Freitag, 5. Oktober 2012

05.10.2012



Es ist frühmorgens und die Sonne will nicht herauskommen, aber die Schwüle kriecht schon wieder an mir hoch, obwohl ich hier auf einer Terrasse sitze und im Hintergurnd das Meer mächtig rauschen höre. Seit mehreren Tagen gibt´s keine Kommentare mehr - nicht mehr interessant, Urlaub, keinen Bock auf Blogs oder was?! Wahrscheinlich alles zusammen - Freue mich auf Eure (!) Ferieninfos, da habe ich dann hoffentlich auch mal was zum Staunen! Da ich auf eine Mail von meiner Schwester warte, schreibe ich Euch einfach noch ein paar Gedanken zu Costa Rica auf. Ein paar böse:
Die Natur hier ist prima, die Landwirtschaft aber nicht - und die gibt es auch in den Naturschutzgebieten! Über die Hälfte dieser Gebiete sind in privater Hand und werdern zum Teil wohl auch so gemanagt. Auch in den staatlichen gibt es Privatbesitz, denn der wurde i.d.R. nicht verstaatlicht bei der Ernennung zum NP, sofern dieser Besitz im Einklang mit dem ihn umgebenenden Park genutzt wird - was immer das heißen mag - ich fand jedenfalls, dass man den Privatbesitz sofort an seinem Gartencharakter erkennt. Überdies habe ich in meinem Leben noch nie so häufig Leute mit Spraykanistern auf dem Rücken und mehr oder weniger sicherem Gesichtsschutz gesehen wie hier! Gut dass die Bananen eine natürliche Schutzhülle haben!
Text für einige Stunden unterbrochen, zuerst mit einem Typ aus Atlanta gesprochen, der einiges gesehen hat hier in Costa Rica - die nächsste Reise steht schon könnte man sagen. Costa Rica ist wirklich schön - zusammen mit Nicaragua und Panama könnte es für einmal Sommerferien locker reichen - wäre ein tolles REisepaket - allerdings nicht gerade geschenkt - trotz energischem Sparkurs habe ich mein monatliches Budget hier locker aufgebraucht - die Übernachtungen gehen hier ins Geld!
Etwas, was mir hier immer wieder auffällt sind die Friedhöfe. Sie erinnern mich immer an ein türkisches Bad in Istanbul -weiß gekachelte Quader stehen fein säuberlich aufgereiht nebeneinander - manchmal auch nur weißes Beton, an einem Ende ein Kreuz - könnte auch für die Kissenablage sein. Die meisten Friedhöfe liegen an den Hauptverkehrsachsen der STädte und Dörfer und sind mit einer hohen Mauer, über die man aber, wartet man an der gegenüberliegenden Straßenseite auf den Bus prima einsehen kann. Jetzt fängt es gleich an zu regnen - ich weiß nicht, ob das Internet durchhält, deshalb schicke ich den heutigen Text in kleinen Portionen weg, damit nicht alles verlorengeht. Siehe oben ein Beispielbild für einen typischen Friedhof. Die Leute sind hier auch ziemlich religiös, aber nicht nur katholisch wie man in Lateinamerika meinen sollte, sondern hier gibt es, vor allen Dingen an der Karibikküste, viele Protestanten, allerdings von kleineren Religionsgemeinschaften, z.B. Adventisten, Quäker, Zeugen Jehovas und karibische Mischformen - diese sind ziemlich auffällig und werben aktiv mit Plakaten, schönen Fronten usw.. Die Kirchen sind entweder ihre Umgebung beherrschende Betonmonster, die innen eher schmucklos sind oder auch kleine, zusammengezimmerte Konstruktionen, die häufig nur eine geschlossene Wand, nämlich die Eingangsseite haben, die Seiten sind ab halber Höhe offen, so dass man hineinsehen kann (und auch hinaus, aber die Leute wirkten sehr konzentriert), der Priester oder Pfarrer spricht durch ein Mikro, so dass am Sonntag die gesamte Ortschaft seiner Predigt anteilhaftig werden kann. Ich habe mich gefragt, wie die Beichte in katholischen Kirchen abgenommen wird so mit offenem Beichtstuhl. In jedem Fall wird dadurch meiner Meinung nach die soziale Kontrolle enorm erhöht! Die Volksfrommigkeit ist auch verbreitet. So ist es keine Seltenheit, dass der Busfahrer seinen (öffentlichen) Bus mit religiösen Sinnsprüchen und Schutzformeln aus der Bibel schmückt - insbesondere Sentenzen zu Reisen, welche ich - richtiggehend indoktriniert - geduldig, ja begierig lese denn der Sinn ist leicht zu erschließen und das Vokabularium einfach (grammatikalisch sind nur die Tempus eine Herausforderung), so dass ich neben Alltagsmahnungen, Warnschildern und Gebrauchsanleitungen auch religiöse Inhalte auswendig lerne, um meine Sjprachkenntnisse auszubauen.  - Fortsetzung folgt!

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