Samstag, 22. September 2012

Hallo, meine Lieben! Eine halbe Stunde bleibt mir noch, dann wird hier im Hotel das Internet abgeschaltet. Natürlich habe ich wieder tolle Dinge erlebt, die ich gerne mit Euch teilen würde - am besten live. Denn eigentlich vermisse ich manchmal schon jemandem, mit dem ich über das alles mich austauschen kann. Alleine Reisen ist sehr schön, aber mit anderen reisen, das wäre doch noch schöner. Da könnte man mehr lachen - ich glaube, das fehlt mir, das gemeinsame Lachen.
Mein Spanisch ist aber wieder ganz rege, so dass ich mit allen und jedem, der nicht schnell genug auf irgendeinem Baum ist, parliere und meine Sprachkenntnisse ausprobiere. Über mein schlechtes Wortgedächtnis ärgere ich mich mächtig, denn manchmal muss ich vier oder fünfmal etwas nachschlagen, nachfragen, nachlesen usw. bis ich es geschnackelt habe, z.B: Das Wort für Abfall (es ist mir gerade mal wieder entfallen) benutzte ich täglich mehrere Male und trotzdem - manchmal einfach weg (ah: basura) Immerhin spreche ich im Spanischen schön langsam - die anderen verstehen mich ganz gut. Ich bin auch prima darin, um den heißen Brei herumzureden - irgendwie mache ich mich verständlich, wenn ich auch viele Wörter nicht weiß, dann wird solange erklärt, ohne Scham gestiguliert und gezeigt, aber auch Storys erfunden, bis mein Gegenüber - belohnt sei seine Geduld - mich endlich versteht! Was mich ehrlich freut, ist auch, dass ich einen immer größeren Prozentsatz dessen verstehe, was andere mir erzählen. Oft verstehe ich jetzt schon so viel, dass ich nur noch einzelne Worte nachfragen muss. Natürlich verstehe ich nicht jedes Wort, aber - das ist für mich ganz toll, da ich normalerweise immer ganz korrekt bin und auch ziemlich infexibel-steif und erst jedes Wort verstehen muss, bevor sich mir der Sinn erschließt - mittlerweile kann ich ganz gut im Kontext Folge leisten, wenn ich das Thema mal verstanden habe. Aber bei der Schildkrötennacht - das war furchtbar. Ich bin in einer kleinen Gruppe von Ticos (Costa Ricanern) gelandet. Hätte ich nicht schon etwas von Schildkröten gewusst hätte, ich hätte überhaupt nicht gewusst, wovon der Führer da spricht. Also, etwas Neues habe ich jedenfalls so nicht gelernt. Ein Typ mit Tussi als Freundin (wir sollten alle in Dunkel gekleidet kommen ohne Kamera und Lichtquellen, Tussi in Schweifröckchen und Stöckelstacksen, aber man muss natürlich schön sein bei Nacht und Nebel am Strand) hat sich nicht entblödet, sein Handy anzustellen (= Lichtquelle), woraufhin die "Polizei" unserer Gruppe die Schildkrötenbeschau verbieten wollte. Also - lautes Palaver. Wenn ich Schildkröte wäre, dann wäre ich längst abgehauen, einfach eine Zumutung. Eine Schildkröte fühlte sich dann auch gestört und hat den Rückzug angetreten, mit der Folge, dass - dadurch, dass ihr Hinterteil mit rotem Licht angestrahlt wurde - 30 Menschen ihr ergriffen zum Meer folgten, wohin sie die Flucht ergriff. Eine andere Schildkröte war offensichtlich schon im Geburtsdelirium und konnte uns nicht mehr entkommen, so dass wir dem Geburtsvorgang einiger Duzend Eier Folge leisten konnten, aber nur kurz, damit alle mal gucken können. Da es Neumond war, haben wir eigentlich außer einigen purzelnden Eier gar nichts gesehen. Was ich gesehen habe, das war ein wunderbarer Sternenhimmel, so hell, dass ich die Milchstraße sehen konnte. