durch urwüchsigen Dschungel und schon ist man in almirante, dem Ausschiffungshafen zu den vorgelagerten Inseln Bocas del Toro, auf die einem ein Schnellboot-Taxi hinübersetzt. Die ganze Provinz heißt Bocas del Toro, könnte aber unterschiedlicher nicht sein. Insgesamt gibt es in der Provinz 3 Nationalparkts, die 90 Prozent dieser Region einnehmen. Einen riesigen Park (Park de la Amistad) zusammen mit Costa Rica, der praktisch die gesamte Grenze der bieden Länder einnimmt, so dass nur 2 Grenzübergänge, einer an der Karibik, der andere am Pazifik, Platz daneben finden, dann einen Nationalpark direkt am Meer, der den Mangrovenwald schützt und in dem es noch das Manatee geben soll und schließlich den Meeresnationalpark bei den Inseln. Der agrarisch genutzte Teil ist Banane, der Rest noch urwüchsiger Regenwald oder - sich den Berggrad hochziehend entlang des mittelamerikanischen Bergrückens - Nebelwald. Nun - ich habe von meinen Plänen, den Isthmus zu queren, um so die Stadt David am Pazifik zu erreichen, abgelassen - wegen des Wetters. Dafür bin ich seit nunmehr 4 Tagen auf den Inseln - ein Traum. Die Hauptstadt Bocas auf der Hauptinsel ist ein quirliger Platz mit herrlichen, farbigen Holzhäuser, die auf Stelzen stehen und im ersten Stock über eine Veranda zu ererichen sind. Die Straßen am Hafen gehören mittlerweile alle den Hotels, die sich in den alten Häusern niedergelassen haben, aber die Bevölkerung ist noch groß genug, dass sich mehrere Primary und Secondary Schulen und sogar ein College lohnen. Die Leute leben in der schwülen Hitze ökonomisch, sitzen den ganzen Tag unter Bäumen, z.B. hier im Parque Simon Bolivar oder sie schleichen herum. Man ieht ein total buntes Volksgemisch. Hervorzuheben ist die einheimische indianische Bevölkerung, die hier auch noch in eigenen Dörfern lebt, dann die schwarze, meist aus Westindien stammende Bevölkerung, die Supers (= Supermärkte) gehören allerdings fast alle den (beim Bau des Panamakanals) eingewanderten Chinesen und natürlich laufen auch viele Spanischstämmige oder eingewanderte Amerikaner (mit Zöpfchen und grauen Haaren) hier herum. Der Haschhändler versucht cool auszusehen in seiner zerschließenen, vor Dreck starrenden, kaputten Hose und markiert den Großkriminellen, allerdings auf offener Straße, die Einheimischen schauen gelangweilt zu, wenn er mit irgendwelchen jugendlichen Blondschöpfen anbandelt. Rasta ist auch hier ein Thema und bei einigen sieht die Turbanhaarfrisur einfach faszinierend und auch schön aus - wobei ich mich doch frage, wie es mit der Haarhyiene steht. Neben dem Örtchen, das auf einer vorgelagerten Halbinsel liegt (es gibt sogar einen kleinen Flughafen, da jedes andere Verkehrsmittel Stunden braucht, um von hier weg zu kommen) führen zwei Straßen durch die Insel - eine wird auch von einem Bus bedient, der alle 2 Stunden den lokalen Verkehr und die Touristen zum Strand befördert. An zwei Tagen habe ich von diesem Verkehrsmittel Gebraucch gemachct und es lieben gelernt. Es ist herrlich, das Alltagsgeplänkel der Mitfahrer mitzubekommen, ihre Transportgüter (Kokusnüsse, Kleinhandelswaren, Hühner) zu sehen, mmit den Schulkindertn, die Morgens ab der Mittelschule in die Stadt müssen und mittags zurückkommen, in Kontakt zu kommen, Kleinkinder von irgendwelchen Indiofrauen zu bespaßen - einfach schön. Dabei fährt man durch eine ehemals kultivierte Landschaft - seit der Bananenhandel hier zum Erliegen gekommen ist, gibt es Viehzucht mit Zeburindern, die, soweit ich es verstanden habe, resistent gegenüber den Krankheitserregern der Mücken sind und deshalb hier gut überleben können - der Urwald ist eingesprengselt entlang der Straße, im Hintergrund aber noch dicht Man quert mehrere Dörfer, bevor man an der Endstation Drago-City anlandet und von dort aus wandert man noch einmal 20 Minuten einem herrlichen Strand entlang bevor man zum Playa del Estrellas, dem Sternenstrand kommt. Der Name ist nicht nur touristisch, sondern tatsächlich habe ich dort gestern (vor dem nächtlichen Sturm) Duzende von großen Seesternen gesehen. Sie sind ca 30 cm von Sternspitze zu Sternspitze und kräftig gebaute 7 oder 8 cm hoch. Sie erstrahlen in einem dunklen Rot, netzartig gemustert mit Orange und weiß und liegen dort, wo der Strand sich in die Tiefe neigt. Mit meiner kleinen Chlor-Schwimmbrille kann ich alles wunderbar sehen. Am Nachbarstrand gibt es einige Restaurants, aber der Estrellastrandist meist menschenleer und so genieße ich das schwimmen und Faulenzen und Lesen und Schreiben und Reiseführer durchstöbern usw Die benachbarten Restaurants bieten aber frischen, eisgekühlten Ananassaft - lecker. Faszinierend sind übrigens auch die Bambuswälder entlang der Straße, die möchte ich am liebsten immer umarmen, wenn ich daran vorbeifahre. Aber natürlich habe ich außer am Strand liegen noch anderes unternommen, z.:B eine organisierte Tour. Zuerst ging es zum Schnorcheln auf ein wohl ziemliche bekanntes Reef - so etwas Schönes habe ich kaum jemals in meinem Leben gesehen. Alle Farben kann ich nicht nennen, die ich gesehen habe und die gelb und lila leuchtenden Fische vermag ich schon gar nicht zu beschreiben. Nach einem maritimen Mahl (Tintenfisch) gings zum RedFrogStrand mit hohen Wellen an einem Traumstrand unter großblättrigen Bäumen, die angenehmen Schatten spendeten. Danach noch mal Schnocheln - toll. Morgen möchte ich das Ganze einfach noch einmal machen, nur mit der Abwandlung, dass es in den Meeres Nationalpark geht. Vielleicht sehe ich dann Delphine. Bitte schaut Euh die Bilder an und ihr seht, wen ich gesehen habe - jedenfalls einen Verandten von mir. Von Euch hoffentlich auch, denn die Ferein beginnen ja nun für die Lehrer unter Euch. In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute, bis bald. Cathrin

1 Kommentar:

  1. Das ist fast so gut wie selbst erleben!!! Danke mal wieder für den tollen Bericht! Eine Karte wäre bestimmt super an dieser Stelle!!!

    LG karo

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