Mittwoch, 17. Oktober 2012

Endlich mal wieder da!



Heute live aus Fiji! Nach einigen chaotischen Tagen im Flieger in Amerika ging es an einem langen Nachtflug dem pazifischen Glück entgegen – noch, um dem neuseeländischen Winter zu entkommen (max. 18 Grad und Regen in Auckland!), aber auch, um mal zu gucken. Der Abschied von Costa Rica ist mir leicht gefallen, denn das Wetter zeigte sich von seiner schlechtesten Seite. Der Tag am Pazifik war herrlich, aber ich war auch den Tourismusrummel langsam leid und der NP Manuel Antonio war – trotz aller Schönheit, oder vielleicht gerade deswegen – ein typisches Beispiel dafür. Wir wurden Punkt 4 Uhr des Strandes verwiesen – und das wurde auch energisch kontrolliert!. Die Costa Ricaner sind einfach die besseren Deutschen, jedenfalls fühlt man sich bezüglich der Pünktlichkeit wirklich heimisch! Nun also. Ich hatte mir den teuren 4-Rad-Antrieb-Wagen ja hauptsächlich aus 2 Gründen geliehen, nämlich einmal um den Nationalpark beim Arenal anzuschauen (ihr erinnert Euch: Ins Wasser gefallen!) und um die Panamerikana vom Pazifik nach Norden nach San Jose entlangzufahren – entlang des höchsten Berges Costa Rica und eine weiteren Nationalparks. Phantastische Aussichten standen zu erwarten und fantastische Landschaft als Geschenk zum Abschied. Aber nichts da – wie kaum anders zu erhoffen, obwohl ich das nach dem herrlich sonnigen Tag am Pazifik getan hatte – hing der Nebel dick über den Bergen, als ich ins Gebirge fuhr, also ca. 1 Kilometer hinter dem Strand! Regen unterbrach bisweilendie Nebelschwaden, aber ansonsten war es eine eher müßige Erfahrung – mir war kühl und ich fuhr quasi im Blindflug.(Siehe Fotos)

Erst kurz vor San Jose hatte ich wieder freie Sicht, aber auch nur kurz, da es dann dunkel war (5:45Uhr p.m.). Im Dorm im Pangea habe ich dann noch Laura kennengelernt, in Berlin Bühnenbildnerei studierend, die meine Fotos sicher nach Deutschland transportiert hat (wie Karin mir schon gemailt hat) Das Viertel selber, in dem das Hostel sich befindet, ist erstaunlich – einmal Nuttenviertel (sehr extravagant gekleidet, fließender Autoverkehr auf einer tagsüber eher ruhigen Nebenstraße), dann herrliche Parks mit Denkmälern, alten Bäumen, Arkaden und kleinen Pavillions, alte Holzhäuser im Kolonialstil und dazwischen ein einmaliges Hochhaus, das ein Luxushotel beherbergt. Also – ich war nicht traurig, Costa Rica zu verlassen. Der Flugtag war herrlich, ich saß am Fenster und konnte noch einmal die herrliche Landschaft von weit oben goutieren – noch einmal „Pura Vida“ á la Costa Rica!
 


Es folgte eine anstrengende Abfolge von Flügen zuerst nach Miami – ein göttlicher Empfang in der untergehenden Sonne zuerst über die Bahamas, dann über das leere Marschland mitten in eine erleuchtete Metropole hineinzujetten, dann der ohrenbetäubende Bremsvorgang und das wahre Leben auf ineinander verschlungenen zehnspurigen Autobahnen und der hell erleuchteten Wolkenkratzerfront zum Meer – schnell ein chinesisches Gericht eingeworfen – dann ein verspäteter Nachtflug nach Puerto Rico – hinein in einen gespenstisch leeren Flughafen, als ich mit dem letzten abgefertigtem Flugzeug einschwebe. Hier eine Pause von 8 Stunden vor dem morgendlichen Einchecken nach Washington D.C. – nur ein bekannter Sandwichhersteller hat geöffnet, hier treffen sich die letzten Versprengten, die die nächtliche Einöde bevölkern (an manchen Ecken, in der Waschbeckennische im Frauenklo, auf zusammengeschobenen Sitzreihen schlafen einige Gestalten – Gesichtsausdruck und Körperhaltung lassen offen, ob es sich um Penner oder Transitkunden handelt) – wohlfeiler Kaffee hält in Form, erstaunlich gut schmeckender Saft bringt Erfrischung neben dem träge dahindämmernden Fan – in der Flughalle ist es stattdessen so kalt wegen des AC, dass ich mich bisweilen draußen am (leeren) Taxistand aufwärme – ein guter Krimiroman, den ich noch in dem Hostel in San Jose abgestaubt habe, lässt mich erstaunlich wach sein. Die Übermüdung überbrücke ich so gütlich und besteige das nächste Flugzeug gegen 8:00 Uhr, nur um in Washington wieder zwischenzulanden. Hier schnell ein japanisches Sushi eingeworfen, wieder Kaffee, dann endlich der Flug nach LA. Meine Irrfahrt endet in der Abenddämmerung des zweiten Tages am internationalen Flughafen in LAX, indem ich auf den kostenlosen Bus zu meinem noch in Deutschland gebuchten Hotel warte. Dieses, obschon gleich neben dem Flughafen gelegen und trotzdem – wegen des Wahlbesuchs Obamas ist die gesamte Stadt gesperrt – erst nach 40 Minuten erreicht, erstaunlich schöne und komfortable Hotel glänzt mit einem Jacuzzi, was ich vor einem Abendessen besteige und meine müden Knochen zur Ruhe bette. 6:00 Uhr morgens – der Wecker schellt, Frühstück fällt aus, nachdem ich mich unwillig umgedreht und verschlafen habe! Ein kurzer Flug nach Tucson, um meine Sachen abzuholen und noch etwas Familie zu kuscheln. Zwischen erhitzten Kakteen – trockene (!) Hitze – warte ich auf meine Schwester. Dann, Tucson, seltsam,  vertraut.(siehe Fotos)