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so etwas Erhebendes gesehen habe - einfach wunderschön! Ich wünschte mir in diesem Moment, jede Nacht zelten zu können und unter dem Himmelszelt, nur umgeben von Meeresrauschen und schwarzem Sandstrand verbringen zu können, aber das wird wohl nichts, solange mich Fliegen und Mücken plagen. Nach diesem ziemlich unbefriedigen Abend folgte ein toller Tag - gestern. Ich stand um fünf auf, war um sechs zur Stelle am vereinbarten Platz - nur um das Padelboot auf dem Kanal entschwinden zu sehen - ohne mich, man hatte mich vergessen und war vorzeitig aufgebrochen. Dem einen Rancher tat ich wohl leid, oder aber, man sah ein, das man nicht unbedingt zu früh losfahren muss - jedenfalls schob Steve kurzentschlossen ein Boot ins Wasser - nachdem ich einen leckeren Kaffee an der "Hafenkneipe" (Hafen ist eigentlich zu viel gesagt, die Boote werden einfach auf die Bäschung hochgeschoben) getrunken hatte und dann bekam ich eine Extraführung. Wir paddelten (schwerpunktmäßig Steve im Heck - ich nur in Abständen, unterbrochen von Fotographieren und Sprechen) 3 Stunden im Nationalpark auf der Lagune und ich konnte verschiedene Vögel, Echsen und sogar ein paar Affen beobachten und einen kleinen Kaiman - es war wunderschön, ganz ruhig, oft trieben wir nur dahin, der phantastische Urwald umgab uns - manchmal kam tatsächlich ein Motorboot vorbei - Mordgelüste taten sich in meinem Busen auf, also ganz sediert war ich von dem Anblick noch nicht. Es war ein einmaliges Erlebnis. Nachmittags bin ich dann in Gummistiefeln durch den Nationalpark und - als ich schon alle Hoffnung aufgegeben hattte, direkt neben mir, seilte sich ein Affe ab - den ganzen Mittag haben die Viecher wahrscheinlich geschlafen, als ich auf der Suche nach ihnen war! Von einigen kleineren Echsen habe ich sehr schöne Aufnahmen gemacht und herrlich bunte Schmetterlinge flatterten vorbei, während ich die ganze Zeit parallel zum Meer ging, die Wellen hörte (es war unheimlich schwer, mich nicht hineinzustürzen, aber ist eben verboten, wegen den Schildkröten - andererseits wird man sofort von tausendenden von Fliegen angeflogen, die begierig das Salz auf der schweißigen Haut in sich hineintrinken - sehr lästig), die Palmen wogten im Wind, ich schwitzte ungeheuerlich, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 95 Prozent, die Temperatur war über 30 Grad, allerdings lag der Wanderweg im Schatten - ich lief mir eine superdicke Blase am Fuß und außerdem , da wo der Gummischuhrrand ist, wurde meine Haut ganz wund wegen des Schwitzens - aber egal - ich sah die Geier am Strand (sie warten auf die schlüpfenden Schildkröten und wissen diesen Leckerbissen zu schätzen) und ich sah und hörte die Affen - endlich. Jetzt zum Schluss: Heute bin ich dreieinhalb Stunden mit dem Boot Richtung Süden gebraust - Toll! Dabei habe ich tatsächlich ein Faultier gesehen und ganz viele Pelikane und so eine Art Flamingos, jedenfalls staksten sie im Wasser und waren rosa. Jetzt bin ich in einer Hüttenlodge in Puerto Viejo im Südosten Costa Ricas - Traumstrände erwarten mich hoffentlich morgen, falls kein Regen kommt, leihe ich mir ein Fahrrad und alles wird wieder schön. Ich berichte weiter! Bis bald . Cathrin

Donnerstag, 20. September 2012

19.September 2012 - Endlich in der Karibik


Hallo, Ihr Lieben. Eine kleine Bitte vorweg. Kurzkommentare zu meinem Blog zu schicken ersetzt keineswegs die persönlich geschriebene und an mich persönlich adressierte Mail - ich bin ganz scharf darauf, von Euch zu hören - Also, rafft Euch auf. Sonst gibt´s keine Blogs aäh Posts mehr.
