Samstag, 22. Dezember 2012



Neu am 22.12.
So - jetzt habe ich noch knapp eineinhalb Stunden Zeit - hoffentlich klappt das mit dem Downloaden (das geht immer so lange vonstatten), aber es wird einfach mal wieder Zeit. habe jetzt auch gerade mal Internetzugang(hoffentlich funktioniert das auch!!!) und auf geht´s (es liegen mittlerweile 5 Schreibprojekte auf Halde, ich fange jetzt mal mit dem aktuellen an): Gestern bin ich von meiner Wanderung zurückgekommen. Ich bin mega-stolz, denn ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine 4-Tages-Wanderung, sage, schreibe und höre 71 km lang,, hinter mich gebracht. Die letzten 10 km haben sich ziemlich in die Länge gezogen und ich wankte so auf schmerzenden Beinen (vor allen Dingen Knöchel, denn gleich am ersten Tag bin ich gestürzt und habe mir mein rechtes Knöchelband überzogen, aber auch meine Knie – vom Heruntersteigen) vor mich hin und hoffte einerseits, mein Hotel bald zu sehen, aber andererseits auch weiterhin zu wandern, denn die Landschaft ist einfach schön! Nun ja, alles endet einmal und so war es auch bei mir. Ich war so erschöpft, dass, als ich sah, wo ich schlafen sollte, nämlich im oberen Stockbett zusammen mit 3 jungen Männern, die Ordnung nicht gerade zu ihrem Lebensprinzip erhoben hatten augenscheinlich, ich mir zum ersten Mal spontan ein wunderbares Einzelzimmer mit angeschlossenem Badezimmer (Dusche und Heizung!!) und einem Fernseher für DVD geleistet habe und ich habe dort eine einfach Supernacht verbracht. Dazwischen (zwischen Anmietung und Schlafen) habe ich mir eine Stunde Whirlpool genehmigt (war im Preis des Einzelzimmers eingeschlossen) und habe alle Bubbel, die man dort einstellen konnte, ausprobiert um meine Muskulatur endgültig zu malträtieren oder sie vielleicht auch wohlig zu massieren, einerlei – es war phantastisch. Jetzt warte ich auf das Boot, das mich zurückbringen soll nach Picton, wo ich mir ein Auto gemietet habe, um die Südinsel, auf der ich mich nun seit 5 Tagen befinde, zu erkunden (am 22.Januar verlasse ich Neuseeland, weil mein Visum ausläuft). Doch nun mal zurück zu meiner Wanderung. Es gibt in NZ 9 Wanderungen, die als besonders schön gelten. 3 davon, diejenigen auf der Nordinsel, habe ich ja schon kennengelernt (Bootstour auf dem Wanganui-River, Vulkangegend Nationalpark Tongariro und Urwaldtrack Urewera), allerdings nur auf Tagestouren und nicht die Mehrtagesvarianten. Den Queen-Charlotte-Track, der im Marlboroughsound im Nordosten der Südinsel befindlich ist und der sich über 4 Tage erstreckt, den wollte ich nun aber mal ganz abwandern, weil es hier einen Gepäcktransfer gibt und man seine Übernachtungsmöglichkeiten vorbuchen kann (sonst muss man sich einen Hüttenausweis kaufen und hoffen, dass man noch ein Bett in einer der Hütten bekommt, sonst ist Zelten angesagt – OHNE MICH!). Ja, ich also nach meinem vergeblichen Versuch, ein Visum für Vietnam in Wellington zu bekommen, mit der Fähre rüber nach Picton (Ankunft im Regen) und am nächsten Morgen hinaus mit dem Böötchen nach Ship´s Cove. Hier war Herr James Cook am liebsten, insgesamt 5 mal – eine wunderbare, sichere Angerstelle für seine Endeavour. Seine beiden Botaniker (wir erinnern uns) waren wohl absolut happy, denn bei den vielen Stops hier konnten sie so richtig alle möglichen Pflanzen ausrupfen, sammeln und sichern und das taten sie mit über 200 