Packen, Umpacken, Nähen, Wäsche waschen, Packen, Post, abends leckerstes Japanessen, Umpacken, Neupacken, Haare färben, schneller Schlaf, schnelles Frühstück, Packen (diesmal das Paket nach Hause), Konten prüfen (wie viel Geld ist noch da? Weniger als erhofft, mehr als geglaubt, alles noch im grünen Bereich), Einkäufe, Versuch, Skype zu installieren, Versuch, eine Überweisung zu tätigen – 3 Stunden später – Versuch,  mein Flugzeug nach LA noch zu erreichen. Es reicht noch nicht einmal für eine Abschiedsumarmung, ich bin der letzte eingecheckte  Passagier, außer Atem, Hautcreme und Insektenrepellent werden als bombenanrüchig von den Sicherheitsorganen konfisziert, dann Nachflug nach LA, endlich: eine neue Sicherheitsprüfung (die wievielte?) – es geht nach Fiji! Nachts um 23:45 hebt der riesige Flieger vollbesetzt ab und entschwebt über das Meer, ein Lichtermeer wie abgeschnitten vom Strand hinter sich lassend, Wolkenfetzen fliegen vorbei, dann schlafe ich schon – irgendein Essen (warum eigentlich ausgerechnet jetzt – es gab auf dem verdammten langen Flug kéin Essen – und da war ich wach  und hungrig!) weckt mich kurz und dann – es fehlt ein ganzer Tag, der 10.10.12 wird mir auf ewig fehlen - : Fiji! Wie klingt das? Phantasmen und Vorurteile konkurrieren in mir, aber ich entschwebe übermüdet und glücklich auf ein Inselparadies (?). Meine letzen Erfahrungen mit Strand, Palmen, warm dahinschwappendem Meer waren – da unbemannt – eher trist und ziemlich langweilig. Mein erster Eindruck hier: Morgens um kurz nach 5 (schwülheiße Nachtluft in fast totaler Finsternis (abgesehen vom erleuchteten Flugzeug)

umflorte mich, als ich dem Flieger entstieg nach 11stündigem Weg): Eine Viermännerkapelle, günstig positioniert vor der Zollkontrolle, wo sich die müden Reisenden in eine Menschenschlange einreihten und nach ihren Ausweisen kramten, jammte locker-fröhliche Weisen vor sich hin vor einem riesigen Willkommens-Plakat mit der Aufschrift „Bula“ – dem einen von zwei Worten, die ich  nun auf Fijianisch beherrsche (das andere ist „Vinaka“ = Danke) und dass mit entsprechen dem, dem Anlass genügendem Enthusiasmus ausgestoßen wird, im ganzen Körper vor fast fiebriger Erwartung dem Gast gegenüber vibrierend. Hier meine Dokumentation dieses Empfangs:

  



Blumen gab es auch ans Haar gesteckt (also keine schwingenden Palmenröckchen und Blumenkränze), herrlich duftend. Später lerne ich, dass verschiedene Stämme verschiedene Blüten sich ins Haar stecken.
Da ich erst um 2 Uhr zu meiner gebuchten Unterkunft fahren kann, erkundige ich mich erst mal über alles Mögliche, gebe einen Teil meines Gepäcks bei der Fundstelle auf (pro Tag3 Euro) ab, kaufe mir eine Telefonkarte, telefoniere mit Karin W. und Muttern und versuche es bei zwei anderen – hier nicht genannten – Damen aus dem Westerwald (jedoch vergeblich) Dann suche ich einen Stadtplan von Nadi – da es keine Touristeninformation finde, falle ich in die Fänge eines Touristenunternehmens in Person von Luicinda, die mir eine Inseltour, die heute um 12:00 Uhr beginnt und eine Inselrundreise verkauft. Also mein Hotel erst etwas später, ein paar Tage später – zwischen Insel und Tour und zum Schluss. Die Fähre hebt ab und alles ist für mich total unwirklich. Auf Mana ersteige ich den höchsten Berg (Sichteindruck)








und sehe zum ersten Mal einen Mangobaum – gehört ab jetzt eindeutig zu meinen Lieblingspflanzen.
 