Es ist wieder so viel passiert, dass ich nicht zum Schreiben komme, also nehme ich die nachmittägliche schwüle Hitze zum Anlass, um mich auf die Terrasse meines Hotels zurückzuziehen und Euch zu schreiben.
Fange ich mal mit heute an - also heute, das war mein erster "Ich lasse mich komplett hängen Tag" Endlich scheint die innere Ruhe da zu sein, einen Tag einfach mal nichts zu tun, also heute. Ganz stimmt das allerdings nicht, denn gleich, gegen 18:00 gehe ich los, Schildkröten im Nationalpark hier gucken - ich hoffe, es ist eine möglichst helle Nacht, dann kommen viele Schildkröten an Land und man kann ihre Eiablage beobachten. KameraFotos sind allerdings verboten, also keine Dokumentation möglich, ihr müsst mir dann schon glauben, was ich gesehen habe. In den NP darf man nur rein mit Führer, ist wohl auch gut so. Das Ganze ist auf ca. 2 Stunden incl. Hingehen begrenzt - hoffentlich habe ich Glück! Drückt mir die Daumen - es wäre ein einmaliges Erlebnis.
Ansonsten bin ich durch das zwar nur vom Tourismus lebende (früher wurden hier die Schildkröten für die Schildkrötensuppe gefangen und hingerichtet, heute leben die Leute von den Touristen, die die lebenden Schildkröten sehen wollen!), aber ziemlich trotzdem beschauliche Tortuguero (d.h. Schildkrötenjäger) geschlendert und habe mir in aller Ruhe irgendwelche Souvenirs angeschaut (die man unmöglich kaufen kann, so dull sind sie, bis auf die T-Shirts - da habe ich überlegt, weil ich noch eines brauche um beim Schwimmen gegen die Sonne geschützt zu sein) und eine Käsecrepe gegessen. Beim Eingang zum Nationalparkt habe ich überlegt, ob ich den Wanderpfad langlaufen soll durch den Mangrovenwald (man kann nicht verloren gehen, wenn man auf dem aufgeschilderten Weg bleibt und das tue ich), aber da muss man Gummistiefel anziehen und die muss ich mir erst noch leihen (für 2 $) Dann hatte ich eine tolle Begegnung mit einem kleinen Iguano, einem Drachen, so heißen sie hier (siehe Foto) - der kleine Kerl (mit Schwanzspitze so groß wie ein Golfschläger) wurde mein Star des Tages, zum Schluss kam er sich - glaube ich - sogar belästigt vor, also habe ich schweren Herzens Abschied genommen - aber der Kontakt war da, er schaut direkt in die Kamera, eben wie ein richtiger Star - nur etwas ernster ud misstrauischer.
Das einzig Nachteilige auf der Terrasse hier sind die Fliegen, ansonsten höre und sehe ich linker Hand das Meer, die Wellenbrecher rauschen auf den schwarzen Strand (siehe Foto) zu, die Palmen (Datteln und Kokos) wehen im Wind, die Mangos (da statischer im Bau) wackeln nur etwas - im Ganzen sehr beschaulich - eben, wie gesagt, bis auf die vielen Fliegen. Baden kann man übrigens nicht so ohne weiteres, das würde die Schildkröten stören, denn ich nur etwa 200 Meter vom Beginn des Nationalparks, auch gibt es gefährliche Unterströmungen. Aber Morgen werde ich trotzdem es mal versuchen. Morgen früh um 6:00 beginnt übrigens meine Kanutour (mit selbstpaddeln) Ich werde berichten, wenn ich Zeit habe - vielleicht sehe ich exotische Tiere (Krokodile oder Delphine oder so ein Kleinwal ähnliches Tier, das sehr lieb, aber äußerst selten ist - der Name ist mir entfallen oder exotische Vögel usw.). Gegenüber übt jemand seit etwa einer Stunde trommeln - Irre.
