Montag, 12. November 2012

Auf ein Neues - Dies Mal mit Zwischenstops


Nun, es ist bedauerlich, aber mal wieder funktioniert das Internet nicht – der Browser antwortet nicht, obwohl alles bezahlt ist! Das macht mich immer richtig ärgerlich. Wenn ich schon einmal die Gelegenheit habe zu mailen oder meine Mails zu empfangen, dann will ich die doch auch nutzen. Nun ja – also schreibe ich mal wieder vor und hoffe, dass es Morgen geht (auf dem öffentlichen PC kann ich zwar schreiben – allerdings mit lautem Fernsehen im Hintergrund und einiger Kühle, ca. 15 Grad – ich friere mir den A…ab dabei! Fotos jedoch kann man fast nie einspielen, da USB-Zugang verwehrt wird aus Sicherheitsgründen (immerhin verständlich))
Also – seit einiger Zeit habe ich nicht mehr geschrieben. Zuerst, in Auckland, habe ich mich erst einmal hingesetzt – meist in den lauschigen Garten meiner Pension, die mir sehr gut gefallen hat – und habe meine weitere Reise geplant indem ich meinen Reiseführer durchgearbeitet habe.
Spontanität ist leider hier auch wieder nicht – das Reisen hat sich doch sehr zu seinem Nachteil entwickelt! Vieles muss (!) vorher online gebucht werden, insbesondere ab dem 15 Dezember, da dann hier die Sommerferien losgehen und die Neuseeländer ganz wild auf Wandern sind, also sind alle Unterkünfte ausgebucht, ja sogar für die Zeltplätze muss man sich anmelden. Selbst, wenn man bei der Nationalparksverwaltung einen Hüttenpass gekauft hat (ohne darf man die Hütten nicht betreten – es wird kontrolliert) hat man kein Anrecht auf einen Hüttenpass, denn wer zuerst kommt, der mahlt zuerst, also auch dann muss man sein Zelt mit durch die Gegend schleppen, incl. Kocher, Abfall, Vorräten und Wechselklamotten. Seit dem letzten Jahr ist das „Wildcampen“ verboten und wird ob der Neuheit des Gesetzes auch strikt kontrolliert – man muss sich nicht wundern, wenn nachts gegen 23:00 Uhr plötzlich jemand am Fenster Deines Autos anklopft und Deine Anmeldepapiere sehen will (auf einem Campingplatz, ansonsten ist Campen eh verboten und wird mit horrenden Strafen bedroht, ca. 200 NZD) Wird man beim Abfall-Liegenlassen ertappt (Denunziation wird Vorschub geleistet), dann sind schon einmal 1000 NZD fällig. Immerhin wird alles angekündigt, so dass man weiß, was einem blüht bei Zuwiderhandlungen.                   
Übernachtungen sind recht teuer, wenn man alleine reist. Einzelzimmer der billigen Kategorie beginnen etwa bei 45/50 NZD und steigen schnell auf 60 bis 70 NZD – wie gesagt – in der Billigkategorie. Reist man zu zweit, zahlt man übrigens i.d.R. das Gleiche oder nur geringfügig mehr, weil alles auf der Grundlage des Raumes festgelegt wird. Überall gibt es jedoch die Möglichkeit in Dormitories zu nächtigen – plant man nicht die Unterkunft auf der informierenden Grundlage eines guten Reiseführers, so kann es einem passieren, dass man in seinen Schlafsaal mit 25 anderen Schläfern teilen muss – für den Preis von ca. 23 – 30 NZD. Unabhängig vom immer gleichen Preisniveau gibt es in der Qualität aber sehr große Unterschiede! Schließlich bieten viele Backpacker auch noch sog. Shared rooms an, also i.d.R. gut ausgestattete „Hotelräume“, die man sich mit zwei bis fünf anderen Menschen teilt.  Meist hat man aber ein integriertes Badezimmer, einen Eisschrank und eine Nacchtischlampe, die allesamt das Leben  leichter machen. Auch die Campingplätze haben mehrere Kategorien: Will man an das Stromnetz und ev. auch noch heiße Duschen (bei den hier zz herrschenden Temperaturen – es ist nachts bis ca. 5 Grad kalt, tagsüber um die 16 bis 18 Grad warm (?), der Seewind ist allerdings ziemlich kühl, so dass man leicht friert, auch regnet es hier durchaus, auch dauerhaft über längere Zeit - will man das)  , so zahlt man auch hier um die 30 NZD, also genauso viel wie für einen Dorm-Platz. Die Billigausgabe eines Campingspots sind die sog. Doc-Plätze, die nur über Trinkwasser, Plumpsklo und ev. noch über kalte Duschen verfügen, hier zahlt man zwischen 3 und 8 NZD in der Selbstregistrierung. Oft kann man diese Plätze aber nur nutzen, wenn man ein Chemieklo dabei hat und kein Dreckwasser produziert. Man muss also planen, damit man die ganze Sache noch bezahlen kann oder um überhaupt noch ein Bett zu bekommen.
