Donnerstag, 4. Oktober 2012

04.10.2012



Hallo, da bin ich wieder – viel will ich schreiben, aber ob ich vorher nicht einschlafe, das weiß ich nicht. Auch ist die Internet-Verbindung miserabel hier im Hotel Coco an der Pazifikküste, knapp 150 Meter vor dem Eingang zum Nationalpark Manuel Antonio – ja, bei Regen (und es regnet hier oft) geht das Internet gar nicht! Also, dann wollen wir mal hoffen – ich schreibe jetzt vor und falls ich eine Verbindung hinbekomme, dann ist es gut und ich kann den kurzen Slot nutzen, um mein Geschreibsel einzukopieren.
Über einiges wollte ich doch noch berichten, was mir hier so aufgefallen ist. Ich habe mir für ziemlich teures Geld, wie ich meine, ein Auto gemietet – übrigens unnötigerweise einen Vierradantrieb: unnötigerweise – dazu später - , so dass es sich anbietet, einmal von meinen Erfahrungen zu erzählen. Zuerst einmal, problematisch ist Autofahren eigentlich nur im Zentralvalley, da herrscht Stop-and-Go-Verkehr und jeder versucht irgendwie ans Ziel zu kommen. Daraus resultieren einige kreative Fahrstile bei gleichzeitiger Rücksichtslosigkeit (gerade der Taxi,- gefährlicherweise aber auch der Lastwagenfahrer).Die Straßenlage ist aus meiner Sicht nicht immer übersichtlich, da zweispurige Straßen in unregelmäßigen Abständen sich plötzlich zu einer Spur verengen und dass nach einer einmaligen Ankündigung ca. 100 Meter vor dem Ereignis, Ampeln nicht immer funktionieren (z.B. nicht bei Stromausfall oder bei Wasserstürzen) und überhaupt die Farbe rot wohl kaum die gleiche Bedeutung hat wie bei uns, nämlich zu stoppen, da ich immer wieder Autofahrer beobachte, die trotzdem weiterfahren. Ansonsten ist das Fahren eine ziemlich übersichtliche Sache, da die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h ist – diese hohe Geschwindigkeit gilt eigentlich nur auf der #1 (Panamerikana) und der #32, wobei die #32 zumindest ein Stück lang zweispurig ist, d.h. es gibt eigentlich nur einspurige Straßen, die langsam zu befahren sind – gewagte Überholmanöver genervter Autofahrer, die stundenlang hinter Treckern oder Lastwagenkolonnen hinterherfahren müssen, sind hier also das größte Sicherheitsrisiko.Die offizielle Straßeneinteilung unterscheidet in 5 Kategorien: Autobahnen/Schnellstraßen (s.o.geteert), Landstraßen (meist ordentlich zu befahren, geteert), gut und normal (also weniger gut) zu befahrende Gravelroads (bei guten Gravelroads ist schweres Gerät darübergefahren, so dass man schon 50 fahren kann ohne dass das Auto auseinanderfällt)Straßen touristischen Interesses (mt sehr unterschiedlichem Charakter, Kategorien 1-3), , schlechte Gravelroads (Straßen, die unter Normalbedingungen mit einem Vierradantrieb und ca 10 bis 20 km/h befahren werden können). Das Straßennetz ist ausreichend, wenn man seine Streckenführung auch strategisch planen muss, weil eine verpasste Abfahrt bedeutet i.d.R. weite Umwege; ein Vorwärtskommen aber wegen der Straßengüte und vor allen Dingen der sehr gewundenen Straßenführung aber eher langwierig. Meiner Erfahrung nach – bezogen hier ausschließlich auf die Straßentypen Kategorie 1 und 2 schafft man durchschnittlich 30 bis 40 Kilometer in der Stunde, wenn man durchfährt Der Verkehr ist eigentlich nicht sehr dicht, nur auf den Schnellstraßen, die von Norden nach Süden in Küstennähe verlaufen bzw. über das zentrale Hochland sich kreuzen, fahren die Autos dicht an dicht, ansonsten ist man häufig auf Sichtlänge der einzige Verkehrsteilnahmer (sieht man von vereinzelten Fußgängern und Fahrradfahrern auf lokaler Ebene ab). Man sieht wenige alte Autos. Dies mag daran liegen, dass hier – nach strengen deutschen Maßstäben anerkannt – alle Autos jedes Jahr zum TüV müssen. Viele neue Vierradantriebs-Wagen, kaum deutsche Modelle übrigens (manchmal BMW), wohl schwerpunktmäßig an die Jugendlichen verliehen, bevölkern das Land. „Normale“ sind selten und eigentlich nur in den Städten zu sehen. Das Benzin (Diesel, Normal, Super) ist fast so teuer wie in Deutschland – Für einen vollen Tank (42 Liter) habe ich gut und gerne 60 Dollar hingelegt! Obwohl man die Autos natürlich auf der Straße an den nicht in gelb gekennzeichneten Straßenbanden abstellen kann, tun dies die meisten Ticos nur ungern, da sie (zu Recht?) befürchten, dass ihre Autos aufgebrochen werden. Deshalb gibt es in jeder größeren Ortschaft bewachte parceos. In den meisten Teilen des Landes braucht man aber überhaupt kein Auto – was bei DEN Preisen wohl auch besser ist. Die Busse verkehren häufig (stündlich i.d.R)  und sind vergleichsweise billig, z.B. die Strecke von San Jose nach Alajuela (16 km später beim Flughafen) kostet c 800 Colones, etwa 1,65 Dollar und dauert eine Stunde; die Strecke von Puerto Viejo an der Caribikküste nach San Jose – immerhin eine Fahrt von über 5 Stunden (und knapp270 km) – hat mich 12 Dollar gekostet. Die Fahrten innerhal San Joses kosten so um die 80 Eurocent – also billig. Den Nachrichten entnahm ich allerdings, dass wegen der Inflation in Bälde eine 20-prozentige Preissteigerung erfolgen soll. Die Preise für Benzin – das das teuerte in Mittelamerika ist – und für Bus- bzw. Zugfahrten setzt übrigens der Staat einheitlich fest. - Jetzt bn ich doch eingeschlafen - Jetzt ist morgends früh und ich kopiere den Text schnell um. 
Anbei hier nun ein Photo von der berühmten Panamerikana:


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