Gestern war ein aufregender Tag, denn ich bin vom zentralen Hochland, das auf etwa 1100 Meter Höhe liegt an die Karibikküste gefahren. Morgens um halb sechs aufgestanden, Frühstück organisiert unterwegs zur Bushaltestelle, 1. Bus nach Tabás zum (Terminal) Caribueno, von dort fahren alle Busse an die Karibik. Kaffee getrunken (sehr gut - aus Costa Rica), der nächste Bus nach Cariari (ihr könnt meine Route ja verfolgen per google-Map). Dabei bin ich noch einmal durch den Dschungel gefahren, dem NP Braulio Carillo, in dem ich die letzten 2 Tage wandern war (vielleicht kann ich Euch noch von Vorgestern erzählen, einem ungeheuerlich aufregenden Tag - fast hätte ich den Anschluss in die Zivilisation verpasst). Dann umsteigen in Cariari, einem kleinen, aber sehr regen Örtchen, so eine Art Provinzzentrum für die Küste. Der nächste Bus fuhr nur noch Schotterstraße nach La Pavona, dessen einziger Zweck es ist, der Hafen für die kleinen Fähren zu sein nach Tortuguero, dass man nur mit dem Boot erreichen kann. Während ich mein Fährticket geholt habe, wollte gerade ein vollbeladener Bus abfahren, da knallte es, der rechte Vorderreifen war geplatzt -welch ein Glück für die Leute, dass das nicht unterwegs passiert ist! Ich jedenfalls zur Fähre - im Bus war ein Führer aus Tortuguero dabei, der Englisch sprach -bei dem ganzen Hin und Her doch leichter als Spanisch, vor allen Dingen, weil ich kein Hotel in Tortuguero hatte. Der konnte mir eine Karte des Ortes geben (700 Ew) - das hat vieles erleichtert. Jedenfalls - nachdem ich die letzten 2 Stunden außer Bananenplantagen und Zebu-Viehherden nichts gesehen hatte und eingepfercht zwischen irgendwelchen Leuten versuchte, Spanisch zu verstehen (die Richtung habe ich meistens irgendwie rausgehört) kam jetzt der Knaller, denn die Fähre ist ungefähr 1,5 Stunden unterwegs und lädt die Leute irgendwo im Dschungel, Mangrovenurwald ab, wenn sie da wohnen. Zuerste ging es einen kleinen Wasserweg entlang auf Tuchfühlung mit dem Ufer, die Lianen hingen über meinem Kopf - wir sahen einmal einen großen Drachen, der aufgeschreckt durch das Motorengeräusch, über die Uferbank flüchtete. Schließlich bogen wir auf eine breiteren Fluss ein, der uns dann zu der Lagune von Toruguero brachte. Tortuguero liegt auf einer Nehrung, also auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite eine Lagune, dazwischen ca. 400 Meter Land - dafür aber mehrere KM lang. Endlich in den Tropen - sogleich habe ich nach der langen Fahrt (so gegen 15:00 Uhr war ich angekommen, nach Adam Riese also 7 1/2 Stunden unterwegs) ein herrliches Essen -Landestypisch als Casada (das heißt übersetzt glaube ich verheiratet) gegessen mit einem frischen Fischfilet, dazu schwarze Bohnen, leckerste, selbstgemachte Fritten (ein echtes Nationalgericht mittlerweile hier), noch zwei Arten von Reis (einmal mit Bohnen, das andere Mal mit Zwiebeln, Karotten, Chile), als Gewürz bitter-saure Mandarine - ich schlecke mir noch jetzt alle 10 Finger danach ab.