Ich habe mich schließendlich für folgende Lösung entschieden: Billigwagenmete – obwohl das Benzin teuer ist, genauso teuer wie in Deutschland – habe ich doch so alle Freiheit im Gegensatz zum Bussystem, das genauso teuer ist wie die Wagenmiete. In dem Auto für die Nordinsel kann ich gut schlafen, der Wagen ist als Minicamper deklariert, d.h. er hat ein Bett (Matratzen und Bettzeug), einen kleinen Brenner, Minieisschrank (der nur läuft, wenn ich fahre), Moskitonetz und Standzelt, das an der Hinterklappe zu befestigen ist. Ebenso gibt es einen Klapptisch mit 2 Stühlen. Jede dritte Nacht verbringe ich in einem Hostel für Internet und Wärme. Auf den Wanderungen schließe ich mein Gepäck weg (Planung, wo eine Möglichkeit dazu besteht) und ansonsten habe ich für die Südinsel einen kleinen Wagen gemietet (ohne Übernachtungsmöglichkeit), so dass ich dort in den Dormitories oder in den Shared Rooms nächtigen werde, einmal die Woche geht’s in ein Einzelzimmer, damit die liebe Seele auch einmal Ruhe hat.
Wie ist es mir bisher ergangen? Eigentlich ziemlich gut. In Auckland habe ich in einer Pension gelebt, die überraschend günstig war, dabei sehr sauber und angenehm privat in einem Einzelzimmer mit shared Bath- und Restroom. Die Küche war gut ausstaffiert, ich hatte sogar ein Eisfach für mich und habe mir sogleich Eiscreme geholt – das Wetter in meiner Auckland Zeit war insgesamt nämlich gut. Nachts habe ich gegen die Kälte die Heizung angemacht – die auch immer funktioniert hat. Der Garten war wunderbar, die Lage in Stadtnähe, aber in einem ruhigen Viertel direkt mit gutem Busanschluss optimal. Die erste Übernachtung war chaotisch. Nicht ich, aber die Organisation dort. Das begann schon damit, dass die Unterkunft plötzlich unter einem anderen Namen firmierte als im Internet angegeben. Immerhin stimmt die Adresse. Als ich abends in der Orewa Marco Polo Backpackers ankomme, kann ich aber nicht zum Hostel vorstoßen, denn es liegt fünf Meter über Normalnull, d.h. der Besitzer hat gerade das gesamte Erdreich vor dem Eingang eingebnet um dadorten Parkplätze zu bauen – ich sehe mich also mit einer Baugrube und einem Backer konfrontiert. Meine Rufe in die Dunkelheit hinauf werden jedoch erhört und schon turnt ein sportlicher Mann in die Baugrube, bietet mir an, mein Auto irgendwie zum Hotel zu befördern und tut letzteres, indem er den nahen Fahrradweg auf der anderen Seite des Hostels, verborgen durch Buschwerk (ich glaube nicht, dass Fahrradfahrern bewusst ist, dass es dort einen Fahrradweg gibt – obwohl Neuseeland im Moment bemüht ist und dies mit einer lauten Campagne auch begleitet, ein zusammenhängendes Fahrradnetz zu etablieren. Jedenfalls kann ich dort verborgen und verkehrswidrig meinen Wagen für diese eine Nacht abstellen, klaube noch schnell die für diese Nacht notwendigen Dinge zusammen in völliger Dunkelheit , kämpfe kurz mit einem Wäschekreuz bevor ich das Hostel über die Dusch-WC-Anlage betrete, besser gesagt, durch dieselbe. Dort duscht gerade ein Mensch und friert nun im Durchzug. Mein Guide stellt sich als Gast des Hauses heraus. Steve ist Maori, wohnt zz. Mit seiner Frau dort, bis sie ihre neue Wohnung beziehen können. Er ist Lehrer für Kochkünste, seine Frau ist