I tua tata
mai i tenei wahi te kitenga tuatahitanga o te Maori me te Pakeha i a raua me te
miharoanoki a raua. (In der Nähe dieses Ortes begannen Maori und
Ausländer einander kennen zu lernen). Dieser denkwürdige Satz steht am Strand
von Gisborne, wohin mich mein Weg letzten Mittwoch führte. Der Text führt weiter aus, dass
Ko ratou i tutaki tuatahi ki a kapene Kuki me ana tangata, a
ko te kaiwhakanaori ko tupaaea o (es die Nachfahren derjenigen, die einst im
Hourouta-Kanu an dieser Küste landeten und deren Nachkommen seither dieses Land
besiedelten, diesen ersten Kontakt mit Kapitän Cook und seinen Männern machten
und „sie sprachen mit ihnen (den Europäern) mit Hilfe von Tupaea, der noch die
alte Sprache der Herkunftsinsel Tahiti sprach). Diese sehr positiv gestimmte
Darstellung verschleiert nur die Tatsache, dass James Cook (und seine Männer)
ihren Erstkontakt ziemlich unkommunikativ verbrachten, indem sie, aufgeschreckt
durch den Kriegstanz der dortigen Maori (den man durch formalisierte Handlungen
entkräften kann) sogleich 6 erschossen und fluchtartig den Ort der
Erstbegegnung, nämlich die heutige Stadt Gisborne an der Südostlüste der
Nordinsel, verließen. In James Cook Worten stellt sich die erste Begegnung,
nachdem er am 8en Oktober 1769 lt. Logbuch (tatsächlich war es der 7te Oktober)
nach einer über einjährigen Reise mit seinem Schiff Endeavour vor Neuseeland
landete, so dar:
Monday 9th
: Gentle breezes and clear weather. PM stood into the Bay and anchored on the
NE side before the entrance of a small river in 10 fathom water, a fine sandy
bottem. The NE point of the Bay bore EBS1/2S and the SW point south distant
from the shore half a League.
After this
I went ashore with a party of men in the Pinnace and yawl accompanied by Mr.
Banks and Dr. Solander. We land abreast of the ship and on the east side of the
river just mentioned, but seeing some of the natives on the other side of the
river whome I was desirous of speaking with and finding that we could not ford
the river I ordered the yawl in to curry us over and the Pinnace to lay at the
entrance.
Die genaue Beschreibung des Ortes entspricht wohl dem
Charakter und der beruflichen Verbindlichkeit des Kapitäns, denn seine Karten,
die er während der Umrundung Neuseelands anfertigt, sind bis heute hervorragend
undwaren bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts in Gebrauch! Aber egal,
in seiner Namensgebung war er auch sehr originell – Die Bucht vor Gisborne
nannte er Poverty Bay – Armuts Bucht, „da es nicht einen einzigen Gegenstand
gab, den wir wollten.“ Auch war er fair genug, zu erkennen, dass nicht er,
sondern sein Schiffsjunge, der sich um zwei Uhr morgens im Ausguck befand, das
neue Land zuerst erblickte und – Ehre, wem Ehre gebührt – er nannte die weißen
Klippen, die der Bursche zuerst gesichtet hatte, getreulich und ehrlich - Young
Nicks Head (der Schiffsjunge hieß Nick
Young, wahrscheinlich war er aber auch noch jung) – die Stadt Gisborne ehrt bis
heute alle Crewmitglieder der Endeavour, indem sie ihre Straßen nach jedem
einzelnen benennt.
Vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass - laut meinem Reiseführer, James Cook das Malheur des Erstencounter im Nachherein leid tat - naja!?
Hier nun der Ort des Geschehens aus heutiger Perspsektive
Gisborne befindet sich bis heute im James Cook-Taumel und es
ist leicht, hier irgendwelche glorifizierende Informationen zu erhalten, aber
einige Angaben sind auch sehr interessant und ich möchte sie Euch nicht
vorenthalten (siehe oben).
Der Platz, an dem James Cook als
erster Europäer an Land ging, trägt seit 1906 einen Monolithen. Geht man
dorthin, ist die Irritation allerdings ziemlich groß, denn man befindet sich
mitten im lokalen Hafen-Industriegebiet. Direkt neben dem Denkmal ist der
Eingang zu einem Holzexporteur. Schon etwas passender –unweit befinden sich die
Quais, an denen die heutigen Schiffe (nicht zu große, Gisborne ist doch nur ein
bescheidenes Örtchen) beladen werden.