Jetzt habe ich gerade noch Zeit für einen kurzen Rückblick auf Vorgestern - da war was los. Ich wollte noch einmal in den Nationalpark zum Urwald. Allerdings liegt der Eingang "Vulkan Barva" ca. 1000 Meter höher als die Teleferico vom Vortag, also eher Nebenwald. Ich bin mit einem jungen Mann, Axel aus Bad Oldesloe, den ich im Hotel getroffen habe, morgens um 6:00 Uhr los. Der Bus fuhr uns relativ hoch und höher und ich dachte, dass er bis zur Straßenende fährt - aber Irrtum. Wir konnten bis zum Eingang des Nationalparks 11 Kilometer hochlaufen - Gott, was habe ich geschnauft, aber wir hatten ja Zeit und mittags waren wir endlich da. Die 4 Wege (insgesamt ca. 10 Km ) im NP liefen wir ab, bis auf einen, den ich einfach nicht mehr konnte und wollte - und das war gut so, der jungendliche Axel, durchtrainiert und passieronierter Jogger landete im Dreck, weil durch die Regenfälle alles aufgeweicht war. Nun - ich kam bis auf den Vulkan (schon länger nicht mehr ausgebrochen, heute eine "Lagune" genannter See umgeben von Nebel und Dschungel, aber sehr ruhig - auf fast 3000 Meter Höhe - Ihr könnt ermessen, wie leistungsorientiert ich mich dorthin hinaufgezwungen habe - unglaublich). Alles war toll, bis wir feststellten, dass unten im Tal der letzte Bus in einer Stunde fährt. Also, ich hätte es trotz Dauerlauf nach unten nicht geschafft, habe ca 1,5 Kilometer vor dem Ziel eine Auto (das einzige übrigens, das an mir in der ganzen  Zeit vorbeifuhr) angehalten und die haben mich in der alten Klappermühle mitgenommen, nur um zu sehen, dass der Bus gerade abfuhr und auch auf Hupen hin nicht hielt. Plötzlich öffneten alle Mitfahrer die Türen, sprangen hinaus und nun- mit weniger Gewicht - holte der Fahrer das Letzte aus seinem Auto heraus und wie überholten den Bus tatsächlich and er nächsten Haltestelle und ich kriegte den Bus noch. Den Fahrer - unbekannterweise, irgendeinen Farmarbeiter - habe ich begeistert und dankbar umarmt, denn sonst hätte ich noch einmal ca 20 Km und zwar in Dunkelheit gehen müsse, um ein Taxi oder einen Bus zu bekommen - echter HORROR! Aber alles ging gut, die Zivilisation hatte mich wieder und ich habe überlebt. So etwas nennt man Glück, wenn man so liebe Leute trifft. Euch alles Gute - heute habe ich übrigens Postkarten gekauft, die ich wieder an Euch schicken werde - als Dank  könnt ihr mir mal ausführlich mailen. Umarmung an alle. Cathrin







Montag, 17. September 2012





Mein dritter Blog-Eintrag am 16.9.2012


Wieder einmal bleibt mir nicht viel Zeit, nur eine halbe Stunde, dann macht das Restaurant, in dem ich WLAN-Empfang habe, zu - um 20:00 Uhr. Es ist nicht leicht, von hier aus in Internet-Kontakt zu treten, denn manchmal gibt es keinen Strom, meist schließen die Internet-Empfangs-Orte aber früh (während ich etwas unternehme, während der vormittäglichen Sonnenstunden und danach mit irgendwelchen Bussen zum Hotel zurückfahre) oder es gibt gar keinen Empfang, z.B. auf den Hotelzimmern. Vorbereiten kann ich meist auch nichts, weil man die aufgestellten Computer nicht mit einem USB-Stick beglücken kann (Angst vor Virus). Eigene Mail eines vorbereiteten Schreibens zu schicken ist eben deshalb auch kaum möglich. Kurz: Ich bin immer ganz gierig, wenn WLAN mal funktioniert und stürze mich drauf.