Maorilehrerin – beide sind sehr tatkräftig und hilfsbereit, da fühle ich mich kia ora, also willkommen. Meine Anmeldung in dem Sketchbook des Managers ist nicht sogleich auszumachen, erkann seine Handschrift nicht lesen. Schließlich hilft ihm meine Aussage, wann ich gebucht habe. Die Küche ist groß und geräumig, hat aber nur 4 Stühle. Nebenan – keine Tür sperrt den Lärm aus – laufen parallel zwei Fernseher auf voller Lautstärke in verschiedenen Programmen. Nur der Nachtwächter schaut zu. Die Gäste versuchen sich in der Küche zu unterhalten – was nur bisweilen möglich ist und unter entsprechender Lautstärke oder sitzen im kleinen Garten über der Baustelle und rauchen. Einige schlafen im einzigen Dormroom – sechs Menschen in 3 Stockbetten, eng gepackt, kein Fenster, nur eine geschlossene Tür. Ute, die Krankenschwester aus Hof, liegt schon im Bett und trauert im Voraus, da sie Neuseeland übermorgen verlassen muss.  Die Aussicht, sich noch mit einer anderen Frau, auch nicht mehr taufrisch – also mit mir – zu unterhalten, lockt sie in die Küche, in der ich gerade zu Abend esse. Die Töpfe sind alle riesig – dabei sind hier nur Einzelreisende! Sie erzählt von ihrer bisherigen Reise und das klingt alles toll, obwohl Unterkünfte und Wetter häufig eher bescheiden waren und Frischfisch nicht auf dem Speiseplan steht, dafür Nudeln, Nudeln, Nudeln. Aber die Landschaft, die ist einfach toll, sagt sie und wird immer trauriger, den sicheren Arbeitsalltag vor ihrem inneren Auge. Wir schelchen zusammen in den Schlafzimmer, oder ich sollte besser sagen in die Schlafkoje, die ist nämlich sehr beengt und alle anderen schlafen bereits. Die finale Negativüberraschung folgt auf den Fuss, denn unter meiner dünnen Matratze  fehlen einige Bretter und zwar just da, wo mein Hintern ist. Der fällt nun eine Etage tiefer, mein Steiß wird arg malträtiert. Schließlich finde ich in einer zusammengekwetschten Embrionalhaltung quergelegt in der oberen Betthälfte eine Schlafposition bis zum frühen Morgen. Nun ja – auch mal gut, früh aufzustehen. Die Sonne lacht und Ute gibt mir noch ihre Medikamente mit auf dem Weg und ihre Butter und ihren Honig, denn diese Dinge muss sie nicht unbedingt wieder zurück nach Deutschland mitnehmen. Morgens will ich den Ort so schnell verlassen, dass ich meinen Eisschrankinhalt vergesse – schade um die unheimlch leckeren Schokoplätzchen! Fazit: Gut, dass ich überall schlafen kann. Immerhin hat die Dusche funktioniert und Wärme war aufgrund der Enge und der angewärmten Atemluft auch gegeben.  Herrlicher Sonnenschein begleitet mich zu meinem nächsten Ziel, einer abgeschiedenen Little-Earth-Lodge in der Nähe von Wangerei. Hier stimmt eigentlich alles. Glück auch, dass ich meinen Shared Room mit Cal und Pieter teile. Pieter kommt aus den Niederladen, unternimmt seine erste Reise und kocht prima Nudeln mit Zucchini-Tomatensoße, zu der ich sogleich eingeladen werde. Cal ist Neuseeländer aus Christchurch, schon etwas in die Jahre gekommen, so etwa 70 Jahre alt, und ist auf Tournee. Er singt in Altersheimen Schlager zum Träumen und sich Erinnern mit einigem Erfolg seit er vor einigen Jahren als Grundstücksmakler aufgehört hat. Cal erzählt viel über Neuseeland, das Reisen, und die