Hallo, da
bin ich wieder – viel will ich schreiben, aber ob ich vorher nicht einschlafe,
das weiß ich nicht. Auch ist die Internet-Verbindung miserabel hier im Hotel
Coco an der Pazifikküste, knapp 150 Meter vor dem Eingang zum Nationalpark
Manuel Antonio – ja, bei Regen (und es regnet hier oft) geht das Internet gar
nicht! Also, dann wollen wir mal hoffen – ich schreibe jetzt vor und falls ich
eine Verbindung hinbekomme, dann ist es gut und ich kann den kurzen Slot
nutzen, um mein Geschreibsel einzukopieren.
Über
einiges wollte ich doch noch berichten, was mir hier so aufgefallen ist. Ich
habe mir für ziemlich teures Geld, wie ich meine, ein Auto gemietet – übrigens
unnötigerweise einen Vierradantrieb: unnötigerweise – dazu später - , so dass
es sich anbietet, einmal von meinen Erfahrungen zu erzählen. Zuerst einmal,
problematisch ist Autofahren eigentlich nur im Zentralvalley, da herrscht
Stop-and-Go-Verkehr und jeder versucht irgendwie ans Ziel zu kommen. Daraus
resultieren einige kreative Fahrstile bei gleichzeitiger Rücksichtslosigkeit
(gerade der Taxi,- gefährlicherweise aber auch der Lastwagenfahrer).Die
Straßenlage ist aus meiner Sicht nicht immer übersichtlich, da zweispurige
Straßen in unregelmäßigen Abständen sich plötzlich zu einer Spur verengen und
dass nach einer einmaligen Ankündigung ca. 100 Meter vor dem Ereignis, Ampeln
nicht immer funktionieren (z.B. nicht bei Stromausfall oder bei Wasserstürzen)
und überhaupt die Farbe rot wohl kaum die gleiche Bedeutung hat wie bei uns,
nämlich zu stoppen, da ich immer wieder Autofahrer beobachte, die trotzdem
weiterfahren. Ansonsten ist das Fahren eine ziemlich übersichtliche Sache, da
die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h ist – diese hohe Geschwindigkeit gilt
eigentlich nur auf der #1 (Panamerikana) und der #32, wobei die #32 zumindest
ein Stück lang zweispurig ist, d.h. es gibt eigentlich nur einspurige Straßen,
die langsam zu befahren sind – gewagte Überholmanöver genervter Autofahrer, die
stundenlang hinter Treckern oder Lastwagenkolonnen hinterherfahren müssen, sind
hier also das größte Sicherheitsrisiko.Die offizielle Straßeneinteilung
unterscheidet in 5 Kategorien: Autobahnen/Schnellstraßen (s.o.geteert),
Landstraßen (meist ordentlich zu befahren, geteert), gut und normal (also
weniger gut) zu befahrende Gravelroads (bei guten Gravelroads ist schweres
Gerät darübergefahren, so dass man schon 50 fahren kann ohne dass das Auto
auseinanderfällt)Straßen touristischen Interesses (mt sehr unterschiedlichem
Charakter, Kategorien 1-3), , schlechte Gravelroads (Straßen, die unter
Normalbedingungen mit einem Vierradantrieb und ca 10 bis 20 km/h befahren
werden können). Das Straßennetz ist ausreichend, wenn man seine Streckenführung
auch strategisch planen muss, weil eine verpasste Abfahrt bedeutet i.d.R. weite
Umwege; ein Vorwärtskommen aber wegen der Straßengüte und vor allen Dingen der
sehr gewundenen Straßenführung aber eher langwierig. Meiner Erfahrung nach –
bezogen hier ausschließlich auf die Straßentypen Kategorie 1 und 2 schafft man
durchschnittlich 30 bis 40 Kilometer in der Stunde, wenn man durchfährt Der
Verkehr ist eigentlich nicht sehr dicht, nur auf den Schnellstraßen, die von
Norden nach Süden in Küstennähe verlaufen bzw. über das zentrale Hochland sich
kreuzen, fahren die Autos dicht an dicht, ansonsten ist man häufig auf
Sichtlänge der einzige Verkehrsteilnahmer (sieht man von vereinzelten
Fußgängern und Fahrradfahrern auf lokaler Ebene ab). Man sieht wenige alte
Autos. Dies mag daran liegen, dass hier – nach strengen deutschen Maßstäben
anerkannt – alle Autos jedes Jahr zum TüV müssen. Viele neue
Vierradantriebs-Wagen, kaum deutsche Modelle übrigens (manchmal BMW), wohl
schwerpunktmäßig an die Jugendlichen verliehen, bevölkern das Land. „Normale“
sind selten und eigentlich nur in den Städten zu sehen. Das Benzin (Diesel,
Normal, Super) ist fast so teuer wie in Deutschland – Für einen vollen Tank (42
Liter) habe ich gut und gerne 60 Dollar hingelegt! Obwohl man die Autos
natürlich auf der Straße an den nicht in gelb gekennzeichneten Straßenbanden
abstellen kann, tun dies die meisten Ticos nur ungern, da sie (zu Recht?)
befürchten, dass ihre Autos aufgebrochen werden. Deshalb gibt es in jeder
größeren Ortschaft bewachte parceos. In den meisten Teilen des Landes braucht
man aber überhaupt kein Auto – was bei DEN Preisen wohl auch besser ist. Die
Busse verkehren häufig (stündlich i.d.R) und sind vergleichsweise billig, z.B. die
Strecke von San Jose nach Alajuela (16 km später beim Flughafen) kostet c 800
Colones, etwa 1,65 Dollar und dauert eine Stunde; die Strecke von Puerto Viejo
an der Caribikküste nach San Jose – immerhin eine Fahrt von über 5 Stunden (und
knapp270 km) – hat mich 12 Dollar gekostet. Die Fahrten innerhal San Joses
kosten so um die 80 Eurocent – also billig. Den Nachrichten entnahm ich allerdings,
dass wegen der Inflation in Bälde eine 20-prozentige Preissteigerung erfolgen
soll. Die Preise für Benzin – das das teuerte in Mittelamerika ist – und für
Bus- bzw. Zugfahrten setzt übrigens der Staat einheitlich fest. - Jetzt bn ich doch eingeschlafen - Jetzt ist morgends früh und ich kopiere den Text schnell um.
Anbei hier nun ein Photo von der berühmten Panamerikana:
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