Heute war ein toller Tag. Ich habe das erste Mal in meinem Leben einen richtigen Regenwald gesehen - natürlich - wie könnte es anders sein - im Regen (die ersten 1,5 Stunden war noch ohne Regen, aber bedeckt). Unter Regenzeit habe ich mir soetwas vorgestellt wie in Asien vor 30 Jahren. Aber dem ist nicht so, zumindeste nicht hier im zentralen Hochland von Costa Rica. Spätestens gegen 14:00 Uhr, meist früher, geht ein Regensturm nieder dass man die Gegenfahrbahn nicht mehr sieht. Man denkt, die Welt geht unter. Vorgestern wurden alles STände aus dem zentralen Markt in Alajuela, was ca. 20 km von hier liegt - übrigens direkt am internationalen Flughafen - auf die Straße gespült - innerhalb von wenigen Minuten gingen Sturzbäche hernieder. Gestern, als ich ungewollt - ich hatte meine Bushaltestelle in Heredia verpasst - in Alajuela gelandet bin, standen die Straßen ca 15cm unter Wasser, reihenweise hatten die Autos die Warnblinkanlagen an wegen Kurzschluss, das Wasser scchoss aus den Kanälen in Fontänen heraus. Ich saß im Bus, der unverzagt seinen Motor aufheulen ließ und mit Spritzfontänen die Schutz suchenden Passanten, die sich irgendwo untergestellt hatten, durchnässte. Durch das Fenster konnte man kaumm etwas erkennen, da Kaskaden den Bus herunterliefen - es war wie am jüngsten Tag mit Wetterleuchten, Blitzen und knallenden Donnern. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei, es tröpfelte nur noch, die Luft, nun angenehm abgekühlt - vorher hatten wir 29 Grad und es war ziemlich schwül. Also heute war ich im Nationalpark Braulio und zwar am Touristeneingang, direkt an der Autobahn 32 nach Limon an der Karibikküste. Es gibt nur 2 Direktverbindungen vom zentralen Hochland dorthin und deshalb ist die 32 viel befahren. Die Erlaubnis zu ihrem Bau führte vor kanpp40 Jahren zur ERöffnung des Nationalparks als Kompromiss. Ein riesiges Gebiet ist praktiscch unerschlossen links und rechts der Autobahn mit einem großen Vulkan mittendrin. Es gibt aber 4 touristische Zugänge - den am weitesten nördlich gelegenen werde ich versuchen MOrgen zu erobern, sofern es das öffentliche Verkehrssystem zulässt. Ich war heute am Haupteingang. Eine private Firma betreibt dort Canopy-Touren und eben eine etwa 3 km lange Schwebebahn, von der man den Regenwald aus unterschiedlichen Höhen betrachten kann. Alles sehr komfortabel - es war einfach phantastisch! Noch nie habe ich so etwas gesehen. Aber als die Tour zu Ende war, hätten wir Touristen (Es sind im Moment wirklich wenige wegen der Regenzeit) mit einem kleinen Bus zum Eingang zurückgebracht werden sollen - aber nichts da. Der Tagesübliche Regensturz begann und zwar so heftig, dass die Straße zugeschwemmt wurde. Der nahe Fluss hat kurzzeitig sein Flussbett geändert und aus wars mit dem Bus. Da in der Nähe noch eine Hängebrücke für Fussgänger angebraccht war, die wohl sicher schien, durften wir Touristen zu Fuß zurückgehen, was normalerweise verboten ist. Ich war begeistert. Natürlich habe ich im Regen und mit Trampelschritt keine wilden Tiere gesehen, aber die Pflanzenwelt, das Wasser überall - ich bin begeistert. Wieder an der Straße wollte kein Bus mich nassen Hund wieder mit zurück nach San Jose nehmen, bis endlich ein vollbepackter Schnellbus gehalten hat und mich und 4 Studenten, die im Moment Sozialarbeit hier leisten, aufgenommen hat. So bin ich erst um 18:00 Zurückgekehrt nach einem langen, aber beglückenden Tag. Ich habe eine Anaconda gesehen, einen knallroten Giftfrosch, eine kleine braune Tod bringende Giftschlange, mehrerr Riesenspinnen, einige Orchideen, Blattschneiderameisen - ich finde, das reicht jetzt auch für einen Tag, oder? Muss Schluss machen, vielleicht Morgen etwas mehr von mir und Costa Rica und seinem Verkehrssystem. Cathrin

Dienstag, 11. September 2012

Also, ich versuche das jetzt noch einmal mit den Fotos, bisher klappt es nicht:

1. Grüße aus dem Yosemitepark
