Pest, also über eingeschleppte Tiere, die die Fauna und Flora Neuseelands nun bedrohen. Außer einer Fledermausart gab es hier wohl keine Säugetiere, die Vögel fühlten sich sicher und verlernten das Fliegen – sehr zu ihrem Pech, denn das macht sie zu einer leichten Beute für alle Rauber, seien es Marder, Katzen, Hunde (später höre ich, dass de Maori, als sie vor  600 bis 1000 Jahren hierher kamen auch einen Hund mitgebracht haben, einen weißen Bettvorleger, deren Besitz den Chiefs vorbehalten war – diese weiße Hunderasse soll aber mittlerweile auch ausgestorben sein!), oder die heute bestgehassten Possums, die irgendwann im 19. Jh gegen die Kaninchenplage eingeführt wurden. Stolz erzählen einem die Neuseeländer, wie man Possums am besten ausrottet und wann sie das letzte Mal ein Possum überfahren haben. Tatsächlich muss es viele Possums geben, denn auf der kleinen Küstenstraße hierher nach Paihia habe ich allein 13 überfahrene gezählt. Es gibt hierzulande Possumgerbereien und Possummetzgereien und große Schlachtprogramme und entlang der Reservate und Nationalparks stehen überall Kästen wie Mäusefallen, die die Possums darin hindern sollen, in die Parks, die hermetisch mit speziellen Zäunen abgedichtet – possumfrei gemacht – wurden, zu gelangen. Possums töten Vögel, essen aber wohl auch die frischen Keimlinge, so dass die Vegetation empfindlich gestört wird. Jedenfalls ist es ein nationales Anliegen, das Possum, das Kaninchen, den  Marder hierzulande auszurotten, denn die restlichen Kiwis will man gerne erhalten, damit die nationale Ikone überleben kann also. Hunde töteten in den vergangenen Jahren 70 Prozent aller reporteten Totfälle von Kiwis°!  Irgendwie tun mir die Possums ganz schön leid°!   Cal propagiert auch das tägliche Eincremen mit hochprozentigem Sonnencreme, denn er hatte Hautkrebs und ist daher ständig bewaffnet mit einem Hut und bis zur Kinnspitze eingepackt. Cal spendiert den Orangensaft zum Abendessen, denn der Wein ist uns ausgegangen und hiernicht ersetzbar, da wir einige Kilometer außerhalb des nächsten Ortes sind. Direkt neben unserer Lodge befinden sich einige Höhlen, die durch Glühwürmchen erleuchtet werden – dafür muss man allerdings bis zur Unterhose in eiskaltes, fließendes Wasser einsteigen , nachdem man einige Felsen überquert hat und einen die unterirdische Kühle umfängt.SDrumherum steht der Rockforest, bizarr ausgewaschene Felsen inmitten eines Urwaldes. Die Lodge selber ist eher privat – betritt man einen Raum, dann zieht man zuerst die Schuhe aus. Die gut eingerichtete Küche und ein Aufenthaltsraum, bestückt mit Büchern, Spielen und einem Packen DVD´s, zuvörderst der Hobbittriologie, befinden sich in einem Extrahaus gegenüber der Lodge, so dass niemand gestört werden  kann. Die Lodge selber hat 4 Zimmer, davon ein Shared Room. Alle Zimmer haben eine volle Fensterfront in die freie Natur hinaus. Bei Uns funktioniert der Vorhang nicht, also freie Sicht. Einfach fantastisch sind die neuen Matratzen – ich schlafe wie im siebten Himmel. In der zweiten Nacht bin ich sogar mit einer weiteren deutschen Krankenschwester – die solange reist, bis sie endlich die Zusage zu ihrem Medizinstudienplatz (nach sechs Jahren Wartezeit) hat – Tanja, allein im