Sonntag, 9. Dezember 2012



Es ist ja nun mal so, dass hier sehr viele Deutsche sind. Sollte man Deutsch als Lengua reisensis in Neuseeland einführen oder kann doch das Monopol der englischen Sprache (na ja?) erhalten bleiben. Handelt es sich nur um ein Vorurteil oder ist doch etwas Wahres daran. Auf die schiere Empirie wollte ich mich nicht verlassen und so führte ich eine kleine Studie durch – auch wenn es sich um eine nicht repräsentative Zufallswahl handelt, so kann man doch einige Tendenzen erkennen, so meine ich. Auf einem Spaziergang durch den herrlichsten Urwald, den man sich vorstellen kann (ohne allzu große Luftfeuchtigkeit und Hitzeschlag), also im Urewera Nationalpark, führte mich mein Weg (oder besser, der vorgefertigte Weg der Nationalparksverwaltung) auch zum zweitgrößten See in diesem Gebiet, zum Waikareiti. Entstanden durch einen Erdrutsch und 300 Meter höher liegend als der Hauptsee (Waikaremoana) ist er gut erschlossen für mehrere unterschiedliche Tagestouren, stellt aber auch einen Teilabschnitt der Mehrtageswanderung dar. An einer Zentralstelle befindet sich ein Shelter, hier einige Fotos, das Aussehen und Lage der Tagesunterkunft (Übernachten kann man dort nicht) dokumentiert. Ich war dort als wahrscheinlich letzter Tagesgast am 2. Dezember 2012, einem stürmischen, zum Regen tendierenden Tag – allerdings regnete es sich erst in der Nacht ein.

Die Hütte wurde am 9 März diesen Jahres eröffnet und führt seitdem ein Gästebuch, aus dem ich die folgenden Daten entnommen habe. Seit dem März besuchten 895 Gäste die Hütte, davon
·          März       96 Gäste (hochgerechnet 134)
·          April       145
·          Mai         148
·          Juni        78
·          Juli         69
·          Aug.       56
·          Sept.      53
·          Okt.        124
·          Nov.       198
·          Dez.       18

Durchschnitt 111,6 Personen im vollen Monat oder knapp 4 Personen am Tag.
Im Monat November (Beginn der Hauptsaison) besuchten Menschen folgender Nationalitäten die Hütte
·          Neuseeland (108)                                            
·          Deutschland (31),
·          Großbritanien (incl. 3xWales, 1xSchottland, 1xNord-Irland) (10) ,
·          Australien, Frankreich (9),
·          Finnland (8),
·          Schweiz (6),
·          Dänemark, Niederlande, Tschechien (4),
·          USA (incl. 1xHawai) (3),
·          Canada, Österreich (1)
Hier sieht man, dass die Deutschen bei Weitem das Feld der ausländischen Besucher dominieren – jedoch mehr als dreimal so viele Neuseeländer reisten an – natürlich auch und besonders in der Nebensaison, aber auch da waren viele Deutsche dort, denn dann ist in Deutschland Ferienzeit
Interessant dürfte noch sein, wie sich die Reisegruppenstärke darstellt. Insbesondere die Deutschen interessierten mich hierbei und da bestätigte sich mein Eindruck, hier auf weiter Flur nur Paaren zu begegnen in der Tat (zumindest, was meine Landsleute betrifft)
Die Anzahl der Mitreisenden sah im November folgendermaßen aus:
Reisende im November   12 Einzelreisende
                                               40 Paare
                                               9 Dreiergruppen
                                               5 Vierergruppen
                                               2 x 5er - , 1 x 6er-, 1 x 12er-, 1 x 26ergruppe(n),
+ mehrere Schulklassen einer Ohuka School ohne Spezifizierung
Bei den Deutschen war die Reisegruppengröße anders:
15 Frauen, 16 Männer (darunter 2 Kinder), aufgeteilt in Reisegruppengröße: 1 Einzelreisender, 11 Paare, 2 Dreikopffamilien + 2 internationale Paare (jeweils mit einem dt. Partner, der andere Partner kam aus NZ bzw. aus Wales). Dabei ist die Herkunft sich auch von Interesse, die Verteilung ist querbeet von Nord nach Süd, von Ost nach West und auch Groß- Mittel und Kleinstädte, ggf. Dörfer sind darunter: Berlin, Darmstadt, Dorfen, Friedrichshafen, Hannover, Kassel, Konstanz, Lilienthal, Neuhaus-Schl., Niederissigheim, Wuppertal, 2 aus D.generell
Zum Schluss, mehr aus persönlichem Interesse: Wer waren die Einzelreisenden? Hier die Auflistung:
Einzelreisende (12) jeweils aus:Neuseeland (3), Australien (2), Deutschland (ein Florian aus Kassel), Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Schweiz, USA (Honululu) (je 1)

Soweit also das Thema Statistik, Empirie und persönliches Empfinden.

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