2. Falsches Auto gekauft!

Mein zweiter Blogeintrag


Also Freunde (bisher seid ihr ja ganz intim nur zu zweit - liebe Karo, liebe Nicoletta) hier endlich mein zweiter Blog-Eintrag, hoffentlich in Zukunft wesentlich häufiger. Gerade sitze ich im Gate-Bereich, bereit zum Abflug nach Miami, das Boarding soll irgendwann in einer halben Stunde beginnen und ich habe große Entscheidungsschwierigkeiten, ob ich jetzt diesen Block schreiben soll, oder doch besser die Leute beobachten soll. Also mache ich mal beides, sozusagen als Reiseimpression. Hier sitzt so ziemlich alles Volk, was man bei einem Flug nach Miami erwartet also gegenüber von mir im MOMENT EIN älterer Herr (umringt von seiner untergewichtigen, faltig-ebenfalls älteren, aber in Trainingsanzug und knalligem rosa Oberkleid angetanem Weibe, seiner Tochter (verheiratet mit Ehemann aside – sie telefonierend, er: essend (macDonalds Coke und irgendeine Pizza o.Ä. – sie beißt jetzt auch einmal zu  - mmmmmh lecker – Mutter, nun ebenfalls essend mit türkisfarbener Plastikhandtasche, durch Goldhalskette und Brillenband fast erwürgt, aber kräftig zubeißend in eine Salamipizza, gleichzeitig mit spitzen Grallen festhaltend ein Cola im Pappbecher), also der ältere Herr, er schläft, Hemd halboffen (mit grauem Haarbusch hervorluckend – Haarwuchs auch aus den Ohren puschelnd), Mund standhaft geschlossen, die Welt um sich ignorierend, ein Pool der Ruhe – Altmännerbeine (staksig) stecken in dunkelbrauen Wollstoffhosen – das bei dieser Hitze, aber der Traveller weiß, das schwerste Gepäck zieht man beim Flug an und die weißen, mit Pillings übersäten Socken stecken in wildlederbraunen Seglerschuhen, das ganze meditativ ausgerichtet: recht aufrechte Sitzhaltung, die Hände leicht in der Leistengegend abgestützt – Typ Buddha, nur die grauen Stoppelhaare passen nicht dazu, die linke Seite plattgeschlafen, die Rechte Seite wacker stehend, Soldatenschnitte. Die Tochter in rotem, fließenden Kleid, nur an der Brust gerafft, sonst Hochsommerlich, dem schwül-heißen Wetter durchaus angemessen, die Pizzapapierreste knüllend in der rechten Hand in rhythmischen Bewegungen, gleichzeitig der Mutter übersetzend, weitergebend usw , die bemüht scheint, am Telefonat teilzuhaben (wahrscheinlich Vorwarnung der Verwandten in der Heimat, die die Gruppe abholen sollen oder Tratsch? – Ah – etwas Ungewöhnliches: Bomben- Feueralarm im Flughafen (nicht in Gate 9 , wo ich bin?) - wahrscheinlich hat wieder jemand sein Gepäck stehen lassen und der halbe Flughafen wird abgetrennt, damit keiner zu Schaden kommt – ein lautes Schrillen, alles schaut wach. Wer ist sonst noch hier auf dem neutral braun-schwarzen, Schmutz verbergenden Teppich postiert? Also international-amerikanisch, also viele Schwarze, insbesondere schöne, ausdrucksvolle Frauen, schlank oder wolkig-mollig, allesamt mit großen, ausdrucksstarken Augen, halbnackt, enge, körperbetonte Kleidung, meist in gedeckten Farben mit Tigerlilis Mustern – im Trend: lange Kleider, geschürzte Brüste, draller Schmuck, Tatoos. Männer wie Frauen schlafend, sich unterhalten (verhalten), telefonierend. Auffällig: keine Asiaten (an der Westküste habe ich manchmal schon geglaubt, ich sei bereits in China, denn z.B. in Banken, Kaufhäusern, Geschäften sind dort bisweilen alle Chinesen, sprechen Mandarin