Zimmer, wir fühlen uns wie in einem Privatzimmer, zahlen aber nur für den Dorm. Prima. Jedenfalls kann ich nach der Horrornacht in Orewa endlich ausschlafen – für denselben Preis. In Puihia wartet eine moderne Unterkunft auf mich. Ich habe die Luxusausgabe des Dorm, den Sharedroom gebucht, liege mit zwei holländischen Mädels in einem Zimmer mit eigenem Bad und Eisschrank. Fernsehen hätten wir auch, bestünde denn ein Bedarf – die Wettervorhersage schauen wir uns schon einmal an. Der Anfang unserer Bekanntschaft ist sehr erfolgreich, denn Charlotte erzählt begeistert von ihren Erlebenissen in den USA und berichtet auch von ihrer Nacht mit der Kellerassel, auf n
Niederländisch heißt das Pissabed – ein sicherer Lacherfolg in einem Englischsprachigen Land. Ansonsten ist Charlotte etwas verwöhnt, doch Selbstständigkeit gewohnt. Ihr Schlaf ist nur leicht, weswegen ich jetzt auch im Dunkeln schreibe, denn das Licht stört sie (andererseits schaut sie – auf laut gestellt – die Sportschau, während ich lesen möchte). Das andere holländische Mädchen ist als Au-Pair-Girl in Auckland für eine Familie, deren Kinder zehn, vierzehn und achtzehn sind.
Die Wirtsleute für dieses große Haus – die Saltwater Lodge, sind sehr nett. Das jüngste Kind ist gerade 5 Wochen alt und ist, im Gegensatz zu dem sehr regen Zweijährigen, noch nicht sehr orientiert. Hier werde ich meine Wäsche waschen, denn das geht ganz unkompliziert in der Waschküche im Keller. Das Auto parkt problemlos in der Tiefgarage – die Kundschaft ist im Schnitt zwanzig Jahre alt und ich komme mir vor wie eine Großmutter, zumal die meisten Gäste Deutsche Jugendliche sind – wie finanzieren die sich ihren Aufenthalt hier bloß. Wahrscheinlich durch einen Wörk- und Stay-Aufenthalt. Also, bis jetzt sind meine Erfahrungen erstaunlich gut insgesamt, bestenfalls unterhaltsam. Hoffentlich geht das so weiter.
Die Neuseeländer sind jedenfalls ein recht angenehmes Volk. Ihr Umgang ist äußerst höflich miteinander. So ist es üblich, sich beim Busfahrer, bevor man aussteigt, persönlich zu bedanken. Das mit dem Kjuen haben die Costa Ricaner besser gemacht, aber man lässt sich gegenseitig immer den Vortritt, so dass es nicht zum Drängeln kommt. Distinguess ist gepaart mit Lebensfrohmut – eine gute Mischung. Allerdings verstehe ich das Englisch, das hier gesprochen wird nicht immer. Generell betont es die tiefen Vokale o und u. Auch werden die Wörter eher deutsch ausgesprochen. So wurde ich gefragt ob ich einen bussi Dai /Es wird so gesprochen wie geschrieben) gehabt hatte (Busy day). Die Australier lästern ob der neuseeländischen Aussprache von fusch and schubs (fish and chips) nicht ganz zu Unrecht, allerdings meine ich, dass kein Anlass zum darob Lästern vorliegt, denn der Sprachgesang hat etwas äußerst Kommodes ganz im Gegensatz zum lebhaften Habitus der Sprecher ­- eine ansprechende Kombination. Jedenfalls haben die nur 4 Millionen Inselbewohner viel Platz, wie ich feststellen konnte und auch genügend Raum für Individualität. Der Lebensstandard unterscheidet sich nicht von dem in Deutschland, jedoch ist alles ein wenig teurer – wahrscheinlich , so hoffe ich jedenfalls für die Neuseeländer, verdienen sie auch ein wenig mehr als die Deutschen.