Arten! Ich habe das 8 Uhr-Boot genommen, damit ich frühzeitig mit meiner Wanderung loslegen konnte, bin also nicht mehr als Zwischenstopp auf der Vogelnaturreservatsinsel gewesen (dort gibt es Pinguine, wie ich im Nachherein erfahren habe), sondern sogleich los, denn es ging schon mal den Berg hoch und das gleich zweimal. Tja – um es kurz zu machen: ich habe alle Schwierigkeiten bewältigt, aber es war schwer. Ich nehme einfach nicht ab und 100 Kilo (mit dem notwendigen Tagesgepäck, Kamera, Tagesration Essen, Regenzeug, Hitzezeug etc) die Berge hinauf und hinunter zu transportieren setzte außer Muskelschmerzen und Schweißdrüsen wenig in Bewegung bei mir. Die Belohnung aller Mühen war die phantastische Landschaft. Ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten, aber selbst Regen machte mich nicht trist, sondern ich genoss die herrliche Natur in vollen Zügen. Das Ganze ist eine Fjortlandschaft – an klaren Tagen kann man die Schneeberge von Kaikaoura sehen und man ist umgeben von einer urwüchsigen Dschungellandschaft – eigentlich unglaublich, alles sieht tropisch aus, es herrschen aber unsere Temperaturen. Wenn man oben auf den Berggipfeln ist (so bei 400 Metern jeweils) hat man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Gewässer, eben das Meer. Am ersten Tag (17 KM) war der Himmel bewölkt, das war angenehm, denn hin und wieder der frische Wind auf die schweißtriefende Haut und keinen Sonnenstich. Der zweite Tag entlang des Fjords (nur 11 km, dafür aber mit all dem Muskelkater vom Vortag) war der einzige Tag ohne Berg und ich hatte etwas Zeit, Nichts zu tun an meinem Zielort Punga Cove außer Muscheln essen und Meer angucken und tief und ruhig in meinem kleinen Kabuff zu schlafen. Am nächsten Tag ging es um 5:30 raus aus den Federn, denn der anstrengendste Tag, nämlich 25 km ziemlich viele Berge rauf und runter stand bevor. Die Sonne schien aufs Herrlichste und um 7:15 erklomm ich meine erste Höhung. Einfach jeder hat mich auf dieser Strecke überholt, selbst eine Familie mit einem 5-jährigen Buben. Ich hätte äußerst frustriert sein können, aber andererseits hatte ich endlich meinen Rhythmus gefunden (seeeehr langsam, dafür aber gleichmäßig, die Berge hinauf im 100er-Schritt, d.h. ich muss immer mindestens 100 Schritt gehen bevor ich Luft holen darf, d.h. stehen bleiben darf oder mich ins Gras schmeißen darf oder wie auch immer, aber immer schön erst bis 100 zählen!!!) und letztendlich habe ich dann – im Gegensatz zu so manch anderem Wanderer, der sich mit dem Gepäckabholboot zurück transportieren ließ – auch den 4 Tag, die letzten 12 von den 20 Kilometern im Regen, angetreten und geschafft. Ja – das macht mich stolz! Die Unterkünfte waren wie immer sauber und die heißen Duschen funktionieren hier immer. Wenn ich das hier veröffentlich bekommen habe, stelle ich die Bilder eein.

1 Kommentar:

  1. Liebe Cathrin, da kannst auch echt superstolz draus sein!!! Fühlte mich etwas an Hape Kerkeling erinnert bei deinem Bericht, als er in seinem Buch von der Wanderung auf dem Jakobsweg erzählte... Ich beneide dich immer noch! Ich glaube, dass würde mir auch gut gefallen, allerdings nur in andern Umständen als ich zur Zeit bin! (Bekomme nun übrigens ganz schön Bauch... ;-)) Aber mehr dazu in meiner Weihnachtsmail. Knutschi Karo

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über einen Kommentar!