bzw. meist Kantonesisch (MIST!). Die schlafenden Personen (es ist Mittag) liegen häufig bequem zurückgelehnt in Knochenkissen, also so Weichwürsten, die den Nacken stützen und etwaiger Verkrampfung vorbeugen sollen. Das Ehepaar mit Familie spricht übrigens Spanisch, Kommunikationsversuche mit dem alten Schläfer scheinen erfolgreich, er versucht zwar immer wieder einzunicken, die Gattin sucht dies jedoch durch Rascheln, Zeigen von Gegenständen, Papierchecks usw. zu unterbinden in regelmäßigen . Die Männer hier, teils auch tatooed (die Jüngeren), Sonnengläser (drinnen!), T-Shirts, Muskelshirts, Hawaihemden, Polos, kurzärmelig, Farben eher hell, Hosen Jeans, halblang, gemustert und beige. Im Hintergrund nun gackernde Gänse, leicht hysterisierend. Neben mir ein Flugmensch, also einer , der für eine Fluggesellschaft arbeitet, Handyinformationen saugend (ohne Gegensprecher – Terminplan: aha – wichtig!), unruhig, die Beine beständig leicht in Bewegung, die Knie nach außen federnd in leicht angewinkelter Position. Spanisch ist eindeutig die dominierende Sprache. Auch alle Lautsprecheransprachen werden nur in Spanisch gemacht – wird Zeit, wieder etwas für Basissprachkenntnisse zu unternehmen. Aber eigentlich auch störend trotz aller Exotik. Natürlich passt Spanisch irgendwie in die Karibik, aber doch nicht, wenn man zu den USA gehören will. Was verbindet die Menschen dort außer Lebensoptimismus, der Möglichkeit der Individualität bis zum Abwinken, die tiefe Religiösität: doch nur die Sprache. Hier (wie auch in den restlichen USA) scheint es eher eine mehr diffuse Vaterlandliebe. Soldaten sind gern gesehen (laufen hier immer in Volltracht rum), Vaterlandsverherrlichende Denkmäler allerorten, amerikanische Fahnen, teils Straßenvollbeflaggung, eine außerordentliches Gespür für Fairness und Nichtschummeln, d.h. keiner versucht ernsthaft, die Geschwindigkeitsbegrenzungen wesentlich zu überschreiten (10 Meilen/h sind quasi erlaubt – ein Kompromiss zwischen bürgerlichen Freiwillen und Polizeilicher Observation) und ein Gemeinsinn – man wartet nicht, wenn der Mülleimer im Park durch den Wind umgeweht wird, bis der städtische Ordnungsdienst daherkommt, sondern sammelt gemeinsam, ohne viel Aufhebens schnell alles ein. Also, es ist irgendwie irritierend, dass die Leute sich wie Amis fühlen, aber als Mutters Sprache Spanisch sprechen. Also, jetzt kommt gleich der Aufruf zum Boarding, die Leute stehen so langsam auf, jeder hat natürlich seinen Platz (übrigens auch sehr amerikanisch, dieses wohlorganisierte, klaglose Kjuen (man schreibe es englisch, ich weiß aber nicht wie, also aussprechen und dadurch verstehen) – ich dachte, das gibt es nur in England, aber die Amerikaner sind ganz groß dad´rin und total aggresiv, wenn sie glauben, man hat sich vorgefuscht (zweimal ist mir das passert – dabei habe ich mich gar nicht vorbeigedrängelt, sondern bin von dem Clerk zum zweiten Desk aufgerufen worden und der am ersten Desk musste halt mal aufs Klo, da dauerte es eben länger – ist doch nicht meine Schuld. Die eine Amerikanerin habe ich dadurch geschockt, und damit vermutlich der Europäer in ihren Augen auf immer ruiniert, dass ich sagte: Urlaub oder Stress, was sei ihr lieber und irgendetwas über Stress philosophierte . So nun schluss, sonst ist der Flieger ohne mich weg.