Heute hatte ich Gelegenheit, etwas über die Maori, die sogenannten Ureinwohner zu lernen. Ureinwohner ist vielleicht nicht ganz richtig, denn die Maori wanderten auch erst relativ kurz vor der Ankunft der Europäer ein. Ihre Besiedlung begann wohl so vor 1200 Jahren, die letzten Schübe landeten erst vor ca 550 Jahren, kurz bevor Abel Tasman die Inseln umrundete (er setzte keinen Fuss an Land, wahrscheinlich war ihm sein Leben zu lieb, die Maori waren Kannibalen und bekriegten sich gegenseitig intensiv –übrigens bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hnein. Erst Cook im achtzehnten Jahrhundert landete an und ihm folgten in schneller Folge andere Europäer. Besonders originell finde ich die Einwanderung der Schotten auf die Südinsel. Man fand so viele Gemeinsamkeiten mit den Maori, gleiches Klima, ähnliche Landschaft, ähnliche Traditionen (Röcke, Kriegstanz, Tatoos) und Hass auf die Engländer, dass es rasch zu einer engen Bindung kam. Da sich jemand, der ein Achtel Blutsanteil Maori hat, gleich ganz Maori nennt, trifft man blauäugige, rothaarige Maori , die stolz auf ihren Iwi /Stamm) sind zuhauf auf der Südinsel. Nicht überall waren die Engländer gehasst. Hier im Nordland mochte man sie sogar recht gerne, denn man lernte viel von ihnen und erhandelte noch mehr,  z.B. Waffen. Letztere dienten zur gegenseitigen, recht erfolgreichen Ausrottung feindlicher Stämme (Maorikriege achtzehnhundertfünf- und sechsundvierzig), so dass viele Chiefs ihre Europäer von den anderen Stämmen abschotteten. Die Maori lernten schnell und begannen einen eigenen Handel, der allerdings als illegal galt, da unbeflaggt. Also gründete man die Konförderation der unabhängigen Maoristämme 1835, mit eigener Flagge und einem Konförderationsvertrag. Dieser existiert übrigens bis heute, so dass Neuseeland zwei Nationalfarben hat. 1840 kam es zum Vertrag von Waitangii – die Engländer interpretierten den Vertrag so, dass die Chiefs die Superiorität der britishen Krone anerkannten, die Maori deuteten den Vertrag hingegen so, dass ihnen dadurch Eigentum und Souveränität durch die britische Krone garantiert wurden. Heute wird Der Waitangi treaty ground von der Maori geführt und nur ihre Sicht der Dinge lernt man bei der Führung, die ich heute mitgemacht habe, kennen. Seit dem hundertjährigen Jubiläum gibt es gegenüber dem britischen Governeurspalast nun ein Maoriversammlungshaus, indem auch Kulturvorführungen stattfinden. Interessant ist, dass die Maori niemals durch eine britische Armee geschlagen oder jemals besiegt wurden, daher rührt auch ihr ungebrochenes Selbstbewusstsein. Ihnen gefiel die europäische Zivilisation und deren Vorteile zum Luxusleben, so dass sie sich gut assimilierten. In den letzten Jahrzehnten wurden die alten Traditonen wiederentdekct und gehören heutzutage zur unverwechselbaren Identtät auch der anderen Neuseeländer, so z.B. der Europaer, aber auch der vielen Asiaten (Chinesen, Japaner, Koreaner). Maori wird aktiv gesprochen, ist offizielle Sprache bei Gericht und in der Verwaltung und in bestimmten Schulen- Es hat zahlreiche Vorteile, Mitglied eines Stammes zu sein, da es mittlerweile Wiedergutmachungen und Rückübereignungen von Land regnet. Maorisein hat auch etwas Trotzges, etwas Dagegensein, aber insgesamt sind die Maori keine Ewiggestrigen. Sie wollen beides, die Privilegien der Vergangenheit und den Fortschritt der Gegenwart – und sie bekommen mittlerweile, nach einer langen Zeit des Ausschlusses und der Diffamierung, auch beides. Ihre kulturelle Bereitschaft, Neues zu integrieren, zeigt sich z.B. auch in der Musik. So gehört die Guitarre, die Ende des achtzehnten Jahrhundert erst mit den Europäern ins Land kam, zu den traditionellen Musikinstrumenten der Maorimusik. Die Tänze erinnern an polynesische Gepflogenheiten (Palmenröcke wiegen sich zum Rollen der Hüften, Stampftänze mit seitlichem Ausfall-Gleitschritt) und Hollywood der 59er Jahre. Anders hingegen die Kriegstänze, die durch Kraft und Schnelligkeit, Ausdrucksstärke und sehnige Körperspannung beeindrucken. Rollende Augen, Ausfallschritte und herausgestreckte Zungen sollen die Friedferitigkeit des Gegenüber testen und erfreuen heute in Traditionsveranstaltungen die Zuschauer oder peitschen die Zuschaueremotionen beim anstehenden Rugbymatch auf.