Schnocheln, Strandhocken, Muscheln suchen, Kanufahren – das sind meine Tätigkeiten der nächsten Tage. Dieses Progrmm wwird noch dadurch unterstützt, dass es feste Essenszeiten in den total isolierten Touristenresorts gibt und keinen Strom über die meiste Zeit des Tages, so dass tecchnische Spielereien nicht möglich sind, stattdessen lerne ich ein neues Kartenspiel (Shithead) und das traditionelle Getränk „Kava“, gewonnen aus einer Wurzel und breitgeklopft, bis man es mit Wasser mischen kann, wo es ranzig schmeckend und duftend irgendwie die Kehler hinabrinnt, allerdings in nettester Gesellschaft. 

Auf meiner zweiten Insel lerne ich Bettina aus der Schweiz kennen und wir ersteigen, nicht ganz geübt im Timemanagement mehr, den höchsten Berg der Insel um Übersicht zu gewinnen. Diese bleibt nicht nur deshalb verwehrt, weil der höchste Punkt der Insel umgeben ist von hohem Gras, sondern auch, weil es dunkel wird – in völliger Dunkelheit rutschen wir den steilen Berg inmitten eines Urwaldes unter einem wunderschön strahlenden Südhimmel dem Geräusch des Meeres als Orientierung folgend, zu Tale und sind stolz auf uns.


Fotos von der Insel - Sendung 1 später, da Internet bald wieder aus ist.

Am nächsten Morgen kann ich nicht schnorcheln, da absolute Ebbe ist. Also gehe ich auf Fotosafari. Ergebnis:

FOTOS Sendung 2

Sehr beeindruckt hat mich der Besuch einer Schule am nächsten Tag kurz vor meiner Abreise auf einer Nachbarinsel. Hier gibt es 4 Klassen, jeweils 2 Jahrgänge zuammengenommen. Hier einige Impressionen

FOTOS Sendung 3

Die Einfahrt in Nadihafen (also Hauptinsel-Festland) wird durch Regen und Abkühlung getrübt. Heute morgen auch noch Regen. Wir gehen trotzdem schwimmen mit unserer Tourgruppe rund um die Hauptinsel, eben weil es auf dem Papier steht. Die Sonne kommt hervor, hervor, hervor, - und da ist er: Der Sonnenbrand. Endlich hat er mich eingeholt! Alles brennt lichterloh und die Wärme wird durch innere Hitze noch erhöht. Wie soll ich heute nur schlafen? Wird schon. Bisheriges Ergebnis meines Fijitripps: Es gibt schönere und interessantere Länder, Strände, Reefs zum Schnorcheln, teurere mitunter nur bedingt. Aber alles ist ok so. Ich umarme Euch bis bald. Cathrin 

2 Kommentare:

  1. Ich lass mir meinen Körper schwarz bepinseln, schwarz bepinseln, und fahre nach den Fidschi-Inseln, nach den Fidschi-Inseln, dort ist noch alles paradiesisch neu, ach, wie ich mich freu! Ach, wie ich mich freu! Ich trage nur ein Feigenblatt mit Muscheln, Muscheln, Muscheln...
    --- Deine Karte aus Costa Rica ist heute angekommen.Allerherzlichsten Dank! Das ist ja super! Meine erste Karte aus Costa Rica!Aber wie kommst Du denn plätzlich nach Fidschi???!!! Ich dachte, Du wolltest nach Papua?Na ja, da ggibt`s allerdings auch nicht so coole Lieder zu wie das oben abgedruckte :-) Wenn Du nichts zu tun hast, hör`s Dir mal auf YouTube an!
    Heute scheint im Westerwald die Sonne. Ein Wunder!Ich habe schon gehört, dass es einen Wochen andauernden Fotoabend mit Dir geben wird ;-)
    Schöne Zeit auf Fidschi! Lg Nicoletta

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  2. Liebe Nicoletta, mindestens wochenlang - kleiner Vorgeschmack auf meinem Blog (wie Du ja weißt) - Papua Neuguninea ev. nach Australien. so schauts aus. Fiji ist ein eihter Zwischenstop nach NeuSeeland, da direkt auf der Flugroute. Da ich mit Pacific Air , also dem Carrier von Fiji geflogen bin, war hier eh Station!

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