Direkt um das Denkmal herum befindet sich
interessanterweise eine Erinnerung der besonderen Art, denn die Endeavour war
weniger der kolonialen Landnahme, denn vielmehr der Wissenschaft gewidmet.
James Cook wurde von 10 Wissenschaftlern begleitet und die definierte Aufgabe
seiner Expedition war es, den Horizont der Engländer zu erweitern (und damit
dem des Restes der damals bekannten Welt) Jedenfalls befanden sich unter den
Wissenschaftlern auch ein Dr. Joseph Banks (Botaniker) und ein Dr. Daniel
Solander, seines Zeichens ein naturel historcian. Bei ihrer ersten Landung, die
aus gegebenen Anlaß doch etwas kurz ausfiel (s.o.) waren sie in der Lage (ich
frage mich: WANN) insgesamt ca. 40 specimen (lokale Pflanzen in diesem Fall) an
sich zu reißen, während sie bei ihrem nächsten Landgang in Anaura Bay weiter
östlch am 20/21.10.1769 schon 98 weitere Pflanzenarten mitgehen ließen und
schließlich am dritten Landgang, der 6 Tage dauerte, da Nahrung und
Frischwasser an Bord genommen werden mussten und außerdem einige kleinere
Reparaturen anstanden, schließendlich ordentlich ihre Botanisiertrommel füllen
konnten, jedenfalls genug, um die damals gängige These von Linnaeus, die er um
1753 formuliert hatte, nämlich dass es max. 10 000 Arten geben sollte,
ordentlich ins Wanken zu bringen und so ein Fundament für den Gedanken der Biodiversität
legten. Ihnen zu Gedenken, hat man um das Entdeckerdenkmal einheimische
Pflanzen gepflanzt, die die beiden Forscher nachweislich ihrer Aufzeichnungen
bei ihrem Erstbesuch mitnahmen, z.B. Titoki (Alectryon excelsus)- der gutes
Holz liefert und Rewarewa (Knightia excesla) im Englischen Honey Suckle, da Tui
und Bellbird seine Blüten lieben. Weiterhin: Kowhai-Ngutu-Kaka (Clianthus
puniceus), Kawakawa (Macropiper exelsum) = Pepper Tree, Tutu (Coriaria arborea),
Rangiora (Brachyglottis repanda) – Maori Antisepticum, Mahoe (Meliytus
ramiflorus) = whitey-wood, Pate (Schefflera digitata) = Firetree, Puriri (Vitex
lucens – verwandt mit indischem teak, Karo (pittosporum crassifolium), Porokai
Whiri (Hedycarya arborea) = Pidgeonwood,
Nihinhi (Calystegia Soldanella, Makomako (Aristotelia serrata ) = wineberry, Kohekohe
(Dsoxylum spectabila) (ICH habe alle Namen getreulich protokolliert für Euch –
trotz Windstärke 7 an diesem Tag – puhhh)
Dass der Cook-Wirbel auch einiges an neuseeländischem Humor
zu Tage bringt, sei hier nicht nur vermerkt, sondern hoch gelobt, denn ich habe
mich doch ziemlich beeumelt, als ich, nach einem anstrengenden Aufstieg auf den
Tiritanga, direkt hinter dem Denkmal, auf dem Gipfel des ersteren eine
Bronzestatue, ganz im Gusto einer Heldenverehrung erblickte
und dann – den Text
las, den ich euch nicht vorenthalten will (etwas gekürzt, der Wind war doch so
stark):
This statue
was placed here at the time of the bicentenary of the landing of Lieutnant
James Cook and the men of Endeavour in Poverty Bay 1769 – the first known
landing of Europeans in NZ... In the belief that it was a replica of James Cook, it was gifted to the City and a
twinbronze was placed on the brewery in Khyeer Pass, Auckland. Despite concerns
by those woh recognized that the uniform was not that of the British Navy and
the facial features bore little
resemblance to Cook. Since October 1969 the statue has een a source of delight
for photographers and a source of embarrassment for historians. Who is he? We
hae no idea.
Da bin ich ja nach meiner Historikerparodie vom letzten Mal
wieder etwas versöhnt mit dem historischen Sinn der Kiwis – wenn man schon
wenig Geschichte hat, dann muss man wenigstens etwas draus machen – findet ihr
nicht auchf!
Desweiteren ist die Orientierung nicht immer ganz einfach - immerhin kann man sagen, ist ja doch allees James Cook - hier mal ein Beispiel - zählt einmal, wie oft ihr genau hier seid - nicht klar wird also der Standpunkt, im Gegensatz zu Gisborne uns seiner Beziehung zu James - er wird geliebt (ob von den Maori auch, konnte ich nicht feststellen)
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