Wie immer habe ich Euch ein paar Bilder herausgesucht, die ich besonders mag oder die etwas Typisches meiner letzten Reiseimpressionen zeigen.
Doch zuvörderst möchte ich zwei Personen besonders erfreuen. Zuerst Nicoletta, für die ich heute ein ausgefallenes Tierbild einstelle, jedenfalls ein Tier, dass nicht skrätscht und knispert.

Sodann eine kleine Überraschung für Karina Meyerholz – alle lassen Dich grüßen!



Endlich auch einmal wieder Bilder von mir – ich hoffe, sie gefallen Euch.


Wie immer war ich wieder auf der Jagd nach Tieren und einige, wenn auch keine exotischen, sind mir in der Tat vor die Linse geraten
 siehe 1
Bisher war ich nur in Auckland und im Nordland, Aber schon hier ist die Landschaft ganz außergewöhnlich.Das liegt nicht nur an der ellenlangen Küste und den herrlichen Stränden und wunderschönen Buchten, sondern vor allen Dingen an der Botanik. Fasznierte mich in den USA die Kargheit der Landschaft, in Costa Rica die Tierwelt und auf Fiji das Meer, so sind es hier die Bäume, die urweltlich und bizarr daherkommen. Besonders die Stachelbäume und die Farnbäume haben es mir bisher angetan und ich habe noch keine Kauriwälder zu Gesicht bekommen!
 siehe 2
Aber auch die Landschaft hat einigen Charakter. So ist es doch faszinierend, in unmittelbarer Nähe einer Großstadt – Auckland – einen neuen Vulkan zu haben (neben den mehr als 50 alten). Der Rongatoto ragt gegenüber dem Stadtzentrum als wohlgeformter Kegel aus dem Meer und man kann ihn auch besuchen und steht auf Halden von Bimsstein umringt von Primärwald – das alles für einen Fährfahrt von fünfundzwanzig Minuten. Beeindruckend ist die Nähe der urwüchsigen Natur zur Zivilisation des 21. Jahrhunderts. Sehr deutlich wird das, weil man Auckland über einige Kilometer entlang der Küsten und der Felsinselwelt sehen kann
 siehe 3
Kultivierte Landschaft erinnert an Wales oder die Mitlands, ist nur schöner, weil milder. Dazu bevölkert von Millionen von Schafen, die einen anmähen. Die Küsten hingegen sind wild und rau, genauso wie der Urwald, die Reste, auf die man allerorten stößt, sind unglaublich direkt, wie ein Eintauchen in die Saurierzeit. 
siehe 4
Viel Spaß beim Bilderschauen. Cathrin

1 Kommentar:

  1. Ich hab weiter oben ne Nachricht hinterlassen. Hier sei nur kurz angemerkt: Ich mag das Maoribild, hätte es aber in anderer Rollenverteilung noch lustiger gefunden :-)
    Das mit den Unterkünften hört sich doch alles noch ganz gut an und das mit den Autos macht Dir doch nichts aus! Wie hoch ist der Kurs für 1 NZ Dollar?
    Lg nico

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